Steuerfreibeträge für Abfindungen in Gefahr

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  • Steuerfreibeträge für Abfindungen in Gefahr

    Hallo Leute,
    der Betriebrat einer nicht näher genannten Firma hat heut früh folgendes verteilt, was Eure Aufmerksamkeit erfordert:

    Steuerfreibeträge für Abfindungen in Gefahr

    Nach heutigem Recht unterliegen Abfindungen, die für den Verlust eines Arbeitsplatzes gezahlt werden, nicht der Sozialversicherungspflicht und sie sind in bestimmten Grenzen steuerfrei, nämlich:
    - Abfindungen bis 7.200,-- € sind stets steuerfrei,
    - Abfindungen bis 9.000,-- € sind steuerfrei für Beschäftigte, die mindestens 50 Jahre alt sind und 15 Jahre ununterbrochene Betriebszugehörigkeit nachweisen können,
    - Abfindungen bis zu 11.000,-- € sind steuerfrei für 55-Jährige mit mindestens 20 Jahren Betriebszugehörigkeit.
    Eine der ersten Handlungen der Fraktionen der Großen Koalition war es, einen Gesetzentwurf zu erarbeiten, aufgrund dessen diese Steuerfreibeträge in den nächsten Wochen abgeschafft werden. Würde der Gesetzentwurf vom Bundestag unverändert verabschiedet, würde dies konkret bedeuten:
    - Für Abfindungen, die noch im Kalenderjahr 2005 ausbezahlt werden („zufließen“), gelten die eben genannten Freibeträge.
    - Abfindungen, die ab 1. Jan. 2006 vereinbart werden, unterliegen in vollem Umfang der Steuerpflicht.
    - Für Abfindungen, die zwar bis Jahresende 2005 vereinbart wurden, aber erst im Laufe des Kalenderjahres 2006 ausbezahlt werden („zufließen“), gelten die o.g. Freibeträge.
    - Abfindungen, die zwar bis Jahresende 2005 vereinbart wurden, jedoch erst nach dem 31. Dez. 2006 ausgezahlt werden („zufließen“), sind in vollem Umfang steuerpflichtig.
    Die IG Metall bemüht sich zusammen mit den anderen DGB-Gewerkschaften bei den Abgeordneten des Deutschen Bundestages darum, die im letzten Spiegelstrich dargestellte sog. „Vertrauensschutzregelung“ zumindest auf Altersteilzeit-Verträge zeitlich unbegrenzt auszudehnen. Ob diese Bemühungen erfolgreich sein werden, ist derzeit nicht absehbar.
    Deshalb empfehlen wir bei anstehenden Abfindungszahlungen wie folgt vorzugehen:
    - Wenn eine Abfindung schon vereinbart ist und nicht ohnehin bereits bis Jahresende 2005 ausbezahlt wird, sollte auf die Auszahlung des steuerfreien Anteils bis Jahresende 2006 - besser bis Jahresende 2005 - beim Arbeitgeber gedrängt werden.
    - Abfindungen, die zwar „im Raum stehen“ aber noch nicht vereinbart sind, sollten bis Jahresende 2005 endgültig abgestimmt und als Regelung dokumentiert werden. Hierbei sollte auf die eben empfohlene Fälligkeit geachtet werden.
    Unabhängig von der Möglichkeit der Inanspruchnahme eines Steuerfreibetrages kann die Steuerprogression bei der Zahlung der Abfindung abgemildert werden, wenn die sog. „Fünftelungs-Regelung“ (§ 34 EStG) angewendet wird. Hier ist keine Gesetzesänderung geplant. Den möglichen Vorteil sollte jeder Betroffene von einem Steuerberater prüfen lassen. Ein merkbarer Vorteil tritt insbesondere dann ein, wenn die vollständige Auszahlung der Abfindung in ein Kalenderjahr verlagert werden kann, in dem der Steuerpflichtige nur geringe Einkünfte hat.


    Also ich finde es schon krass, wie gut diese Sache "geheim" gehalten wurde. Immerhin höre ich das jetzt zum ersten mal. Es ist doch auch kaum zu glauben, was den Leuten da wieder zugemutet wird. Wenn das mit den Entlassungswellen der Konzerne so weitergeht, sind davon demnächst echt viele LEute betroffen. Nicht nur, daß sie ihren Job verlieren - es wird ihnen dann auch gleich noch in die Tasche gelangt. Der Hammer. Dem Staat ist echt nichts zu dämlich. Statt daß die verhindern, daß es Entlassungswellen gibt, versuchen die einfach mal ein wenig Geld abzugreifen. Ich finde, diese Steuern sollte das Unternehmen zahlen, welches die Leute feuert. Dann werden es sich die Rotstift-Fuzzies 2x überlegen, jemanden zu entlassen.
    Gruß D-Lux

    Edit: Hätte nicht gedacht, daß Euch dieses Thema so wenig interessiert. Oder gehen die Meinungen wieder in die Richtung: "Die können doch froh sein, daß sie überhaupt eine Abfindung bekommen." Was ist denn los in diesem Land? Hat der Soli-Zuschlag bewirkt, daß es NULL Solidarität mehr gibt?