Eine Kurzgeschichte

  • Kurzgeschichte

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  • Eine Kurzgeschichte

    Ich bin ein großer Fan von kurzgeschichten und hab in diesem Board leider nix gefunden wo ihr sowas veranstalltet, deswegen dacht ich mir ich klopf hier mal einen Teil von einer rein. Wer sich nicht scheut auch mal ein bischen was längeres zu lesen, viel spaß. Meinungen und kommentare würden mich sehr interessieren, und auf wunsch gibts teil 2

    Lukas Reise (Teil 1)


    Der verlorene Schlüssel

    Luka ist, wenn man seine Vergangenheit außer acht lässt, ein einfacher Mensch. Das Wort „gewöhnlich“ passt zu ihm wie die Faust aufs Auge. Er trägt meist schlichte Kleider, hat ein schlichtes Gemüt und führt ein, zumindest momentan und nach seiner Definition, schlichtes Leben. Nichts an ihm ist von besonderem Interesse, würde er nicht irgendwo im nirgendwo leben. Irgendwo, kilometerweit entfernt vom nächsten Nachbarn. Irgendwo, meilenweit entfernt von öffentlichen Sanitäranlagen, Krankenhäusern, Diskotheken, Telefonen oder Supermärkten. Irgendwo mitten im Wald in einem einfachen Einfamilienhaus. Das Haus ist ein simpler Flachbau. Solide Backsteinziegel halten ein Ziegeldach und 2 Fenster flankieren eine schwere Eichentür. Ein kleiner Weg führt von der Eingangstür des Hauses zu dem Torgatter eines stabilen Maschendrahtzaunes mit Stacheldraht an der Spitze. Ein Zaun welchen man eher in einem Hochsicherheitsgefängnis als mitten im Wald vermuten würde. Selbst mit der Erklärung, dass er Rehe und sonstige Rinde-von-Bäumen-fressende-Tiere fern halten soll wirkt er etwas zu brutal und mächtig deplaziert. Luka selbst mag den Zaun. Er hat ihn zwar nicht aufgestellt, doch er würde auch nicht im Traum daran denken ihn abzureißen. Er gibt ihm Sicherheit, wie ein Holzknüppel uns in den dunklen Gassen einer Stadt Sicherheit gibt. Dieses Gefühl zeugt aber keineswegs von einer beginnenden Paranoia, sondern ist durchaus Begründet und berechtigt. Er trennt nämlich den Briefkasten von dem Restlichen Grundstück, und dieser ist der die eigentliche Ursache dafür, das Luka glaubt sich schützen zu müssen. Früher einmal war es ein alter, offener Briefkasten, der sich wegen der Position des Hauses nur sehr selten mit Post füllte. Doch seit zwei Wochen füllte er sich täglich über Nacht. Luka hat ein ganzes Sammelsurium an seltsamen Dingen die er in seinem Briefkasten gefunden hat. Dinge die nicht in den Briefkasten gehörten. Dinge die er nicht in den Briefkasten gelegt hatte. Mal waren es ein paar Beeren, dann wieder eine kleine Blume. Ab und zu ein paar frische Blätter oder ein Stein. Größtenteils sind es Dinge die man im Wald finden kann, und meistens schafft er es die Dinge in seinem Briefkasten dem Zufall oder Eichhörnchen oder Vögeln zuzuschieben, aber manchmal, manchmal waren in dem Briefkasten Dinge für deren Erscheinen es keine logische Erklärung gab, so sehr er sich auch bemühte eine zu finden. Ein alter, von irgendetwas angekauter Kinderschuh, ein zerfledderter Schal an den vermoderte Blätter hingen, eine Mütze die mit Schlamm bespritzt war, ein Stück von einem Autoreifen, der Kopf einer Barbiepuppe. Und diese Dinge beunruhigten Luka. Sie beunruhigten ihn zutiefst. So entschloss er sich eines schönen Tages dazu den alten offenen Briefkasten abzureißen und einen neuen aus Aluminium an dessen Stelle zu setzen. Gesagt, getan, und so steht seit zwei Tagen ein Neuer Briefkasten vor seinem Zaun. Seitdem fand er nur noch frische Blätter oder Haselnüsse oder Blaubeeren in seinem Briefkasten; doch diese waren wie man sich vorstellen kann nicht halb so bedrohlich wie ein angeknabberter Kinderschuh. Und überhaupt könnten die Beeren ja die Eichhörnchen gebracht haben. Die machen so was sicher öfters. Selbst wenn man ihm mal wieder etwas in dieser Größe in den Briefkasten stecken wollte würde es nicht durch den engen Schlitz passen. Also ein klarer Sieg nach Punkten für Luka. Doch lassen wir nun für eine Weile den Briefkasten ersteinma Briefkasten sein und widmen uns der Gestalt die gerade die kleine Schotterstraße die in die Stadt führt entlang geht. Luka. Er hat einen großen Rucksack geschultert aus dem eine Stange Lauch herausragt und links und rechts in den Händen eine Jutetasche aus der die verschiedensten Lebensmittel ragen. Die hochstehende Sonne hat ihm bereits den Schweiß auf die Stirn getrieben und er fragt sich zum wiederholten male warum zum Teufel er eigentlich nie den Führerschein gemacht, und sich ein kleines Auto gekauft hat. Er steht momentan mit seinen 26 Jahren in der Blüte seines Lebens und noch stellten die zwölf Kilometer bis zu dem kleinen Krämerladen kein Problem dar, aber in zwanzig, dreißig Jahren könnte das Ganze schon anders aussehen. Er schlendert zu seinem Briefkasten, stellt seine Tasche ab, öffnet ihn und betrachtet grummelnd die drei Eicheln die in ihm Liegen. Rein aus Gewohnheit steckt er sie ein. Bis jetzt hat er immer alles was im Briefkasten war mit in sein Haus genommen, einfach aus dem Grund, das es eine Alte Gewohnheit der Menschen ist, alles aus dem Briefkasten mitzunehmen was sich in ihm befindet. Seien es nun drei Eicheln oder ein Werbeprospekt vom Grillhendl Seppl. Jedenfalls, wie gesagt, die drei Eicheln wandern in die Hosentasche, Luka fasst in die andere Hosentasche um seinen Schlüssel herauszuziehen, und eine Augenbraue wandert nach oben. Ein leiser Seufzer fährt ihm über die Lippen, die Hand kommt ohne Schlüssel wieder aus der Tasche, und er beginnt wie Millionen Menschen es täglich machen mit der Suche nach seinem Schlüssel. Zwanzig Minuten später liegt der gesamte Einkauf auf dem Boden, Luka steht fluchend daneben und kontrolliert zum hundertsten Mal seine Taschen. Nichts. Der Schlüsselbund bleibt verschwunden. Weitere zwei Stunden später steht Luka wieder in dem kleinen staubigen Krämerladen an einem alten Telefon und ruft den Schlüsseldienst. Nach viermaligem Läuten meldet sich eine säuselnde Frauenstimme:
    „Magna Schlüsseldienst, guten Tag.“
    „Guten Tag. Ich habe meinen Schlüssel verloren.“
    „Und?“
    „Und ich bin ausgesperrt.“
    „Und?“
    „Und ich würde gerne wieder in mein Haus zurück.“
    „Und?“
    „Und deswegen bräuchte ich jemanden der mir die Tür öffnet.“
    „Aha. Dürfte ich die Adresse erfahren?“
    Luka nennt die Adresse.
    „Gut. Es wird etwa eine Stunde dauern bis wir bei ihnen angekommen sind. Am besten sie warten einfach in dem Laden, unser Fahrer kennt ihn. Sollen wir ihnen einen Zweitschlüssel anfertigen lassen?“
    „Nein… ich… ich hätte bitte gerne das sie alle Schlösser im Haus austauschen.“
    Ein Lachen ertönt am anderen Ende der Leitung und eine leichte Röte steigt Luka ins Gesicht.
    „Das ist mein Ernst.“ Versucht er mit ernster Stimme zu sagen, was auch fast funktioniert. Er hasst es ausgelacht zu werden.
    „Aber Sir, es wäre sehr viel kostspieliger alle Schlösser auszutauschen und in ihrer Gegend liegt die Kriminalitätsrate bei Null Komma Fünf Prozent pro Jahr. Der Letzte Einbruch liegt Jahrzehnte zurück, und selbst wenn jemand ihren Schlüssel finden würde wüsste er nicht zu welchem Haus er gehört.“
    In die Briefkasten dieser Häuser werden allerdings auch keine Sonderbaren Dinge gelegt, denkt Luka und antwortet: „Trotzdem. Ich möchte das alle Schlösser ausgewechselt werden.“
    „Natürlich Sir.“

    Wiederum zwei Stunden später sitzt Luka auf dem Beifahrersitz eines Alten Ford der über die Schotterstraße in Richtung seines Hauses holpert. Er fragt sich ob er übertrieben handelt; nur weil jemand ihm ab und zu kuriose Dinge in den Briefkasten legt, nein, gelegt hat (Eicheln sind nicht kurios; Eicheln sind Eicheln; vielleicht von Eichhörnchen die sich auf den Winter vorbereiten… Mitten im Frühling.), heißt das noch lange nicht das Eichhörnchen neben Kinderschuhen und Mützen auch einen Schlüssel auflesen, damit das Gatter öffnen, durch den Garten huschen, lautlos eine sonst immer knarrende Eichentür öffnen und ihm schließlich im Schlaf böse Sachen antun. Aber sicher ist sicher, und so lässt Luka tatsächlich noch an diesem Abend alle Schlösser wechseln und sich neue Schlüssel anfertigen. Nachdem der Schlosser bezahlt und verabschiedet ist, drei Eicheln in den Müll, der Einkauf in den Kühlschrank und er in sein Schlafzimmer gewandert ist, gönnt er sich ein kleines Dosenbier zur Entspannung. Zum Schlafzimmer gehört eines der zwei Fenster welche die Haustüre flankieren. Inzwischen ist es Nacht geworden, die Sterne malen ein Atemberaubendes Bild auf den Himmel. Ein Bild von solch einer Schönheit das nur an wenigen Tagen im Jahr entsteht und nur an Orten an denen sich kilometerweit keine größeren Lichtquellen wie Städte befinden. Nun ja... zugegeben, es ist vielleicht nicht so großartig wie jenes in der Serengetiwüste aber dennoch, für Mitteleuropa beeindruckend.

    Ein paar hundert Meter den Schotterweg entlang Richtung Stadt kümmert sich niemand um den Sternenhimmel. Vielmehr um jenen kleinen Stern der gut versteckt unter einem Grasbusch, nicht fern von der Straße liegt. Der Schlüssel von Luka, scheint durch günstiges Einfallen des Mondlichtes mit den Sternen um die Wette zu funkeln. Der Betrachter des Schlüssels ist begeistert von seiner Schönheit. Er klirrt kurz als er hochgehoben wird, (welch wunderbares Geräusch) wird behutsam in behaarte Hände gebettet als wäre er ein unglaublich kostbares Gut, und zu seinem früheren Besitzer zurückgetragen. Der Intellekt dieses Wesens ist nicht hoch genug um zu wissen, dass er Luka gehört, aber er empfindet es trotzdem als passendes Geschenk. Eindeutig besser als drei Eicheln. Wie herrlich es doch glitzert und klimpert.



    Neues im Briefkasten

    Am nächsten Morgen wird Luka durch das schrille Geräusch des Weckers dem Schlaf entrissen. Tapsend und mit geschlossenen Augen sucht seine Hand den Weg zum „Aus-Knopf des störenden Dinges, welcher nach mehrmaligem zaghaften tasten gefunden wird. Seufzend öffnet er die Augen und setzt sich auf. Er blickt aus dem Fenster und starrt den Aluminiumbriefkasten an, dessen dicke Haltestange so schief in der Erde steckt als wäre ein Laster dagegen gefahren. „Schief“ kommentiert Luka es, gähnt und steht auf. Vorsichtig und vom Schlaf noch immer halb blind sucht er seinen Weg ins Badezimmer. Er dreht den Wasserhahn auf und fährt sich durch die braune Stoppelglatze, ehe er seinen Drei-Tage-Bart inspiziert. „Schief“ sagt er noch einmal und hält seine Hände unter das kalte klare Wasser, schöpft es mit beiden Händen und wirft es sich ins Gesicht. Zähne putzen, Rasieren, Anziehen, Frühstück machen. Als der Toast aus dem Toaster springt und Luka gerade demotiviert in den Kühlschrank blickt, tritt erstaunen in sein Gesicht. Er schließt den Kühlschrank, dreht sich um, tapst zurück ins Schlafzimmer und blickt aus dem Fenster. Obwohl es vielleicht erwartet wurde kommt diesmal kein „Schief“ über seine Lippen, sondern ein lautes, erstauntes „Fuck!“. Er tritt einen Schritt näher an das Fenster heran und kneift die Augen zusammen „Das gibt’s doch nicht!“ Schnell dreht er sich um und saust zur Eingangstür. Dort angekommen schnappt er sich einen robusten Regenschirm, ehe er hinaus in den strahlend schönen Tag tritt, wobei wir wieder bei der „ein-Knüppel-in-der-Hand-gibt-Sicherheit-selbst-wenn-es-ein-Regenschirm-ist“-Theorie wären. Nach ein paar duzend Schritten fischt er den neuen Schlüsselbund aus der Tasche, sucht länger als sonst den passenden Schlüssel und flucht dabei beherzt vor sich hin. Als das Gatter endlich aufgeschlossen ist und er vor dem Briefkasten steht sieht er das ganze Werk der Zerstörung. Der Briefkasten scheint seinem Angreifer verbittert und tapfer Widerstand geleistet zu haben. Er hat einige Dellen, teilweise ist er aufgeschnitten als wäre ein Messer in ihn gestochen worden, und der Briefschlitz ist auseinandergebogen. Ein beträchtliches Stück Zerstörung wenn man bedenkt, dass die Aluminiumplatten gut zwei Zentimeter dick sind. Fassungslos fasst sich Luka ans Kinn, deutet mit dem Zeigefinger der anderen Hand auf den Briefkasten. Vielleicht hatte der LKW ja Zierdolche vorne drauf. Oder es war ein Bär. Ja genau. Was, wenn die Eichhörnchen die Eicheln wiederholen wollten und darin gestorben sind, und der frische Verwesungsgeruch der in den wenigen Stunden als er das letzte mal in ihm nachsah hat einen von den schwarzen Mistviechern angelockt. Normalerweise stehen Bären ja nicht auf Aas, aber vielleicht war das ein außergewöhnlicher Bär. Es gibt hier anscheinend ja auch außergewöhnliche Eichhörnchen. Die Eichhörnchen mussten ja noch nicht mal tot sein. Vielleicht haben sie so laut gefiept oder geschnattert oder was auch immer Eichhörnchen für Geräusche von sich geben, und den Bär so akustisch zu einem kleinen Mittagessen geführt. Fressen Bären überhaupt Eichhörnchen? Klar fressen Bären Eichhörnchen. Bären sind Allesfresser. Wo war noch mal die Garantie für den laut Hersteller Unzerstörbaren Briefkasten? Solche und ähnlich irrsinnige Erklärungen und Gedanken über und um den zerstörten Briefkasten schwirren wie Libellen zur Paarungszeit durch Lukas Kopf während er den Schlüssel für den Briefkasten an seinem Schlüsselbund sucht. Seine Hände zittern leicht und er wird zusehend nervöser während er einen Schlüssel nach dem anderen begutachtet. Er fühlt sich zu Recht beobachtet. Mehrmals sieht er sich während seiner Suche um, seine Augen tasten den Wald ab, aber entdecken nichts. Der Beobachter ist zu gut versteckt, verborgen hinter mehreren Büschen harrt er bereits seit Stunden aus und wartet darauf, dass sein neues „Geschenk“ gefunden wird. Der richtige Schlüssel fährt ins Schloss und Luka dreht ihn. (Bitte lass tote Eichhörnchen in ihm sein, bitte lass tote Eichhörnchen in ihm sein) mehrere Kräftige Rücke sind nötig um die verbeulte kleine Tür zu öffnen, doch als er schließlich aufgeht, verändert sich die Gesichtsfarbe von Luka schlagartig von etwas bleich zu totenbleich. Zitternd greift er hinein und zieht seinen alten Schlüsselbund heraus. „Das gibt’s nicht.“ Haucht er leise. Krampfhaft versucht er es den Eichhörnchen, Bären oder sonstigen ihm bekannten Waldbewohnern zuzuschieben, doch kein ihm bekanntes Tier würde so etwas tun. Nicht einmal in seiner Fantasie. Und der einzige Jugendliche im Umkreis von 20 Kilometern, Friedrich Stolz, ist erst Sieben. Also, nicht wirklich zu so einer Tat fähig. „Das gibt’s nicht.“ Aus reinem Instinkt schaltet Lukas überlasteter Kopf um. Aus Unverständnis wird Aggression, aus Angst wird Trotz. Er umfasst den Schlüssel mit der Hand, drückt ihn kurz fest als wolle er ihn für sein Zurückkommen strafen und wirft ihn schließlich in hohem Bogen in den Wald, sperrt den Briefkasten, nutzloser weise, wieder zu, steckt den Schlüssel ein, schultert den Regenschirm, stürmt in den Garten, knallt das Gatter hinter sich zu, stürmt weiter zum Haus, nur um auf halbem Wege umzudrehen und zurück zum Gatter zu laufen welches er ebenfalls zusperrt. (Zweimal wohlgemerkt.) Danach geht’s endgültig ab ins Haus. Auch die Eichentüre wird zugesperrt. Erschöpft wie nach einem Marathon lässt er sich auf die Couch im Wohnzimmer fallen, atmet mehrmals tief durch und wird sich darüber bewusst wie lächerlich er sich gerade benommen hat. Irgendwelche Jugendlichen haben sich sicher vor Lachen am Waldboden gekugelt als sie ihm zugesehen haben. Doch er könnte damit nicht falscher liegen. Das Ding im Wald lacht nicht.


