Mit Mindestlohn gegen Lohndumping

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  • Mit Mindestlohn gegen Lohndumping

    Jetzt also soll er wieder kommen: Der Aufschwung Ost. Mit staatlich bezuschussten Billig-Jobs will Manfred Stolpe die Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern bekämpfen. Nicht die Arbeitgeber sollen ihren Beschäftigten angemessene Löhne zahlen, sondern der Staat greift zur Subventions-Spritze, mal wieder. Willkommen im Billiglohnland Neues Deutschland.

    Dumping-Löhne sind aber nicht nur ein Zukunfts-Projekt für das Versuchslabor Ost. Schon jetzt arbeiten viele Menschen acht Stunden, für etwas mehr als 500 Euro brutto. Und zwar Vollzeit. Das gibt es nicht in Deutschland? 12 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten können kaum die eigene Existenz sichern. Über zwei Millionen Arbeitnehmer leben von Armutslöhnen! Dabei bedeuten anständige Löhne auch Menschenwürde und Stolz.

    Und wenn Unternehmer das ihren Mitarbeitern nicht garantieren, dann muss ein gesetzlicher Mindestlohn her, und zwar nicht nur für den Osten.


    Was sagt ihr dazu, Sinnvoll oder nicht? Ich Stimme Stolpe zu!

    Cheers, M.Li
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    Ich möchte, dass die Menschheit miteinander lebt - schwarz, weiß, chinesisch, jeder - das ist alles.“
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    Boardrules lesen!! Verwarnung!! greetz burn77


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  • Das ist doch wieder einmal völliger Unsinn!!

    Das würde dann doch darauf hinauslaufen, dass die Firmen alle die Löhne senken würde und letztendlich wieder der Staat bezahlt. Damit erzeugt man doch erst Billiglöhne.
  • Die Quelle würd mich auch interssieren, denn das Menschen Vollzeit für etwas über 500 Euro brutto arbeiten hab ich bisher nochnicht gehört. Kann das garnicht richtig glauben.
  • Ein gesetzlicher Midenstlohn? Hmm, ob das mit den Firmen so einfach vereinbar ist, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Jedoch solle man den Arbeitnehmern schon angemessenen Lohn bezahlen, denn hier sind ja auch die Lebenskosten viel höher als in irgendeinem Dritteweltland oder im Osten.
    Das Konzept als solches halte ich schon für gut, man sollte aber noch über die Durchsetzung sprechen: Werden die Firmen mitziehen? Und warum müssen da jetzt wieder so hohe Subventionen fließen? Es wurde schon viel zu viel Geld verbraucht beim Aufbau Ost, letztendlich scheitert es doch wieder an der Politik.
    In diesem Sinne...

    MfG
    rainworm
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  • Also, wenn ich das hier im obigen Text lese:

    Und wenn ich jetzt Sozialhilfe beantragen würde, würde ich definitiv mehr kriegen, sage ich mal, wegen den ganzen Zusatzleistungen, die man kriegt.


    dann frage ich mich wieder, was in diesem Staate falsch läuft? Wie kann es sein, dass man als Sozialhilfeempfänger mehr Geld bekommt als ein Angesteller?
  • @ Ganz schön hart

    genau das ist der punkt: viele sitzen lieber zu hause und bekommen mehr geld, als wenn sie morgends früh aufstehen und zur abriet gehen!

    du kannst solche menschen tag täglich nachmittags im fernsehn sehen!

    da muss die nächste regierung unbedingt was machen /ändern!
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  • @duplex

    du hast völlig recht .
    nur frage ich mich warum das den politikern nicht auffällt wenn wie das sogar schon wissen.
    was dran ändern kannste da aber kaum.
    die meisten haben sich so ans nichts tun gewöhnt
  • Mit der Sozialhilfe oder Hartz IV kann man eigentlich nicht besonders leben. Ich denke mal eher solten sich die Arbeitgeber Gedanken machen die Arbeit auch entsprechend zu bezahlen. Um das mal etwas uebertrieben zu sagen :Jemand der 180 Stunden im Monat schwer koerperlich arbeitet kann und darf nicht mit 300 Euro abgespeisst werden. Und es gibt genug Meschen die lieber fuer wenig Geld arbeiten gehen als zu hause zu sitzen. Ein etwas ahnlicher Fall war mal in einer Tageszeitung aufgerechnet gewesen. Beispiel war hier eine alleinerziehende Frau mit 2 Kinder die als Verkaeuferin in einer Baeckerei arbeitete. Dort hat man mal durchgerechnet das wenn sie zu hause bliebe und Hartz IV bekommen wuerde knapp 100 Euro mehr in der Tasche haette. Bitte jetzt nicht soche Post Hartz IV ist zu sozial. Hartz IV ist meiner Meinung nach nur der hilflose Versuch gewesen die Leute in arbeit zu bekommen. Wenn ich lese das jetzt schon von Eichel 8 Milliarden Euro nachgefordert wird, fuer ALGII, bekomme ich das blanke grausen. Das Geld haette man fuer die Schafung von Arbeitsplatzen viel Sinnvoller nutzen koennen.

