[FUN] Operator from hell 1-9 lolig

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  • [FUN] Operator from hell 1-9 lolig

    originally posted from AciD Crew^Delirion @ 06-05-2003 04:57 PM on Tristar:

    have fun


    Bastard Operator from Hell 1

    Heute ist Backup-Tag. Mein Lieblingstag! Andererseits hat es natürlich gewisse Vorteile, der Operator zu sein. Ich linke das tape device nach /dev/null - viel ökonomischer. Zumindest was meine Arbeitszeit angeht, weil ich nicht alle 5 Minuten Bänder wechseln muß. Außerdem dauert das Backup nur noch etwa 12 Minuten, also kann es nicht ganz schlecht sein!
    Ein Benutzer ruft an.
    "Wissen Sie, warum das System so langsam ist?" fragen sie.
    "Wahrscheinlich liegt's an ..." Ich schaue nach, was heute dran ist " ... der Taktfrequenz."
    "Ah." Wenn sie nicht wissen, wovon man redet , sind sie meistens zufrieden. "Wissen Sie wann das repariert wird?"
    "Repariert? Es sind 275 Benutzer auf deiner Maschine, einer davon bist du. Nun sei ein braver Junge und laß mal ein paar andere ran. Log aus, Egoist!"
    "Aber ... aber die Ergebnisse müssen morgen abgegeben werden. Ich brauche nur noch eine Seite auf dem Laserdrucker .."
    "Aber klar doch! Erzähl das mal deiner Omama, Bruder!" Ich hänge auf.
    Hundertausend Höllenhunde! Man sollte meinen, daß sie endlich lernen NICHT mehr anzurufen!
    Das Telefon klingelt wieder. Ich weiß, daß er es ist. So was nervt mich. Ich verringere meine Stimmlage um 2 Oktaven.
    "HALLO, LOHNBUCHHALTUNG!"
    "Ah .. oh. Tut mir leid. Ich habe die falsche Nummer..."
    "SOOO? Wie ist denn Ihr Name, Freundchen? Wissen Sie, wieviel Geld uns solche falschen Anrufen kosten? WISSEN SIE DAS? Ich hätte gute Lust, Ihre vergeudete Zeit, meine vergeudete Zeit und die Kosten dieses Anrufs von Ihrem Monatsgehalt abzuziehen! TATSACHE, DAS WERDE ICH AUCH! Wenn ich mit Ihnen fertig bin, werden SIE UNS Geld schulden! WIE IST IHR NAME - UND KEINE LÜGEN! WIR HABEN ISDN!"
    Ich höre, wie der Hörer 'runterfällt und sich jemand in Trab setzt - er will sich im Sekretariat des Dekans ein Alibi besorgen. Ich tippe seinen Benutzernamen ein und rufe im Sekretariat des zugehörigen Dekanats an.
    "Hallo?" meldet sie sich.
    "Hallo, Simon, Operator hier. Passen Sie auf! Wenn er in etwa 10 Sekunden in Ihr Büro stürmt, können Sie ihm was ausrichten?"
    "Ich denke schon...", sagt sie unsicher.
    "SAGEN SIE IHM: ER KANN RENNEN, ABER ER ENTGEHT MIR NICHT!"
    "Ähm, gut."
    "Und nicht vergessen. Es wäre doch schade, wenn jemand Ihre Datei mit den einschlägigen S+M Tips in Ihrem Account finden würde..."
    Ich höre ihre langen Fingernägel panikartig über die Tastatur klappern...
    "Sparen Sie sich die Mühe - ich hab' bereits 'ne Kopie. Nun seien Sie eine gutes Mädchen und richten Sie's ihm aus!"
    Sie verspricht es heulend.
    Das Schlimme an der Sache ist, die S+M Sache war nur geraten. Trotzdem hole ich mir rasch eine Kopie davon. Könnte mal ganz gut sein, wenn ich nicht einschlafen kann...
    Inzwischen ist das Backup in neuer Rekordzeit zu Ende gelaufen.
    11 Minute und 10 Sekunden. Es lebe die moderne
    Rechnertechnik!

    Schon wieder klingelt das Telefon.

    "Ich brauche mehr Speicherplatz", sagt er.
    "Warum ziehen Sie nicht in den Osten?"
    "Quatsch, in meinem Account, Sie Idiot."
    Idiot? Oh-oh...
    "Es tut mir so leid", sage ich wie Mutter Beimer in der Lindenstraße, "aber ich hab' das nicht ganz mitgekriegt. Was sagten sie doch gleich?"

    Ich kann die aufkommende Angst durch die Leitung riechen.

    Aber es ist zu spät: er ist erledigt und er weiß es.
    "Ähm, ich sagte, hätte gerne etwas mehr Speicherplatz in meinem Account, bitte."
    "Aber klar. Augenblick mal."
    Ich höre ihn erleichtert aufatmen, obwohl er die Sprechmuschel mit der Hand abdeckt.
    "Erledigt. Sie haben massig Platz jetzt."
    "Wieviel?"
    Das geht mir nun wirklich auf den Kecks! Nicht nur, daß sie dauernd Speicherplatz von mir fordern, sie wollen mich auch noch kontrollieren und protestieren, wenn ich ihnen nicht genug gebe. Sie sollten glücklich sein mit dem, was von mir gibt, und basta!
    Wieder mit Mutter Beimer :
    "Also, schaun' wir mal. Sie haben 60 MB frei."
    "Klasse! 120 MB zusammen. Vielen Dank", sagte er, begeistert von seiner Verhandlungstechnik.
    "Moment!" unterbreche ich. Das muß man genießen wie einen Südaustralischen bei Raumtemperatur. "60 MB insgesamt."
    "Was? Ich habe doch schon 60 MB belegt. Wie kann ich dann noch 60 MB frei haben?"
    Ich sage nichts. Ist auch nicht nötig. Er wird schon noch drauf kommen.
    & quot;Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

    arrrrrrrrrrrrggggghhhhhh! "
    Ich mag mich, wenn ich eklig bin. Ehrlich!

    Fortsetzung folgt morgen oder übermorgen oder überübermorgen
    oder ...



    Bastard Operator from Hell 2

    Ich spiele gerade DOOM an der Masterconsole, als irgend so ein gedankenloser Bastard anruft.
    Ich hebe ab.
    "Hallo?", sage ich.
    "Wer ist da?", sagen sie.
    "Ich denke, ich bin's", sage ich. Wozu habe ich den Kurs 'Erfolgreiches Verhandeln am Telefon' absolviert?
    "Wer ich?"
    "Wird das ein Östereicherwitz?" sage ich, während ich mit allen verfügbaren Fingern auf den Feind ballere.
    ZU SPÄT.


