Tätigkeit verweigert -> Chef will mir die Vergütung kürzen!

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  • Tätigkeit verweigert -> Chef will mir die Vergütung kürzen!

    Hilfe Leute,

    ich habe ein großes Problem.

    Ich mache eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Da es im Büro gerade wenig zu tun gibt, will mich der Geschäftsführer bei Sanierungsarbeiten* in einem seiner Häuser einsetzen.

    Da ich mich anfangs weigerte, drohte er mir an, ich kann auch zu hause bleiben und bekomme meine Fehlzeit anteilig von der Ausbildungsvergütung abgezogen. Nun bekam ich von ihm eine Bedenkzeit bis nächsten Montag.

    Ich fand im Internet leider nicht die Ausbildungsbestimmungen für den Bürokaufmann und weiß deshalb nicht weiter.

    Kann mir jemand helfen?

    *Böden, Balken, Wanddurchbrüche, Abdichtungen, Spachteln.....
  • Hi,

    zum Aufgabenbereich eines Bürokaufmanns gehören wohl kaum Sanierungsarbeiten. Sofern Dein Ausbildungsvertrag wirklich auf Bürokaufmann lautet, bist Du zu solchen Arbeiten, zumal in Privaträumen des Chefs, nicht verpflichtet!

    Sofern nichts für Dich zu tun ist im Büro, kannst Du jedoch auch nicht einfach zu Hause bleiben! Du solltest Deine Arbeit vor Ort im Büro anbieten/zur Verfügung stellen, denn wo keine Fehlzeit, da auch kein Abzug!

    Gibt es denn keinen Ausbildungsleiter im Unternehmen? Personalabteilung? Oder macht das alles dieser Chef?

    Gruß
    Troja1
  • 1) Keine Gespräche mehr mit ihm alleine führen - Immer drauf achten, dass verlässliche Zeugen dabei sind.

    Falls vorhanden, Betriebnsrat einschalten.

    2) Sofort zur IHK gehen - dort den Vorfall schildern.

    3) Auf jeden Fall zu den vereinbarten Arbeitszeiten im Betrieb anwesend sein.


    4) 2 noch am Freitag erledigen!!!
  • Ich würde McKilroy da in allen Punkten zustimmen.

    Zusätzlich kannst du dich evtl. auch noch bei Doktor Azubi umschauen:
    Stress in der Ausbildung? Stress in der Schule? Doktor Azubi hilft! Wir sind für dich da! Wir sagen dir konkret, was geht! Wir setzen alles daran, gemeinsam mit dir Lösungen zu finden. Schnell, unbürokratisch und kostenlos.
    doktor-azubi.de/

    Gruß,
    Commander Keen
    Ich habe das Wort "Europa" immer im Munde derjenigen Politiker
    gefunden, die von anderen Mächten etwas verlangten, was sie im
    eigenen Namen nicht zu fordern wagten. [SIZE="1"](Nov. 1876)[/SIZE]
    [SIZE="1"]Otto von Bismarck[/SIZE]
  • Man muss immer differenzieren. Ganz klar hat McKilroy recht. Der Chef darf dich nicht dazu zwingen geschweige denn Gehalt kürzen.
    Hier mal, nebenbei erwähnt, Rechte und Pflichten von dir und die des Arbeitgebers: hxxp://w³.bmbf.de/pub/ausbildung_und_beruf.pdf

    Nun müssen wir aber trotzdem ein paar Punkte bedenken, obwohl du im Recht bist:

    - Wie lange machst da schon Ausbildung ? --> Kurz vor Ende ? Oder eher noch am Beginn.
    - Wie läuft deine Ausbildung ? Bekommst alles vermittelt und ist das Klima ansonsten gut ?
    - Was hat der Chef fürn Temprament ? Wird er dir fortan das Leben schwer machen oder nimmt ers so hin... Das kann ein wichtiger Aspekt sein, wenn du wirklich auf den Ausbildungsplatz angewiesen bist.
    - Könntest du im Fall des Falles leicht einen anderen Ausbildungsplatz finden ? Oder ist dein Zeugnis etwas mau.

    Manchmal muss man solang man so dermaßen weit unten in der Hierarchie ist wie ein Azubi nunmal in den verdammt sauren Apfel beißen. In der heutigen Zeit so leid es mir tut schon eher als früher.
  • Hallo allesamt,


    was mich interessieren würde, wie ist das mit der IHK ausgegangen? Schaltet die sich aktiv ein, oder ist der IHK das vollkommen egal?

    Wenn die aktiv mitmischt und Du (@snakebite) sowieso raus willst aus dem Betrieb, dann würde ich mich weigern da irgendwas anderes zu machen, was nicht Teil der Ausbildung ist. Das Zeug wird aktenkundig und wenn Dir der Chef im Gegenzug (als Racheakt) ein miserables Arbeitszeugnis ausstellt, dann kannst Du das ja ziemlich einfach widerlegen beim künftigen Arbeitgeber. Soweit die Theorie. Bessere Karten hast Du natürlich, wenn andere Arbeitnehmer/Azubis da mitziehen. Wenn Du alleine einen Streit anfängst, steht Aussage gegen Aussage, und so wie ich den Chef und die anderen Beschäftigten einschätze, werden die, wenn die vor die Wahl gestellt werden "Wahrheit oder Job", sich vor Gericht an nichts erinnern können. Gut, ich will jetzt nicht vom schlechsten im Menschen ausgehen, aber euer Chef scheint ein sehr ernstes Regiment zu führen. Und wenn Du schon vor ihm kuscht, wird der Rest das sicher auch tun. OK, legen wir das mal für einen Moment auf die Seite und warten ab, bis Jeladeens Fragen beantwortet sind zum Temperament des Chefs.