    Gruss Schinderhannes
    Erst wenn der letzte FTP Server kostenpflichtig, der letzte GNU-Sourcecode
    verkauft, der letzte Algorithmus patentiert, der letzte Netzknoten
    verkommerzialisert ist, werdet Ihr merken, dass Geld nicht von alleine
    programmiert.
  • also wer arbeitet bitte für 300 € 180 Stunden im Monat ? Da kriegst du mit jedem 400 € Job, ein wesentlich besseres Preis/Leistungsverhältnis. So tragisch die ganze Sache auch ist, sollte man nicht übertreiben

    >> die meisten haben sich so ans nichts tun gewöhnt

    und genau das sollte man denen wieder abgewöhnen ;)
  • Komisch ist auf jeden Fall, dass nach dem Monitor-Bericht eine Ost-Friseuse nur EUR 3,31 brutto die Stunde erhalten soll, während polnische Erntehelfer Spargel oder Erdbeeren bei uns für ca. EUR 5,40 stündlich ernten. Irgendwo ist das natürlich ein Witz.

    Eine Friseurin kann doch mit EUR 360,- im Monat nicht existieren!
  • @ Da_kiLLa_oWl

    dann solte sich die regierung mal dahinter klemmen und die arbeitsamt-beschäftigten mal anständig ausbilden, damit sie die arbeitslosengeld 2 formulare richtig ausfüllen können! es kann auch nicht sein, dass es arbeitslose gibt, die 2 mal arbeitslosengeld 2 bekommen oder dass 50% der arbeitslosengeld 2 formulare falsch ausgefüllt wurden!
    dadurch kann man dann wieder sparen...aber die jetztige regierung musste ja das alg II einführen :confused:

    nebenbei gesagt bin ich auch für einen regierungswechsel!
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  • Doc Lion schrieb:


    Eine Friseurin kann doch mit EUR 360,- im Monat nicht existieren!


    Deshalb wird die Friseurin nach Feierabend und am Wochenende nebenher privat Haare schneiden. Und damit wird dann der Lohn aufgebessert.
  • Ein anderer Vorschlag ist der, dass die Friseuse meinetwegen diese 360 € kriegt, und der Staat dann noch ein bisschen was dabeizahlt, so wie es z.B. in Großbritannien mit viel Erfolg angewendet wird.
    Denn so etwas ist bestimmt besser, als wenn jemand gar nicht arbeitet und auch Geld vom Staat kriegt.
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  • Yo, sowas wurde vor kurzem auch vorgeschlagen und geschätzt, dass durch diese Lohnsubventionierung bis zu 1.000.000 Arbeitsplätze entstehen könnten. Ich such mal nach der Quelle, war aber wenn ich mich recht erinnere von einem unabhängigen Institut und nicht so eine famose Rechung der Regierung a la Hartz IV...
  • Ich halte diese Argentur für Arbeit sowieso für eine aufgeblähte Institution: Schlecht ausgebildete Beschäftigte, unfreundlich, inkompetent und lebensfremd.
    Wenn man dann schon so Berichte sieht, bei denen der Arbeitslose von der einen zur anderen Stelle laufen muss, dann auf völlig schlecht ausgebildete Beschäftigte trifft und die dann nicht mal weiterhelfen können. Hinzu kommen dann immernoch Probleme mit der Computersoftware etc.
    Zu den Lohnsubventionen: Die Idee ist gut, aber wie viel soll dann der Staat draufzahlen und woher das Geld nehmen bei knappen Kassen?
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  • fromHELL schrieb:

    Ein anderer Vorschlag ist der, dass die Friseuse meinetwegen diese 360 € kriegt, und der Staat dann noch ein bisschen was dabeizahlt, so wie es z.B. in Großbritannien mit viel Erfolg angewendet wird.


    Der Ansatz hat leider einen entscheidenden Fehler. Er wird dazu führen, dass die Betriebe für alle diese Arbeitsplätze nur Billiglöhne zahlt und letztendlich wir diese Arbeitsplätze und damit indirekt die Gewinne der firmen finanzieren.
  • Würde gern klar stellen, daß Hartz 4 nicht von der Regierung allein beschlossen wurde. Da war die CDU schon dabei!