    YOU GOT KILLED. GAME OVER.

    Meine Laune sinkt von minus zweihundert auf den absoluten Nullpunkt.
    "Was kann ich für Sie tun?" Stimme so weich wie Kaschmirwolle - (ein untrügliches
    Warnzeichen!)
    "Ähm, Ich hätte gerne gewußt, ob wir ein bestimmtes Software-Paket haben..."
    "Was für eine Software ist das?"
    "Ähm, sie heißt B-A-S-I-C."
    > klickerdiklackerdiklick r-m b-a-s-i-c.e-x-e <
    "Hm, tut mir leid, haben wir nicht. Wir hatten das mal..."
    "Oh. Na gut, die andere Sache, weswegen ich anrufe: könnte man alle Daten in meinem Account auf Band kopieren. Dann hätte ich eine Sicherheitskopie zu Hause, im Falle eines Falles..."
    "Im Falle eines Falles?"
    "Ja, falls sie zum Beispiel aus Versehen gelöscht werden oder so ..."
    "GELÖSCHT! Ah, machen Sie sich da mal keine Sorgen. Wir machen doch Backups."

    (Ich bin so ein Schwein!)

    "Wie ist Ihr Username?"
    Er gibt mir seinen Usernamen. Nicht sehr helle!
    > klickediklackediklick <
    "Aber Sie haben doch gar keine Daten in Ihrem Account!" sage ich, baffes Erstaunen in der wohlmodulierten Stimme.
    "Natürlich habe ich Daten. Sie schauen sicher an der falschen Stelle!"
    > klickediklackediklick <
    "Ah, stimmt. Ich war falsch", sage ich.
    Hat er nicht gerade 'Typisch' in seinen Bart gemurmelt? Mein lieber Freund...
    "Ich Wollte sagen: DER USERNAME EXISTIERT GAR NICHT."
    "Was?" Wimmern in der Leitung. "Aber da muß einer sein. Ich habe doch erst heute morgen darin gearbeitet!"
    "Aha! Da liegt das Problem. Sehen Sie, da war ein Virus im System heute morgen. Der ... äh .. Leonardo da Vinci Virus. Löscht alle User, die gerade eingeloggt sind, wenn er losbricht."
    "Das kann nicht sein. Meine Freundin war auch eingeloggt, und jetzt bin ich gerade in ihrem Account!"
    "Und welcher ist das?"

    ER SAGT ES MIR. MANCHE LEUTE LERNEN'S NIE.

    "Ah, ja. Den Account konnten wir gerade noch retten."
    > klickediklackediklick <
    "Sie hat nur alle Daten verloren."
    "Aber..."
    "Keine Sorge. Wir haben doch alles auf Backup."
    "Oh, Gott sei Dank!!!"
    "Auf Lochstreifen-Backup! Haben Sie einen Leser dafür? Wir nicht! Viel Spaß!!!"
    Ich bin so ein Hund!


    Bastard Operator from Hell 3

    Mein Job ist so eine Hetze, daß ich kaum dazu komme, kurz mal ins Kino zu fahren, bevor die Leute ihre Ausdrucke abholen kommen. Die Que ist sowieso viel zu voll, als daß ich alles rechtzeitig ausgedrucken (und sortieren) könnte. Also kille ich alle die kleineren Jobs bis auf zwei, und die lassen sich im Nu sortieren. Nach dem Film (einer von diesen Endlos-Bertoluccis, wo der Held nach drei Stunden endlich in grandiosen Visionen zugrunde geht), komme ich zurück, um die Ausdrucke auszugeben.
    Etwa fünfzig Leute warten draußen und ich habe zwei Ausdrucke.
    Stimmt ziemlich gut mit meinem Durchschnitt überein. Andererseits hätte ich mehr killen sollen. Egal, ich lasse die beiden Ausdrucke elegant auf den Tisch gleiten, drehe mich um und gehe betont langsam zurück in meinen Glaskasten. Dabei halte ich deutlich sichtbar das Clipboard in der Hand, das mit den großen roten Buchstaben 'ACCOUNTS TO REMOVE' auf der Rückseite. Keiner sagt ein Wort.
    Wie immer.
    Ich sitze wieder gemütlich im Operator Sessel und beobachte den Überwachungs-Monitor, der zufällig mit dem Videoplayer aus der medizinischen Optik verbunden ist (zur Reparatur hier; geschätzter Termin der Rücklieferung irgendwann in 2001). Plötzlich klingelte das Telefon. Das muß heute schon das zweite Mal sein, und es beginnt mir auf die Nerven zu gehen.
    "Ja?" sage ich und halte das Bild an.
    "Ich hab' aus Versehen meinen Lebenslauf gelöscht", sagt die Stimme am anderen Ende.
    "Tatsächlich? Wie war Ihr Username?"
    Er sagt es mir. Sch...., wie langweilig.
    "Ah, nein. Nicht Sie haben ihn gelöscht - ich war's."
    "Was?"
    "Ich hab' ihn gelöscht! Er war voll mit Sch...! In keinem einzigen Fach was Besseres als 'ne zwei!"
    "Häh?"
    "Und der Mist mit dem Austauschstudium - das war Ihre Freundin, und wir beide wissen das!"
    "Häh??"
    "Na, Ihre Studienangaben. Ich hab's nachgeprüft. Sie haben gelogen."
    "Wie haben Sie ..." Es klickt deutlich hörbar. "Oh, nein. SIE sind's!
    Der BASTARD OPERATOR FROM HELL!"
    "Leibhaftig, am Telephon und in Ihrem Account. Es wäre wirklich besser gewesen, nicht anzurufen, wissen Sie. Vor allem hätten Sie Ihren Usernamen lieber für sich behalten sollen..."
    < klickediklackediklick >
    "Tja, und dann hätten Sie dem System Manager keine so böse mail schicken dürfen. Eine mail, die ausdrückt, was Sie von ihm halten - in hübschen Bildern!"
    "Ich habe keine ..."
    < klickediklackediklick klick >
    "So? Haben Sie nicht? Wer kann das noch sagen heutzutage? Keine Sorge, es bald wird alles vorüber sein...."
    < klickediklackediklick klick >
    " ... noch den Usernamen zurückändern ..."
    < klickediklackediklick >
    "B-b-b-b", blubbert er, wie eine desynchronisierte PDP-11.
    "Leben Sie wohl", sage ich überfreundlich. "Ich denke, Sie sollten jetzt besser packen. Viel Spaß beim Neubeginn."
    Ich lege auf.
    Zwei Sekunden später läutet das rote Telefon. Es ist der Boß. Er knurrt den Usernamen - von wem wohl? - und etwas über eine schweinische mail.
    "Sie wissen, was Sie zu tun haben ..." mit den Punkten und allem.
    Später, im Abrechnungscomputer der Städtischen Elektrizitätswerke, während ich die nächste Rechnung des armen Schweins um ein paar Nullen korrigiere, wundere ich mich wieder einmal über diesen hartnäckigen und unglaublichen Mangel an Urteilsvermögen - welche Blödheit kosmischen Ausmaßes treibt sie immer wieder dazu, bei mir anzurufen. Noch später, als ich im FBI Computer sein Photo von der WWW Page in die Gesuchtenliste kopiere (die mit dem Label 'Dringend gesucht, bewaffnet und gefährlich, sofort schießen'), komme ich zu dem Schluß, daß ich es wohl niemals wissen werde - aber das Leben geht weiter.
    Ein paar Stunden später sehe ich die GSG 9 sein Apartment umstellen,
    und mir wird klar: für ein paar von uns wird es das nicht.
    Aber morgen ist ein neür Tag.

