Bundestag umorganisieren

  • Diskussion

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  • Bundestag umorganisieren

    Hallo,

    ich habe eine Gruppe von Freunden, mit denen ich oft über verschieden Dinge diskutiere. (Das tun Männer im Allgemeinen ja gerne)

    Unter anderem haben wir über Politikverdrossenheit und Präsentation der politischen Landschaft gesprochen. Dabei ist herausgekommen, dass ein großer der Bevölkerung sich zu wenig mit Politik beschäftigt und gar nicht sieht „WO“ Politik gemacht wird.

    Ich vermute, dass sehr viele Bürger das Kaspertheater, d.h. die Debatten, welches im Fernsehen übertragen wird als „Hauptbeschäftigung“ der Politiker ansehen. Kaum jemand weiß, dass die Arbeit und Entscheidungen bereits in Ausschüssen und Arbeitskreisen (inoffiziell) gemacht und getroffen werden. Im Bundestag findet im besten Falle eine Ergebnispräsentation statt und die anschließende Abstimmung ist nur noch Formsache.

    edit:
    Runde 1:


    Deshalb zwei Fragen, die bitte jeder am Anfang seines Beitrages beantwortet (mit Ja, Nein, Vielleicht):

    1. Ist die Außenwirkung des Bundestages so richtig und positiv?
    2. Würde eine Veränderung ein besseres Bild in der Öffentlichkeit ergeben und langfristig auch mehr Teilnahme und Engagement in der Politik bewirken?

    Gegenmeinungen, Ideen zur Verbesserung und Begründungen bitte im anschließenden Textteil. Bin schon gespannt auf eure Antworten.

    Vielen Dank

    edit: Nach Beantworten von Runde 1, findest man weiter unten die Diskussionsvorlage für Runde 2
  • 1. JA der Bundestag ist wichtig
    2. Nein

    zu1 Wenn man sich Informieren will über die Politik und die einstellung der verschiedenen Partein dann kann dies am Besten im Bundesrat/tag verfolgt werden.

    2. die Einstellung/Verdrossenheit zur Politik liegt nicht am Bundestag mann könnte ihn verkleinern dann würde es die Leute für ein paar Tage interresieren weil dann die B*** zeitung darüber schreibet aber sonst denke ich nicht das man viel machen kann
    Wer ReCtScHrEiBfEhLeR findet darf sie behalten
  • 1. ja
    2. nein

    1. is doch nett was die da diskutieren und wenn man mal so die ein oder andere debatte gehört hat, lol, so beleigt man wen auf "höchster" ebene...

    2. willste ne computerspiel im bundestag machen oder was?
    der der sich damit beschäfttigen will, der weiss das was du bemängelst.
  • 1. Sie ist richtig, da die Diskussionen den Sinn eines Parlamentes widerspiegeln. Ob ein solches positiv ist, muss jeder fuer sich selbst entscheiden.

    2. Nein, sie sollte nicht veraendert werden, da dies den obengenannten Sinn zerstoeren wuerde und somit die Demokratie schaedigen wuerde.

    Ich persoenlich halte den Bundestag lediglich fuer obligatorisches Element einer Republik. Ich denke nicht, dass diese Diskussionen dort besonders viel bringen, da die meisten Politiker ohnehin der Parteilinie folgen und sich eher selten von anderer Parteien Argumenten beeinflussen lassen.
  • 1 ja
    2 nein

    der Bundestag soll ja gerade für die öffentlichkeit ersichtliche dinge in den vorlesungen diskutieren damit das die Bundesbürger auch mitbekommen. Wie bitte soll das sonst in einer Demokratie gehen, wenn nur Ausschüsse mit einem kleinen Kreis darüber diskutieren was für Gesetzte verabschiedet werden.
    Ich bin voll dafür, daß zumindest ca. 500 gewählte Volksvertreter über neue GEsetze entscheiden, als nur 10 Ausschussmitglieder.
  • 1)Keine Ahnung, schon irgendwie
    2)Mit Sicherheit!

    Wir könnten sicher mehr Teilnahme erreichen, wir müssen einfach eine Show daraus machen.