    Das der Staat Löhne im Billiglohnsektor bezuschußt, ist keine schlechte Idee, schließlich spart der Staat Geld. Das könnte man in Forschung und Bildung investieren.
    Doch wie McKilroy schon schrieb werden die Arbeitgeber dann möglichst viele Arbeitslose einstellen um durch die Subventionen weniger Löhne zu zahlen.
    Andererseits muss der Staat die Menschen unterstützen, wenn die Gewerkschaften zu schwach sind, anständige Löhne zu garantieren. Dabei meine ich aber keine Mindestlöhne, weil sie der Tarifautonomie widersprechen.

    Doch alles in allem ist das eigentlich unsinnig, denn die Jobs die dort geschaffen würden (die genannten 1.000.000 €??) sind so primitiv, daß man sie überall hinverlagern kann. Deshalb wir ja das ganze Zeug in Osteuropa und Asien produziert. Ich weiß nicht wieviel der Staat da zuschießen soll, daß das hier produziert wird.
    Also staatliche Unterstützung nur in Ausnahmefällen für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich in Not befinden, und nicht für Großunternehmen, die durch ihre Lohnpolitik in den letzten Jahren auch nicht gerade unschuldig an unserer jetzigen Misere sind.
  • rainworm schrieb:

    Die Idee ist gut, aber wie viel soll dann der Staat draufzahlen und woher das Geld nehmen bei knappen Kassen?


    Das Geld kriegt er daher, da er diesen Menschen nicht mehr die Arbeitslosigkeit bezahlt.

    McKilroy schrieb:

    Er wird dazu führen, dass die Betriebe für alle diese Arbeitsplätze nur Billiglöhne zahlt und letztendlich wir diese Arbeitsplätze und damit indirekt die Gewinne der firmen finanzieren.


    In GB erhält eine Familie mit mindestens einem Kind, wenn einer in der Familie arbeitet, monatlich 350 €. Damit sich die billige Arbeit lohnt, wurde der Eingangssteuersatz auf 10% gesenkt und es wurden Mindestlöhne eingeführt. Deswegen denke ich auch, dass man über gesetzliche Mindestlöhne nachdenken sollte, aber nicht als Einzelstückwerk, sondern in Verbindung mit anderen Maßnahmen.
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  • Ich werde es noch einmal anders ausdrücken:

    Mit solchen Aktionen werden nur kurzfristig Statistiken geschönt. Langfristig wird das dazu führen, dass es wieder die gleiche Anzahl an Arbeitslosen gibt, nur werden die Löhne derer, die noch Arbeit haben, zugunsten der Unternehmergewinne gesenkt worden sein. Diese Tendenz ist doch in den unteren Gehaltsgruppen schon jetzt deutlich zu erkennen.
  • Bstanley schrieb:

    ich glaube nicht, dass es gut ist einen Mindestlohn ist,


    DEr Titel ist irreführend!! Es geht hier eigentlich gar nicht um einen Mindestlohn sondern um Billiglöhne und Lohndumping. Und die Billiglöhne sollen dann auch noch staatlich subventioniert werden.
  • Einerseits besteht die Gefahr, daß ein Mindestlohn viele Firmen dazu verleiten wird, auch nur diesen zu zahlen, andererseits führen Lohndumping bzw. Billiglöhne als Wettbewerbskriterium zur Qualitätsminderung der Produkte und ebenfalls zu einer schlechteren Lebensqualität der Mehrwertschaffer. Beides ist inakzeptabel.
    Doch es ist nunmal auch so, daß national betriebene arbeitnehmerfreundliche Lohnpolitik in Zeiten zunehmender Globalisierung zwangsläufig internationale Investoren dazu verleitet einen Bogen um Deutschland zu machen.
    Auch wenn ich Zentralismus ablehne, ohne eine weltweite Instanz, die den Markt ordnet und gewissen Regelungen unterwirft, werden auch wir hier in Deutschland kurzfristig, genau wie viele andere im Moment begünstigte Länder langfristig, keine menschenfreudlichere Politik betreiben können.
    Meiner Meinung nach wäre es doch viel sinnvoller und steuerfluchtunterbindender, wenn man anstatt den Gewinn, den Umsatz eines Unternehmens besteuern würde. So müsste jeder nach seiner Leistungsfähigkeit zum Wohlergehen der Allgemeinheit beisteuern und kein Unternehmen könnte durch diverse Schlupflöcher seine Steuerschuld schmälern. Als Nebeneffekt gäbe es auch eine viel einfachere Steuergesetzgebung, womit es auch einem Kleinunternehmer nicht schwer fallen sollte, diese anzuwenden, ohne Angst zu haben, etwas falsch oder suboptimal zu machen. Dann kann er auch bessere Löhne an seine Mehrwertschaffer zahlen, ohne Existenzängste...
    ...naja, ich träume grad wieder ;)