    Die Fuzzineß für eine Fortsetzung beträgt :
    - unsicher für 1905
    - wenig wahrscheinlich für gestern
    - unendlich für heute (muß ein Fehler im Programm sein; wahrscheinlich division by zero!)
    - moderat wahrscheinlich für morgen
    - fast sicher für übermorgen
    - todsicher für nächste Woche (sic!)



    Bastard Operator from Hell 4

    Es ist Donnerstag und ich bin guter Laune. Es ist Zahltag. Ich denke, ein paar Anrufe können nicht schaden. Also lege ich den Hörer zurück auf die Gabel. Es läutet.
    "Seit Stunden versuche ich Sie zu erreichen!" schreit eine Stimme am anderen Ende.
    "Nanana, STUNDEN können's gar nicht gewesen sein", sage ich, während ich 'Blade Runner' ins Cover zurückstecke und mir die Rückseite anschaue.
    "Allenfalls 114 Minuten. Ich hatte einen langen Chat mit dem großen Boß. Versuchte, bessere Technik für unsere Benutzer herauszuschlagen."
    Eins, zwei, drei ...
    "Oh, tut mir leid."
    "Macht nix. Ich bin nicht nachtragend."
    Ich nehme mir vor, sein Paßwort in den nächsten Tagen etwas abzuändern, in etwas, worauf er nicht so schnell kommen dürfte.
    "Ähm, ich weiß nicht, wie ich ein File umbenennen kann", sagt er.
    Oh, Gott... Moment, es ist ja Zahltag, nicht? Also bin ich guter Laune.
    "Aber klar. Tippen Sie nur 'rm' und den Filenamen."
    "Vielen Dank."
    "Keine Ursache."
    (Jetzt bin WIRKLICH guter Laune. Vielleicht sollte ich heute das Skript fertigschreiben, das Abspeichern zu bestimmten, zufällig gewählten Zeiten unmöglich macht.)
    Das Telephon läutet wieder.
    "Hallo?"
    "Hallo, ebenfalls", sage ich.
    "Ist das der Kontrollraum?"
    "Aber klar doch", sage ich, zuckersüß.
    "Könnten Sie mir bitte meine Ausdrucke herausbringen? Ich brauche sie dringend, und der Ausdruck müßte schon seit fünf Minuten zu Ende sein."
    "Ihr Username?" frage ich.
    Er gibt ihn mir, und ich notiere ihn für später.
    "Kein Problem. Moment.", sage ich und gehe 'rüber zu den Druckern.
    Ein RIESEN Haufen von Ausdrucken liegt auf dem Boden. Und,
    tatsächlich, sein Dokument liegt ganz oben auf. Ich breite es über dem Haufen aus und sprühe großzügig unser Spezialfleckenwasser in der Gegend. Dann fahre ich den schweren Bandwagen ein paar Mal darüber und klemme es zum krönenden Abschluß vier, fünf Mal in die schwere Safetüre ein, wo wir die Backup-Bänder aufbewahren sollten.
    Hübsch.
    "Hier sind Ihre Ausdrucke", sage ich, "Tut mir leid, daß es solange gedaürt hat. Wir haben ein paar kleinere Probleme mit dem Drucker."
    Ein Blick und er macht sich fast in die Hose.
    "Oh, Gott! Kann ich es noch mal drucken?" fragt er besorgt.
    "Aber klar doch", sage ich. "Aber, wie gesagt, unser Printer ist nicht besonders gut drauf heute."
    "Äh, kann ich es auf dem Laser drucken - funktioniert der?"
    "Natürlich, aber das kostet eine Kleinigkeit", sage ich, Mitgefühl
    verströmend.
    "Egal, was es kostet! Das ist hyper-dringend!"
    Ich schleiche zurück in den Druckerraum und suche die Toner Kassette, die wir für spezielle Fälle aufbewaren - die mit den dicken schwarzen Streifen in der Mitte und den blassen Rändern. Ich habe auch ziemlich lange gebraucht, bis sie so gut funktionierte. Der Ausdruck kommt raus und ich bringe ihn sofort nach vorne. Bloß
    nichts verpassen.
    "W-w-w-was ist den jetzt passiert", winselt mich der Geck an.
    Gut, daß ich den Usernamen notiert habe - Geistige Folter ist vielleicht doch etwas, wofür ich mich längerfristig begeistern könnte.
    "Äh, nichts. Ich meine, klar: es ist nicht perfekt. Aber der Toner hat auch schon 47 Tausend Seiten drauf und wurde 17mal nachgefüllt. Ich finde, es ist noch gut gegen das, was wir sonst so bekommen."
    Der Geck zahlt und beginnt zu wimmern.
    "Na, kommen Sie. Kein Grund zum Heulen. Haben Sie die Arbeit auf Disketten?"
    Er gibt mir eine kleine Plastikbox mit Disketten. Ich hüpfe schnell rein und lege sie kurz auf den Lösch-Magneten. Ich gehe wieder hinaus.
    "Tut mir so leid, aber mir fällt gerade ein, daß unser Lesegerät hinüber ist. Sie müssen damit zu dem Druckerraum U am anderen Ende des Campus - kennen Sie den? - und es dort ausdrucken. Dort sollte es klappen. Die haben gestern einen neün Toner bekommen."
    "SUPER!"
    "Gern geschehen. Und denken Sie daran: immer die Disketten hoch über den Kopf halten. Das Erdmagnetfeld ist heute wieder extrem stark."
    "Häh???"
    "Keinen langen Reden. Machen Sie's."
    Er marschiert los, die Disketten hoch über dem Kopf.
    Manchmal hasse ich mich selbst.

