Global Management vereinbar mit sozialem Engagement?

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  • Global Management vereinbar mit sozialem Engagement?

    Hallo!

    Ich wollte mal eine Diskussion zu der Frage beginnen ob man in der heutigen Wirtschaftswelt noch soziales Engagement in ein Unternehmen einbringen und trotzdem global Wettbewerbsfähig bleiben kann.
    In den letzten paar Monaten ist in der Presse immer wieder die Gehaltsfrage einiger deutscher Manager aufgeworfen worden.
    Auf der einen Seite verdienen Manager immer mehr und auf der anderen Seite werden immer mehr Angestellte/Arbeiter entlassen. In der Presse und anderen Medien als auch in Internetforen wurde das immer heftigst kritisiert.
    Andererseits, finde ich muss man bedenken, dass die Manager dafür bezahlt werden ein Unternehmen an der Börse und im internationalen Vergleich gut darstehen zu lassen. Steigt also der Aktienkurs, steigt das Managergehalt. Sollten dann Angestellte entlassen werden um eben den Aktienkurs und die Produktivität zu steigern, dann wir das als notwendiges Übel angesehen. Jedoch macht in diesem Fall der Manager keinen schlechten Job, denn es ist seine Aufgabe das Unternehmen voran zu bringen.
    Ich weiss, dass diese Ansicht jeglicher sozialer Kompetenz entbehrt, aber das war ja gerade meine Frage. Glaubt ihr es kann einen Mittelweg geben?
  • guck dir mal die großen global player an, die kümmern sich sehr gut um ihre mitarbeiter. gutes arbeitsklima, gute büros, gutes möbel, gutes kantinen essen etc.

    ein managergehalt steigt NICHT mit einem steigendem aktienkurs. manager führen ganz normale gehaltsverhandlungen. jedoch ist die chance größer eine gute verhandlung zu führen, wenn das unternehmen eine gute entwicklung aufweist.

    und es werden auch keine entlassungen betrieben um den aktienkurs anzutreiben (ich nehme an du spielst auf die db an). es wird personalentlassen um noch stärker dem globalen wettbewerbsdruck entgegen zu stehen. jedoch gehören dazu noch weit aus mehr punkte zu, als 3 leute zu entlassen, stichwort prozessoptimierung, managmentberatung etc...
  • bananenboris schrieb:

    Andererseits, finde ich muss man bedenken, dass die Manager dafür bezahlt werden ein Unternehmen an der Börse und im internationalen Vergleich gut darstehen zu lassen. Steigt also der Aktienkurs, steigt das Managergehalt. Sollten dann Angestellte entlassen werden um eben den Aktienkurs und die Produktivität zu steigern, dann wir das als notwendiges Übel angesehen. Jedoch macht in diesem Fall der Manager keinen schlechten Job, denn es ist seine Aufgabe das Unternehmen voran zu bringen.


    Ne, die Manager sahnen auch dick ab, wenn sie den Karren in den Dreck fahren. Das ist ja das perverse. Die Gehälter der Manager stehen in keinem Verhältnis zu dem, was sie leisten. Das Problem ist, dass sie sich gegenseitig das GEld zuschieben.

    Und wenn sie absoluten MIst bauen, dann kriegen sie dicke Abfindungen in Millonenhöhe.



    Und Angestellte werden nicht entlassen, um die Produktivität zu steigern. Angestellte werden entlassen, um kurzfristig die Bilanzen zu schönen und die Gewinne zu steigern, damit die Aktionäre zufrieden sind.



    Überlegt euch doch mal ein anderes Beispiel zum Thema: Eigentum verpflichtet.

    Warum darf ich als Vermieter nicht einfach meine Mieter vor die Tür setzen, wenn ich von einem anderen potentiellen Mieter ein besseres Angebot gemacht kriege? Warum darf ich nicht einfach eine Familie mit Kindern auf die Straße setzen, wenn ich von einem Junggesellen 100 Euro pro Monat mehr geboten bekomme? Der Mehrverdienst heiligt doch die Mittel.

    Es wird endlich Zeit, dass die Manager, die für solchen Massenentlassungen verantwortlich sind, an den Pranger gestellt werden. Solche Typen sollten auf der Straße angespuckt werden. Hinter den Entlassungen stehen nämlich menschliche Schicksale.
  • sprudel schrieb:

    guck dir mal die großen global player an, die kümmern sich sehr gut um ihre mitarbeiter. gutes arbeitsklima, gute büros, gutes möbel, gutes kantinen essen etc.

    ein managergehalt steigt NICHT mit einem steigendem aktienkurs


    und in 3 Wochen bringt der Weihnachtsmann neue Arbeitsplätze :D

    So ein Quatsch :rolleyes:

    Manager beziehen normalerweise keine Gehälter, sondern Grundbezüge sowie Gratifikationen verschiedenster Art, welche sich am Unternehmensgewinn bzw. dem Gewinnzuwachs bzw. dem Aktienkurs orientieren
    und zum ersten Satz.... :rolleyes:
    nur um mal in Deutschland zu bleiben....
    Frag doch mal bitte die Mitarbeiter von Elektolux-AEG, Siemens-BenQ, Allianz, Daimler, VW, Airbus...um nur einige wenige Globalplayer :fuck: zu nennen....
    die fühlen sich alle voll verwöhnt.... von "gutes Möbel"...etc.
    Tag, täglich richtige Begeisterungsstürme....vor allem demnächst zuhause :depp:

    bananenboris schrieb:

    denn es ist seine Aufgabe das Unternehmen voran zu bringen

    Da verwechselst Du etwas :D...das wäre vllt. der (mittelständische) Unternehmer ;)
    Gewinnmaximierung ist (zu allererst) Manageraufgabe...nothing more
    Und dies nur für wenige (anonymisierte) Großaktionäre, welche die Mehrheiten halten....
    alles Übrige .....ist scheindemokratisches Beiwerk.

    @topic
    Also insofern....stehen sich Manageraufgaben und sozialgesellschaftliche Aufgaben meist weitgehenst diametral gegenüber....
    Stärker meist noch als der Gegensatz klassischer Unternehmer / Angestellter
    Wenige Ausnahmen...bestätigen die Regel.
    Und solange es keine klareren gesetzlichen Regelungen bzgl. gesamtgesellschaftlicher Verantwortungen für Führungsetagen gibt....
    bleiben verantwortlich agierende Unternehmen, ob nun wirtschaftlich erfolgreich oder nicht, leider die seltene Ausnahme :(
  • dann erzähl mir doch mal wie du dein gehalt bekommst wenn du neu bist in einem unternehmen - als führungskraft?! selbsterverständlich werden gehaltsverhandlungen geführt. glaub mir oder glaub mir nich.

    rechnen wir das dochmal durch - ohne es gleichzeitig zu befürworten - was passiert wenn ein unternehmen nicht extrem spart, kurzfristig is das einfachste kündigungen - es werden weiter rote zahlen geschrieben, bis irgendwann die ganze führungsetage ausgetauscht werden muss. die werden aber weiterhin "sparen" und noch mehr entlassen. unterm strich hast du mehr kündigungen.

    dann guck dir auch mal bitte unternehmen wie sap, bayer, pfizer etc an. ;) man kann natürlich immer das schlechteste raussuchen...

    und nochwas, es hält euch keiner davon ab, selber in die führungsebene aufzusteigen und es nach eurem "rezept zu kochen". keiner!

    ps. was verstehst du unter sozialem engagement, dass sich die unternehmen um die wohle der mitarbeiter mehr kümmern, als ein wichtiger global player zu sein?

    es gibt in jedem guten unternehmen kindergärten, gutes essen, usw...
  • sprudel schrieb:

    rechnen wir das dochmal durch - ohne es gleichzeitig zu befürworten - was passiert wenn ein unternehmen nicht extrem spart, kurzfristig is das einfachste kündigungen - es werden weiter rote zahlen geschrieben, bis irgendwann die ganze führungsetage ausgetauscht werden muss. die werden aber weiterhin "sparen" und noch mehr entlassen. unterm strich hast du mehr kündigungen.


    Es ist schon fast pervers, wenn die "Möchtegern BWLer" diesen Unsinn immer wieder nachplappern, ohne sich mal wirklich Gedanken zu machen.

    Stichwort Allianz. Wie rote Zahlen haben die geschrieben??? Dann müssen die ja wohl 7480 Stellen streichen.

    Aber das nur am Rande.


    Das eigentliche Problem ist doch ein ganz anderes:

    Die Firmen verdienen genug und könnten auskömmliche Löhne zahlen. Nur gehen die Firmen zum Zweck der Gewinnmaximierung dahin, die Arbeitnehmer immer mehr auszubeuten. Und das gelingt ihnen jetzt immer besser, weil sie die Arbeitnehmer weltweit gegeneinander ausspielen können. In den Führungsetagen und den Großaktionären wird immer mehr gezahlt, auf Kosten der Arbeiter.

    Naja, schon Karl Marx hat gesagt, was die Arbeitnehmer dagegen tun können.


    Das Problem in Deutschland ist, dass die Leute, die von der Öffentlichkeit gehört werden und dazu gehören auch die Politiker, nciht entschieden gegen diese Ausbeitung eintreten. Und seit Schröder haben wir ja auch leider keine große Partei auf der linken Seite mehr.
  • @ last threads^^
    Als üblicher Verdächtiger ;)
    - der allerdings Argumenten gegenüber gerne aufgeschlossen ist / @ Gsh ;) -
    versuche ich hier nur den allergröbsten Unsinn zu relativieren.
    Dazu hättest Du aber doch auch gut beitragen können, gelle ?