    Nächtlicher Besuch

    „Guten Tag bei Waffen Mählich, mein Name ist Isolde Fink, was kann ich für sie tun?“
    „Ja guten Tag…“ murmelt die Stimme am anderen Ende der Leitung.
    Die Stimme ist leise, fast nur ein Flüstern „Ich… ähm… wollte fragen ob sie auch Selbstschussanlagen verkaufen?“
    Isolde legt die Nagelfeile zur Seite und reibt sich das Nasenbein. Gelegentlich kam es vor das irgendwelche Irren anrufen und Atombomben, Raketenwerfer oder sonstiges verlangten. Ihrer Meinung nach alles Spinner
    „Nein Sir, tut mir leid, Selbstschussanlagen sind in unserem Land nicht erlaubt.“ Kurze Stille
    „Wie… wie sieht’s mit Tellerminen aus?“
    „Die sind ebenfalls für Zivilpersonen Verboten.“
    „Na gut… dann…“ wieder kurzes Schweigen „eine große Jagdwaffe bitte.“
    „Haben sie überhaupt einen gültigen Waffenschein?“
    „Ähm… Nein.“
    „Tut mir leid, dann kann ich ihnen auch nicht Weiterhelfen.“ Antwortet Isolde, und greift zu ihrer Nagelfeile.
    „Aber hören sie, ich…“ und drückt mit ihr den Gesprächsunterbrechungsknopf.

    „Hallo?“ Luka presst den Hörer noch ein wenig mehr an sein Ohr, ehe er den Hörer wütend auf die Gabel zurückknallt. „Verdammte Schlampe“ flucht er.
    „Na, Na…“ sagt Frau Hirsch, die Inhabern des kleinen Krämerladens tadelnd. Die alte, gutmütige Frau schüttelt den Zeigefinger. Sie ist schon beinnahe Taub aber das „Verdammte Schlampe“ scheint sie gehört zu haben.
    „Entschuldigung Frau Hirsch.“ Sagt Luka, legt ein paar Geldscheine auf den Tisch. „Eine Packung Zigaretten bitte.“
    „Seit wann rauchen sie den wieder? Ich dachte sie hätten aufgehört als sie von der Stadt hier her gezogen sind.“
    „Tja… ich ähm… der Arbeitsstress sie verstehen…“ „Ja das kenn ich. Welche wollen sie den?“
    „Die stärksten die sie haben oh, und das Feuerzeug hier nehme ich auch noch.“
    „Sonst noch etwas?“
    „Ja... ja.. Den Spaten hier bitte.“
    „Das wäre alles?“
    „Ich hoffe.“
    „Wie meinen?“
    „Ach nichts.“ Und so wechseln ein Spaten, eine Packung Zigaretten, ein Feuerzeug und etwas Geld den Besitzer, ehe Luka den Laden wieder verlässt. Draußen angekommen steckt er sich eine Zigarette an, nimmt einen Tiefen Zug, und hustet. Danach schultert er den Spaten und marschiert los. Nicht in die Richtung seines Hauses, sondern in die entgegengesetzte. Er lässt die Hand in seine Hosentasche, in welcher sein alter Schlüsselbund liegt, gleiten. Es beunruhigte in sehr, dass er ihn wieder hatte. Aber die Tatsache, dass er heute Morgen als er aufgewacht ist auf dem Sims des Schlafzimmerfensters gelegen hat beunruhigte ihn weit mehr. Es trieb ihn fast in den Wahnsinn. Irgendetwas hatte über Nacht den halben Zaun eingerissen, sich am Stacheldraht aufgekratzt (Luka fand Fell und Blut auf ihm) und hatte ihn schließlich dort hingelegt. Irgendetwas hatte ihm heute Nacht beim Schlafen zugesehen. Und das machte das Ganze zu etwas anderem als einem Spiel das er und noch jemand trieb. Ob es nun ein Tier war oder ein stark behaarter Mensch, dies hier war eine Kriegsansage. Schluss mit lustig. Gut zwei Stunden marschiert Luka die Straße entlang, ehe er unter einer alten Tanne stehen bleibt. Er atmet kurz durch und sticht dann die Schaufel in den Boden. Wenn dieses Etwas unbedingt Schlüssel suchen wollte dann sollte es mal versuchen ihn hier zu finden. Wie ein irrer beginnt Luka zu graben. Es ist bereits Nachmittag als er mit der Größe des Loches zufrieden ist, den Schlüsselbund hineinwirft, das Loch wieder zuschaufelt, darauf herumtritt, die Grabstelle verwischt und sich auf den Weg nach Hause macht. Ein siegessicheres Lächeln strahlt in seinem Gesicht als er mit Einbruch der Dunkelheit zu Hause ankommt und die Tür hinter sich schließt. Er lehnt die Schaufel neben sein Bett, dreht das Licht ab und kriecht unter seine Bettdecke. Mit dem Eintreten der Dunkelheit kommt auch die Angst. Fesselnd legt es sich um seine Brust, zwingt ihn dazu ständig zum Fenster zu starren. Es dauert lange, bis er in einen unruhigen Schlaf fällt, während einige Kilometer weiter weg etwas zu graben beginnt. Es gräbt wütend. Es ist sauer. Der Mensch wusste die Geschenke nicht zu würdigen.

    Kurz nach Mitternacht schlägt Luka die Augen auf. Sein Puls rast. Er lauscht. Etwas hat ihn geweckt. Da.. Da war es wieder. Ein sonderbares, leises aber beständiges, penetrantes Kratzen an der Tür. Es kommt vom Vorraum. Die Eingangstür. Er hört wie die Klinke hinabgedrückt wird, an ihrem tiefsten Punkt ankommt und dem der sie betätigt die Erkenntnis das die Tür verschossen ist kommt. Klappernd fährt die Klinke wieder nach oben.
    Das kann kein Eichhörnchen sein, kein Bär, kein Elch, nicht einmal ein gottverdammter Schimpanse macht so etwas. Mit einem gewaltigen Krachen schlägt etwas Schweres gegen die Eingangstür, welche mit einem empörten Knarzen protestiert. „Scheiße, scheiße, scheiße, scheiße, scheiße.“ flucht Luka und springt aus dem Bett. Er verzichtet auf den Luxus sich anzuziehen oder sonstiges, schnappt sich seinen Spaten und stürmt in die Küche. Als er dabei an der Eingangstür vorbeikommt kracht das zweite Mal etwas gegen diese, was verursacht das Luka das Herz bis in die Knie rutscht. Er schliddert um die Ecke und knallt die Türe hinter sich zu, bis er zu dem großen Panoramafenster sieht und sich fragt warum zum Teufel er eigentlich in die Küche gerannt ist. Dann splittert Glas. Nicht das Glas der Küche, sondern das Glas des Schlafzimmerfensters. Klirrend kracht es auf den Boden. „Verstecken, verstecken, verstecken…“ murmelt er manisch zu sich selbst, und springt intuitiv unter den Küchentisch. „Das is gut, das is gut, das is gut, hier findet er mich nie… nie! Hier… verdammt…“ und krabbelt wieder darunter hervor. Es dauert nicht lange bis auch die Klinke der Küchentür sich langsam nach unten bewegt. Ein leises, jämmerliches glubsen kommt über seine Lippen und die spröde Tür der Vorratskammer erstrahlt plötzlich in einem völlig neuen Licht. Als wäre es das Tor nach Neu Mekka öffnet er sie, betätigt den Lichtschalter neben der Tür, huscht ins Innere, schließt die Tür und klemmt den Spaten unter die Klinke. Genau in diesem Moment schwingt die Küchentür geräuschvoll auf. Noch immer panisch sieht Luka sich im Vorratsraum um. „Tür verrammeln, Tür verrammeln“ murmelt er zu sich selbst während etwas an der Vorratsraumtür kratzt. Wenn Menschen einen ordentlichen Adrenalinschub bekommen sind sie zu erstaunlichen Dingen fähig. Mütter heben Autos hoch um ihr Kind darunter hervorzuholen, angeschossene Soldaten rennen noch immer um ihr Leben, obwohl sie schon lange tot sind und es nur noch nicht gemerkt haben, und Luka schiebt einen schweren Schrank mit beachtlicher Geschwindigkeit vor die Türe. Er keucht und ächzt dabei, und als das Licht in der kleinen fensterlosen Kammer ausgeht keucht und ächzt er noch mehr. Der Schrank stand schon an dieser Stelle als Luka einzog. Er war ihm immer zu schwer um ihn zu entsorgen und er dankt in diesem Moment jedem Gott der ihm einfällt für seine Faulheit. Als der Schrank an seiner neuen Stelle angekommen ist stemmt sich Luka mit aller Kraft noch dagegen, als ein Donnern durch den Schrank geht als der nächtliche Besucher gegen die Tür kracht. Das dünne Holz der Tür splittert, doch der Schrank und die Schaufel halten. „Ha!“ Brüllt Luka „das ist echte solide deutsche Bunkereiche. Daaaa kommst du nicht durch!“ ein zweites Krachen lässt Luka daran zweifeln, Angstschweiß rinnt über seine Stirn, und wieder wirft sich etwas gegen die Schrank-Tür-Schaufel-Kombination. Luka mobilisiert all seine Kräfte und drückt sich noch stärker gegen den Schrank, doch nichts geschieht. Stille tritt ein. „Na? Gibst wohl schon auf was?“ Sagt Luka. Er versucht, dass seine Stimme laut und fest klingt, versagt aber kläglich. Er klingt wie ein Neun Jähriges kleines Mädchen das den Teufel höchstpersönlich darum bittet nicht mitsamt ihrem Lieblingskuscheltier gefressen zu werden. Er bekommt er keine Antwort. Was immer vor der Tür auch war, es schien beschlossen zu haben sich derweil um andere Dinge zu kümmern. Krachend fliegen Töpfe aus Regalen, Glas splittert, Schubladen werden aufgerissen und fallen tosend zu Boden. Man kann förmlich hören wie sich die Geräusche durch das ganze Haus ziehen, und schließlich verstummen.
    Es wäre gelogen hier zu behaupten das Luka im Moment auch nur kurz daran denkt den Schrank zur Seite zu schieben und nachzusehen. Dafür war morgen schließlich auch noch genug Zeit. Oder nächste Woche. Vielleicht liegt es ja im Bett oder wartet inzwischen wieder vor der Tür? So beschließt er erst einmal für Licht zu sorgen. Die Dunkelheit in der Kammer ist absolut. Seine Hände wandern tastend über den Schrank, und berühren etwas Haariges. Luka brüllt vor Schrecken auf, und verkriecht sich weiter nach hinten, zitternd kauert er sich zusammen, versucht sich so klein wie möglich zu machen. Minuten vergehen, und werden schließlich zu Stunden in denen nichts passiert. Das einzige Geräusch ist der hechelnde Atem von Luka der mit aller Kraft versucht sich zur Vernunft zu rufen. Nichts kann hier herinnen sein, nichts ist hier herinnen, nichts. Jeder der sich über die Zeitspanne wundert, ist noch nie in der Dunkelheit gesessen und hatte derart viel Angst. Schließlich haben sich Puls und Nerven wieder einigermaßen beruhigt. Langsam steht er auf und tastet weiter. Seine Hände ergreifen diesmal nichts Fellbewachsenes, sondern eine kleine Taschenlampe. Er knipst sie an und sieht sich um. Der kleine Kreis aus Licht wandert zuerst zu dem Fell Ding welches sich als alter langhaariger Staubwedel entpuppt. Mehrere Verwünschungen und Flüche gegen sich selbst kommen über Lukas Lippen, ehe der Strahl weiterwandert. Nichts das er nicht schon hundertmal gesehen hat, bis auf die Kleinigkeit die zum Vorschein gekommen ist, als er den alten Schrank verschoben hat. In schwarzen, großen Buchstaben steht dort folgendes geschrieben:

    Nimm was er dir gibt
    Und lass nichts zurück
    Sonst bringt er dirs näher
    Stück für Stück
    Und ist das Tier erst bei dir
    Hörst du’n klopfen nicht fern von hier
    An deiner Tür ganz nah
    Und du weist, dein menschlich Ende ist jetzt da.

    Die Schrift ist krakelig, durch die vielen Jahre die sie hier wohl schon steht, fast nicht mehr zu lesen. Luka schluckt schwer, tappst näher und fährt mit der Hand über die Schrift. Erstaunt stellt er fest, dass sie eingebrannt ist. Wie es der Zufall so will erklingt just in diesem Moment ein Klopfen an der Haustüre was Luka einen weiteren gehörigen Schreck und wohl ein weiteres Jahr seines Lebens kostet. „Jemand zu Hause?“ Fragt eine männlich klingende Stimme. Vor lauter Schreck fällt die kleine Taschenlampe aus Lukas Händen und knallt auf den Boden. Das Licht erlischt.
  • Man, mir läuft immernoch ein Schauer über den Rücken. Scheiße, die GEschichte ist einfach nur geil!!!!!!! Das lässt sich nicht anders ausdrücken als das du einfach eine großartige Sprache hast, die Geschichte einfach originell - nur geil, was anderes kann ich dazu nicht sagen - die Beschriebungen und das Handeln des Protagonisten zu großartig nd nachvollziehbar sind. Ich wäre wirklich erpicht darauf mehr zu lesen!

    Das offene Ende ist toll. Ich hab wirklich selten eine Geschichte von so hoher Qualität gelesen. Möge jeder sagen was er will ... aber daran lässt sich nicht rütteln. Sie ist nur geil.



    CrimsonShadow
  • Du hast Talent!

    Aber hallo! :eek: Grandios geschrieben! :blink:

    Eigentlich wollt ich jetzt nur mal kurz reinlesen, aber dein Schreibstil ist sehr gut und die Geschichte ansich sehr fesselnd, so dass ich dann doch bis zum Ende lesen musste :cool:

    Bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.
    Also bitte: Recht bald mehr davon :)

    Gruß,
    Commander Keen

    P.S.: Einziger kleiner Kritikpunkt: Ein paar mehr Absätze dürften es sein. Würde dem Lesefluss deutlich entgegenkommen...
    Ich habe das Wort "Europa" immer im Munde derjenigen Politiker
    gefunden, die von anderen Mächten etwas verlangten, was sie im
    eigenen Namen nicht zu fordern wagten. [SIZE="1"](Nov. 1876)[/SIZE]
    [SIZE="1"]Otto von Bismarck[/SIZE]
  • boah ey starfish, das war ne klasse geschichte. war echt spannend un interessant. n riesen respekt dafür, dass du dir die mühe gemacht hast, dies hier reinzuschreiben. grosses respekt und mehr davon. ;)
    [SIZE=1]1.Up: XXX Mix; Briana Banks und Jill Kelly [601 MB] , 2. UP: The Transporter [793 MB][/SIZE]
    [SIZE=1]3. Up: 26 Bernie & Ert Folgen [135 MB][/SIZE] , [SIZE=1]4. Up: Der blutige Pfad Gottes [710 MB][/SIZE]
    [SIZE=1]5. Up: XXX [146 MB][/SIZE] , [SIZE=1]6. Up: XXX [164 MB][/SIZE][SIZE=1] Blacklist[/SIZE] , [SIZE=1]IP Vertigge: Blade.1, The Saw 1[/SIZE]
    [SIZE=1]Bevorzugte: .:TR0UBL3:. .:cu7-l33ch:. .:Flow17:. .:MasterJan:. .:jockel:. .:m0skit0:. .:aderoch:. :.psycho24:. .:Hamid:. .:SwizZ:. .:motsdniw:.[/SIZE]
  • Seid Jahren treibe ich mich auf vielen Pages herum, auf denen Autoren ihre Geschichten veröffentlichen (Originale, oder Fanfiction). Das Schreiben fasziniert mich. Darum: Großartige Idee, hier mal eine Story zu posten! :)
    Vielleicht schliesse ich mich ja mal an ;)

    Eine kurze Rezi:
    Deine Geschichte ist hervorragend. Der Plot ist spannend und flüssig. Der Protagonist handelt nachvollziehbar. Das Ende passt und macht Lust auf mehr. Weiter so!

    Es werden ja immer mal wieder Anthologien herausgebracht, wo die Verlage Kg´s suchen. (Dead Soft z.b., oder U Books evtl.) Hast Du schon einmal daran gedacht eine Geschichte zu veröffentlichen und hast Du noch mehr geschrieben?
  • ähm ja, hab von der geschichte schon einiges mehr geschrieben..... 130 a 4 seiten sins grad im moment. wollts eigentlich nur mehr fertig korregieren und mich dann auf verlag suche machen. danke für das viele lob. morgen gibts mehr. bzw in ein paar stunden wenn ich wieder nüchtern genug bin die copy und paste tasten zu finden ^^
  • Ich wäre ehrlich dafür, dass man evtl. n kleines Unterforum für KGs und/oder FanFics aufmacht. Der Übersichtlichkeit halber. Wenn man das so ins OffTopic postet ... Ich weiß nicht. Insbesondere hätte ich persönlich auch Lust mal die ein oder andere Geschichte zu posten und denke, dass, wenn es mehr würden, das von Vorteil sein kann. Aber die Entscheidung überlasse ich den anderen. Es ist ja nicht unbedingt sinnvoll das UF nur für ne handvoll Leute aufzumachen. Aber es hätte, mMn, seine Reize.



