Wundbehandlung von OP Narbe

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  • Ich hatte vor kurzem ne OP am Knie. Da bekam ich beim ersten Verbandwechsel nach 2 Tagen einen Spray drauf. Komm am Mittwoch wieder unters Messer, da hab ich dann gleich mal die Gelegenheit nachzufragen. Interessiert mich jetzt gleich selber.
  • Hallo zuabu, :)

    Bin auch vor fast 8 Wochen am Sprunggelenk operiert worden.

    Wie zockerbix schon sagte kommt beim Verbandwechsel immer ein Spray drauf zum Desinfizieren, damit Keime abgetötet werden und sich nichts entzündet.

    Bei mir hat sich die Wunde trotzdem entzündet. Doch die Ursache dafür hab' ich auch rausgefunden.

    Hab folgendes beobachtet:

    Schwester kommt zur Visite ins Zimmer.
    Patient 1 bekommt den Verband aufgeschnitten.
    Also, Schere aus der Tasche - aufschneiden - Schere in die Tasche.
    Patient 2 bekommt den Verband aufgeschnitten.
    Also, Schere aus der Tasche - aufschneiden - Schere in die Tasche.
    Dann kam ich dran.
    Wieder Schere aus der Tasche - aufschneiden - Schere in die Tasche.

    Dazwischen wurde die Schere nicht desinfiziert. :mad:

    Ich bekam also alle Keime der Vorpatienten ab. :würg:

    Beim Einsprühen werden zwar die meisten Keime abgetötet, aber ein paar mogeln sich eben doch durch.

    Habe nach dieser Feststellung keinen mehr mit der Schere an mich 'ran gelassen. :rot:
    Und wenn es doch mal sein muß, unbedingt darauf achten, daß auch die Schere desinfiziert wird.


    Gute Besserung wünscht Buswusel :lego:
    Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren.

    Abraham Lincoln
  • moin moin
    bei jedem VW muss die wunde mit einem feuchten(desinfkt.mittel) tupfer abgewaschen werden(nicht gesprüht).zumindest solange die fäden noch drin sind-danach jenach befund.
    @Buswusel:das mit der schere ist eine gängige handhabe gegen die nix einzuwenden ist,solange damit nur der verband aufgeschnitten wird und das verbandsmaterial darunter liegen bleibt.eine op-wunde(so wie deine)ist in erstmal absolut frei von schädlichen bakterien etc..DH.da kann nix übertragen werden.
    für infizierte wunden wird eigentlich immer seperates werkzeug benutzt!
    das einsprühen der schere mit desinfekt.mittel bringt sogut wie garnix-wen dann autoclavieren oder zumindest 2h einweichen in desinfekt.mittel und danch ordentlich abwischen.
    das du dich an der schere angesteckt hast halte ich für unwahrscheinlich,dann eher schlecht oder garnicht desinfizierte Hände.
    mfg
    reinhardrudi
  • @ Buswusel. das was du hier schilderst finde ich äußerst bedenklich da das verhalten der Schwester sogar lebensbedrohlich für alle Patienten sein kann. aber wann hat man in letzter zeit schon etwas überragendes aus dt. Pflegestationen gehört?

    @zuabu bitte keine frage die man mit ja oder nein beantworten kann..



    lg.
    frozenheal
  • reinhardrudi schrieb:


    ....eine op-wunde(so wie deine)ist in erstmal absolut frei von schädlichen bakterien etc..DH.da kann nix übertragen werden.
    für infizierte wunden wird eigentlich immer seperates werkzeug benutzt!reinhardrudi


    Klar, nach der OP ist ja noch alles in Ordnung gewesen. Die Entzündung kam erst am 3.Tag.

    Als ich die Handhabung der Schwestern dem Arzt schilderte ist der aber bald aus allen Wolken gefallen vor Entsetzen und sagte, daß das nicht sein darf.


    mfg Buswusel :lego:
    Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren.

    Abraham Lincoln
  • Wie oft musste ich erleben das gerade die Ärzte den Verbandswechsel total unsteril durchführen, da wird ohne Handschuhe der Verband entfernt und mit den bloßen Händen auf den Wunden rumgedrückt.