    - Jede Fraktion stellt einen Vertreter auf, der ihre Linie vertreten
    - Jeder Vertreter darf in einer Rede von 5 Minuten erklären, was seine Partei zum aktuellen Thema zu sagen hat
    - Anschließend: Telefonvoting, in der Zwischenzeit Werbung und Musikacts. Die Partei mit den wenigsten Stimmen fliegt raus.
    - Nächste Runde: Streitgespräch. Die verbleibenden Kandidaten stehen sich im offenen Rededuell gegenüber. Der Zufallsgenerator bestimmt wer sprechen darf. Das Mikrofon bleibt so lange offen, wie ein anderer Abgeordneter der selben Partei die Luft anhalten kann.
    - Anschließend Voting, Musik, Werbung
    - usw.

    Alles am Samstag ab 20.15 Uhr. Ich schätze, wir würden tolle Quoten haben. Montags würde man sich auf der Arbeit darüber unterhalten, ob die gewählte Gesundheitsreform wirklich die beste war und warum die Union immer so alte Kandidaten schickt...

    Nur wollen wir das? Politik ist nun mal langweilig. Ein großer Teil der Politik besteht aus der Umsetzung von EU-Verordnungen, Anpassung von Grenzwerten und ähnlich langweiligen Zeugs. Wir können nicht ständig zum Mond fliegen, Wiedervereinigt sind wir schon und im Tagesgeschäft geht es meist langweilig zu.

    Das im Bundestag nur das vorgetragen wird, was in irgendwelche Fraktionssitzungen diskutiert wurde ist richtig, aber imho nicht weiter schlimm. Immerhin kann sich so der Politikinteressierte in Bild über die unterschiedlichen Positionen machen.

    Einen breiten Teil der Bevölkerung für die Politik zu begeistern ist imho unrealistisch. Viele Themen sind einfach so komplex, dass nicht mal die Politiker komplett durchschauen. Wie soll da der Bauarbeiter mit 9 Jahren Hauptschule durchblicken, während er in der Mittagspause auf dem Weg von Natasha die ihr Höschen nicht finden kann zum Sportteil kurz 2 Schlagzeilen aufschnappt.

    Mein Fazit: Entweder wir machen die Politik zum Event und riskieren dabei, dass Politiker demnächst Modellmaße haben müssen oder wir leben damit, dass es einen Großteil der Bevölkerung am Hintern vorbei geht was "die da in Berlin" so machen.
  • Ja
    Nein

    Ansonsten kann ich nur sagen ,das dass was Carlos-X geschrieben hat, gar nicht so undumm ist mit der Show. Man müsste sie nur richtig darstellen. Auf N24 etc wäre es vielleicht machtbar. Jedoch ist auch wirklich damit zu rechen das dann Show-Politker dabei rauskommen und es nur noch schlimmer wird.
  • @sprudel
    ehrlich gesagt, verstehe ich jetzt dein problem mit meiner aussage nicht so ganz oder wo verstehen wir uns jetzt falsch?

    heute werden im Bundestag/-rat Gesetze durch Abstimmung beschlossen. Und NICHT in Ausschüssen!!!! Falls du es noch nicht weißt, besteht der Bundestag aus rd. 500 Mitglieder.
    Also dein vielbesagtes Chaos würde also schon heute herrschen. Naja gut in gewisser weise ist das ja auch so. :)

    Die Ausschüsse bereiten lediglich die Gesetzentwürfe vor, über die der Bundestag und danach noch der Bundesrat abstimmt.

    Ich halte es für sehr gefährlich, wenn gerade mal 10 Ausschussmitglieder im stillen Kämmerchen irgendwo mal eben so beschließen, daß jetzt die Mehrwertsteuer erhöht wird, was verboten, eingeschränkt oder sonst was wird, dann sind wir nicht mehr weit von einer Diktatur weg.

    Oder hast du gerade ne Ahnung was alles für Gesetzesvorlagen in Ausschüssen besprochen wird???? Der breiten Masse werden diese doch meistens erst über die Medien verbreitet, wenn diese Gesetzesentwürfe in einer der 3 vorgeschriebenen Vorlesungen im Bundestag vorgetragen werden. Das mein ich. nicht mehr.
  • sprudel schrieb:

    aso, hab verstanden, dass 500 personen gesetze entwickeln sollen. wodrin ich ein chaos befürchte. welches ewig dauern würde, und so eigentlich relativ wenig bei raus kommt.