    Fortsetzung?
    Wer sagt denn, daß es eine Fortsetzung überhaupt gibt??
    Will hier etwa jemand Ansprüche an mich stellen???
    Also gut, vielleicht morgen...


    Bastard Operator from Hell 5

    Die dauernde Langeweile bringt mich um. Also lese ich User email, um die Zeit tot zu schlagen. Allerdings muß ich zugeben, daß die heutige Lieferung auch nur zum Gähnen anregt. Nicht eine wirklich gute Nachricht darunter. Nicht mal versteckte Andeutungen über Fummeln im Supermarkt, wie sonst. Gar nichts. Statt dessen muß ich mir den üblichen Sch... zu Gemüte führen: Welcher Verwandte wann welche Art von Operation über sich ergehen lassen muß, und welche es nicht überlebt haben, wie das Wetter auf der anderen Seite des Erdballs ist - die Sorte von Redundanzmails, die nur unsere Ques vollknallen!
    Um die Sache etwas aufzulockern, hole ich eine persönliche Party- Einladung aus einer Mailbox, poste sie unter dem Namen des Senders in alt.singles.with.severe.social.dysfunctions im USENET und mache eine Notiz in meinem Kalender, damit ich rechtzeitig dort bin � mit meiner Videocamera. Könnte was werden!
    Was steht als nächstes an? Ah ja, die medizinische Datenbank, in der die Vertrauensärzte der Uni die Krankheitsgeschichten der Angestellten speichern. Ich grepe schnell mal durch nach 'Herpes' und 'Syphilis' und verkaufe die Ergebnisse an die lokale Boulevardpresse. Um meine Spuren zu verwischen, gehe ich in den Account des Oberarztes und füge dort folgenden Eintrag in sein online Tagebuch
    ein:
    "DM 500, Med. Daten an Zeitung" - Sollte ausreichen!

    Ich schichte ein paar Bänder aus den Regalen auf den Laborwagen und zurück, damit es so aussieht, als ob wir sie tatsächlich verwenden. Dann gehe ich in Archie und suche nach einem bestimmten, verborgenen X-GIF Server, von dem ich gehört habe. Als ich ihn finde, starte ich einen Batch unter einem User-Account um die Bildchen 'runter zu laden - natürlich auf seine Kosten. Gerade noch rechtzeitig fällt mir ein, ob auch genug Speicherplatz für die Bilder frei ist. Um ganz sicher zu gehen, entferne ich alle Dateien auf der Platte, die nicht direkt mit dem Batch zu tun haben. Zum Beispiel die ganzen LaTeX Dokumente "diss*.*"; die sind in letzter Zeit sowieso schon wieder viel zu groß geworden.
    Zurück in User email schaue ich, ob sich inzwischen was getan hat.
    Naaah. Schließlich grepe ich alle files nach 'schwanger', 'Scheidung' und 'Therapie' und poste sie anonym in eine lokale Klatsch- Newsgroup.
    Dann, bevor ich auch nur piep sagen kann, ist der Strom weg! In der nächsten Sekunde läutet schon das Telefon.
    "Hallo?" sage ich, wütend - der Coyote hat den Roadrunner gerade fast am Wickel gehabt!
    "Was ist mit dem Comp..."
    Ich hänge auf. Jetzt geht's um Leben oder Tod. So schnell ich kann, reiße ich das Stromkabel des Mainframes aus der Notstromversorgung und schließe fieberhaft mein TV daran an. Verdammt! Der Roadrunner war wieder schneller!
    Inzwischen fangen überall die Warner an zu jaulen, weil die Hauptplattenspeicher 'runterfahren. Aber was soll's? Mein Mac und mein Terminal sind sowieso fest mit der Notstromversorgung verbunden, und ich bin im Beer Factory Level in Dark Castle. Das Telefon klingelt schon wieder. Also lasse ich die Kommunikationssicherung am Notstromschaltkreis herausschnappen und endlich ist Ruhe. Um ganz sicher zu gehen, hole ich den Hockeyschläger aus dem Spind und übe ein bißchen Einer-gegen-die-Wand. Durch das Glasfenster schaut das aus, als ob ich wie ein Wahnsinniger nach dem Fehler suche - wie üblich.
    10 Minuten später ist der Strom wieder da und die Diagnose meldet zwei Hard Disk Crashs auf dem Main Level, zum Teufel damit! Ich habe keinen Mann verloren, bin kurz vorn letzten Level und im TV kommen noch mehr Cartoons!
    Das andere Telefon läutet, ein User (welch Überraschung!).
    "Kontrollraum", sage ich, so richtig im Streß.
    "Wann wird der Computer..."
    Ich lege auf.
    Im Moment komme ich ganz gut voran. Nur noch ein Wizard, der unablässig Bannflüche schleudert, steht zwischen mir und dem letzten Bild. Gleich bin ich drin!
    Das Telefon läutet schon wieder! Mit einem raschen Hieb schalte auf Freisprechen.
    "Kontrollraum", brülle ich, voll involviert.
    "Ich hab' meine Files gelöscht. Meine Daten sind weg", winselt ein User über den Lautsprecher.
    "Aber sicher doch", sage ich, weil ich mich nicht erinnern kann. Diese Bemerkung genügt, um mich den Bruchteil einer Sekunde abzulenken. Der Wizard nagelt mich in den Boden und schmeißt mir noch einen Feuerball hinterher. GAME OVER.
    "Wie war Ihr Username?" sage ich mit Honig gesalbter Stimme.
    Er sagt es mir. Ich schaue nach - und er hat recht. Sch...., dabei war ich es nicht mal!
    Um meinen guten Ruf zu wahren, wechsele ich sein Login Directory nach /dev/null, setzte seinen Pfad auf '.' und setzte einen alias auf sein 'news' Kommando, welches ein scheußliches kleines Skript in seinem früheren Home Directory startet. Das Skript schickt eine nicht mehr ganz politisch korrekte email an die Beauftragte für Gleichberechtigungsfragen der Uni und löscht sich anschließend selbst. Wohl bekomm's!