    Gerade die Schwestern achten viel mehr auf Sterilität, vor allem weil das ein wichtiger teil der Ausbildung ist.

    Die Schere nach jedem öffnen des Verbandes zu desinfizieren ist unüblich und auch nicht nötig da meist eine Mullbinde um den eigentlichen Verband gewickelt ist und nur diese mit der Schere in Berührung kommt.
    Wurde ja bereits oben erwähnt.
  • teils an @reinhardrudi

    kann sein das ich jetzt nicht der Onkel Dr persönlich bin! ich war einfach nur geschockt wie sich die Schwestern einen feuchten kehricht um ihre Hygiene scheeren! es kann auch dich "einiges" kosten wenn du durch unvorsichtigkeit mit Krankheiterregern in Kontakt gerätst und das zuabu seine fragen so knapp hält lässt nun mal wenig Platz für spielraum!!!!!!!!!!!!!
  • Wundpflege

    zuabu schrieb:

    Muss man nach einer OP die Narbe desinfizieren, wenn
    ein neuer Verband angelegt wird?

    Gruß
    zuabu


    Hallo,

    Jeder der hier im Trad behauptet, dass nicht desinfizierte, damit meine ich steril gemachte Instrumente beim Wundwechsel keine Infektion bringen täuscht sich da ganz gewaltig! Solange keine richtige Heilung eingesetzt hat sind Keime ein Problem.
    Man fängt sich die Problemkeime aber nicht irgendwo zuhause sondern vielfach im Krankenhaus ein.

    Ich hatte vor 3 Monaten eine OP nach Wadenbeinbruch mit Verpattung und Verschraubung. Da die Wunde auch nach 4 Wochen immer noch suppte (Lymphe) und der Fuss nicht so wirklich abschwellte hatte ich schon 2 Wochen zuvor an eine Infektion gedacht. Ich gehe mit 100iger Sicherheit davon aus, dass ich mir diese während der OP zugezogen hatte.
    Nachdem ich mir dann ziemlich sicher war (Abgeschlagenheit, leichtes Fieber) und der Fuss mir nach septischer Arthritis aussah, hatte ich die Ärzte genötigt einen Abstrich zu machen - und siehe da ein Krankenhauskeim.
    Ungalublich, dass sie von selbst nicht darauf kommen.
    Glücklicherweise mitnur einer Penicillinresistenz, aber dennoch beta-Lactamase positiv - also ein Staphylococcus Aureus. Sowas bekommt man nur im Krankenhaus oder nach schlampigem Wundverbandswechsel beim Niedergelassenen! :rolleyes:
    Mein neidergelassener Arzt hat mir dann eine Gentamycinsalbe verschrieben. Nach 3 Tagen war keine Besserung zu erkennen!
    Dann habe ich mir auf eigene Kosten mehrere privat Rezepte von einem mir bekannten Arzt ausstellen lassen und nehme das Antibiotika nun seit ca. 6 Wochen. Das ist auch so die Zeit wie es vorgeschrieben ist. Schon nach 2 Tagen trat eine Besserung ein und die Schwellung ging nach und nach weiter zurück. Leider besteht das Problem darin, dass obwohl das Clindamycin sehr gut knochengängig ist darin, dass sich Staphyolokokken abkapsel können. Einen richtigen Erfolg werde ich also erst nächste Woche sehen, wenn nichts wieder kommt.

    Für die Wundpflege ist das sog. Hydrokolloidpflaster äusserst empfehlenswert. Leider übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht. Hexal bietet eine 5x10 cm Pflasterpackung für 26€ an. Da es die Wundheilung aber bestens unterstützt kann es auch meiner Meinung nach aus eigenen Mitteln bezahlt. Das sollte einem die Gesundheit schon wert sein.

    Zu Deinen eigentlichen Fragen: ;)
    Für die Wundpflege ist das sog. Hydrokolloidpflaster äusserst empfehlenswert. Leider übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht. Hexal bietet eine 5x10 cm Pflasterpackung für 26€ an. Da es die Wundheilung aber bestens unterstützt kann es auch meiner Meinung nach aus eigenen Mitteln bezahlt. Das sollte einem die Gesundheit schon wert sein.