    CrimsonShadow :hy:

    *hüstel* Teil 2 wird sehnlichst erwünscht ^^
  • Das die Geschichte super ist brauch ich wohl nicht nochmal erwähnen

    aber oben drüber steht Teil 1

    Ich denke ich bin nicht der einzige, der jetzt auf Teil 2 wartet! ;)


    Martin
    [SIZE=2]Wer Rechtschreibfehler findet, schicke sie bitte ein. Es wird ein Finderlohn von 10% gewährt.[/SIZE]
  • Danke noch mal allen an das tolle Lob ^^

    hier is Teil zwei (is glaub ich ein bischen mehr als teil eins aber ich hoffe das sich trotzdem vielleicht jemand die mühe macht es sich zu lesen)

    wenn interesse besteht, teil drei is au schon fertig

    Pick Ups und Jäger

    „Wir müssen gemeinsam schieben!“ Kommentiert die Stimme die zu der Hand gehört welche bis zum Ellbogen in die kleine Vorratskammer ragt. Sie gestikuliert dabei heftig „Auf drei“
    „Okay…“ antwortet Luka und bringt sich inzwischen wieder einigermaßen beruhigt in Position um den Schrank wieder in seine ursprüngliche Position zu bringen. Das Auftauchen von, wer immer es auch war, kam ihm gerade Recht. Weil es erstens bedeutete das, das nichts mehr im Haus war was ihn anscheinend umbringen wollte, und zweitens würde er alleine den Schrank ohne genügend Adrenalin sowieso nicht wegbekommen. „Eins, Zwei, Drei, drüüücken!“ Viel langsamer als gestern, Abend unter Anwesenheit von irgendetwas brutalem rückt der Kasten weg von der Tür und gibt die Tür frei. Die obere hälfte ist eingeschlagen, zersplittert wie Espenlaub, und Luka ist froh die Rückseite des Schranks nichts gesehen zu haben. Er nimmt den Spaten weg und öffnet die Tür. Hinter ihr steht ein circa Vierzig jähriger Mann der ziemlich aus der Puste zu sein scheint. Er hat kurze, verfrüht ergraute Haare und der Beginn einer Glatze ist bereits deutlich zu erkennen. Sein Gesicht ist mager und weiß, doch seine Augen könnten die eines 18 Jährigen sein. Sie sind fast unnatürlich Blau, und wirken wachsam wie die Augen eines Adlers. Er trägt einen Grauen Rollkragenpullover und schlichte Blue Jeans. Bis auf die Augen wirkt er wie der Gute Nachbar von nebenan. „Na geht doch“ sagt er lächelnd. Luka wendet kurz den von ihm Blick ab. Die Küche gleicht einem Schlachtfeld. Beinahe jede Lade wurde geöffnet und der Inhalt achtlos herumgeworfen. Auf dem Küchentisch liegt Lukas alter Schlüsselbund. Etwas Erde und Gras hat sich in ihm verhangen. „Darf man den fragen mit wem ich das fragliche vergnügen habe und was hier passiert ist?“ Luka wendet dem Blick von dem Verfluchten Schlüsselbund wieder dem Mann zu „Ein…“Auf Totschlag trainierter Schimpanse? Ein verrückt gewordenes, manisch Depressives Killergnu? Yeti? Punks? „Bär… nehme ich an… er hat mich im Schlaf überrascht und ich bin geflüchtet… Luka ist übrigens mein Name.“
    „Sehr erfreut. Brunn, Gerhardt Brunn um genau zu sein ist mein Name“ sagt Brunn, ohne sein Lächeln auch nur für einen Augenblick zu unterbrechen. Er streckt Luka die Hand hin welcher diese Automatisch ergreift und schüttelt. „Hat er sie den erwischt der Bär?“ Luka betrachtet Gerhardt noch einmal.
    „Nein, Gott sei Dank nicht.“ Brunn beschafft Luka ein unangenehmes Gefühl. Irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Irgendetwas mit den Gesicht. Etwas schien zu fehlen. „Na dann, ist die Sache ja noch mal Gut ausgegangen. Sie sollten sich besser Schützen, falls so was noch mal vorkommt.“
    „Selbstschussanlagen sind hier leider nicht erlaubt…“
    „Wie meinen?“
    „Ach nichts...“
    Zu beobachten wie das Menschliche Gehirn arbeitet ist Faszinierend. Manchmal merkt es gar nichts, funktioniert nicht zuverlässig oder nur sehr schleppend, doch ab und zu kommt es zu richtigen Geistesblitzen. Luka hat das Glück in diesen Moment so einen Geistesblitz zu haben. Er zwinkert nicht! Schießt es ihm durch die Großhirnrinde. Sein Kopf legt sich leicht nach links. Die Augen fixieren die des Gegenübers.
    „Also, kann ich ihnen sonst noch irgendwie helfen? Wollen sie mitfahren in die Stadt?“ fragt Brunn
    „Nein, nein, schon gut… warum sind sie eigentlich hier heraußen?“
    „Och, ich bin Jäger.“
    Ich hab hier noch nie einen Jäger vorbeikommen sehen. Noch nie. Und selbst wenn mal einer vorbeigekommen wäre, er hätte geblinzelt verdammt noch mal, denkt Luka und antwortet mit einem knappen: „Aha.“
    „Nun gut, dann will ich mal wieder weiter. Sicher das sie nicht verletzt sind und sonst alles mit ihnen in Ordnung ist?“ fragt der Dauergrinser.
    „Ja… danke noch mal. Ich bring sie noch schnell zur Tür.“ Gesagt, getan. Luka trottet hinter Brunn her. Die Anwesenheit eines Nicht-Zwinkerers wollte er so schnell wie möglich hinter sich bringen. In der Gegenwart von Nicht-zwinkerern fühlt sich Luka so ähnlich wie in der Gegenwart von entflohenen Schwerverbrechern mit zwei Messern in den Händen. Vor der Tür steht ein Silberner Pick Up. Das Auto ist, zumindest auf die Entfernung hin geschätzt, absolut klinisch sauber. Nicht das kleinste Schmutzpartikelchen scheint auf ihm Halt gefunden zu finden. Auf der hinteren Ladefläche liegt etwas unter einer Schwarzen Plane.
    „Ein toter Hirsch.“ Kommentiert Gerhardt Lukas verstohlenen Blick auf die Ladefläche. Der Tote Hirsch unter der Plane scheint noch nicht so tot zu sein wie der Jäger behauptet, den die Plane wölbt sich kurz. Gerhardt scheint es nicht zu bemerken, Luka beschließt nichts gemerkt zu haben.
    „Dacht ich mir schon. Schönen Tag noch, und danke noch mal.“
    „Noch mal, keine Ursache. Ich helfe gerne.“ Gerhard geht los, hebt ohne sich umzudrehen noch einmal die Hand und winkt, ehe er einsteigt, den Wagen startet der mit einem Tiefen Brummen anspringt. Er blickt kurz prüfend in den Rückspiegel, blinkt korrekt an einer Stelle an der in den letzten zehn Jahren höchstens fünfzehn Autos vorbeigefahren sind, und lenkt den schräg geparkten wagen wieder auf die Straße. Luka wartet die paar Augenblicke, bis der Wagen durch eine Kurve im Wald außer Sicht gekommen ist und hastet dann zurück ins Haus. „Menschen die nicht zwinkern sind nicht natürlich“ murmelt er zu sich selbst Schnellen Schrittes verschwindet er im Schlafzimmer, reißt dort eine kommode auf und wirft eine Große Tasche auf das Bett „Dinge die hier einbrechen, alles in Trümmer legen und Schlüssel zurückbringen sind nicht natürlich“ Er reißt die nächste Kommodentür auf und wirft die Kleidung die sich in ihm befindet zum Koffer auf dem Bett. Danach fährt er herum und stopft die Kleider in den Koffer. Nachdem gut die hälfte in ihm ist scheint die Sache Luka zu lange dauern. Er schließt ihn, schnappt ihn und wirft ihn aus dem Fenster ehe er in die Küche hetzt. „Tote Hirsche die so groß sind das sie nen ganzen verschissenen Pick Up füllen und sich bewegen sind nicht natürlich.“ Er reißt ein Bild von der Wand. Dahinter kommt ein kleiner Safe zum Vorschein. Er ist alt und stellt für einen ernsthaften Einbrecher kein wirkliches Problem dar. Auch er ist ein Überbleibsel des ehemaligen Hausbesitzers welchen Luka weiter genutzt hat. Eifrig dreht er an dem Zahlenrad, „Jäger deren Karre sauberer ist als ein verschissener OP sind nicht natürlich“ öffnet ihn und packt mehrere Päckchen Geldscheine von ihm, plus einen Pass auf den Küchentisch. Er schnappt sich einen kleinen Rucksack, befüllt ihn mit den Sachen aus dem Safe, schultert den Rucksack und geht schnellen Schrittes ins Freie, wo er sich den Koffer schnappt „spinnt doch ohne mich weiter.“ Auf halben weg zum Gatter bleibt er stehen, „Vergiss den Schlüssel nicht du Depp! Behallt ihn diesmal du verdammter Idiot!“ Dreht sich um und stürmt zurück ins Haus um in der Küche eine gute Minute den Tisch anzustarren auf dem vorher noch der Schlüssel lag. Doch der Tisch ist leer. „Was zum….“ Luka bückt sich, sieht unter dem Tisch nach, verschiebt die Sessel, stellt die ganze Wohnung auf den Kopf. Nichts. Bis auf ein lang vermisstes Buch welches unter dem Sofa im Wohnzimmer lag findet er nichts. Kein Schlüsselbund. Nicht einmal irgendetwas das ihn ähnelt. „Ich bin gearscht…“ seufzt Luka. „Ich bin ja so was von gearscht…“ Er kratzt sich kurz am Kopf, ehe ein leicht wahnsinnig klingendes Lachen über seine Lippen dringt. Schließlich öffnet erneut an diesem Tag die Tür der Vorratskammer und schnappt sich den Spaten. Er schultert ihn und verlässt sein Haus, wandert die schmale Waldstraße entlang und beschließt bereits nach dreihundert Metern das es hier keiner sehen wird, wenn er den Spaten, anstatt locker geschultert, wie einen Knüppel vor sich herträgt. Er zuckt zwar trotzdem bei jedem Vogelgezwitscher, bei jedem knackenden Ast und bei jedem Blätterrascheln zusammen, doch nicht mehr ganz so schlimm. Die Schaufel gibt Sicherheit wie eine Automatische Shot-Gun.

    Sam

    Ein paar Stunden später, einige Kilometer von Luka entfernt, liegt eine Junge Dame auf der Motorhaube eines Mercedes. Sie trägt eine Grüne Jacke, darunter ein Oranges Top auf dem „Killer“ steht. Der flache Bauch wird durch ein Pircing geschmückt. Die Hose hat fast dieselbe Farbe wie die Jacke. Die Knietaschen sind Ausgebeult, aus der linken ragt ein Kabel welches zu den viel zu großen Kopfhörern führt, die locker um ihren Hals hängen. Die Augen sind hinter einer Dicken Sonnenbrille versteckt, ihr schwarzes Haar ist kurz geschnitten, und reicht gerade einmal bis zu den Ohren. Am Hinterkopf hat sie einen kleinen Zopf der aussieht als wäre das Wort „neckisch“ für ihn erfunden worden. Die Person auf der Motorhaube des Mercedes hat eine ungeheuerliche Ausstrahlung. Würde sie einen Raum mit zehn Frauen betreten, würde sie, sobald ein Mann den Raum betritt dessen ersten Blick kassieren. Und wohl auch den zweiten, elften, zwölften, und so weiter. Vorrausgesetzt keiner von den anderen ist Nackt. „Sam, wir hätten einen Fahrgast bei dem Alten Krämerladen drüben in dem Kleinen Kaff.“ Dringt eine Knarrende Stimme aus dem inneren des Mercedes. Die Junge Frau, wer ganz wild geraten hat weis bereits das sie Sam heißt, seufzt kurz, schwingt sich dann von der Motorhaube und in das Auto. Sie drückt einen Knopf in der Mittelkonsole woraufhin das „TAXI“ Schild am Dach des Wagens Gelb aufleuchtet. Sie schnappt sich das Funkgerät und drückt die einzige Taste darauf „Hier gibt’s nur kleine Kaffs. Du musst schon präziser werden…“ Ihre stimme ist sanft, wohlklingend. Sie lächelt leicht dabei was eine reihe perfekter weißer Zähne zum Vorschein bringt.
    „Du weist schon. Dort hinten…. „Hirschs Alltag Waren“ heißt der Laden…“
    „Ja da klingelt was…“
    „Die Schrullige alte die du alle zwei Wochen zur Maniküre fährst.“
    „Die hab ich doch erst gestern…“
    „Nein du sollst nicht sie fahren.“
    „Wen dann? Von dort haben wir doch noch nie wen abgeholt.“
    „Vielleicht die Mutti oder nen Neffen, warum lässt du dich nicht einfach Überraschen?“
    „Uhhh… Spannend…“ Der Wagen startet, das Funkgerät wandert zurück in die Halterung, ein Sicherheitsgurt wird umgeschnallt, der rechte Fuß betätigt das Gaspedal, und der Wagen setzt sich in Bewegung. Es ist die Letzte Fahrt mit einem Taxi bis sie ihr tot erwartet. Hätte sie die Fähigkeit Übersinnliche Dinge zu sehen und würde sie in den Rückspiegel Blicken würde sie Gevatter Tod sehen der eines seiner Nächsten Opfer kurz begutachtet um später nicht von dem Falschen die Lebenslinie abzuschnippeln. Da sie aber diese Fähigkeit nicht besitzt, hält der Wagen gut zwanzig Minuten später vor „Frau Hirschs Alltagswaren“ und Luka tritt heraus. Er geht die Schritte zum Wagen schnell, beinahe rennt er. In seiner linken Hand hält er einen Koffer, in der Rechten eine Schaufel, am Rücken ein Rucksack. Er reißt die hintere Tür auf, wirft den Koffer hinein, knallt die Tür zu, und steigt auf der Beifahrerseite ein. Die Schaufel nimmt er zwischen die Beine. Der Rucksack bleibt oben. Kurz lässt er die Schaufel los, schnallt sich an, versperrt die Beifahrertür und vergewissert sich mit einem Klopfen gegen die Seitenscheibe das diese auch sicher nach oben gedreht ist, ehe er wieder mit beiden Armen nach der Schaufel greift. „Hat das Ding Beifahrerairbags?“ fragt Luka.
    Sams Augenbraue wandert nach oben „Ja“
    „Seitenairbags?“
    „Ja“
    „Gutgutgutgut… zum Flughafen.“
    „Der ist Acht Stunden entfernt.“
    „Ja, und weiter?“
    „Sie sind der Chef, Chef.“
    „Na dann, los, los! Worauf warten wir dann den noch?“