    Denn ich möchte hier auch nicht zum wiederholten Mal eine ideologische Debatte führen...insofern geh ich mit Dir konform.

    Was hier allerdings ein heraussprudelnder User an Allgemeinplätzen und Plattitüden loslässt,
    grenzt schon arg an Volksverdummung....derartiges darf nicht unwidersprochen bleiben ...es gibt einfach zu Viele, die Derartiges dann noch für bare Münze nehmen ;)

    "Möchtegern BWL'er" dabei als Bezeichnung zu wählen, ist wirklich noch sehr schmeichelhaft, McKilroy :)
    und .....beleidigt eher die Studenten dieser Fachbereiche^^
    Allein was Orthographie, Grammatik und der gedanklicher Aufbau seiner Argumente betrifft, mal ganz abgesehen von den genannten falschen Inhalten & Bezügen...:rolleyes:
    erreicht dieser 'Angesprochene' allerdings so mit Sicherheit nie Führungspositionen...
    was ja andererseits auch schon wieder sehr beruhigend ist...;)
    Zudem ....konnte er für mich auf Grund auch seiner bisheriger Beiträge eh nie glaubhaft machen, dass er in derartigen Positionen bereits schon persönliche Erfahrungen machen konnte :D

    back to topic
    Ich will gar nicht verhehlen, dass einige Unternehmen (auch in der Vergangenheit) den Sinn sozialer und gesellschaftlich relevanter Investitionen erkannt haben - ob diese U. dabei nun wirtschaftlich konsolidiert waren oder sich (auch noch) in Umstrukturierungen befanden.....
    dazu gehör(t)en auch einige sogenannte 'Globalplayer'.

    Allerdings begründ(et)en sich derartige 'Wohltaten' immer auch aus der vollkommen vernünftigen Einsicht, dass zufriedene, motivierte und somit auch loyale Mitarbeiter nicht unmaßgeblich zur Effizienz, Produktivität und zum Gewinn von Unternehmen beitragen...
    mal ganz abgesehen von einem dadurch langfristig zu erreichendem positiven Image in der öffentlichen Meinung.
    Dieses aber nun pauschal auf die gesamte Wirtschaft und deren Führungsgremien zu übertragen und zu verallgemeinern....
    ist - vorsichtig ausgedrückt - schlicht...naiv...und total realitätsfremd.

    Unser derartiges, globales ('freies') Wirtschaftssystem ist eben z.Zt. nur auf Wachstum ausgerichtet...
    da aber nun mal die Ressourcen begrenzt sind, Gewinn aber immer oberste Prämisse, wird es neben einigen Gewinnern auch immer viele Verlierer geben....
    soziales Engagement ist hierbei - leider und immer noch - ein vernachlässigtes 'Nebenprodukt'.
    Cui bono? et ... Quis custodiet ipsos custodes?
    frei übersetzt: Wem nützt es? und ... Wer kontrolliert die Kontrolleure?

    Seit Sommer 2013 seltener online!
  • zuerst muss ich gewissen vorpostern zustimmen!

    seit diesem semester wird an meiner uni das studium ´philosophy and economics´ angeboten, das sich unter anderem mit diesem thema beschäftigt...
    interessant ist vor allem, dass die nachfrage immer das angebot bestimmt...
    ->soll heißen, gäbe es kein interesse an -in dieser hinsicht ausgebildeten- leuten, gäbe es auch den studienplatz nicht (neu).ein lichtblick.
    aber zurück zum thema:
    manager sind zum großen teil unternehmens-berater, die selbstverständlich nach "erfolg" bezahlt werden!
    ABER, so unglaubwürdig es sich auch anhört:
    momentan wird den firmen bewusst, dass, so mehr "arbeitende" menschen es gibt, so mehr leute sich auch (konsum-)güter aneignen können.
    desweiteren planen unternehmen mittlerweile, nicht arbeiter zu entlassen, um die gleiche produktivität mit weniger ausgaben zu erreichen, sondern mit bestehendem "stamm" mehr produktivität zu erlangen...->sie scheinen zu lernen...nirgendwo in der welt ist die diskussion um auslandsproduktion, arbeitslosigkeit, etc so groß wie hier in deutschland, und das kann uns positiv stimmen...
    und bevor ich alles ins gute rede, hier das vorwort in meinem marketingwissenschaften buch:

    "kundenorientiertes qualitäts-management ist eine beleidigung für die marketingwissenschaften."

    so lernt man das ohne witz an der uni!
    life is what happens to you while you´re busy making other plans.