    Also meine Meinung: Wenn Du raus willst aus dem Betrieb und Du andere "Rebellen" hast, mit offenen Visier kämpfen. Wenn Du alleine bist und raus willst, steht im dümmsten Fall Aussage gegen Aussage und Dir bleibt evtl. ein miserables Arbeitszeugnis übrig, als Racheakt sozusagen. Wenn's Dir gefällt im Betrieb und Du weitermachen willst, in den sauren Apfel beißen. Andere Möglichkeiten gibt's leider nicht :(.


    Gruß,
    Linda
  • - Wie lange machst da schon Ausbildung ? --> Kurz vor Ende ? Oder eher noch am Beginn.
    ->Ich bin jetzt im zweiten Lehrjahr meiner 2 1/2 jährigen Ausbildung.

    - Wie läuft deine Ausbildung ? Bekommst alles vermittelt und ist das Klima ansonsten gut ?
    ->Das Klima zwischen mir und den Mitarbeitern ist als ausgeglichen zu beschreiben. Ich, sowie andere Mitarbeiter lästern oft hinter dem Rücken des Chefs über ihn. Ich bekomme eigentlich nicht viel vermittelt durch ständige Tätigkeiten wie, kopieren, einordnen, telefonieren... Um sich ein Bild machen zu können: Ich war mal in den Schulferien bei der Allianz AG beschäftigt. Selbst in diesem unqualifizierten Job waren die Aufgaben anspruchsvoller.

    - Was hat der Chef fürn Temprament ? Wird er dir fortan das Leben schwer machen oder nimmt ers so hin... Das kann ein wichtiger Aspekt sein, wenn du wirklich auf den Ausbildungsplatz angewiesen bist.
    ->Mein Chef ist ein gelernter Verkäufer und ein studierter Betriebswirt. Es teilt sich meistens ruhig und verständlich mit. Er fährt selten aus seiner Haut, doch man merkt es ihm an, wie es in ihm drinnen aussieht. Er lügt wo er nur kann um einen persönlichen Vorteil aus einer Situation zu ziehen. Dabei stellt er sich äußerst geschickt an. Wird er entlarvt stellt er sich blöd (zugegeben, selbst da wirkt er noch eloquent und glaubhaft). Bestrafung kommt meistens nicht unmittelbar, sondern sie wird über einen längeren Zeitraum gestreckt und in Sticheleien, entwürdigenden Aufgaben, Bloßstellungen... vermittelt. Mein Chef weiß genau wie er die Leute gegeneinander ausspielt. Einmal kam sogar eine Beschäftigte des Unternehmens auf mich zu und erzählte mich mit feuchtroten Augen was ihr widerfahren ist. Mein Chef ist ein Meister darin in Leuten Druck aufzubauen, bis sie das tun was er verlangt. Er nutzt Fehler bei der Arbeit um Forderungen zu stellen die nichts mit der Sachlage zu tun haben.....

    - Könntest du im Fall des Falles leicht einen anderen Ausbildungsplatz finden ? Oder ist dein Zeugnis etwas mau.
    ->Zeugnissdurchschnitt 2,6........................Mathe 1: 5, Mathe 2: 4
    Frage beantwortet. <-Fachhochschulreife.

    Ohhh Fuck.
  • Grobiwahn schrieb:

    Tip1: Lehrjahre sind keine Herrenjahre
    Tip2: Stell dich doch einfach bei den Sanierungsarbeiten ein klein wenig zu
    bl--e oder zu d--m an erledigt sich dann von selbst

    mfg. Grobiwahn


    Punkt 1 stimm ich dir zu.

    Aber Punkt 2 geht ja überhaupt nicht, wenn du davon keine Ahnung hast. Ich würd auch zur IHK gehn und denen alles erzählen, dann bekommt "der Alte" bestimmt Feuer untern Hintern :D
  • Ich habe mich am Donnerstag und am Freitag geweigert die Aufgaben zu vollbringen, die mein Chef von mir abverlangt. Jetzt droht er mir mit der ersten Abmahnung. Und sollte ich mich weigern, das zu tun was er sagt, hat er kein Problem damit mich heraus zu schmeissen.

    Er meint, die Sanierungsarbeitein sind im Rahmen eines Praktikums zulässig.
  • Ach so, noch eine Sache:

    Ich unterhielt mich mit einem Mitarbeiter der IHK am Telefon (Donnerstag).
    Ich schilderte ihm den gesamten Sachverhalt. Er meinte direkt darauf, ich könne meinen Chef verklagen und Schadensersatz fordern. Ohne eine Rechtschutzversicherung, ein Ding der Unmöglichkeit. Ansonsten würde ich es glatt machen.

    Als ich ich fragte, was für Möglichkeiten von der IHK aus bestehen, war die Antwort verblüffend einfach: Er (der Berater) könne mit meinem Chef reden,
    aber danach würde ich wahrscheinlich gekündigt werden. Keine Rede von Möglichkeiten über die IHK in einen anderen Ausbildungsplatz vermittelt werden zu können. Keine Rede davon, mich bei einer Klage zu unterstützen. Danach gab ich auf.
    Und das, obwohl dem Berater die Firma meines Chefs ein Begriff ist (schon vor mir) und sich Gründe geradezu häufen.

    Das Gespräch endete mit dem Ergebniss, als hätte es nie stattgefunden.
  • Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall einen Rechtsanwalt einschalten.

    Wenn du gewinnst, muss dein Chef deine Anwaltsgebühren bezahlen.

    Ansonsten geh mal zur Gemeinde oder Stadt und kläre, ob du ANspruch auf Beihilfe zu den REchtsanwaltkosten hast.

    Voraussetzung ist natürlich immer, dass du Zeugen hast, für das, was geschehen ist.