    ABS, EBS, Unfallstress

    Zwei Stunden später saust der Mercedes über eine Landstraße die sich schon seit geraumer Zeit einen Berg hinaufschlängelt, welchem die Straße einige Tückische Kurven zu verdanken hat. Linkerhand bildet Grober Fels über dem aus Vorsorge gegen Steinschlag ein Gitternetz gespannt wurde ein unüberwindbares Hindernis während rechts die Straße stark abfällt. Das Wetter das am Vormittag noch angenehm sonnig und freundlich war hat rapide umgeschlagen. Dicke Regentropfen fallen vom Himmel und verringern die Sicht enorm. Alles was weiter als Zehn Meter entfernt ist verschwindet hinter dem Dichten Schleier des Regens. Die ersten Blitze zucken bereits über den Himmel, und das Zentrum des Sturms scheint näher zu kommen. Aus dem Beifahrerfenster wird eine Zigarette geschnippt. Sofort steckt sich im inneren des Wagens Luka eine neue an. Er lümmelt entspannt in seinem Sitz, die Schaufel liegt auf dem Rücksitz. Im Radio läuft leise Musik. In den Letzten zwei Stunden in denen sich Luka langsam entspannt hat, wurden zuerst einige Minuten mit Small Talk verbracht, ehe Luka auf seine Fahrerin neugierig wurde, und so entstand ein tiefgründiges, für beide Seiten sehr erfrischendes Gespräch. Es ging über Musik, Weltpolitik, Haustiere, bis hin zu Nudelgerichten.
    „Sag mal…“ beginnt Sam ein neues Thema, „wozu die Schaufel?“ Luka seufzt kurz.
    „Das ist ne wirklich lange Geschichte beruhend auf den grausamen Ereignissen der letzten Vier Tagen. Sagen wir einfach, es ist im Moment mein Lieblingsaccessoire. So wie deine Kopfhörer oder dieser verdammt Neckische Zopf.“
    „Ein sehr, sehr, sehr sonderbares Lieblingsaccessoire. Viel sonderbarer als mein Zopf.“
    „Das mag sein, aber ein zuverlässiges als dein Zopf.“
    „Was willst du mit dem Ding? Willst du am Flughafen ein Loch graben?“ Luka lächelt gezwungen. „Nein… die ganze Geschichte ist zu durchgeknallt um glaubhaft zu klingen, also lassen wir das ganze am besten glei…“ noch ehe Luka zu Ende gesprochen hat, springt Sam mit voller Wucht auf die Bremse. Die Bremsen quietschen empört, hämmernd schalltet das ABS zu, doch es ist bereits viel zu spät. Etwas großes Haariges wird vom Wagen erfasst, knallt auf die Motorhaube und verschwindet über dem Dach. Trotz EBS gerät der Wagen auf der nassen Straße ins Schleudern und dreht sich um hundertachsig Grad, die Airbags knallen auf, und erst nach gut Zwanzig Metern kommt der Wagen zum Stillstand. Weißer Dampf tritt unter der Motorhaube hervor „Wa... was war das?“ Keucht Sam und sieht nach draußen. Luka sitzt kerzengerade im Sessel. „Vielleicht ein Reh?“ Mutmaßt Sam.
    „Oh ich würde meinen Arm dafür geben, wenn es ein Reh gewesen wäre.“ Sagt Luka woraufhin er einen fragenden Blick von Sam erntet wobei sie die Handbremse zieht, den Sicherheitsgurt löst und ihre Hand Richtung Türgriff bewegt.
    „Was soll das den werden?“ Fragt Luka
    „Na ich geh nachsehen was uns da erwischt hat“ „Müssen wir das den wirklich wissen?“
    „Klar. Vielleicht braucht´s ja Hilfe. Was, wenn es ein Mensch in einem Fellmantel war?“
    „Weist du, vor ein Paar Tagen habe ich auch noch so Gedacht“ antwortet Luka, drückt den Knopf für die Zentralverriegelung. Mit einem Schnappenden Geräusch verriegeln die Türen.
    „Was zum Teufel..“ flucht Sam und sieht zu Luka. „Spinnst du jetzt vollkommen?“
    „Nein. Ich,“ er greift nach hinten und holt seine Schaufel hervor „habe nur Erfahrung mit solchen Dingen. Los, los, fahr weiter!“ Sam drückt den Knopf noch einmal, die Noppen springen wieder heraus, die Türen sind offen.
    „Wir müssen nachsehen verdammt. Es ist unsere Pflicht als Ersthelfer.“ Sie greift wieder zu dem Türgriff, doch Luka ist schneller und die Türen versperrt die Türen wieder. „Einen Scheiß ist es unsere Pflicht“ Sam rüttelt an dem Türgriff, seufzt und fährt wütend herum. „Das ist Mein Taxi, ich bestimme hier und wenn ich sage ich steige jetzt aus, dann steige ich jetzt auch aus. Du kannst ja von mir aus sitzen bleiben und mir beweisen was für ein Jammerlappen du bist.“
    „Klar bleib ich sitzen. Ich bin ja nicht lebensmüde.“ „Das ist nur Regen verdammt! Du wirst schon nicht Schmelzen. Säureregen der einem die Haut von den Knochen ätzt ist, zumindest noch, Utopie.“ Mit einem Lauten krachen schlägt das zweite Mal an diesem Abend etwas auf die Motorhaube des Mercedes. Die Insassen zucken zusammen, Sam schreit erschrocken auf. Beide Köpfe wandern gleichzeitig wieder nach vorne. In grotesker Haltung liegt ein Mensch auf der Motorhaube. Das Rückgrad ist gebrochen, ein Arm abgerissen. Das Gesicht ist Totenbleich, mit tiefen Kratzern bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Dahinter ist der Schemen eines gut zwei Meter großen, breitschultrigen Etwas zu erkennen. „Fahr´s Tot! Fahr es tot gottverdammte scheiße, fahr es tot!“ Brüllt Luka. Doch Sam scheint nicht daran zu denken aufs Gas zu treten. Perplex blickt sie auf das ehemals Menschliche auf der dessen nachzuckende Nerven den Mund des toten auf und Zuklappen lassen wie bei einem Fisch in der Wüste. Sams Hand wandert zum Funkgerät, ohne das sie ihren Blick von dem Szenario außerhalb des Taxis ablässt, zieht es aus seiner Verankerung und hält es vor ihren Mund. „Spence?“
    „Nicht funken! Totfahren!“ Brüllt Luka.
    „Jap?“ Fragt Spence, ein Mittvierziger mit erheblich dickem Wanst und Spiegelglatze der 175 Kilometer weiter Weg seine neue Ausgabe des Playboys weggelegt hat um ebenfalls zum Funkgerät zu greifen. „Ich Brauch hier Hilfe“ flüstert Sam leise. Ihr Herzschlag geht schnell
    „Hilfe?“ brüllt Luka „Wozu? Fahr es tot! Los, los, los!“
    „Wer brüllt bei dir den Hier so rum?“
    „Hier… Hier liegt ein Toter auf der Motorhaube“ der Schatten löst sich aus seiner Starre, kommt langsam näher, was Luka fast den Verstand kostet. Wie die Ratte in der Falle sitzt er in dem Wagen, sein Verstand kollabiert, er löst seinen Sicherheitsgurt während er weiterbrüllt „Funksprache einhallten! Du musst die Gottverdammte Funksprache einhallten! Sonst weis der doch nie was los is!“
    „Sam? Alles klar bei euch?“ Fragt Spence. „Spence? Ich… ich weis nicht was ich machen soll…“
    „Fahren sollst du, verdammte scheiße, Fahren! Rechts unten den Hebel bei den Füßen durchdrucken!“ Ob es an dem vielen obszönen Ausdrücken lag die in diesen Dialog gebraucht wurden, oder an Lukas wütenden Schlag gegen das Armaturenbrett, wir werden es wohl nie erfahren. Jedenfalls Tritt Sam das Gaspedal durch als könnte man damit in einer Welt die von Hunger und Umweltproblemen gebeutelt ist beweisen das es einen Ausweg gibt. Die Vorderreifen des Mercedes drehen durch, beginnen zu qualmen doch er rührt sich keinen Millimeter. „Was zum…“ fährt es über Sams Lippen die sich noch mit dem Problem beschäftigt ist während Luka das Problem bereits entdeckt hat. Seine Hand legt sich um den Griff der Handbremse, und drückt sie nach unten. Wie ein Projektil macht der Wagen einen Satz nach vorne, wackelt mit dem Arsch wie eine Billige Nutte, wodurch die Leiche von der Motorhaube rutscht, und brüllt protestiert auf als wären die Reiter der Apokalypse hinter ihm her. Dann greifen die Reifen endlich, und der Mythos, dass der Mercedesstern vorne auf der Motorhaube als Zielkreuz verwendet werden kann bestätigt sich. Das große etwas hat die Fragwürdige Ehre zu erfahren wie es ist innerhalb von weniger als einer Stunde von 140 Pferdestärken niedergemäht zu werden. Es versucht noch hochzuspringen, schafft es aber nicht ganz und knallt auf das Sicherheitsglas der Windschutzscheibe.
    Mit Sicherheitsglas ist das so eine Sache. Es verhindert, dass keine bösen Splitter in das innere des Wagens dringen welche die Passagiere gefährden könnten, was auch in 99% aller Unfälle nützlich ist. Doch wenn man bei starken Regen auf der Flucht vor etwas ist und dabei eine vollständig zersplitterte Windschutzscheibe hat ist die Sicht gleich null. Man kann es mit einem Kübel über dem Kopf vergleichen. Das große etwas auf der Motorhaube brüllt in einem sonderbar unmenschlichen Ton auf, weigert sich aber beharrlich herunterzufallen. „Fahr schneller! Fahr schneller!“ Brüllt Luka.
    „Mach ich ja, mach ich ja!“ Kreischt Sam.
    „Was zum Teufel ist eigentlich bei euch Los?“ schreit Spence. Durch die erhöhte Geschwindigkeit, dem Ding auf der Motorhaube, der gesplitterten Windschutzscheibe, der nassen Straße, dem Regen, dem immer noch brüllenden Personen im Wageninneren passiert das was auch ohne die hälfte dieser Dinge passieren könnte. Der Wagen schrammt links gegen die bereits erwähnten Felsen, verabschiedet sich mit einem Beeindruckenden Funkensprühen von dem Außenspiegel und viel teuren Lack, prallt ab, zielt auf den Abhang zu und verschwindet. An dieser Stelle ist der Hang nicht besonders steil, doch die Reifen finden keinen Halt auf der nassen Wiese, und der Wagen beschließt sich den wilden Manövern der Fahrerin zu widersetzen und den Befehlen der Physik zu folgen. Er dreht sich ein, zweimal im Kreis während er weiter an Geschwindigkeit zunimmt, ehe er quer gegen eine kleine Ansammlung großer Steine schliddert. Der Wagen überschlägt sich, schleudert das Ding von der Motorhaube, landet mit einem Knirschenden Geräusch auf dem Dach, dreht sich weiter, kullert den Hang hinab und wird Schließlich von einer Eiche ohne einer vorherigen Höflichen Warnung gestoppt. Deutsche Wertarbeit gegen eine Deutsche Massiveiche. Das Blech des Mercedes knirscht ein letztes Mal, ächzt, verbiegt sich und erliegt schließlich seinen schweren Verletzungen. Durch einen Zufall oder den sonderbaren Humor des Lebens erlischt in diesem Moment das Licht des Taxischildes. Der eine noch brennende Frontscheinwerfer strahlt in die Dunkelheit des Waldes welcher mit der Eiche beginnt, und erhellt ein kleines Stück. Nach dem letzten großen Knall ist für kurze Zeit der prasselnde Regen das einzige Geräusch welches über die kleine Szenerie schleicht. Dann raschelt, knackt etwas im Wagen. Luka liegt zusammengekauert auf dem Rücksitz des Wagens, sein Kopf ist Blutüberströmt und die Lippe aufgeschlagen. Mit zittriger Hand Fasst er sich an den Kopf, tastet kurz, erwischt die Platzwunde an der Stirn, verzieht das Gesicht und hält sich danach die Finger vor die Augen, um sich zu vergewissern das das warme Zeug das über seinen Kopf fließt tatsächlich sein Blut ist. (es könnte ja auch Himbeerlikör sein) Er verreibt es leicht mit dem Zeigefinger und dem Daumen und scheint kurz seinen Gedanken nachzuhängen, überprüft gedanklich ob etwas gebrochen oder abgerissen wurde, fragt sich wie zum Teufel er das überleben konnte.
    Sam liegt im Fußraum der Fahrerseite. Die Eiche ist durch die Beifahrertür gebrochen und reicht fast bis zur Mittelkonsole. Sie hebt den Kopf und starrt die Eiche an. Durch Sams Bewegungen wird Luka aus seinen Gedanken gerissen. „Alles klar?“ Sam nickt nur knapp was Luka genügt „Jetzt sollten wir wirklich aussteigen“ er versucht die Türe zu öffnen und scheitert kläglich. Der Wagen ist zu zusammengeknautscht um irgendetwas auf die normale art öffnen zu können, außer vielleicht den Tankdeckel. Er flucht leise, legt sich auf die Rückbank und tritt ein, zweimal dagegen ehe das Glas des Türfensters nachgibt und zersplittert. Sam überlegt kurz ob sie ihn darauf aufmerksam machen sollte, dass man das Fenster auch runterkurbeln könnte, verzichtet aber darauf. Luka streckt den Kopf hinaus, blickt über das Wagendach den Hang hoch. Aufmerksam wandern seine Augen die zehn Meter Sichtweite ab die ihm durch den Regen möglich sind. Seine Beschützerinstinkte sind in seinem inneren empor gekrochen und haben im Moment die Angst in einem kurzen Kampf besiegt. Er krabbelt umständlich aus dem Fenster und blickt ins Wageninnere, schnappt sich die Schaufel die ebenfalls auf dem Rücksitz liegt und blickt dann in Sams Augen. Er zwingt sich zu einem lächeln und hält ihr die Hand entgegen. „Komm.“ Zaghaft streckt Sam die Hand aus. So zerstört das einst Stolze Automobil auch ist, gibt es ihr doch ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit und der Gedanke auszusteigen reizt sie nicht sonderlich. Luka zieht kurz scharf die Luft ein als er ihre samtig weiche Hand in der seinen fühlt und hilft ihr heraus. „Kannst du laufen?“ Fragt Luka und mustert Sam kurz welche nur nickt.
    „Gut. Mich beschleicht nämlich das dumpfe Gefühl das dieses Ding noch nicht tot ist, beziehungsweise das es sich entschlossen hat uns in Ruhe zu lassen.“ Da Luka sich noch immer nicht dazu entschließen hat können Sams seidige Hand loszulassen, dreht er sich um und zieht sie mit sie in den Wald, wo er ein Scharfes Tempo anschlägt.

    Jagt

    Schmerzen durchzucken den Haarigen Körper der Gestallt als sie zum zweiten Mal an dem Heutigen Abend überfahren wird. Er brüllt innerlich auf vor Schmerz, treibt seine Klauen tief in das dünne Blech der Motorhaube, und krallt sich so fest. Das gelingt dem Ding auch relativ gut, bis sich der Mercedes überschlägt. Er fliegt im hohen Bogen von dem Auto, landet hart auf dem abschüssigen Hang und heult vor Schmerz auf als der hintere Teil des Wagens auf seinem Bein landet und es zerquetscht wie eine überreife Melone. Es schließt die Augen vor Schmerz und windet sich am Boden. Das letzte bisschen Verstand in seinem Kopf fällt dem Schmerz zum Opfer, es gerät in Raserei, sehnt sich nach Blut, sehnt sich danach seine Zähne und Klauen in Frisches Fleisch zu treiben wie wir uns manchmal nach einem Bett sehnen. Es bleibt noch einige Minuten liegen, während der Regen auf es Herunterprasselt. Sein Kopf liegt schief, zum Hang hinab. Der Mercedes ist inzwischen zum stehen gekommen. Das Licht des letzten Scheinwerfers sticht aus der Dunkelheit wie eine kleine Sonne. Er sieht wie Luka den Kopf herausstreckt, riecht sein Blut, seine Angst, seine Schmerzen, was den rationalen und Logischen Teil seines Hirnes noch weiter zurückdrängen und eine Tür hinter sich zuknallt. Er riecht auch Sam. Ihr Geruch ähnelt dem von Luka. Oh welch wunderbare Nacht, welch wunderbare Beute, welch wunder, wunder, wunderbare Beute. Die zwei verschwinden im Wald. Sollen sie nur laufen, er ist schneller als sie, und der Wald sein zu Hause. Sollen sie nur laufen, er wird sie Kriegen. Er weis es. Noch einige Minuten verstreichen in denen das Wesen in der nassen Knie hohen Wiese des Hanges liegen bleibt und wartet. Er spürt wie sich das Gewebe an seinem zerquetschen Bein wieder regeneriert, sich die Muskelfasern wieder aufbauen und sich die Knochen wieder von selbst in ihre Richtige Position schieben. Es braucht mehr als ein Auto um etwas wie ihn zu erledigen. Langsam erhebt er sich, richtet sich zur seiner vollen Größe auf, streckt den Kopf in die Luft und schnuppert. Der Geruch der Zwei schlängelt sich wie ein leuchtender Pfad zu ihm hoch, alles fixiert sich auf diesen Geruch. Währe er der Raserei nicht so nahe würde er einen dritten Geruch wahrnehmen, doch so lässt er sich auf alle viere herab und hetzt los. Er erreicht den Wald, durchbricht die ersten Büsche, hetzt weiter, mit einem Atemberaubenden Tempo. Er hört sie lange bevor sie ihn hören, er sieht sie lange bevor sie ihn sehen, und er hat ihr Fleisch bereits lange bevor sie merken was genau Passiert zwischen seinen Zähnen. Sam die etwas hinter Luka durch den Wald hastet findet nicht einmal die Zeit sich umzudrehen, ehe er sich auf sie Stürzt und zu Boden reißt. Sie windet sich unter ihm, schlägt und tritt nach ihm doch es stört ihn nicht im Geringsten. Er reißt sein Maul auf, und bohrt seine Zähne tief in Ihre Schulter. Er spürt wie ihr Schulterknochen unter ihrem Biss bricht wie ein dünner morscher Zweig. Ihr Blut schießt in ihren Mund, berauscht ihn, quetscht das letzte bisschen Verstand aus seinem Schädel. Sie schreit unter ihm auf. Er liebt es, wenn sie schreien. „Bastard!“ Brüllt jemand neben ihm und noch ehe das Wort ausklingt spürt er etwas flaches, breites das sich tief und schmerzhaft in seinen Rücken bohrt. Er jault vor Schmerz auf, wirbelt herum, erkennt Luka der seine Schaufel wie ein Wikingerschwert schwingt, und weicht dem nächsten Schlag der auf sein Gesicht gezielt hat spielerisch aus, schnappt die Schaufel, entreißt sie ihm und wirft sie achtlos zur Seite. Luka schafft es den Mut aufzubringen und versucht, törichter weise nach dem Tier zu schlagen. Es zuckt zur Seite weg, umfasst mit seiner Pranke Lukas Kopf. Die Finger berühren sich beinahe am Hinterkopf wieder. Er hebt ihn hoch, und schnappt mit dem Maul nach einer von Lukas Händen die noch immer nach ihm schlagen. Würde Luka durch die Pranke welche fast seinen ganzen Kopf umschließt fähig sein zu schreien würde er es, als er spürt wie die Zähne mühelos durch seinen Arm dringen, den Knochen zersplittern lassen und die Sehnen abtrennen. Er spürt einen kurzen Ruck, tastet mit der rechten Hand nach der Linken doch Fasst ins Lehre. Unser Haariger Freund hält sich nicht damit auf die Hand zu zerbeißen sondern schluckt sie als ganzes hinunter. Er beschließt das er genug gespielt hat, hebt Luka der durch den Schmerz, den Schock und den Mangel an Luft das Bewusstseins verloren hat noch ein Stückchen höher, bereitet sich darauf vor die Bauchdecke der Beute aufzureißen und seinen Kopf tief in seine warmen, saftigen Gedärme zu graben, sein Herz jauchst vor Vorfreude auf das Köstliche Mahl das ihn erwartet als ihn etwas im Rücken piekst. Zu wenig für einen Bienensicht, zu viel für einen Steinwurf. Er dreht den Schädel, und blickt hinter sich, ehe ihm Schwarz wird vor Augen und es zu Boden fällt.


    /edit: doch nich. sogar deutlich weniger... naja ^^ have fun
  • Was soll ich sagen ... *nach luft schnapp* einfach nur eine würde Fortsetzung des ersten Teils. Sam fand ich eh von vornerein sympathisch ^^ Supertoll, ein char mit dem ich mich sehr gut identifizieren konnte. Als sie dann beim Unfall nicht starb wie du es angekündigt hattest hab ich echt aufgeatmet (ohne zu ahnen dass es erstens anders kommt, zweitens als man denkt) *seufz* jetzt hälst du uns sicherlich so schnell es geht weiterhin auf dem laufenden und servierst uns teil 3 und das geheimnis von Brunn (der hoffentlich nicht seine Kapuze zieht und uns röchelnd verkündet: "Luka, ich bin dein Vater!" *röchel, röchel* xD)

    Dialoge wieder wie beim Vorgängerteil super, lassen sich fließend lesen und sind sehr nachvollziehbar obwohl wohldurchdacht scheint mir. Es sind Dialoge wie man sie jeden tag antreffen könnte wenn man die richtigen Personen findet. Sie passen einfach zu den Chars, die du erschaffst.

