Es hat mich "gestromt"

  • geschlossen
  • Frage

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Es hat mich "gestromt"

    Hallo Forenuser,

    bestimmt ist es dem Einen oder Anderen auch schon einmal passiert.

    Ich wollte gestern die Tür zum Arbeitszimmer schließen. Da ich aber in beiden Händen etwas hatte (in der einen Hand das Bier in der anderen das Glas) musste ich sie etwas umständlicher schließen.

    Also hab ich den linken Ellbogen benutzt.

    Gerade als ich mit dem Ellbogen an die Tür kam, hat es mir einen wahnsinnig starken Stich gegeben, als wenn man einen starken Stromschlag bekommen hätte. Zum Glück ist mir nix runtergefallen, aber der Schmerz war fast nicht mehr erträglich.

    Wie kommt es, dass ich so einen starken Schmerz dort gefühlt habe, obwohl ich sehr sanft mit dem Ellbogen an die Tür gegangen bin und warum passiert das nur bei den Ellbogen und nicht auch an anderen Stellen wie z. B. Kniebeuge?
    Und woher kommt in diesem Zusammenhag der Begriff "es hat mich gestromt"?
  • "gestromter" Schmerz

    Hallo!

    Deinen Ausdruck "gestromt" habe ich zwar noch nicht gehört, aber das Phänomen, das Du beschreibst, nennt man projizierten Schmerz. Du stößt Dich am Ellenbogen und die Hand, genauer, die Kleinfingerseite, schmerzt/wird heiß.
    Am Ellenbogen liegt ein Nerv (N. ulnaris) sehr weit an der Oberfläche und ist somit leicht zu treffen von außen.
    Projiziert ist der Schmerz, weil es nicht dort weh tut, wo man sich angestoßen hat (Ellenbogen) sondern an der Hand, weil dort das Versorgungsgebiet des Nerven ist.

    Hoffe das erklärt Deine Frage, sonst frag weiter

    Grüße,
    rob
  • Er hat den Begriff ja in Anführungsgezeichen gesetzt, weil er nicht wusste wie er's besser bezeichnen soll, vermute ich mal.

    Ja das ist mir auch schon paar mal passiert, ist sehr unangenehm sowas, geht aber zum Glück wieder weg und solange der Nerv nicht irgendwie reißt oder sonstwie kaputtgeht ist alles in Ordnung.
    Aber das dürfte wohl seltenst passieren, oder hat jemand andere Erfahrungen?
    I'm gonna give you every inch of my love!
  • Ich kenne den Begriff "einen gewischt bekommen". Evtl. hast du tatsächlich einen Stromschlag bekommen. Kann ja gut sein, dass du statisch geladen warst und dann die metallene Türklinke berührt hast. Das passiert auch vielen beim Aussteigen aus dem Auto.
  • Hallo Seraph

    ich schließe mich den Vorrednern an. Durch den oben genannten Nerv werden unter anderem die 2 1/2 letzten Finger der Hand (also 3 1/2 - 5. FInger) sensibel versorgt, d.h. wenn Du diesen Nerven reizt, kann es sein, dass es sich so anfühlt, als gehe plötzlich ein starker Stromschlag (wahrscheinlich daher dieser von Dir genannte Ausdruck) durch den Arm und die zugehörigen Finger bzw. es fühlt sich manchmal an, als sei der Arm eingeschlafen bzw. wie Ameisenlaufen auf der Haut.
  • Merci für die raschen Antworten,

    nunja ich komm aus Bayern und kenn es unter diesem Begriff "es hat mich gestromt". Wenn ich das zu einem anderen sage, weiß jeder Bescheid. Vielleicht gibts mehrere regionale Unterschiede in dieser Sache.

    Statisch geladen bin ich nicht - es sei denn ich tippe länger auf der Tastatur rum. Lang ich dann an den Türgriff hin, dann gibts mir wirklich einen Stromschlag :)
    Das seh ich immer, wenn´s schon ein wenig dunkel draussen ist, weil man dann einen kleine Blitz sieht. Des tut aber net so weh, wie das mit dem Ellbogen. Da meint man im ersten Augenblick, dass der Arm abfällt :)
  • Ich weiss gaaaaanz genau was du meinst , mir passiert das leider regelmäßig... ich muss da ein Talent für haben und es fühlt sich in der Tat so an als ob der Arm abgerissen würde.