    Desinfektion mit jodhaltigem Alkoholspray. Das wirkt aber nur zur oberflächlichen Desinfektion. Alles was weiter unten drin steckt macht Probleme. Zusätzlich, solltest Du keine tiefere Desinfektion (tiefer als 3mm) haben. Zusätzlich auf die Wundnarbe bzw. um die Wundränder einen schmalen Streifen Betaisodona Salbe (6-7€; auch jodhaltig - brennt aber nicht!) auf ein trockenes Wundpflaster auftragen und ankleben.

    Alles Gute und beste Grüsse :)
  • bmrjnst schrieb:

    ...Ich gehe mit 100iger Sicherheit davon aus, dass ich mir diese während der OP zugezogen hatte. ...


    Hallo bmrjnst,

    Glaube nicht, daß man sich während der OP infiziert, eher auf der Station. :eek:
    Denn im OP ist alles steril und eine bestimmte Einstellung des Luftdrucks sorgt dafür, daß die Keime draußen bleiben. :flag:


    Weiter gute Besserung wünscht Buswusel :lego:
    Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren.

    Abraham Lincoln
  • bmrjnst schrieb:


    Zu Deinen eigentlichen Fragen: ;)
    Für die Wundpflege ist das sog. Hydrokolloidpflaster äusserst empfehlenswert. Leider übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht. Hexal bietet eine 5x10 cm Pflasterpackung für 26€ an. Da es die Wundheilung aber bestens unterstützt kann es auch meiner Meinung nach aus eigenen Mitteln bezahlt. Das sollte einem die Gesundheit schon wert sein.


    Hydropflaster werden für andere Wunden genutzt un nicht für OP-Wunden - die geschlossen sind

    bmrjnst schrieb:

    Desinfektion mit jodhaltigem Alkoholspray. Das wirkt aber nur zur oberflächlichen Desinfektion. Alles was weiter unten drin steckt macht Probleme. Zusätzlich, solltest Du keine tiefere Desinfektion (tiefer als 3mm) haben. Zusätzlich auf die Wundnarbe bzw. um die Wundränder einen schmalen Streifen Betaisodona Salbe (6-7€; auch jodhaltig - brennt aber nicht!) auf ein trockenes Wundpflaster auftragen und ankleben.


    was bitte ist eine oberflächliche Desinfektion un dann noch mit Jod - schon mal was von alkoholischen Desinfektionsmitteln gehört, bei Jod kann man schlecht Wundheilungsstörungen erkennen durch die färbung der Haut
  • entscheident für eine wundversorgung ist auch die art der wundheilung.

    primäre wundheilung reicht desinfektionsspray über die wunde und abtupfen und pflaster. dies wunden sind noch nicht infiziert und heilen fast narbenlos ab. wundränder sind glatt und schon geschlossen (z.b. genäht)

    die sec. wundheilung (meist bei großen wunden und schon infizierten wunden) wird versucht richtig steril zu arbeiten, d.h. z.B. sterile handschuhe (nicht alle sind nämlich steril). welches Mittel eingesetzt wird hängt dann wiederum von der art der wunde ab. (Ulcus, Blutungen, Eiter..)

    die meisten infektionen im krankenhaus übertragen sich aufgrund fehlender händedesinfektion. die schwestern und ärzte muessten nach jedem kontakt die hände desinfizieren, machens aber meistens nicht. ärzte sind da wie schon erwähnt etwa nachlässiger.

    gruesse
  • Buswusel schrieb:

    Hallo bmrjnst,

    Glaube nicht, daß man sich während der OP infiziert, eher auf der Station. :eek:
    Denn im OP ist alles steril und eine bestimmte Einstellung des Luftdrucks sorgt dafür, daß die Keime draußen bleiben. :flag:


    Weiter gute Besserung wünscht Buswusel :lego:



    DANKE 1

    Wie bekam ich dann den eine Osteomyelitis?
    Muss also schon tiefergehend gewesen sein oder das Material war mistig.
  • Hallo bmrjnst, :)

    hab mal kurz bei Google unter "Osteomyelitis" nachgesehen.
    Bakterien werden auch über's Blut transportiert und greifen dann an einer Schwachstelle, in Deinem Fall den gebrochenen Knochen an.