    Ansonsten eine trifftige Portion konzentriertes Lob beschaust du dir einfach nochmal meinen ersten Post, denn cih muss wohl nicht erwähnen dass ich die Geschichte supergeil ist ^^

    Der erste Teil war ne tolle Einleitung, jetzt wo wir die Fortsetzung kennen. Sprachlich ist es toll gelungen und der Spannungsaufbau ist durch und durch gelungen.

    Warte schon gespannt auf den dritten Teil ^^


    Dein treuer Leser
    CrimsonShadow (wollte den schon gestern lesen und musste nur noch "Jagd" beenden und danach nen Post schreiben aber bin dann zu ner freundin gefahren ...)
  • Wow hui, super spannend! Der Plot hat es echt in sich :D
    Armer Luka hehe. Aber das Wesen tut mir auch Leid. Hatte es doch versucht Luka eine Freude zu machen, mit den "Geschenken" im Briefkasten, die dann auch noch verschmäht wurden. Tja, jetzt hat es sich anscheinen gerächt.

    Lass uns nicht zu lange warten, ich freu mich auf den nächsten Teil!
  • Eine sehr gelungene Fortsetzung des ersten Teils
    und nicht weniger mysteriös und spannend.

    Mal wieder eigentlich zu spannend^^
    Wir erwarten alle den dritten Teil!!!

    MfG Martin
    [SIZE=2]Wer Rechtschreibfehler findet, schicke sie bitte ein. Es wird ein Finderlohn von 10% gewährt.[/SIZE]
  • hey starfish_34
    hab grad den zweiten teil durchgelesen, und mir läuft immer noch ein kalter schauer über den rücken. die geschichte ist einfach der HAMMER. was ist das für ein wesen? ist das so ein monster oder ein 2 meter grosser Mensch? erinnert mich irgendwie an wrong turn.

    also kurz zusammengefasst, um zu sehen, ob ich mitgekommen bin: das WESEN hat dem Luka den arm abgetrennt und beinahe die Sam aufgegessen. wer war der komische kerl mit dem pickup, der das reh erlegt hat? und das haarige wesen kann doch unmöglich ein mensch sein, mit diesen übernatürlichen fähigkeiten.

    Es ist die Letzte Fahrt mit einem Taxi bis sie ihr tod erwartet. Hätte sie die Fähigkeit Übersinnliche Dinge zu sehen und würde sie in den Rückspiegel Blicken würde sie Gevatter Tod sehen der eines seiner Nächsten Opfer kurz begutachtet um später nicht von dem Falschen die Lebenslinie abzuschnippeln. Da sie aber diese Fähigkeit nicht besitzt, hält der Wagen gut zwanzig Minuten später vor „Frau Hirschs Alltagswaren“ und Luka tritt heraus

    nur schon diese sätze lösen bei mir eine gänsehaut aus. klebte das monster hinter dem wagen fest und hat sich so mitgeschleift während der fahrt?

    also ich bin jetzt nach diesen 2 teilen, SEHR auf die Fortsetzung gespannt. Möge der 3. Teil bald kommen, ich kann es kaum erwarten. des is so gruselig. Hoffentlich kommen die beiden heil aus diesem wald da raus....;)
    [SIZE=1]1.Up: XXX Mix; Briana Banks und Jill Kelly [601 MB] , 2. UP: The Transporter [793 MB][/SIZE]
    [SIZE=1]3. Up: 26 Bernie & Ert Folgen [135 MB][/SIZE] , [SIZE=1]4. Up: Der blutige Pfad Gottes [710 MB][/SIZE]
    [SIZE=1]5. Up: XXX [146 MB][/SIZE] , [SIZE=1]6. Up: XXX [164 MB][/SIZE][SIZE=1] Blacklist[/SIZE] , [SIZE=1]IP Vertigge: Blade.1, The Saw 1[/SIZE]
    [SIZE=1]Bevorzugte: .:TR0UBL3:. .:cu7-l33ch:. .:Flow17:. .:MasterJan:. .:jockel:. .:m0skit0:. .:aderoch:. :.psycho24:. .:Hamid:. .:SwizZ:. .:motsdniw:.[/SIZE]
  • nser Haariger Freund hält sich nicht damit auf die Hand zu zerbeißen sondern schluckt sie als ganzes hinunter.


    @smeloxia

    Heil? *g

    also sehr heil hört sich das nichtmehr an^^


    Naja, aber man weiß ja nicht, was noch sonderbares passiert.
    [SIZE=2]Wer Rechtschreibfehler findet, schicke sie bitte ein. Es wird ein Finderlohn von 10% gewährt.[/SIZE]
  • daaannnköööö für die lieben netten, hilfreichen motivierenden antworten ^^

    hier is teil drei der, ähm... nun ja... nicht mehr allzusehr jugendfrei ist. also lesen nach eigenem ermessen.
    Teil 3:

    Karmakoma

    ?Luka?? die Stimme dringt zäh wie Gummi an Lukas Ohr. Sie klingt als würde sich der Sprecher am Grund eines Swimming Pools befinden. ?Luka, wach auf.? Langsam und vorsichtig schlägt Luka die Augen auf. Sein Kopf ist Schwer, der Geschmack von Chloroform füllt seinen Kopf, die Nase, den Mund und den Hals. Alles fühlt sich an als wäre es innen mit Fell bedeckt. Der Blick ist verschwommen, und klärt sich nur langsam. ?Luka?? Diesmal ist die Stimme deutlicher. Es ist Sams. ?Gib? gib mir einen Moment.? Flüstert Luka und wartet bis sein Blick schärft. Der Regen hat inzwischen aufgehört, und ein neuer Tag begonnen. Die Sonne steigt langsam zum Himmel und bringt Licht und wärme nach der tristen Nacht. Als der Blick sich endlich klärt fällt Lukas Blick auf den Stamm eines Baumes. Er sitzt vor ihm, und hat Arme und Beine um ihn geschlossen. Sein Gesicht ruht auf dem Stamm des alten Baumes, und vor ihm erstreckt sich ein schier endloser Wald.
    ?Wie geht?s dir?? Fragt Sam irgendwo hinter ihm. ?Ich weis es noch nicht.? Antwortet Luka und tastet vorsichtig seine Hände ab. Zu seinem erstaunen stellt er zwei Dinge fest. Das erste ist seine rechte Hand die in einem dicken Verband an seinem Arm steckt anstatt von einem grausamen riesigen Biest verdaut zuwerden. Vorsichtig tastet er sie ab. Durch den Verband fühlt er sanft seine eigenen Berührungen. Die zweite Überraschung kommt, als er tiefer tastet und seine Hände etwas Metallisches berühren. Er fummelt ein wenig weiter und bewegt kurz seine Beine. ?Verdammt? Ich bin gefesselt? Warum bin ich gefesselt?? Er dreht den Kopf in die andere Richtung und erstarrt. Zwei Bäume weiter sitzt, genau wie er einen Baum umarmend Sam. Unter den Löchern des Blutverschmierten Tops blinzelt ein weißer verband hervor. In ihrer Mitte liegen ein Paar spritzen, einige achtlos Weggeworfene blutverschmierte Medizinische Gerätschaften, leere Verbandspackungen, Ausgelaufene Infusionsflaschen, und eine Schaufel, bei der Lukas Blick etwas länger und leicht wehmütig hängen bleibt. Sie sieht inzwischen nicht mehr aus wie eine neue Schaufel. Die vergangenen Tage haben Spuren auf ihr Hinterlassen. Blut und Dreck scheinen auf ihr allgegenwärtig zu sein, und eine Seite des Schaufelblechs ist ein bisschen Verbogen. ?Was ist hier passiert?? Fragt Luka
    ?Keine Ahnung ich bin selbst gerade aufgewacht.? Antwortet Sam.
    Luka rüttelt kurz an seinen Handschellen. Der Schmerz welcher daraufhin seinen rechten Arm hochjagt ist beeindruckend. Er stöhnt leise auf. ?Meinst du? meinst du die haben uns damit behandelt?? Fragt Sam und nickt mit dem Kopf in die Mitte zu dem Müll. Ihr Blick klebt noch immer, wie bereits seit einigen Minuten auf der blutverschmierten Knochensäge welche etwas weiter auf Lukas Seite im Boden steckt.
    ?Was? Uns? Ich bitte dich. Die haben mir meine Hand wieder angenäht. So was braucht einen vernünftigen Operationssaal, mindestens zwei Chirurgen drei Schwestern, einen Anästhesist und was weis der Teufel nicht noch alles. Ganz zu schweigen von Sterilisation, Strom, Licht, Ekg, und tausend anderen Piepsedingern. Ich mein, das Biest hat meine Hand gefressen.? Bei dem Wort Biest sehen sich beide kurz um, als könnten sie versehentlich einen anwesenden mit den Worten beleidigen, entdecken aber in ihrem beschränkten Sichtfeld nichts. ?Ich wusste bis jetzt noch nicht Mal das die etwas, das bereits im Magen von jemand anderem war annähen können. Aber ich hab noch alle Finger. Ich hab sie schon gezählt.?
    Sam überlegt kurz. ?Du meinst also die haben uns abgeholt, in ein Krankenhaus gebracht, sind wieder hier Rausgefahren und haben das Werkzeug fallen gelassen damit wir sehen was gebraucht wurde?? ?Ähm? vielleicht wurde ja etwas anderes hier operiert. Oder nur eine Notoperation. Vielleicht für das Biest.?
    ?Und warum haben sie uns mitten im Wald an einen Baum gefesselt??
    ?Vielleicht weil??
    ?Ja??
    ?Weil, weil? Verschiedene Versuche das wie und warum im Kopf das geschehene zu Rekonstruieren scheitern entweder am Vorhandensein des Werkzeuges oder an der Tatsache das sie an Bäume gefesselt sind. ?Ich...? sagt Luka nach einiger Zeit ?ich habe keine Ahnung.?
    ?Was wollte das Ding von uns??
    ?Woher soll ich das wissen??
    ?Weil du der bist der mit einer Schaufel rum rennt, weil du es bist die panische Angst vor etwas hast, und weil mir so etwas vor dir noch nie passiert ist.? Faucht Sam und Luka zuckt leicht zusammen
    ?Also gut?? beginnt Luka und berichtet ihr von den besonderen Eigenschaften seines Briefkasten, und den Geschehnissen der letzten Tage. Als er geendet hat blickt ihn Sam stumm an. Luka lässt einige Minuten verstreichen, bevor er erneut das Wort ergreift. ?Zugegeben, das klingt erzählt alles etwas unrealistisch und sonderbar. Eigentlich klingt es geistesgestört aber echt, ich verarsch dich nicht? ?Mhmm? murmelt Sam. Es vergehen einige weitere Minuten. ?Wir sollten versuchen hier wegzukommen? sagt Sam und rüttelt an ihren Fesseln. Später wird Luka sich oft fragen ob Sam ihn in diesem Moment geglaubt hat, oder ob sie beschlossen hat, dass man einen Irren nicht damit reizen sollte indem man ihm sagt, dass er Irre ist. Mann sollte auch jeden Detektiv lernen Sätze wie ?Klarer Fall, sie Sind der Mörder? zu vermeiden wenn man sich nicht plötzlich auf der Falschen Seite eines Abgrunds befinden will.
    ?Ja das sollten wir wohl.? Sagt Luka und rückt leise keuchend und schnaufend näher an den Baum. Er lugt seitlich daran vorbei und betrachtet seine Hände. ?Das sind Jahrmarktshandschellen.? Sagt er nach einigen verstrichenen Augenblicken, ehe er mit den Händen das Stückchen Waldboden abtastet welches er erreichen kann.
    ?Jahrmarktshandschellen??
    ?Jap.?
    ?Was zum Teufel sind Jahrmarktshandschellen?? ?Na Handschellen die man auf dem Jahrmarkt kaufen kann. Werden meistens von Jugendlichen die Hip sein wollen gekauft. Oder von denen die gerade dabei sind ihre Sexualität zu erforschen, und wissen wollen wie es wohl ist ans Bett gefesselt zu sein während dem Paarungsakt.?
    ?Das heißt wir sind aus Paarungsgründen hier mitten im Wald an Bäume gefesselt? Oder weil jemand Hip sein wollte??
    Luka seufzt. ?Ich sagte nicht, das dies ihr jetziger Zweck ist, ich sagte nur das sie dazu wohl meistens verwendet werden.? Sam lehnt den Kopf gegen den Baum und blickt zu Luka.
    ?Und wie soll uns das jetzt weiterhelfen?? Luka lächelt und hebt eine kleine Infusionsnadel vom Boden auf.
    ?Weist du, das ist eigentlich eine witzige Geschichte. Ich war jung und unerfahren und? Ach lassen wir das besser. Du hältst mich schon für Geistesgestört genug. Jedenfalls war alles was ich als ich schon mal, allerdings von Freunden, mit den Dingern gefesselt wurde eine Gabel, eine Kartoffel und eine rolle Kleber.?
    ?Und du hast ne Bombe draus gebaut? Wenn du jetzt sagst du hast eine Bombe draus gebaut schrei ich.?
    ?Verdammt nein! Ich hab?s mit der Zacke einer Gabel aufgemacht. Die restlichen Dinger waren nur zufällig da. So Handschellen Funktionieren im Prinzip recht simpel. Du brauchst nur etwas, dass dünn genug ist das zwischen die Fugen des Schlüssellochs passt und musst den kleinen Schieber im hinteren Teil nur ein bisschen zur Seite drehen und schon sind sie offen.? Luka fummelt eine weile bei seinen Handschellen herum, bis er besagten Schieber mit der Nadel ertastet. Er drückt ihn leicht, spürt wie die Feder zurück gleitet und das schloss sich öffnet. Mit strahlendem lächeln winkt er Sam mit einer freien Hand zu.
    ?Siehst du? Kinderspiel.?
    ?Und? Worauf wartest du jetzt? Darauf das ich applaudiere? Mach mich los!? Luka seufzt, befreit seine zweite Hand von der eisernen Umklammerung und macht sich schließlich an den Fußfesseln zu schaffen. Als auch diese geöffnet ist lässt er sich schlapp nach hinten fallen und streckt sich. Seine Wirbelsäule knackt dabei mehrmals protestierend und Luka schließt die Augen. Als er sie wieder öffnet blickt er das erste Mal hinter sich und erstarrt. Mitten in der kleinen Lichtung stehen 3 Hüfthohe Liegen. Zwei von ihnen scheinen für Menschen Geschaffen zu sein, die dritte würde wohl auch ein ausgewachsenes Zebra tragen. Die einzelnen Tragen sind mit Verschlüssen für Arme und Hände versehen um den Patienten fixieren zu können. Auf der größten der drei, eine eindeutig breitere und mit extra dicken Eisenstreben verstärkten Liege kleben Fleisch- und Fellfetzen. ?Vielleicht wurden wir doch hier operiert.? Flüstert er.
    ?Was? Warum? Was siehst du? Ist da jemand?? ?Nein niemand.? Antwortet Luka und erhebt sich. ?Warte ich mach dich los, dann kannst du es dir selbst ansehen.?
    Und so starren sie fünf Minuten später beide auf die Liegen, ehe Luka sich im Kreis dreht.
    ?Also, wo glaubst du müssen wir jetzt hin??
    ?Wir sollten zur Polizei. Vernünftige Menschen gehen nach so was zur Polizei. Ganz egal wie abgefuckt die Geschichte auch klingt. Wir können ja die irrealen und suspekten Teile der Story auslassen und klagen auf Kidnapping bzw. Mordversuch.?
    ?Gute Idee, nur siehst du hier irgendwo ein Schild auf dem ?hier geht?s zur Polizei? steht??
    ?Sarkasmus ist die Waffe der Armseeligen.?
    ?Ich war eigentlich immer der Meinung, das Sarkasmus die Waffe der Unterdrückten ist aber wir können die Debatte ja auf später verschieben, he guck dir das an, ich hab meine Zigaretten noch eingesteckt!? Luka steckt sich eine Zigarette an, dreht sich noch einmal im Kreis, schnappt sich seine Schaufel und marschiert dann los.
    ?Moment, warte, wohin willst du??
    ?Da lang.?
    ?Warum da lang??
    ?Warum nicht da lang? Und nimm die Säge mit, man weis nie wozu es gut ist.? Sam seufzt, bückt sich um die Säge und folgt Luka.
    ?Vielleicht? beginnt Sam nach ein paar Minuten in denen die zwei durch den Wald getrottet sind ?weis der ehemalige Hausbesitzer ja mehr. Du wohnst ja erst seit ein paar Jahren in dem Haus.? Luka steckt sich eine neue Zigarette an und zuckt mit den Achseln. ?Möglich wäre es, aber selbst wenn, ich wüsste nicht wie wir ihn finden könnten. Ich habe den Kerl nur einmal gesehen als ich eingezogen bin. Ich habe den Kaufvertrag unterschrieben, ihm das Geld gegeben und weg war er.?
    ?Du hast Bar bezahlt??
    ?Ähm? Ja. Wieso??
    ?Na ja, ich kenne das Haus, zumindest von außen. So was fällt doch für normal nicht in eine Preisklasse bei der man Bar bezahlt. Woher hast du überhaupt so viel Kohle? Ich meine, als was Arbeitest du? Ich komme in der Gegend hier ja berufsbedingt ziemlich viel rum, aber ich habe dich noch nie wo gesehen. Arbeitest du zuhause?? ?Nein?
    ?Schichtweise für ein paar Monate??
    ?Nein?
    ?Dein Papa war unglaublich Reich und du bist von Beruf Sohn??
    ?Nein?
    ?Was dann??
    ?Ich bin in Ruhestand?
    ?Im Ruhestand? Mit Sechsundzwanzig??
    ?Ja.?
    ?Welche Arbeit muss man ausüben um mit Sechsundzwanzig in Ruhestand gehen zu können??
    ?Na ja, wenn man seine Talente richtig auslegt und etwas Glück hat, kann man es auf viele Wege erreichen.?
    ?Und was war dein Weg??
    ?Fragst du immer so viel??
    ?Hat dir deine Mutter nicht gelernt das es unhöflich ist auf Fragen mit einer Gegenfrage zu antworten??
    ?Hat dir deine Mutter nicht gelernt das man Leuten nicht mit fragen auf den Geist gehen soll??
    ?Doch, aber in Anbetracht der Tatsache das ich gerade mit einer blutigen Knochensäge in der Hand durch einen Wald spaziere und keine Ahnung habe wo genau ich eigentlich bin, geschweige denn wohin ich gehe hallte ich die Fragerei für durchaus berechtigt.?
    Luka seufzt ?Ich war ein Trickser.?
    ?Ein Trickser??
    ?Jap?
    ?Was zum Teufel ist ein Trickser??
    ?Trickser sind Menschen die ein besonderes Talent darin haben sich durch zweifelhaft legitime Arbeiten Geld zu beschaffen. Hehlerei, Motorraddiebstahl, Falschspielerei, Betrug, Geldwäsche, all solche Sachen eben.?
    ?Und damit kann man es Schaffen das man sich mit Mitte zwanzig einen faulen Lenz zu machen und die restliche Zeit seines Lebens die Beine hochzulegen und zu gucken wie die Zeit vergeht?"
    ?Wenn man gut darin ist ja.?
    ?Und das warst du??
    ?Oh ja.?
    ?Und du meinst nicht das deine Ehemaligen Arbeitskollegen etwas mit der Sache zu tun haben könnten??
    ?Ich bitte dich! Ich rede von minderen Kriminellen Tätigkeiten und du redest davon Leute durch den Wald zu hetzen und sie an Bäume zu fesseln. Das spielt nicht im selben Stadion. Das ist nicht mal die gleiche Liga. Das ist so als würdest du Ballett mit Football vergleichen. Außerdem ist es nicht so wie im Fernsehen, dass Aussteiger immer eine Kugel zwischen die Augen bekommen. Wenn man vertrauenswürdig genug ist kann man jederzeit aussteigen.?
    ?Aha. Nur so aus Interesse. Warum hast du keine Autos geklaut??
    ?Ich hab keinen Führerschein. Und damit ist das Thema ?Lukas Vergangenheit? erst mal erledigt, gut??
    ?Wie du willst.?
    ?Wir sollten uns auf jeden Fall etwas wegen den Klamotten überlegen, bevor wir in die Nächste Stadt gehen. Wir wollen nicht zu viel Aufmerksamkeit erregen? sagt Luka und zupft dabei an dem unteren Bund seines Blutigen T-Shirts
    ?Wollen wir nicht??
    ?Nein wollen wir nicht?
    ?Warum wollen wir das nicht??
    ?Weil es nie gut ist zuviel Aufmerksamkeit zu erregen. Meine Güte! Beantworte dir doch wenigstens die einigermaßen logischen Fragen selbst!?