    "Es könnte sein ... ähm äh da fällt mir ein ... aber dazu muß ich erstmal drei Dinge sagen: erstens ist eine Fortsetzung dieser Geschichte, wie ich schon meinen Kollegen gestern bei der Kommissionssitzung der Expertengruppe 'Freies Denken' sagte, daß man heutzutage äh die Leser leicht überfordern kann, mit äh... mit... hmmm - äh, ja, was wollte ich sagen? Ach ja, die Fortsetzung dieser Geschichte: ja, unbedingt, kann ich da nur sagen! Womit ich zum dritten Punkt komme: es darf nicht angehen, auch nicht in der heutigen Situation, daß äh ... um darauf zurück zu kommen: für die Frage der Fortsetzung, für die endgültige Beantwortung der Frage der Fortsetzung dieser Geschichte bedarf es eines ganz anderen Herangehens an die Grundlagen, weil äh ... wie ich schon eingangs sagte, und worauf ich unter punkt vier zurückkommen werde, hat ja auch der Übersetzer in diesem Falle, äh ... hmmm ... ja, um zu einem abschließenden Urteil zu kommen: es besteht tatsächlich die Möglichkeit, daß... äh ähm ... ja sogar Sicherheit, daß äh ... diese Geschichte ihre Fortsetzung finden wird; in hoffentlich nicht zu ferner ... ja, wie ich schon unter Punkt eins betont hatte, ja äh ... vielleicht morgen?"



    Bastard Operator from Hell 6

    Es ist Freitag; also gehe ich früher zur Arbeit, sogar noch vor dem Mittagessen. Das Telefon klingelt. Sch.... Ich blättere den Ausredenkalender um.
    "Sonneneruptionen" steht da. Ok, darüber muß ich erst ein bißchen recherchieren. Zwei Minuten später bin ich fit für den ersten Anruf.
    "Hallo?" sage ich.
    "WO SIND SIE GEWESEN! ICH HABE SCHON DEN GANZEN VORMITTAG ANGERUFEN UND NIEMAND GEHT RAN!"
    Ich hasse es, wenn sie mich schon am frühen Morgen anbrüllen. Es deprimiert mich irgendwie. Sie wissen, was ich meine ...
    "Äh, ja. Tja, wir hatten heute morgen auch wieder extrem starke Sonnenaktivität. Das kann böse Auswirkungen auf die Kommunikationsleitungen haben...", sage ich, zuckersüß.
    "Häh? Aber sonst habe ich doch jeden erreicht?!"
    "Tja, das ist durchaus möglich. Die Auswirkungen erhöhter Sonnenaktivität sind ziemlich un-vor-her-seh-bar. Letzte Woche hatten wir sogar den Fall, daß ein paar Files einfach vor den Augen ihres Besitzers verschwunden sind, während er noch damit gearbeitet hat ..."
    "Wirklich?"
    "Kein Sch...! Äh, wollen Sie, daß ich Ihren Account schnell checke?"
    "Äh, ja. Ich hab ein paar wichtige Dateien drin..."
    "Ok, wie war noch Ihr Username ..."
    Er sagt ihn mir. Ehrlich, eine Mücke mit einem Sprengsatz zu erledigen, ist schwieriger. Mit einem atomaren Sprengsatz. Mit AWAC Unterstützung. Sch....!
    (Ich verzichte ab jetzt auf den klickediklackediklick Teil, ok?)
    "Wieviele Dateien sind in Ihren Account?" frage ich.
    "Ähm, also, etwa 20 in meiner Doktorarbeit, circa 10 mit den Daten dazu, und noch etwa 20 für das Buch, das ich gerade herausgebe."
    "Hm. Ich glaube, wir schaün erst mal, was noch zu retten ist. Also, da sind noch zwei Files lesbar, .cshrc und .login ..."
    " AAAAAAAAAAAaaaaaaaaaarrrrrrrrrggggggghhhhhhhh!!!!!

    !!"
    Er schluchzt leise ins Mikrophon - mir kommen auch die Tränen!
    "Was mach' ich nur?" schnüffelt er.
    "Ok, haben Sie irgendwas davon auf Floppy gesichert?"
    "Schon, aber die sind schon Wochen alt!"
    Ich spiele mit dem Schalter des Floppy-Löschers.
    "Ok", sage ich, "wie wär's, ich komme kurz rüber und lade die Backups in Ihren Account, damit Sie pronto weiterarbeiten können?"
    "Das wäre toll", wimmert er, "aber die Floppys habe ich zu Hause. Ich fürchte, die muß ich heut' Nacht selber runterladen."
    "Gut. Aber denken Sie daran, was ich vorhin gesagt habe: Sonneneruption sind Gift für Disketten und Maschinen. Sie müssen Ihre Floppys unbedingt vor der gegenwärtigen Sonnenaktivität schützen. Sonst verlieren Sie noch alle Daten."
    "Wie mach ich das? Sie in Alufolie wickeln?"
    "UM GOTTES WILLEN, NEIN! Alufolie ist das Schlimmste! Sie wissen doch was mit Alufolie im Microwellenherd passiert, oder?!"
    "Doch.."
    "Dann verwenden Sie's auch nicht! Es gibt nur eine sichere Methode, Disketten erfolgreich zu schützen..."
    "Und wie?"
    "MAGNETISCHE FELDER! Packen Sie Ihre Floppys in einen Kopfkissenbezug gefüllt mit möglichst vielen Magneten. Sie können zum Beispiel die von Ihrem Kühlschrank nehmen. Sie wissen schon, mit denen Sie ihre Zettel dort festpinnen - Solarpartikel hassen magnetische Felder."
    "WOW. Danke."
    "Gern geschehen. Es ist nur mein Job..."
    Sch...., ich mache Fortschritte.



    WARNINGWARNINGWARNINGWARNINGWARNINGWARN


    Ich weiß, daß es blöd klingt, aber wenn ihr jetzt nach Hause geht und eure Disketten mit Magneten beschwert, braucht ihr professionelle Hilfe. Also laßt es lieber. Das ist FICTION. FICK-SHIN!