    Nun, bei einigen Gesetzen ist dies der Fall, zumindest wenn ich die ganzen Lobbisten dazurechne, die Stellung nehmen dürfen und ggf. hochrangigen Vertretern ihren Standpunkt darlegen. Das Chaos äußert sich im Extremfall in praktisch nicht vollziehbaren Gesetzen und Verordnungen.
    talkinghead


    **keep on running**
  • 1. Nein
    2. JA

    @fexbest: Bitte die beiden Fragen beantworten.

    Zunächst mal danke für eure Antworten. Insbesondere für die Voting Idee und das Höschen von Natasha. Ich habe herrlich gelacht (Carlos-X)

    Ich kann festhalten, dass die meisten mit 1.Ja 2.Nein geantwortet haben. Meine Antwort wäre allerdings kritischer ausgefallen (s.oben).


    Begründung
    1. Ich kann die Außenwirkung so nicht bestätigen. Ich habe nicht die Sinnhaftigkeit des Bundestages hinterfragt. Unser föderales System sogar sehr gut. Vielmehr seine Präsentation nach außen. Ist diese Art und Weise miteinander zu reden oder zu diskutieren etwa positiv?
    Übertragen wir das mal in das normale Leben. Das ihr mit Freunden oder Kollegen nicht so redet wie im Bundestag, denke trifft bei jedem zu. Schließlich ist das entweder ein freundschaftlich bis direktes oder höfliches bis oberflächliches Gespräch je nach Beziehung zueinander. Ähnlich wichtige Diskussion und Reden treffen „wir“ in Unternehmensvorständen in kleinerer Form und auf Betriebsversammlungen in größerer Form wieder. Ich kann mir hier nicht vorstellen, dass zu einem Thema wie z.B. Entlassungen der Geschäftsführer und andere so ein Theater veranstalten. Lächerlich, gespickt mit billiger Polemik und weit entfernt von professionell, ziel- und erfolgsbewusst. Das hat nichts mit langweilig oder nicht zu tun.

    2. Sicherlich ist ein großer Teil Politik Routine auf hohem Niveau, bei dem nicht jeder alle Zusammenhänge verstehen kann. Wenn ich aber von Anfang an so vor den Kopf gestoßen werde, dass ich es gar nicht mehr verstehen will läuft etwas falsch in der Kommunikation. Das ich dann keine positive Meinung dazu haben werde ist nahe liegend. Kleinigkeiten werden gleich zu Riesenproblemen. Man fängt nur noch zu meckern, es entsteht eine Nation von Bedenkenträgern.
    Wenn man sich die skandinavischen Staaten anschaut, dann haben einige Politiker das Land ich sage mal volksnah aus tiefen Krisen und hohen Schuldenbergen mit unbeliebten Maßnahmen herausgeholt und wurden auch zwischenzeitlich wiedergewählt, obwohl der Erfolg noch nicht in dem Maße da war. Da braucht es Glaubwürdigkeit, Vertrauen und ein erkennbares Ziel. Dann macht die Bevölkerung auch mit, selbst wenn nicht jeder die volle Tragweite überblicken kann. (Dafür gibt es ja gewählte Vertreter, die sich solche Überlegungen für uns machen) Siehe z.B. Göran Persson in Schweden



    RUNDE 2

    Nachdem wir unsere generelle Meinung geäußert haben, würde ich gern drei spezifische Argumente mit euch diskutieren und rolle das Feld mal aus aktuellem Anlass von hinten auf:

    1. Argument: Teilnahme
    Ich finde das Internet ermöglicht individuelle Informationsbeschaffung in allen Bereichen auch der Politik. Außerdem ermöglicht es den direkten Dialog. Diese Form der Kommunikation mit dem Bürger sollte man besser vermarkten.

    abgeordnetenwatch.de: Abgeordnete online befragen
    kandidatenwatch.de: Bremen


    Wie das geht sieht man z.B. in der jüngsten Wahl in Frankreich (siehe auch andere Diskussion)

    Schaut mal auf arte.tv

    Direkt zu Wahl 2007

    Da gibt es einen richtig guten Beitrag unter "Dokumentarfilm" zur Wahl und Einfluss des Internets. War echt superinteressant.

    Dieser Beitrag über den "Wahlkampf der Zukunft" und wie Blogger Journalisten verdrängen und der Bürger direkt mitdiskutiert ist nur noch bis zum 15.05 online!!!
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    Wenn keiner mehr an Wunder glaubt, dann wird's auch kein's mehr geben!