    Das Licht im Wald

    Luka sitzt an dem trübe gewordenen Fenster eines alten heruntergekommenes Blockhauses über welches sie nach drei Tagen Marsch durch den Wald gestolpert sind. Den Dreck und der zentimeterdicken Staubschicht nach zu Urteilen steht es wohl schon lange leer. Inzwischen ist die Nacht hereingebrochen. Durch verschiedengroße Ritzen und Löcher in den Außenwänden dringt pfeifend ein Scharfe Kalter Wind der draußen tobt und an den Bäumen zerrt. Eine Diele knarrt, und Lukas Kopf zuckt panisch in die Richtung des Geräusches. ?Nichts. Nur der Wind.? Flüstert Luka zu sich selbst und versucht seiner Stimme etwas mehr Kraft zu geben, den mit der Dunkelheit war auch die Frucht wieder in ihm Hochgekrochen. Sein Blick gleitet über Sams Provisorisches Nachtlager, ein paar alte Lumpen unter die sie sich auf den nackten Boden zusammengerollt hat um zu schlafen. Vor ihr türmen sich noch ein paar Dosen mit Instand Futter die sie, wie auch ihre neue Kleidung, ein weißes zu Großes Baumwollhemd und ausgefranste Jeans, in einem der Kasten der Blockhütte gefunden hat. Luka trägt fast genau das selbe, nur schafft Sam es darin gut auszusehen. Ihre Stirn glänzt im Schein einer der wenigen Aufgestellten Kerzen deren Flamme im Wind wild hin und Herflackert. Gestern hat sie über Kopfschmerzen geklagt, leichte Motorische Mängel sind aufgetreten, wie Schwierigkeiten beim Zuknöpfen des Hemdes, binden der Schuhe oder beim Anstecken einer Zigarette. Zudem wurde sie zusehend Nervöser. Ständig zuckte ihr Kopf von einer Seite auf die Andere, sie bildete sich Bewegungen ein wo keine Waren, brabelte leise verständnisloses Zeug und übergab sich mehrmals. Als sie die Blockhütte erreicht hatten und sie sich am Brunnen vor dem Haus gewaschen hat war Luka gerade im Haus damit beschäftigt die Kerzen aufzustellen als er ihren Schrei gehört hat. Er ist nach draußen geeilt und fand Sam mitten in einem Nervenzusammenbruch den sie dem Versuch den Verband neu anzulegen und zu Straffen verdanken hat was allerdings nicht an den Motorischen Schwierigkeiten sondern an der Wunde selbst lag, was Luka ihr nicht verübeln konnte. Die Bisswunden waren mit dicken Groben, Garn wüst zusammengeflickt, Blut und Eiter bildeten sich um die Fäden und die zu erkennende Haut war Blau oder Schwarz als wäre sie verfault. Er meinte sogar so etwas wie auftretenden Schimmel zu erkennen, und zu allem Überdruss ragen zwei Rostige Schrauben aus dem Schulterblatt. Er hat sie so gut es ging beruhigt und ins Bett gesteckt. Danach hat er sich selbst an einem alten kurz vor dem zusammenfallen stehenden Stuhl vors Fenster gesetzt und langsam den Verband abgenommen. Seitdem sitzt er hier, zuckt bei jedem Knarren und Knarzen zusammen, blickt sich panisch um und starrt dann wieder auf seine Hand, die ihm Rätsel aufgibt. Die Theorie das Sie tatsächlich im Wald operiert wurden erschien ihn nicht mehr abwegig. Und wer immer es getan hat verstand absolut nichts davon was genau er tat, oder er legte nicht sonderlich wert darauf. Die Hand ist teilweise grün teilweise blau oder Violett angelaufen als wäre sie geprellt und abgeschnürt zugleich. An einigen Stellen, besonders an den Fingern scheint die Haut und das darunter liegende Stück Fleisch durch eine Säure weggeätzt zu sein. Am Handrücken und am Handballen sieht man die Bissspuren des Tieres. Tiefe Löcher zeigen an, wo sich die Zähne in das Fleisch gebohrt haben. Die Ganze Hand selbst wurde stümperhafter als Frankensteins Hand wieder angenäht. Die Naht, ein etwas dickerer Zwirn, ähnlich dem von Sams Schulter, zieht sich in Zickzacklinien einmal etwas unterhalb der Hand, dort wo sie abgetrennt wurde rundherum. Luka bewegt seine Fingern. Man muss nicht Medizin studiert haben um zu wissen das so etwas einfach nicht funktionieren kann. Es ist unmöglich eine Hand einfach nur außen wieder anzunähen und zu hoffen das sie wieder Funktioniert, was sie allerdings nicht daran zu hindern scheint es zu tun. Sie scheint vollkommen unbeeindruckt von dem Unfall zu sein, als wäre nie etwas passiert. Er kann mit ihr fühlen, greifen, sie befolgt wie eh und je brav seinen Befehlen. Nur die Teile wo die Haut fehlt sind gefühllos, und taub. Die Schmerzen fehlen. So eine Operation, beziehungsweise die Zeit nach der Operation muss schmerzvoll sein. Vor allem ohne Medikamente. Es sei den die Hand wäre Betäubt geworden gegen die Schmerzen doch dann könnte er nicht mit ihr fühlen und es würde nicht weh tun wenn er sich zwickt.
    Wieder knarrt eine Diele und zum wiederholten male zuckt Lukas Kopf in die Richtung. Nichts. Wie immer, nichts. Seit sie im Wald aufgewacht sind und aufgebrochen waren war das unheimlichste was ihnen begegnet ist ein kleines Reh welches sie aufgestaucht haben. Er erhebt sich und tappst zu Sam. Sanft legt er die Gesunde Hand auf ihre Heiße Wange und auf seiner Stirn ziehen leichte Sorgenfalten auf. Ihr verhallten beunruhigt ihn mehr als er ihr gegenüber Zugeben wollte. Nicht die Bewegungsschwierigkeiten, nicht die leicht erhöhte Temperatur, es war ihm als wüsste er das dies vorbeigehen würde, das es nichts wahr worüber er sich sorgen machen müsse, er wusste das sie es überstehen wird, nichts was nicht mit ein paar stunden Schlaf auskuriert werden konnte. Was ihn allerdings wirklich sorgen bereitete war ihr herumzucken.
    ?Da war jemand, Luka, ich hab´s genau gesehen. Ich riech sie, Luka.? Diese oder ähnliche Worte waren in den letzten tagen häufig über ihren Mund gekommen. Er sah jedes Mal nach, starrte sofort in die Richtung die sie ihm wies, sag nie etwas, und widersprach ihr immer. Aber ein kleiner Teil von ihm behauptete das sie Recht hatte, das da jemand, etwas, war, und dieser kleine Teil wuchs beständig. Er versuchte es zu ignorieren, tat es als Panik und Nervenschwäche ab. Wenn man im Dunkeln stundenlang einen Baum anstarrt beginnt er irgendwann sich zu bewegen, so ist das nun mal, aber dennoch? Luka seufzt und erhebt sich. Langsam trottet er zurück zum Fenster als der Wind das typische Geräusch von raschelndem Plastik an sein Ohr treibt. Luka erstarrt mitten in der Bewegung und spitzt die Ohren. Da war es wieder. In dem Wind und dem Rascheln der Blätter kaum zu hören aber doch anwesend. Es klingt als würde sich Plastik an Plastik reiben, ein Geräusch das durch Bewegung und nicht durch den Wind entsteht. Vielleicht gerade deswegen ist es zu hören, weil es nicht in die Geräuschkulisse passt, weil die Ursache nicht dem Wind zuzuschreiben ist. Ein weiterer Windstoß kracht gegen das alte Blockhaus, lässt es erzittern und bläst, die Kerzen aus und taucht den Raum in Dunkelheit. Zitternd tastet Luka seine Taschen auf der Suche nach dem Feuerzeug ab, und erinnert sich daran es am Fensterbrett liegen lassen zu haben. Vorsichtig und möglichst leise schleicht er sich durch die Dunkelheit zu dem kleinen Fenster. Langsam gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit, umrisse werden wieder erkennbar. Da ist der Stuhl, da die Zigaretten, daneben das Feuerzeug. Noch drei schritte, noch zwei, noch einer, geschafft. Lukas Hand fasst das Feuerzeug. In dem Moment als er sich umdrehen will erstrahlt vor dem Fenster ein kleines Licht. Luka beugt sich näher zu dem Fenster, wischt mit einer Hand über die Scheibe um den Schmutz ein wenig zu entfernen. Tatsächlich. Licht. Definitiv. Dort draußen. Es tanzt leicht hin und her als würde es im Wind flackern, verliert allerdings nicht an Kraft oder bewegt sich von der Stelle. Erstaunen tritt auf Lukas Gesicht. Geistesabwesend steckt er das Feuerzeug ein und greift nach seiner Schaufel. Was, beziehungsweise, wer verbirgt sich dort draußen? Was will er hier? Warum ist er hier? Möglichkeit A wäre einfach hier still rumzuhocken und warten was passiert. Vielleicht verschwindet der böse Killer vor dem Fenster ja und sucht sie wo anders. Oder der gute Wanderer / Jäger / Suchtrupp sucht wo anders und verschwindet. Der Ruf nach Rettung, der Wunsch nach Zivilisation, warmen Betten, vernünftiges Essen, Kabelfernsehen überwiegt. Als genereller Optimist huscht Luka leise zur Tür und öffnet sie. Der Wind begrüßt ihn stürmisch als er sie öffnet, schlägt ihm die Tür aus der Hand und schmettert sie mit voller Wucht gegen die Wand. Luka stößt leise einige Verwünschungen aus, öffnet die Tür noch einmal und wirft einen Blick zu Sam, die trotz dem Krach den die Tür verursacht hat noch immer friedlich schläft. Danach huscht er nach außen und sieht sich Aufmerksam um. Bis auf die Lichtquelle scheint alles beim Alten zu sein. Langsam setzt er sich in Bewegung, entscheidet sich dazu einen Bogen um die Lichtquelle zu schlagen und sich seitlich zu nähern. Der Wind verschluckt jedes Geräusch, übertont alles bis auf das Rascheln der Blätter und das knarren der Äste und ein weiteres, leises, verschlagenes rascheln von Plastik. Luka schätz die Entfernung des Lichtes auf circa Vierzig Meter, und mit jedem Schritt dem er sich nähert, mit jedem Atemzug, steigt das Bedürfnis laut aufzuschreien. Mit jedem Schritt, mit jedem Atemzug gerät das Plastikgeraschel mehr in Vergessenheit. Motten vergessen die Gefahr wenn sie Licht sehen. Angst krabbelt seinen Rücken hinauf, bohrt sich in die Wirbelsäule und hält sich fest. Mehr als einmal unterdrückt er krampfhaft den Drang umzudrehen und in die zweifelhafte Sicherheit des Hauses zu flüchten, doch die Tatsache das er dem Licht dann den Rücken zudrehen müsste behagt ihm ebenso wenig wie die Schritte darauf zu. Duzende male verkneift er es sich im letzen Moment laut aufzuschreien als ein Zweig über seinen Körper streift. Seine Hand verkrampft sich an dem Stiel der Schaufel, und seine Augen sind weit aufgerissen. Als sich Luka auf gut zehn Meter dem kleinen Licht genähert hat erlischt es. Kein finales Aufflackern, kein ominöses langsames abschwellen. Einfach nur weg. Luka, der sich gerade inzwischen halb geduckt an einer Tanne und ein paar Büschen vorbei geschlichen hat erstarrt mitten in der Bewegung. Seine Augen suchen den Wald dort wo früher das Licht war ab. Er geht ein paar Schritte nach vor, ein paar Schritte zurück, um auszuschließen das es von einem Baum verdeckt wird, was allerdings nichts an der Tatsache ändert das es Licht verschwunden ist. Er entscheidet sich nach kurzem Zögern der Sache nachzugehen und tapst weiter, diesmal auf direkten Wege zu dem ehemaligen Standort der Lichtquelle und das ganze etwas schneller als zuvor.

    Das Raschelnde Geräusch von Plastik ertönt als sich eine Hand, gehüllt in einen Schwarzen Regenmantel nach der Türklinke der alten Holzhütte ausstreckt. Das Geräusch ertönt wieder als sich die Gestallt umdreht und noch einmal in die Richtung blickt in die Luka vor Kurzem verschwunden ist. Die Kapuze des Regenmantels ist über den Kopf gezogen, die Augen funkeln in der Dunkelheit und der Mund ist zu einem hämischen Grinsen verzogen. ?Narr.? Murmelt die Gestallt deren Stimme tief und verkratzt klingt, ehe sie die Türklinke hinunterdrückt. Doch auch der nächtliche Besucher rechnet nicht mit der Freude die der Wind darin findet Türen aufzuschlagen. Mit einem noch lauteren Knall als bei Luka schlägt sie gegen die Wand.

    Hier. Genau hier. Oder doch etwas weiter hinten? Luka dreht sich mehrmals im Kreis, betrachtet den Boden in der Hoffnung Spuren zu finden, doch da sind keine. Selbst wenn da welche wären, Luka wäre nicht in der Lage sie zu erkennen. Manchmal wäre es eben doch von Vorteil in der Jugend Pfadfinder gewesen zu sein. Sein Blick wandert zum wiederholten male über die Bäume und den Boden. Er müsste richtig sein. Zumindest ungefähr. Doch hier ist nichts. Etwas knallt und Luka zuckt zusammen. Was war das? Und vor allem von wo kam es? Er schließt die Augen und spitzt die Ohren, doch das Geräusch wiederholt sich nicht. Vielleicht kam es von der Hütte? Luka öffnet die Augen wieder und beschließt zurück zu gehen. Was immer hier war, nun war es nicht mehr hier, und Sam würde ihm die Hölle heißmachen, wenn sie aufwacht und er nicht da ist. Doch plötzlich, genauso schnell wie das erste verschwand taucht tiefer im Wald ein zweites Licht auf. Luka legt den Kopf leicht schief und betrachtet es.
    Die Meisten Entscheidungen im Leben kann man innerhalb eines Augenblicks, einer Sekunde fällen. Egal wie schwerwiegend diese Entscheidungen auch zu sein scheinen, man fällt sie, überwindet sich dazu über eine unsichtbare grenze zu treten von der es kein zurück mehr gibt. Das erste ?Hi.? Zu einer hübschen Frau, das ?Nein? zu einem viel größeren und Stärkeren Bösewicht, um nur zwei Beispiele zu nennen. Und als das Licht tiefer im Wald erscheint fällt Luka eine dieser Entscheidungen. Er rennt los.