    WARNINGWARNINGWARNINGWARNINGWARNINGWARN


    Bastard Operator from Hell 7

    Ich finde, so ein verantwortungsvoller Posten wie meiner sollte mit einer angemessenen Mittagspause vergütet werden. Für die paar Stunden setze ich den Hausmeister auf meinen Stuhl, damit es nicht so aussieht, als wir unsere Pflichten vernachlässigen würden (sic!). Ich erkläre ihm, daß er nur darauf achten muß, daß der Hörer nicht aus Versehen auf der Gabel landet. Er ist einverstanden und ich verschwinde.
    Zuerst die Bank. Ich lasse 20 Mark in Zehnpfenningstücke wechseln und frage dann nach meinem Kontostand. Während der Angestellte noch tippt, ziehe ich unauffällig den Netzstecker von seinem Endgerät.
    Es stirbt natürlich und ich sage, daß ich in Eile bin und daß ich gerne den Manager von diesem Sauladen sehen möchte. Er walzt durch die Tür wie ein gut gefüttertes Riesenbaby und fragt mich, ob es ein Problem gäbe. Ich sage, alles, was ich wolle, sei mein Kontostand und ob das denn zuviel verlangt sei und daß ich immer noch in Eile sei. Dann kreuze ich die Finger. JA! Er findet das herabhängende Netzkabel, steckt es wieder rein und loggt sich ein, MIT DEM MANAGER ACCOUNT.
    Ich stolpere wie zufällig an den Schalter und stoße aus Versehen 200 Zehnpfenningstücke hinunter. Der Manager beachtet mich nicht, aber alle anderen tauchen nach den Münzen. Ich beobachte ungestört, wie er sein Passwort eintippt - mit der halsbrecherischen Geschwindigkeit von einem Zeichen pro Sekunde! Gar kein Problem, der Hardliner macht es mir sogar noch leichter, indem er ein semantisches Wort als Passwort gewählt hat: ZINSEN. So ein Scherzkeks! Ich verziehe keinen Gesichtsmuskel. Nicht ganz einfach, wenn ich an meine überschuldete Hypothek denke. Heute Nacht werde ich da einiges richtigstellen...
    Ein Benutzer, den ich noch vom D(eletion)-Day '94 kenne, nähert sich, um mich anzuquatschen. Sogar der Manager schüttelt abwehrend den Kopf, aber es ist zu spät. Er hält direkt vor mir und richtet das Wort an mich!
    "Ähm, Entschuldigung. Könnten Sie mir einen Tip geben, welchen Computer ich am besten für meine Diplomarbeit kaufe?"
    ?!
    Genau.
    "Schon mal vom neuen Pentium gehört?" frage ich.
    "Ja..."
    "Meiden Sie den wie die Pest! Kaum jemand weiß das, aber man handelt sich fürchterliche Probleme ein, wenn man ein Betriebssystem so schnell laufen läßt. Manche von den Kisten machen über 100 Millionen obstructions per second. Sie können sich ja vorstellen, daß da eine solch billige Kiste aus dem Takt kommen muß, nicht? Die Katastrophe ist praktisch vorprogrammiert!"
    "Oh!"
    "Nehmen Sie lieber was Sicheres und Bewährtes. Ein ZX81 mit dem
    doppelten Cassettenlaufwerk, wenn Sie das kriegen können. Im Vertrauen: Die sind nicht mehr leicht zu bekommen, weil alle Leute, die wirklich was davon verstehen, natürlich nur bewährte Technik kaufen.
    Kaufen Sie bloß keine Harddisk dazu. Sie haben doch sicher schon gehört, wie oft die kaputtgehen? Cassetten dagegen halten ewig!"
    "Danke, super!"
    "Keine Ursache! Wie war doch noch gleich Ihr Username?"
    Er sagt ihn mir. Gerade noch rechtzeitig für D-Day 96. Man sollte meinen, daß sie's irgendwann lernen!
    Zurück an meinem Arbeitsplatz finde ich den Hausmeister - eingeschlafen vor dem Terminal. Ich frage ihn, ob er nicht lieber hier arbeiten möchte, aber er lehnt dankend ab. Hier hat er nicht die Möglichkeit, Leute in der Toilette aufzuschrecken...
    Ich lege den Hörer zurück auf die Gabel und sofort klingelt es. Ich hasse es, wenn es das tut. Ich brauche immer eine Ewigkeit, die Earphones nachher wieder reinzupfriemeln. Diesmal ist es anders. Die heißeste Mieze auf dem Campus ist dran - und sie hat ein Computerproblem! Ich liebe solche Augenblicke. Sie machen den Job erst dazu, was er ist.
    "Wie ist Ihr Username?" frage ich - als ob ich es nicht auswendig wüßte.
    So schnell ich kann überfliege ich ihre persönliche email - das meiste nur todlangweiliges Zeug - und grepe die gesamte User email nach ihrem Usernamen. Nichts - vortrefflich!
    "Wie kann ich Ihnen helfen?" flöte ich charmant.
    "Ich kann mein Dokument nicht abspeichern. Es sagt etwas mit zuwenig Speicherplatz."
    "Das werden wir gleich haben", sage ich und lösche alle anderen Files auf ihrer Platte - außer den ihrigen natürlich.
    "Jetzt sollte alles funktionieren..."
    "Oh, vielen, vielen Dank", haucht sie ins Mikrophon. Ich notiere mir, daß ich morgen wieder etwas an ihren Account herumdoktere.
    Das Telephon läutet, fast bevor ich es wieder auf der Gabel habe.
    "Meine Daten sind alle weg!" schreit jemand am anderen Ende.
    "Wann war das?" frage ich.
    "Gerade eben...", sagt er schluchzend.
    "Aha. Tja, Kopf hoch. Es sind noch drei Tage bis zum Semesterende. Wenn Sie Tag und Nacht dran bleiben, werden Sie schon noch eine Drei minus schaffen:"

    Er schluchzt noch zwei-, dreimal leise und legt auf. Schwächling!
    Das Telephon läutet schon wieder!
    "Der Bildschirm an meinem PC ist so schwach. Ich kann kaum die Buchstaben erkennen. Soll ich den Helligkeitsregler hochdrehen?"
    "NEIN!" schreie ich. "Fassen Sie den Knopf nicht an! Haben Sie auch nur die leiseste Ahnung, was da für eine Strahlung 'rauskommt, wenn Sie den Knopf ganz zum Anschlag drehen?!"
    "Also ich .." sagt sie verunsichert.
    "HÖREN SIE AUF MEINEN RAT!" sage ich. "Es gibt nur einen SICHEREN WEG, ein schwaches Display aufzumöbeln, und das ist: Nadelenergieimpulse in die Treiber geben!"
    Die Worte 'Nadelenergieimpulse ' und 'Treiber' sind zuviel für sie.
    Wenn Leute solche Ausdrücke hören, gehen sie automatisch in 'dummy mode' und machen ALLES, was ich sage. Ich könnte ihr jetzt vorschlagen, nackt, nur mit einem Netzkabel bekleidet über den Campus zu sprinten und sie würde es wahrscheinlich machen...Hmmmm.