    Ich kenne "gestromt" unter dem Namen den "Musikknochen" erwischt...
    [SIZE="2"][FONT="Arial"]
    Wenn du den Regenbogen willst, musst du mit dem Regen klarkommen.
    [/FONT][/SIZE]
  • *g*

    also leute ! Ich finde das Wort gut :D Ich hoffe das ist nicht patentiert.

    Werde das jetzt kräftig nutzen.

    gestromt.. GEIL... ich habe noch nie soviel gelacht und andere werden es bestimmt auch tun

    Danke für das Wort

    Schlachter

    heheheeeeeeeeee
  • lol - es hat mich gestromt....
    Ich wusste gar nicht, dass hier auch Tiere Zutritt haben :D

    Hunde sind gestromt (wenn sie längs- oder quergestreift sind)^^

    Ich kenne dieses Gefühl auch nur zu gut. Hängt wohl mit den Nerven zusammen, die da im Ellenbogen zusammenlaufen.

    Ich habe mir mal die Mühe gemacht und Freund Google beauftragt ;)

    Hier gibts die wissenschaftliche Erklärung dafür:


    Viele Menschen haben wohl schon mal gehört, dass es einen „Musikantenknochen“ gibt und noch öfter haben sie sich ihn schon angestoßen. Aber wissen sie auch, was für den extrem unangenehmen Schmerz verantwortlich ist?

    Der Musikantenknochen, der in der Fachsprache als „nervus ulnaris“ bezeichnet wird, ist ein gemischt motorischer und sensibler Nerv des Arms. Er verläuft an der Innenseite des Ellbogengelenks durch eine enge Knochenrinne. Diese Furche ist von Natur aus unterschiedlich eng ausgebildet. Und da der "nervus ulnaris" in diesem Bereich sehr nah an der Oberfläche liegt, kann er schnell gereizt oder geschädigt werden.

    Stößt man sich diesen, fast ungeschützten Nervenstrang, dann kommt im Gehirn eine verwirrende Informationsflut aus Schmerz, Erregung, Kälte und Wärme an. Man spürt einen heftigen, elektrisierenden Schmerz, der vom Ellbogen bis in die Spitze des kleinen Fingers schießt und der minutenlanges Kribbeln und ein Taubheitsgefühl verursachen kann. Auch ein Stromstoß kann die Nerven veranlassen, wahllos zu feuern. Daher fühlt es sich wie ein elektrischer Schlag an, wenn wir uns den Musikantenknochen stoßen. Da die menschliche Hand von mehreren Nerven mit Gefühl versorgt wird, ist der Schmerz nur im kleinen Finger und in der dem kleinen Finger zugewandte Seite des Ringfingers zu spüren. Die anderen Finger werden nicht vom „nervus ulnaris“, sondern vom „nervus medianus“ mit Gefühl versorgt.

    Die Bezeichnung „Musikantenknochen“ ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass man „die Engel singen hören“ kann, wenn man sich den Ellbogen stößt. Eine andere Erklärung für diese Bezeichnung ist, dass dieser Nerv vor allem Musikern, z.B. Geigern, einer Dauerbelastung aussetzt und dies die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Schädigung der Nerven stark erhöht. Solch eine dauerhafte Reizung bzw. Lähmung wird als "Sulcus ulnaris-Syndrom“ bezeichnet und muss im schlimmsten Fall operativ behandelt werden. Je nach Region wird der Musikantenknochen auch als „Äffchen“, "Meiserl" oder "narrisches Eck" bezeichnet.
    Source: Clever! Die Show, die Wissen schafft!

    Gruß yimmi
  • smaiki schrieb:

    Hi,
    in Österreich nennt man das "narrisches Banl" (Banl=kleines Bein/Knochen).
    Schmerz sollte aber (gleich) wieder wegsein.


    Das "narrische Boandl" (Boandl = niederbayerisch für kleiner Knochen) bezeichnet bei uns in Bayern den Fleck aussen am Knie knapp unter der Kniescheibe. Wo es (zumindest bei mir) länger und stärker weh tut als am Ellbogen.

    So far,
    b0aH