    Schnell lehnt sich die Gestallt gegen die Tür um ein erneutes auf oder zuschlagen zu vermeiden. Kurz bleibt sie stehen und lauscht in das Haus. Er kann sie sehen von hier. Sie liegt am Boden unter ein paar dreckigen Lumpen. Ihre Augen sind zum Glück noch immer geschlossen, ihr Atem geht ruhig und gleichmäßig. Ausgezeichnet. Nicht auszudenken was passieren könnte, wenn sie jetzt aufwachen würde. Es hätte die nur Sache unnötig komplizierter Gemacht und bei seinen Auftraggebern Zweifel über seine Fähigkeiten aufgeworfen. Er seufzt und schiebt den Ärmel seines Regenmantels ein Stück zur Seite um einen Blick auf seine Uhr zu werfen. Zehn Minuten sind inzwischen vergangen als der Trottel das Haus verlassen hat. Inzwischen müsste er die erste Lichtquelle erreicht haben. Er greift kurz in seine Tasche und zieht einen kleinen flachen schwarzen Kasten mit ein paar Knöpfen heraus. Er richtet sie auf den Wald und drückt einen Knopf. Zufrieden blickt er zu dem Licht das im Wald aufleuchtet. Von hier aus ist es fast nicht mehr zu sehen. Die Fernbedienung verschwindet wieder in seiner Tasche und er blickt erneut auf die Uhr. Mit in etwa gleich bleibenden Tempo dauert es zehn Minuten, bis der Trottel die zweite Lichtquelle entdeckt hat. Und noch mal zehn, bis er zurück ist. Selbst wenn er rennt. Im schlechtesten Fall also fünfzehn Minuten in der er die kleine Ganz für sich allein hat. Mehr als genügend Zeit für sein Vorhaben. Das Grinsen wird noch ein wenig breiter als er die Türe hinter sich schließt. ?Rate wer da ist, Schätzchen.? Flüstert er leise, und streift den Regenmantel ab. Draußen bot er gute Tarnung und Schutz vor dem Regen, hier herinnen war ist er ein störender Faktor. Der Körper des Eindringlings welcher erst jetzt genaue Konturen annimmt wirkt durchtrainiert und drahtig. An den Oberschenkeln und den Oberarmen befinden sich große ausgebuchtete Taschen, und über die Brust spannt sich der Haltegurt für eine 9mm deren silberner Glanz sich von dem Rest wie ein großer Blutfleck auf einem weißen Tuch abhebt. Ohne das kleinste Geräusch zu verursachen geht er langsam auf Sam zu. Auf den Weg zu ihr öffnet er eine der Schultertaschen, fasst hinein und holt zwei Latexhandschuhe heraus die er überstreift. Er seufzt leise und zufrieden, als er sich vor ihr niederkniet. Seine beinahe leuchtenden Blauen Augen funkeln erfreut.

    Gegenspieler

    Irgendwo, weit, weit weg von Luka, an einem Ort an dem Jetzt gerade die Mittagszeit anbricht schlägt Edgar die Augen auf. Er liegt auf dem Rücken. Sein Oberkörper welcher nur von der dünnen reich bestickten Seidendecke bedeckt wird, deren Wert das Monatsgehallt eines Durchschnittbürgers übersteigt, zeigt die Formen eines Durchtrainierten Körpers. Wo die meisten etwas Undefiniertes haben zeichnet sich bei im das klassische Six Pack durch die dünne Decke ab. Seine Frisur, streng nach hinten gekämmt, sitzt perfekt obwohl er geschlafen hat. Seine Braunen Augen starren an das Deckenfresko direkt über seinem Bett im Nordteil seiner sehr großen Villa. Er fragt sich ob er aufstehen soll. Ob er heute Golf spielen geht, was er sich heute zu Mittag bestellen soll, welchen Wagen er heute nimmt. Er blickt aus dem Fenster in die strahlende Sonne. Von hier kann er den Springbrunnen sehen, kleine beschissen niedliche Schafe und etwas größere beschissene Gärtner wuseln rund um ihn. Der Tag sah gut aus. Es wird wohl ein Bentley Tag. Ja eindeutig. Alles lief wunderbar an diesen morgen, doch als er seinen üblichen Frühstücksraum betritt, ändern sich alle Pläne die er sich für die nächsten Tage vorgenommen hat. Folgendes Passiert:
    Auf dem Tisch an dem bequem zwanzig Leute Platz hätten sitzt heute Morgen eine Junge Frau. Edgar rümpft die Nase und mustert sie. Sie sieht aus wie das zu Fleisch gewordene Klischee einer Edelnutte. Sie sah sogar noch im Morgenhemd aus wie eine Diva, das Blonde lockige Haar fiel wie das eines Engels um ihr Gesicht, rahmte es perfekt ein. Die Beine lang und wunderbar, feste Brüste bildeten sich deutlich unter dem Nachthemd. Die Frau konnte selbst dann wegen sexueller Belästigung angezeigt werden, wenn sie zwei Räume weiter gerade ihren Mageninhalt nach draußen Befördert. Scheiße. Insbesondere scheiße, weil sie, um den Hund beim Namen zu nennen, frisch begattet aussieht. Hat er sie bezahlt? Nein? nein das war eine von den Edelnutten die sich anders nennen. Sie nennen es ?zukünftige Ehefrauen reicher Männer?. Die einzige Definition von liebe die solche Frauen kennen sind Geldscheine. Fuck. Hätte er doch eine bezahlt. Die wäre weg. Würde jetzt nicht hier sitzen. Wäre gegangen nach dem er eingeschlafen ist. Scheiße. Scheiße der Tag hatte so gut begonnen.
    ?Morgen Honey, hab dir Frühstück gemacht.? Säuselt das willige Stück Fleisch vom Tisch. ?Frühstück?? Zischt Edgar. Seine zwei reihen makelloser Zähne knirschen als sich sein Kiefer spannt. Scheiße Frühstück? Warum macht die Alte Frühstück? Ich bezahl Leute dazu damit sie das machen verdammt noch mal, die einzige die mir Frühstück machen darf ist meine Mutter du verdammte bescheuerte dreckselendige?.
    ?Ja. Willst du Kaffee?? Antwortet die blonde, und Edgar tappst zum Tisch. Kaffee? Verdammt der Fick gestern abend kann nicht so gut gewesen sein das er sich das antun muss. Scheiße, als ob es nicht effektivere Arten gäbe morgens den Schlaf hinter sich zu lassen. Kaffee. Kaffee trinken doch nur Wichser. Seh ich aus wie ein Wichser du verdammter Geldgeier? Edgar lässt sich auf seinen Sessel sinken. Er schafft es dieser einfachen Handlung etwas unglaublich graziöses zu verlein. Genau in dem Moment wo Edgar sich setzt öffnet sich eine Tür und der klassische Englische Butler tritt ein. In seiner Hand welche in einen absolut sauberen weißen Handschuh steckt, trägt er einen Silbernen Teller welcher von einer Silbernen Glocke bedeckt wird. Mit einem Trockenen ?Guten morgen Sire? stellt er die Platte vor Edgar ab und verschwindet mit einem genuschelten ?Wünsche einen guten Appetit Sire.? Wieder aus dem Raum. Edgar greift nach der Glocke und stellt sie neben sich auf den Tisch. Auf dem flachen Teller darunter erkennt man zwei Blaue Tabletten, drei exakte Linien weißen Pulvers, daneben ein kleiner steinerner Strohhalm, zwei Zigaretten, zwei Selbstgedrehte Zigaretten, ein goldenes Zippo, und ein Handy. Als Edgar den kleinen Steinstrohalm aus weißen Marmor nimmt, ihn über die Kokslinie hält und zieht öffnet sich der Mund von seiner Gesellschaft erneut, welcher es nicht ganz gelingt bei Edgars Drogenkonsum die Kontenance zu wahren. ?Ich hab übrigens deine Zahnbürste benutzt.? Das schiffende Geräusch von Edgar wird lauter und reist ab.
    ?SCHLLLLLAMPE!? Brüllt er, was die Blonde Sünde auf zwei sehr langen Beinen etwas mehr aus der Fassung bringt. Sie versucht es zu überhören. Kokser und reiche Männer sind eben etwas egozentrisch.
    ?Na, wenn du keine Gästezahnbürsten hast, ich hab überall geguckt und nichts gefunden. Hast du Verstopfungsprobleme? Ich hab ziemlich viel Remi Tabletten gefunden?
    ?Nrrghz? zischelt Edgar van Hovelsen, so der volle Namen des Sonderbaren Exemplar Mensch der im Moment zwei Dinge feststellt. Erstens, seine Tischgesellschaft ist der störende Klumpen Klopapier im WC des Lebens der die ganze scheiße wieder Hochdrückt und, zweitens, die Line aus weißem Gold war etwas zu lang. Er schnieft nervös als das Kokain wirkt. Ein klarer Weg zeichnet sich ab, wie eine Goldene flirrende Schnur in der Luft. Seine Hand gleitet unter den Tisch, bestätigt einen kleinen Schalter woraufhin sich eine Schublade öffnet. Edgar fasst hinein und zieht eine goldene Dessert Eagle heraus. Das Gewohnte Gewicht der Waffe ruht sicher in seiner Hand und gibt ihm Sicherheit, Geborgenheit. Verleiht ihm Macht und Ehrfurcht, zwei unglaublich wichtige Dinge in Edgars Leben. Er brüllt, weiß selbst nicht genau was, beschimpft die Blonde in deren Gesicht man ablesen kann wie die Worte ins Schwarze Treffen, ihre Laune sich den Gefrierpunkt nähert, und ihr langsam die Tränen kommen. Edgar hebt die Waffe über den Tisch, hält sie so das sie sie sehen kann. ?Weist du wie weh ein Knieschuss tut, Fotze?? Fragt er, mit plötzlich ruhiger stimme. Ein lächeln ziert seinen Mund ?Ich meine du hast vielleicht schon mal darüber spekuliert wie wirklich verschissen schmerzhaft es ist, wenn die Kugel dein Knie Zerfetzt und deine Kniescheibe über den Boden flutscht. Und was wären die Folgen? Könntest du jemals wieder gehen? Wie gottverdammt weh tut es, wenn dir dein Halber Scheiß Fuß weggeschossen wird?? Das Gesicht der Blonden ist inzwischen Aschfahl. Alles Blut ist aus ihrem Gesicht gewichen. Sie zittert, kalter Schweiß steht ihr auf der Stirn. Panik beherrscht ihr innerstes. Edgar steht auf, tritt hinter sie und zieht sie mitsamt dem Stuhl zurück so das ihre Knie zu sehen sind. Sie hat sie ängstlich zusammengekniffen. Edgar schlägt mit dem Lauf der Waffe im Sekundentakt gegen den Tisch während er nachdenklich ihre Knie betrachtet. ?Man kann doch wirklich erst über einen verfickten lebenszerstörenden Knieschuss reden, wenn man einen hatte oder wirklich die Folgen davon schon mal gesehen hat. Ganz unter uns zwei jetzt, von einem der beiden Möglichkeiten hab ich eine Menge Ahnung. Du übrigens auch bald.? Die Blondine wimmert leise, am liebsten würde sie Schreien, weglaufen, ganz wo anders sein. Sie würde alles dafür geben nicht hier zu sein. ?Das witzige an der Sache ist?. Egal wie schlimm ich euch Schlampen auch zurichte, ob ich euch ein Bein abschneide oder euch einfach halb tot prügle, die Jungs die euch dann beiseite schaffen, wenn ich mit euch fertig bin, bringen es meistens noch fertig euch zu vergewaltigen. Weist du, die Jungs sind Fett und nicht besonders attraktiv. Man hat es schwer eine Frau zu finden die mit ihren Job klarkommt. Außerdem wird man bei der Arbeit die sie Erledigen irgendwann mal wahnsinnig. Sagt man zumindest. Also nutzt man jede Gelegenheit. Hat sie zum Beispiel ein vollkommen zerschnittenes und demoliertes Gesicht braucht man sie nur ein bisschen drehen und knebeln und schon ist sie so gut wie neu.? Die Menge von dem was die Blonde an Psychischen Stress standhalten kann ist inzwischen weit überschritten. Selbst wenn sie jetzt durch wie ein Wunder gerettet wird, wenn ein stählender Held durchs Fenster springen würde und all die schrecklichen Dinge die auf sie zukommen verhindern würde, sie würde es nie vergessen, nie überwältigen, nie mehr ruhig Schlafen. Wenige Menschen könnten dies. Inzwischen existiert so etwas wie Hoffnung in ihr nicht mehr. Inzwischen wünscht sie sich nur das es nicht so weh tun wird, nicht lange dauern wird, das sie früh sterben wird. Edgars tacken endet. Er hebt die Waffe und entsichert sie. ?Bitte?.? Stammelt die Blonde. ?Bitte??
    Edgar beugt sich vor, brüllt sie mit voller Lungenkraft an. ?Bitte was? Bitte was? Bitte was verdammt? Bitte Lass mich am Leben, ich verschwinde und sag keinem was passiert ist? Bitte, ich hab mein ganzes Leben noch vor mir? Vergiss es, dein Leben war schon beendet als ich hier reingekommen bin und du noch hier warst!?
    ?Bitte? bitte schieß mir in den Kopf? Edgar zuckt überrascht zurück. ?Wie? Bist ein vernünftiges Mädchen das muss ich dir lassen. Ich bin wirklich angenehm überrascht.? Und das ist er wirklich. Außerdem versprach der Tag, auch wenn er mies begonnen hatte besser zu werden. Sollte doch dieses eine mal Gnade über recht stehen. Er zielt etwas höher und drückt ab. Die Kugel löscht das Leben der Blonden innerhalb eines Herzschlages aus. Als wäre man sehr, sehr schnell eingeschlafen. Edgar kratzt sich mit der Waffe an der Stirn und seufzt leise. Er betrachtet noch kurz das jetzt unidentifizierbare Gesicht der Blonden, fragt sich wie sie wohl geheißen hat. Das letzte mal in seinem Leben das er sich mit ihr beschäftigen wird. Er setzt sich wieder, zieht noch eine Line, schluckt eine Kleine blaue Pille auf der eine Nackte Frau ist, und drückt dann eine kleine Taste auf dem Tisch. Die Tür öffnet sich, der Butler tritt erneut ein, und stellt einen zweiten Teller neben dem Anderen ab. Er betrachtet kurz die Leiche nuschelt ein ?Ich werde mich darum kümmern, Sire. Wünsche noch einen guten Appetit.? Und verschwindet wieder. Edgar zieht den Teller zu sich, schnieft noch einmal kurz und greift nach der Tellerglocke als das Handy zu vibrieren beginnt. Die Melodie von Aphrodelics ? Rolli´on chrome ertönt leise langsam ansteigend. ?Fidel? steht auf dem Display. Edgar hebt ab und lauscht. ?Wir haben ihn verloren.? Sagt die Stimme an anderen Ende. Sie klingt sonderbar rau, vergleichbar mit jemanden der gerade eine Kehlkopfentzündung hat.
    ?Schon wieder? .? Antwortet Edgar.
    ?Niemand konnte damit Rechnen das sie Handschellen öffnen können?
    ?Verdammte scheiße! Jeder Penner kann Handschellen aufmachen! Ich kenne Leute die können Handschellen mit einem verschissenen Tannenzapfen aufmachen! Wo sind sie jetzt??
    ?In einer kleinen Hütte?
    ?Worauf wartet ihr dann noch verdammt!?
    ?Wir sind schon dabei Sir. Wir mussten den geeigneten Zeitpunkt abwarten aber jetzt sind wir sehr zuversichtlich das wir? scheiße! Aufhallten! Aufhallten!?
    Ohne noch länger Interesse an dem Gespräch zu haben legt Edgar auf. Er streicht sich durch die Haare, legt sein Telefon weg und drückt den kleinen Knopf der Gegensprechanlage. ?Packen sie meine Sachen, ich verreise in zwanzig Minuten?


    /edit: ich hab kein plan wieso das forum hier alle "" zeichen in ein ? umwandelt und nochweniger ahnung wie ichs ändern kann. wenns jemand weis, sagts mri bitte ^^
  • boah, die geschichte bleibt weiterhin spannend. dieser typ ist echt ********, der der nutte in den kopf geschossen hat. und luka sollte besser wieder ins haus zurück, anstatt sich im wald rumzutreiben und dem zweiten licht zu folgen. is ja klar, dass dies ne falle ist. ich wär lieber im haus geblieben und hät auf Sam aufgepasst. hoffentlich vergewaltigt sie dieser eine typ da nicht.... :D

    P.s. wie viele Teile gibet es noch? bin schon auf den 4. teil gespannt. ;)
    [SIZE=1]1.Up: XXX Mix; Briana Banks und Jill Kelly [601 MB] , 2. UP: The Transporter [793 MB][/SIZE]
    [SIZE=1]3. Up: 26 Bernie & Ert Folgen [135 MB][/SIZE] , [SIZE=1]4. Up: Der blutige Pfad Gottes [710 MB][/SIZE]
    [SIZE=1]5. Up: XXX [146 MB][/SIZE] , [SIZE=1]6. Up: XXX [164 MB][/SIZE][SIZE=1] Blacklist[/SIZE] , [SIZE=1]IP Vertigge: Blade.1, The Saw 1[/SIZE]
    [SIZE=1]Bevorzugte: .:TR0UBL3:. .:cu7-l33ch:. .:Flow17:. .:MasterJan:. .:jockel:. .:m0skit0:. .:aderoch:. :.psycho24:. .:Hamid:. .:SwizZ:. .:motsdniw:.[/SIZE]
  • Auch nochmal meinen Senf dazu...

