Kernel 2.6.12 released

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    Hallo!

    Linux-Kernel 2.6.12 mit TPM-Unterstützung veröffentlicht

    Linus Torvalds hat mit dem Kernel 2.6.12 die nächste größere Überarbeitung von Linux zum Download freigegeben. Eigentlich waren die Programmierer bereits Anfang April bei der Veröffentlichung des rc2 dazu aufgerufen worden, sich bei der Entwicklung auf Fehlerkorrekturen zu konzentrieren, um bald eine neue Linux-Version zu veröffentlichen. Die Querelen um die Abkehr der Quellcodeverwaltung mit Bitkeeper und die Einführung von git haben für einige Verzögerungen gesorgt. In einer parallel gepflegten stabilen Kernel-Serie, die bisher auf dem Kernel 2.6.11 aufbaute und ein neues Nummerierungsschema verwendet, wurden derweil die wichtigsten Fehler an der vorherigen Kernel-Version beseitigt.
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    Die Entwicklung hat seit der Vorstellung von 2.6.11 hat über drei Monate gedauert. Mit dem Lesen des allein einem MByte großem Changelog kann man sich einen regnerischen Tag vertreiben, der Patch selbst ist unkomprimiert 24 MByte groß. Die vorgenommenen Änderungen berühren praktisch alle Subsysteme des Kernels. Neu dazu gestoßen ist ein TPM-Treiber (Quellcode) für Chips von National Semiconductor und Atmel – sie finden sich etwa in einigen Thinkpad-Modellen von IBM. Die passende Userspace-Software befindet sich beim Trousers-Projekt auf Sourceforge in Entwicklung. In einer FAQ beschreiben die Programmierer die Einsatzmöglichkeiten eines TPMs unter Linux. Der Verwalter des TPM-Treibers ist ein IBM-Mitarbeiter.

    Der im letzten Jahr entfernte Treiber für Philips USB Webcams wurde wieder hinzugefügt. Kurz vor Fertigstellung des neuen Kernels entfernte Alan Cox jedoch aufgrund rechtlicher Unklarheiten erneut einige Teile des Treibers. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl der mit dem Kernel ausgelieferten Treiber aktualisiert – größere Überarbeitungen gab es etwa bei den Treibern für DVB, USB, Netzwerk und Soundchips. So sind im Kernel nun endlich passende Sound-Treiber für die vor knapp einem Jahr vorgestellten Intel Chipsatzfamilien i915 und i925. Die SATA-Treiber unterstützen jetzt auch Write-Barriers, so dass bei Verwendung von Journaling-Dateisystemen sicher gestellt ist, das die Journal-Informationen vor dem schreiben anderer Daten auch wirklich auf der Platte landen. Die Dateisysteme CIFS, JFS und XFS erfuhren allerlei Modifikationen. Zudem findet sich erweiterter Support für Dual-Core-CPUs von AMD und Intel sowie einige Updates für viele der anderen Prozessor-Architekturen in der neuen Version.

    Einige weitere der wichtigsten Neuerungen: [IPv6] ist nun nicht mehr als Experimentell gekennzeichnet, SELinux und Software-Suspend wurden verbessert. Der Device-Mapper unterstützt jetzt Multipath und auch mit dem SuperHyway Bus kann Linux nun umgehen. Adressen im Arbeitsspeicher lassen sich aufgrund von Address space randomization nicht mehr so einfach von Viren und Trojanern vorhersagen. Unterstützt werden jetzt auch die SATA-Ports einiger neuere ATI/ULi-Chipsätze. Der neue Treiber bnx2 sorgt für Support allerlei PCIe-Netzwerkchips von Broadcom. Auch für den noch nicht vorgestellte Intel-Southbridge ESB2 wurden einige Treiber schon angepasst.

    Was in die nächste Kernel-Version aufgenommen wird muss sich noch zeigen. Im Entwicklungskernel von Andrew Morton finden sich viele Erweiterungen die früher oder später in den Standard-Kernel fließen sollen. Reiser4 wartet hier schon lange auf den Übergang, nach allerlei Diskussionen bei der Vorstellung von Reiser4 tauchen sowohl Kritik als auch die Entwickler des Dateisystems nur noch spärlich auf der Kernel-Maillingliste auf. Auch das Filesystem in Userspace (FUSE) wartet in Mortons Kernel auf die Integration in den offiziellen – einige von den Kernel-Entwicklern kritisierte Unstimmigkeiten wurden mittlerweile beseitigt. Auch die Virtualisierungslösung Xen dürfte bald in den Entwicklerkerneln auftauchen. Distributionen wie Suse und Fedora integrieren sie bereits. (thl/c't)

    Quelle: heise