"Im Namen des Volkes" Urteil

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  • "Im Namen des Volkes" Urteil

    Liebe FSB Mitglieder,

    es geht bei diesem von mir eröffneten Thema um den bekannten und ständig von deutschen Gerichten missbräuchlich verwendeten Anfangssatz:

    "Im Namen des Volkes" Urteil


    Ich persönlich bin mit dieser Formulierung nämlich nicht länger einverstanden und verwehre mich gegen diese Formulierung. Des weiteren fühle ich mich als Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland und obendrein als Mitglied genau dieses Volkes berufen hier meine Sicht der Dinge niederzuschreiben.

    Trotz der Tatsache, das die meisten hier im Board inklusive mir jüngeren Baujahres sind, interessiert mich eure Meinung hierzu, da die meisten von uns (ausgenommen unsere lieben ausländischen Mitbewohnern) ja auch ein Teil dieses "urteilenden" Volkes sind.

    Im Namen des Volkes ist die gängige Formulierung an den deutschen Gerichten. Dabei ist wohl jedem klar, dass die Urteile natürlich nicht im Namen des Volkes getroffen werden, weil:

    a) der Verurteilte ja auch zum Volk gehört und sich wohl nicht selber aburteilen wird;

    und

    b) Richter nicht durch das Volk gewählt werden, sondern von Dienstvorgesetzten eingestellt und gegebenenfalls auch von ihnen befördert werden.

    Niemals hat in Deutschland das Volk einen Richter gewählt. Somit fehlt jedem Richter die Volkslegitimation um "Im Namen des Volkes" zu urteilen. Für meine Person erkläre ich ausdrücklich, dass ein Richter(in) Maier, Müller usw., nicht legitimiert und daher auch nicht befugt ist, Urteile in meinem Namen zu erlassen. Der Richter(in) hat daher bei zukünftigen Urteilen die Behauptung

    "Im Namen des Volkes"

    zu unterlassen, oder durch den Zusatz

    "Jedoch nicht im Namen von" Tommyboy

    zu ergänzen.

    Jede Missachtung meines bzw. des Volkes Willen betrachte ich daher als absoluten Revisionsgrund gegen ein Urteil. Warum formuliert ein deutsches Gericht nicht mir dem Satz: "Nach den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland" Urteil. So wäre die Formulierung zutreffender.

    Ich möchte mich nämlich als Teil dies Volkes nicht länger mitschuldig machen, wenn z.B. ein Sexualtäter nur eine Bewährungsstrafe erhält und anschließend kurz darauf jemanden vielleicht umbringt, oder ein Wirtschaftsboss mit einer Geldstrafe davonkommt, wofür ein kleiner Staatsbürger direkt 10 Jahre aufgebrummt bekommt.

    Man müsste sogar mal über eine Klage beim europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nachdenken, da hier einige Grund- und Menschenrechte der deutschen Bürgerinnen und Bürger mit Füssen von unseren deutschen Gerichten getreten werden.

    Wie stehst ihr zu dieser Formulierung?

    Auf eure zahlreichen Beiträge bin ich sehr gespannt.


    Gruß


    Tommyboy
  • tommyboy schrieb:

    Liebe FSB Mitglieder,
    b) Richter nicht durch das Volk gewählt werden, sondern von Dienstvorgesetzten eingestellt und gegebenenfalls auch von ihnen befördert werden.

    Niemals hat in Deutschland das Volk einen Richter gewählt. Somit fehlt jedem Richter die Volkslegitimation um "Im Namen des Volkes" zu urteilen. Für meine Person erkläre ich ausdrücklich, dass ein Richter(in) Maier, Müller usw., nicht legitimiert und daher auch nicht befugt ist, Urteile in meinem Namen zu erlassen. Der Richter(in) hat daher bei zukünftigen Urteilen die Behauptung





    wo kämen wir hin wenn jeder richter gewählt werden müsste?



    "Im Namen des Volkes"
    zu unterlassen, oder durch den Zusatz
    "Jedoch nicht im Namen von" Tommyboy
    zu ergänzen.


    das ergänzen halte ich für nicht sinvoll, über das unterlassen müsste man nachdenken, da einige deiner argumente doch sehr treffend sind!