    Also deine Erzählweise ist nach wie vor klasse und die Geschichte ist immer noch super spannend.

    Ich möchte aber auch mal ein klein wenig negative Kritik äußern.
    Teilweise liest es sich schwer, weil du Grammatik- und Rechtschreibfehler machst, die einen verwirren.

    Aber da du das ja nicht offiziell irgendwo abdruckst hast du dir über sowas sicher keine Gedanken gemacht nehm ich an.


    Aber eins: Gestalt und Aufhalten schreibt man mit nur einem l ;)


    Schöne Grüße vom Klugscheißer

    Martin
    [SIZE=2]Wer Rechtschreibfehler findet, schicke sie bitte ein. Es wird ein Finderlohn von 10% gewährt.[/SIZE]
  • tja martin, was soll ich sagen ^^

    rechtschreibung war auch in der schule noch nie mein großes talent zum leidwesen meiner eltern und proffesoren (deutsch durchschnittlich eine 4)

    aber inzwischen hab ich ne freundin die quasi mein germanischer superstar is und mir die texte für normal nochmal korrekturliest. allerdings tritt sie erst heute ihren arbeitsalltag an, weswegen wohl erst teil 4 wieder vernünftig korregiert sein wird^^

    mfg
    the Star and the Fish
  • Augen Glanz

    Entgeistert starrt Luka auf die kleine Batteriebetriebene LED Lampe die vom Wind leicht hin und her geschaukelt wird. Der dünne Nylonfaden welcher die kleine Lampe in der Luft hält ist fast nicht zu sehen. „Fu..“ Ein Schuss zerreist die Stille der Nacht. Instinktiv zuckt Luka zusammen und blickt sich kurz um. Ein Zweiter und Dritter folgen. Ein verendender Schrei von der Hütte dringt an sein Ohr, zwei weitere Schüsse werden abgefeuert, und wieder einmal rennt Luka los. Mit jedem Schritt den er sich der Hütte nähert verflucht er sich selbst mehr. Wie konnte er nur so verdammt bescheuert sein und das Plastikgeräusch vergessen? Dem Licht nachgelaufen wie die Maus dem Käse hinterherdackelt. Verdammt.

    Zum letzen Mal in dieser Nacht wird einige Zeit später die Tür der kleinen Hüte aufgestoßen. Luka schießt herein, wendet sich zu Sam´s Schlafplatz und bleibt abrupt stehen. Die Lumpen unter denen sie gelegen ist sind im Raum verteilt. Auf dem Boden selbst deuten verschmierte Blutflecken auf einen erbitterten Kampf hin. Fingergroße Hautfetzen, Blutspritzer an den Wänden und das ein oder andere Büschel ausgerissener Haare an denen noch überraschend viel Kopfhaut hängt verteilen sich über den Raum. Die Dosen liegen quer im Raum verteilt, stücke von Plastikhandschuhen liegen unweit der Hintertür neben einen großen Fleck stinkendem mit Blut vermischten Erbrochenen. Der Geruch von Blut mischt sich mit dem Gestank von Erbrochenen, bitterer Gallenflüssigkeit und Schweiß und beißenden Geruch von Urin. Luka versucht gegen die rasch aufkommende Übelkeit aufzukommen und tritt vorsichtig in den Raum um noch einmal den Blick über das sich ihm darbietende Szenario schweifen zu lassen. Er betrachtet die Blutspuren am Boden eingehender und folgt ihnen. Einer von ihnen, Luka ist nicht in der Lage zu erkennen ob Sam oder jemand anderes, ist einigermaßen aufrecht aus dem Raum verschwunden, und den Korridor zur Hintertür entlang. Circa alle Vierzig Zentimeter befindet sich auf der linken Seite der Wand ein blutiger Handabdruck auf welchen ein Finger fehlt. Auf dem Boden des Korridors zieht sich eine weitere Blutspur zur Hintertür. Sie ist um einiges breiter, als wäre diese Person mühsam zum Hinterausgang gerobbt. „Scheiße“ murmelt Luka und folgt den Spuren. Er fasst nach der Blutverschmierten Klinke, öffnet die Tür und Tritt ins Freie. Hinter dem Haus ist der Wald dichter gewachsen als vor dem Haus. Die Blutspur folgt dem stark Abschüssigen Boden und verschwindet nach wenigen Minuten in der Dunkelheit. Vorsichtig folgt Luka ihr. Nach ein paar Metern entdeckt er am Waldboden einen Halben Arm. Der Knochen ist gebrochen und die Sehnen ragen überdehnt und gerissen von ihm weg wie Tentakelarme. Der Arm trägt noch kleine Stücke von einem zerfetzten Hemd, die Hand selbst steckt in einem Gummihandschuh. Sie Fasst noch immer eine Pistole, der Finger ruht am Abzugsknopf. Luka bleibt stehen, sieht sich kurz verstohlen um, schleicht dann mit ein paar schnellen Schritten zu der Hand und schnappt sich eilig die Pistole wobei er sich wenig Zeit für Ekel lässt. „Au ja…“ stöhnt er beinahe erfreut aus als das schwere Gewicht der Waffe in seiner Hand ruht. „Auuu jaaa…“ Mit einer geübten Bewegung schliddert das Magazin aus der Fassung und Luka zählt die Kugeln. Noch Sieben an der Zahl. Er wirft die Hand wieder auf den Boden, schiebt das Magazin zurück in die Pistole und pirscht weiter. Als er weitere Vierzig Schritte in der Dunkelheit des Waldes den Spuren gefolgt ist zerreißt das Licht eines Maschinengewehrs die Dunkelheit. Gewehrschläge hallen durch die Nacht, und das immer wieder schnell aufblitzende Licht zeichnet obskure Schatten in den Wald. Jemand ruft etwas und drei Taschenlampen schalten sich ein. Schnell fahren ihre Lampen über den Wald. Wieder ruft jemand etwas, die Scheinwerfer fokussieren auf einen Punkt Weit links von Luka, und drei MP´s feuern auf ein für Luka nicht zu sehendes Ziel. Ein neuer schrill gebellter Befehl wird gebrüllt und die Scheinwerfer stoben wieder auseinander. Auf der suche nach einem neuen, oder dem alten Ziel. Luka der als die Schüsse fielen hinter einem Busch in Deckung gehechtet ist schleicht sich langsam näher. Das ergibt zwar, wenn man in einer gemütlichen Stunde vor einem prasselnden Kaminfeuer ausgiebig darüber nachdenken würde nicht sehr viel Sinn und ist wohl nicht rational zu erklären, aber das waren wenige der Ereignisse in den letzten Tagen. Und eine Pistole gibt so viel mehr Ego wie eine Schaufel. Einige Sekunden noch huschen die Lichtkegel durch die Dunkelheit als wieder Schüsse, diesmal gleichzeitig mit einem spitzen Schrei fallen. Eine Mündungsfeuer wandert gerade nach oben und die Taschenlampe fällt zu Boden. Die anderen zwei Zielen in die Richtung wo eben noch ihr Begleiter stand und drücken ohne Rücksicht auf Verluste ab. Wieder schreit jemand und auch die zweite Lampe erlischt. Der dritte noch übrig gebliebene scheint sein Magazin leer geschossen zu haben. Die MP wird zu Boden geworfen, eine Pistole gezogen und fünf weitere einzelne dumpfer klingende Schüsse werden abgefeuert. Luka der inzwischen nahe genug herangepirscht hat hört hinter seiner momentanen Deckung, einer Ansammlung von dicht beisammen gewachsenen Bäumen nach dem letzten Schuss ein dumpfes Geräusch, als würde ein nasser schwerer Sack zu Boden fallen. Vorsichtig lugt er um die Bäume. Das rote pulsierende Licht einer Leuchtfackel flammt auf und wird auf den Boden Geworfen. Neben dem Licht steht ein Mann. Er trägt einen Helm, und einen schwarzgrünen Tarnanzug. In seinen Händen hält er die gleiche Pistole die auch Luka hat. Obwohl er heftig schnauft zielt die Pistole ohne zu zittern auf eine entstellte Person am Boden. Es ist nicht mehr viel als ein Haufen blutendes Fleisch haut und Knochen. Obwohl es unmöglich erscheint bewegt sich die gestallt am Boden noch, kriecht langsam auf den Mann mit der Pistole zu. Mit jedem Atemzug den die Gestallt macht dringt ein grausames röchelndes leicht blubberndes Geräusch aus ihrem Mund. Mühsam zieht sie sich einen weiteren Zentimeter vor woraufhin sie einen kräftigen Schlag von dem noch stehenden Soldat gegen den Kopf erntet. Mit dem Geräusch das ein überreifer Kürbis verursacht wenn man ihn tritt wird die Gestallt herumgeworfen und schliddert ein Stück zu Luka. Verblüfft blickt Luka in das Gesicht das einmal Sams war. Die Linke Gesichtshälfte ist bis zum Schädelknochen zerissen, und der zahnlose Mund klappt wie der eines Goldfisches auf und zu. Ihr linkes Auge welches noch nicht Zugeschwollen ist blickt wachsam und traurig zu Luka. Luka, unfähig sich zu bewegen oder zu handeln blickt wie hypnotisiert zu Sam. Die noch stehende Gestallt kommt mit festen Schritten näher, stellt einen Fuß auf Sams Hals als währe sie ein erlegtes Jagdtier und ein weiterer Schuss fällt, der Sams Augen trüb und Glanzlos werden lassen. Luka brüllt auf, reißt die Pistole nach oben und drückt ab. Immer wieder krümmt sich sein Zeigefinger. Die todbringenden Projektile werfen Sams Mörder wie eine Marionette hin und her. Blut und Faustgroße Fleischstücke fliegen dort wo die Kugeln aus dem Körper treten in die Dunkelheit. Immer und immer wieder Betätigt Luka den Abzug, selbst dann noch als der Soldat lange tot und das Magazin leergeschossen ist. Schließlich rafft er sich hoch und geht langsam, als würde jeder Schritt ihm Überwindung kosten auf Sam zu. Vor ihr angekommen lässt er sich im Schneidersitz nieder. Er ist zu ausgebrannt um zu verstehen was passiert ist, warum es passiert ist. Im ist egal was als nächstes passiert, die Realität ist im Moment nur ein weit entferntes kleines Fleckchen ohne jegliche Bedeutung.
    Die Restliche Nacht bleibt er neben ihr Sitzen und versucht auch nur ein wenig von den Geschehnissen zu begreifen, ehe er zur Seite wegkippt und in einen Unruhigen Schlaf fällt.

    Fade Away

    Björn, ein Grobschlächtiger Mann dessen besten Jahre bereits hinter ihm liegen fasst in die Tasche seines Trenchcoats und steckt sich seine Zigarette an. Die Sonne hat ihren Höchststand bereits lang überschritten und begonnen sich hinter den Bergen zu verkriechen. Er lehnt sich gegen einen Baum und betrachtet Edgar der gerade damit beschäftigt ist eine der Leichen mit dem Fuß anzustupsen. „Das ist“ beginnt Edgar, blickt kurz zu Björn und steckt sich ebenfalls eine Zigarette an. „Zum ******. Was das wieder Arbeit bedeutet. Da braucht man Untersucher die hier sinnlos herumuntersuchen,“ er deutet auf einige Männer und Frauen die im Wald herumirren. Sie tragen einen weißen Ganzkörperoverall, Gummihandschuhe und spielen mit Verschiedenen Pinsel, Vergrößerungsglasen oder sonstigen Blinkenden Dingen herum „wegbringer die wegbringen, Sicherheitsleute die sichern, Schreiber die Totenscheine ausstellen, Erklärungen verfassen und ich Brauch noch Leute die so kleine Geschenkskörbe zusammenstellen. Was schickt man solchen Leuten überhaupt? Merci? Rafaello? Bockwurst? Wein? Und eine Karte auf der steht „Es tut uns leid aber eine Taxlerin hat ihren Mann zerrissen als wäre er eine Chipstüte? Mit Fotos vielleicht noch? Kack verdammt ich hab besseres zu tun und nicht die Zeit mich um eure Kindergartenscheiße zu kümmern! Als ich sie vor ein paar Tagen sehr höflich darum bat ein entkommenes Versuchsobjekt wieder einzufangen dachte ich nicht, dass es in einem derartigen Chaos endet! Sie haben nicht nur einmal versagt, nein! Die Ausmaße des Chaos das sie angerichtet haben stellt Nero in den Schatten! Ihre Männer haben es nicht geschafft das Objekt zu fassen, bevor es gesichtet wurde. Wenn ich mich recht erinnerte fischten sie es aus einem Haus?“
    „Ähm also…“
    „Und, anstatt eine möglich infizierte Person gleich mitzunehmen versichern sich einer ihrer Männer mit einem bloßen Blick das ihm nichts passiert ist.“
    „Naja er hat sich ja eingesperrt und es gab keine Zeichen für eine Mögliche Infizierung, und unser Jäger wollte zuerst das Objekt zum Narkotisisten bringen da es langsam wieder wach wur…“
    „Dann kommt es zu einem Zwischenfall beim Transport des Objekts,“ unterbricht Edgar ihn Fauchend „ein weiterer Beweis für die Unfähigkeit ihrer Organisation. Das Tier entkommt wieder einmal. Als sie das Objekt endlich gefangen hatten, nachdem es an der Demolierung von einem Transporter und einem Zivilfahrzeug beteiligt war und zwei weitere Menschen infiziert hatte, baten sie mich ein Medizinteam zu schicken, was ich auch tat, mit der bitte die inzwischen zwei befallenen Zusammenzunähen und für Befragung und Tests in Gewahrsam zu nehmen. Sie sicherten zu und fanden es ausreichend die zwei mit billigen Handschellen an einen Baum zu binden, natürlich ohne Bewachung. Ihre Begründung dazu lautete, das das Tarnen der verschrotteten Autos und der Transport des Zugriffziels erst einmal Priorität hat, ehe sie sich um die Kleinigkeiten im Wald kümmern wie medizinisches Gerät oder unbeaufsichtigte infizierte Gefangene!“ Die letzten Worte des Satzes bellt Edgar durch den Wald. Er blickt Björn kurz fest an ehe er sich seine Nasenwurzel mit zwei fingern reibt. „Also, wie ist ihre Erklärung für das hier? Hu?“
    Er steigt über die von ihm angestupste Leiche hinweg und nähert sich Björn welcher seine Stirn in Falten legt. Dieses Treffen mit seinem Boss verlief nicht annähernd so wie er es sich vorgestellt hat nichts verlief so wie er es sich vorgestellt hat. Björn atmet tief durch und betet, dass seine Erklärung ausreichen wird und er heute abend seinen Kindern eine gute Nacht wünschen kann. Möglichst im Besitz aller Körperteile. Einige Dinge musste Edgar nicht wissen. Auffälligkeiten im Territoriumsverhallten des Tieres. Warum dieses Haus? War es Zufall das der Zwischenfall beim Transport auch den Erstsichter betraf? Egal. Es war nicht seine Aufgabe sich über solche Dinge Gedanken zu Machen. Zuerst will er versuchen sich aus dem Schlamassel rauszureden.
    „Als wir sie gefunden haben warteten wir bis es Nacht wurde und haben sie mit einem Trick getrennt. Wir schickten einen Mann zur weiblichen Person um sie zu Narkotisieren, und einen anderen zu der männlichen Person. Die Infektion bei dem Weibchen war bereits zu weit fortgeschritten, viel weiter als es eigentlich der Fall sein sollte und so gelang es ihr drei Männer zu töten ehe wir sie erledigen konnten. Das Männliche Objekt erstach einen unserer Männer im Wald ein Stückchen von hier mit etwas Doch ähnlichen und erschoss den letzten Mann.“
    „Woher hatte er den eine Pistole und einen Dolch? Ich dachte sie waren unbewaffnet?“
    „Die Pistole hat er einem unserer Toten Leute abgenommen, und den Dolch vermutlich in der Hütte gefunden.“
    „Aha. Und aus welchem Grund haben sie jetzt so enorme Schwierigkeiten ihn zu finden, das es meiner Anwesenheit bedarf? Wieder die alte Ausrede von wegen, wir arbeiten daran aber es dauert eben alles seine Zeit Sir, wir tun was wir können Sir, wir haben ihn schon fast Sir?“
    „Nein Sir, er ist wohl rüber.“
    „Hier?“
    „Ja“
    „Hier?“
    „Ja“
    „Donnerwetter. Sind sie sich da sicher?“
    „Ja Sir. Die Chemikalien reagierten positiv. Wir haben es drei mal kontrolliert.“
    „Aber ich spüre fast nichts.“
    „Unsere Geräte zeigen auch fast nichts an.“
    „Woher kann er das?“
    „Wissen wir nicht.“
    „Na gut, na gut… dann… ähm…“ Edgar schreitet ein Stück auf und ab „dann werd ich ihm hinterher und ihn zu einer unserer Stationen bringen“
    „Wie hinterher?“
    „Na hinterher hinterher, Mensch!“
    „Aber wir wissen nicht wo sie rauskommen und wir haben keine Möglichkeit sie dort zu orten. Von Unterstützung kann erst recht keine Rede sein.“
    „Und in letzter Zeit haben ihre Männer ja mehrmals bewiesen das es unmöglich ist auf ihre Hilfe zu verzichten nicht?“
    Björn beißt die Zähne zusammen und schweigt. Edgar mustert ihn kalt. „Also. Macht das Chaos hier sauber.“
    „Aber wir wissen nicht wo sie Rauskommen werden.“ Wiederholt Björn.
    „Ich schon. Da wo er ist. Und das ist die Sache in Anbetracht der interessanten Fähigkeiten die der junge Kerl bereits jetzt an den Tag legt ein kleines Risiko wert. Los jetzt“