    "Haben Sie zufällig ein übriges Netzkabel 'rumliegen?"
    "Nein..."
    "Oh, naja. Dann müssen wir das mit den Nadelimpulsen probieren... Also, Sie schalten jetzt so schnell Sie können Ihren PC ein und aus. Einfach den Kippschalter hin und herflippen, verstehen Sie? Etwa dreissig mal."
    "Soll ich vorher meine Disketten 'rausnehmen?"
    "NEIN! Wollen Sie alle Ihre Daten verlieren?!"
    "Oh. Nein, natürlich nicht. Also..."
    Ich lausche gespannt.
    ..klick klack klick klack klick klack klick klack klick klack kl BUMM!
    Erstaunlich! 27 oder 28. Normalerweise macht sich das Netzteil schon nach dem achten oder neunten Mal in die Hose!
    "MEIN COMPUTER! ER RAUCHT!" schreit sie an anderen Ende.
    "Wirklich?? Da muß ein Fehler im Netzteil gewesen sein! Gut, daß wir das geklärt haben! Haben Sie noch Garantie auf die Maschine?"
    "NEIN!"
    "Du liebe Güte! Was für ein Pech! Tja, dann hilft nur reparieren lassen. Haben Sie wenigstens Ihre Daten gesichert?"
    "Ja, ins System, gestern erst. Aber die ganze Arbeit von heute morgen ist futsch!"
    "Sie Ärmste! Wie war Ihr Username? Ich will gleich mal checken, ob Ihre Backups ok sind..."
    Sie sagt ihn mir...

    Tglof Gnuztestrof !!!



    Bastard Operator from Hell 8

    Ich sitze wie üblich an meiner Konsole. Ein Benutzer ruft an.
    "Hallo, Kontrollraum. Simon am Apparat. Wie kann ich Ihnen helfen?" sage ich.
    "Ich komme nicht in meinen Account" nuschelt es am anderen Ende.
    "Wie lautet bitte Ihr Username?" frage ich.
    Sie geben mir ihren Usernamen. Ich schaü in ihren Account.
    "Kein Problem, da war nur ein nicht-ausführbares login file. Ich hab's richtig gestellt. Jetzt sollten Sie ohne Probleme 'reinkommen:"
    "Danke."
    "Kein Ursache. Schönen Tag noch!"
    Häääh?! fragen Sie sich jetzt. Ist der BASTARD OPERATOR FROM HELL endlich zum Guten bekehrt worden? Hat er aufgegeben?? REIF FÜR DIE KLAPPSMÜHLE???
    Naaah. Der BASTARD OPERATOR FROM HELL wird ab heute überwacht. Alle Aktionen im Mainframe werden automatisch protokolliert. UND WENN DAS PASSIERT, werde ich normalerweise auch abgehört! Also muß ich hübsch brav sein, bis ich die Bugs entdeckt habe. Sollte nicht allzu lange dauern - vertrauen Sie mir!
    Ah. Da haben wir schon eins. Im Telefonhörer, klar. Aber der Boß ist einer von der witzigen Sorte. Ich wette, da sind noch mehr. Ahja, ein anderer unter dem Telefon und ein dritter in meinem Keyboard. Zeit für eine kleine Kaffeeschlacht. Drei auf einmal.... hmmm. Ich bringe mal besser die ganze Kanne und warte auf Zeugen. Der System Manager kommt herein.
    "Wo bleibt der Bericht, den ich gedruckt habe?" fragt er mit saurer Miene - er ärgert sich offensichtlich, daß ich mich am Telefon noch nicht ans Messer geliefert habe. Widersacher identifiziert!
    Wie der Direktor der "BASTARD OPERATOR SCHOOL" (ich!) immer zu sagen pflegt:
    "Es gibt kein Problem das sich nicht lösen läßt, indem man die Benutzerprozesse killt, alle ihre files löscht, ihre Accounts sperrt und ihre tatsächlichen Einnahmen dem Finanzamt zukommen läßt."
    Ich ziehe den Ausdruck unter der Kaffeekanne hervor, wo ich plaziert hatte und die Kanne ergießt sich über Telephone und Keyboard. Aus irgendeinem Grund standen beide übereinandergestapelt in der Nähe.
    "Uuuups!" sage ich. Entsetzen malt sich auf meinem Gesicht.
    Sein Gesicht sagt mir, daß ich richtig lag.
    "Glauben Sie ja nicht, daß Sie damit davonkommen, Simon", knurrt er und stampft hinaus.
    Ich schalte den Ethernet Monitor ein und beobachte die Pakete, die aus seinen Pc kommen.
    Ah. Ein Memo geht an den Laser im Büro des Direktors.
    Inhalt: Beendigung meines Kontrakts, fristlos. Ich mache schnell ein paar notwendige Änderungen an dem File, solange es im Spooldirectory liegt und lasse es dann an seine ursprüngliche Adresse weitergehen.
    Ich starte mein Programm 'endzeit', das -522 auf den PC knallt und der Mainframe macht sich in die Hose. Später, beim Booten, entferne ich das lästige Logging.
    Als nächstes gehe ich in den Kabelraum und stecke meinen Walkmankopfhörer in den freien RS232 Port aus dem Büro des Direktors. Es ist erstaunlich, wie leicht man bugs ausstreuen kann, wenn man weiß, wo die Datenleitungen laufen!
    Direktor: "Sind Sie sicher?"
    SysMgr: "ABSOLUT SICHER!"
    Direktor: "Und Sie wollen es sich nicht nochmal überlegen?"
    SysMgr: "AUF KEINEN FALL!"
    Direktor: "Nun gut, ich werde es sofort an die Personalabteilung weiterfaxen..."
    SysMgr: "HERVORRAGEND!"
    Zwei Sekunden kommt der Systemmanager herein. Er lächelt. Es sieht aus wie das Lächeln eines großen, satten Haifischs.
    "Tja, ich werde Sie vermissen, Simon...", beginnt, noch ganz erfüllt von der eben geleisteten Entscheidung.
    "Oh?" sage ich zuckersüß und heuchele Neugier. "Wohin gehen Sie denn?"
    "Nein, Simon", sagt er genußvoll, "Sie gehen:"
    "Eine BEFÖRDERUNG!" sage ich. "Sie haben endlich diesen Brief an den Direktor geschickt, daß er ein gottverdammtes Arschloch ist und daß Sie aufhören?"
    "Nein..."
    "Sind Sie sicher? Der ist aber viel besser als der über meine Entlassung..."
    "W..." Seine Pupillen weiten sich eine kleine Idee.
    Es ist, als ob man ein Walroß mit dem Sofakissen erschlagen würde. Er rast los, um das Fax zu stoppen. Nur, nachdem er gerade gekündigt hat, >klickediklackedi< funktioniert sein card key nicht mehr ...
    Anfänger...
    Das Telephon klingelt. Es ist derselbe wie vorhin.
    "Ich komm' jetzt in meinen Account, aber ich hab' keinen Speicherplatz mehr auf der Platte..."
    "Moment, ich schau, was ich tun kann."
    >klickediklackedi<
    rm -r *

    Fortsetzung folgt.
    Warum? Hab ihr schon mal eine Geschichte gehört, die nach dem
    ACHTEN KAPITAL aufhört??? Na, also...

    Bastard Operator from Hell 9

    Ich fahre zur Arbeit und klebe hinter diesem alten Trottel, der klassische SLOW DRIVER FROM HELL. Sein Tacho hat bei 20 die rote Linie und kommt ins Schlingern, wenn er die Kurven mit mehr als 5 nimmt. Ich verbrauche ein halbes Kilowatt in meiner Hupe, aber sein Hörgerät ist anscheinend auf Flüstern eingestellt. Keine Chance vorbeizukommen!
    Ich memoriere sein Kennzeichen. Genau genommen tue ich das seit fünfzehneinhalb Minuten sechzigmal in der Minute.
    Mannomannomann...
    Ich denke, da ist wieder mal ein Anruf in Flensburg fällig. Vielleicht könnte man auch den Wagen als gestohlen registrieren. Gestohlen von Waffenhändlern aus den vorderen Orient. Gefährlich...
    Endlich in der Arbeit blättere ich als erstes den Ausredenkalender um.



    "ELEKTROMAGNETISCHE STRSTRAHLUNG VON FUNKTIONSUNT�CHTIGEN SATELLITEN".

    Klingt gut; vielleicht wird es doch noch ein netter Tag.
    Ich logge mich als "FUCKYOU" ein (der Kummerkasten-Account für die Benutzer) und rufe die mail auf. Drei Nachrichten sind drin. Die erste hat 117 Zeilen, eine Plaudertasche offensichtlich.
    Sch...., ich hasse das! Anstatt einfach zu sagen:
    "Der und der Account braucht mehr Speicherplatz" fangen sie an zu erzählen über was für einen Mist sie für welchen idiotischen Dozenten zu forschen haben und daß es schon gestern hätte fertig sein sollen, und daß sie's auch geschafft hätten, aber dann hatte die Kusine dritten Grades plötzlich einen Magendurchbruch und einen riesigen Blutverlust und mußte ins Krankenhaus gebracht werden... usw usw.
    Ich lösche die Mail unbesehen.
    Die zweite Mail stammt offensichtlich von jemandem, der nicht mit dem Mailprogramm umgehen kann. Da ist nur der Header, aber keine Nachricht. Ich antworte mit direktem Reply: "Keine Sorge, wir kümmern uns darum, am nächsten Dienstag."
    Hoffentlich war's was Wichtiges!
    Die dritte Mail hebe ich mir für morgen auf. Samstag wäre ein gar zu langweiliger Tag - sollte ich jemals am Samstag arbeiten müssen!
    Das Telephon klingelt. Ich dachte, das hätte ich 'repariert'!
    Ich klemme mir den Hörer unters Kinn, damit ich gleichzeitig die Pizza in die Mikrowelle schieben kann.
    "Ja?", rufe ich hektisch.
    "Irgendetwas stimmt nicht mit meiner Bootdisk. Ich kann den Server nicht erreichen."
    "Haben Sie das Laufwerk dabei?"
    "Klar!"
    Ich hole mir die Disk und stecke sie zusammen mit der Pizza in die Mikrowelle. Fünf Minuten ULTRA-NUKE!
    Sechs Minuten später ruft er wieder an.
    "Es funktioniert immer noch nicht, aber jetzt höre ich auch noch komische Geräusche aus dem Laufwerk und es riecht irgendwie angebrannt."
    Angebrannt? Ich untersuche den Boden meiner Pizza. Naaah, nix angebrannt. Dem Jungen geht nur die Phantasie durch!
    "Oh, Sch....", sage ich, " das sind wieder diese Störstrahlungen von ausgemusterten Satelliten."
    "Tatsächlich? Davon hab' ich auch schon gehört..."
    Wow!
    "Aha! Tja, ich schätze, Sie müssen sich 'ne neü Bootdisk zulegen..."
    "Oh. Naja, macht auch nix. Die alte hätte es sowieso nicht mehr lange gemacht. Danke."
    "Keine Ursache. Und denken Sie immer daran, den Virenchecker FDISK ab und zu laufen zu lassen, wenn Sie wichtige Daten auf Ihrer Disk haben..."
    "Werd' ich machen. Danke!"
    "Alles klar - ist nur mein Job!"
    Racing läuft viel zu langsam für einen erfahrenen Spieler; also kille ich eben mal alle Database Prozesse, die sich den Löwenanteil an CPU holen, und gebe Racing Priorität -10. Besser, viel besser.
    Verdammt hart, so an der vordersten Front: Immer nur Arbeit, Arbeit, Arbeit...

    Ich gönne mir einen schnellen 2-Stunden-Snack in der Cafeteria. In der Cafeteria sind immer alle ganz reizend zu mir. Zumindest seit es mal diesen dummen Computerfehler gegeben hat, der ihre Küche als Organ-Aufnahme-Station registrierte - ziemlich lästig!
    Ich schnappe mir noch ein paar Cokes und Crackers und mach' mich auf den Rückweg, diesmal durch die Anfänger Labs. Informatik, erstes Semester. Ich schaü durch das Guckloch an der Tür: Ein ganzer Hörsaal voller Frischlinge ohne Dozenten. Das kann nicht angehen!
    Ich stoße energisch die Schwingtüre auf und marschiere zur Tafel.
    "Es geht los, Herrschaften! Ich darf um Ruhe bitten. Sie dahinten, ja Sie, Sie sorgen dafür, daß uns niemand stört. Blockieren Sie einfach den Eingang. Wer zu spät kommt, soll sich das für's nächste Mal merken.
    Also, ich bin ihre Vertretung heute und wir wollen jetzt mal den üblichen Kram, den Sie sonst machen beiseite lassen und uns über ein paar fundamentale Befehle aus der Praxis unterhalten. Wir beginnen mit einer der wichtigsten Funktionen überhaupt, dem REMARK-Befehl, oder, wie er allen Kenner bekannt ist, 'rm *' ..." Ich hätte vielleicht doch besser Professor werden sollen - ich hab' den richtigen Draht zu den jungen Leuten, wissen Sie...

    Grundverhaltensregeln für Dekane:
    (1). VERSTECKEN!
    (2). Wenn sie dich finden, LÜGEN!!

    Wer mehr braucht: nyms.de/Bastard.html :D