    Infektionsherde einer endogen – hämatogen Osteomyelits können beispielsweise Nebenhöhlenentzündungen (= Sinusitis), Mandelentzündungen (= Tonsilitis), Zahnwurzelentzündungen, Furunkeln, etc. sein.

    Hoffe, es geht Dir jetzt wieder gut. ;)


    Gruß Buswusel :lego:
    Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren.

    Abraham Lincoln
  • Hallo Buswusel,

    Danke für den Comment.
    Es geht jeden Tag besser!
    Ist schon klar, komme selbst aus dem Fachgebiet & googeln hilft da auch nicht besonders weiter.
    Das mit der Blutübertragung stimmt schon; allerdings in seltensten Fällen. Immundefizient bin ich nicht und der Bruch war nicht offen.
    Woher soll ich den Keim denn aber vorher bekommen haben. Da müsste ein Staph. Aureus ja ständig in mir schlummern - und der dann noch resistent?
    Hatte vorher noch nie was mit Infektionen selbst auch nach meiner letzen Zahn-OP zu tun. Interessant ist dennoch, dass man sich einen resistenten Kein einhandelt den die freie Natur nicht dazu getrieben hat resistent zu werden.
    Chirurgen, deren Arbeit sicherlich zu schätzen ist, halten sich mit Aussagen ziemlich bedeckt; die wissen schon genau warum.

    Mikroskopisch kleinste Risse im OP Besteck (Materialermüdung) bergen die grössten Gefahr, auch wenn der OP noch so steril ist. - Und die heutigen Sparmassnahmen im Gesundheitssystem sind die treibende Kraft, dass dieser Infektionswahnsinn in den Kliniken weitergeht und sich jährlich verschlimmert.




    Buswusel schrieb:

    Hallo bmrjnst, :)

    hab mal kurz bei Google unter "Osteomyelitis" nachgesehen.
    Bakterien werden auch über's Blut transportiert und greifen dann an einer Schwachstelle, in Deinem Fall den gebrochenen Knochen an.

    Infektionsherde einer endogen – hämatogen Osteomyelits können beispielsweise Nebenhöhlenentzündungen (= Sinusitis), Mandelentzündungen (= Tonsilitis), Zahnwurzelentzündungen, Furunkeln, etc. sein.

    Hoffe, es geht Dir jetzt wieder gut. ;)


    Gruß Buswusel :lego:
  • So sieht die Praxis aus: Der Wundverband kommt am ersten Tag ab und danach wird bei unauffälliger Wundheilung weder desinfiziert noch neu abgedeckt. Duschen und Waschen mit Wasser und Seife sind erlaubt. Wenn intracutan ( nur ein Faden in der Haut versenkt ! ) genäht wurde, wird der Faden normalerweise nicht entfernt, da er resorbierbar ist. Nur die Enden werden abgeschnitten.
    Und beim Wechsel zum nächsten Pat. Händedesinfektion, um keine Keime zu verschleppen. Oder Handschuhwechsel.

    Anders ist das bei bereits infizierten Wunden. Da ist der Aufwand dann etwas größer.
  • Nur kurz zur Info:

    Wundheilung
    • per primam (primäre Wundheilung): Wunde heilt innerhalb von ca. 8 Tagen ohne Infektion ab.
    • per sekundam (sekundäre Wundheilung): Wunde wurde infiziert, es kommt zur eitrigen Entzündung.


    Verbandswechsel:
    Die Wunde wird nie direkt berührt.

    Händedesinfektion vor dem Verbandswechsel
    Einmalhandschuhe anziehen (sind nicht steril - Eigenschutz)
    alten Verband mit Handschuhen entfernen
    Aussehen des Verbandes beurteilen (Durchfeuchtung, Blut- und/oder Eiterauflagen)
    Einmalhandschuhe abwerfen
    Aussehen der Wunde beurteilen
    Beobachtung von Flächen- undTiefenausdehnung,Belägen, Absonderungen, Entzündungszeichen und Geruch
    Wunddesinfektion mit Pinzette, Kugeltupfer und Octenisept®
    Anlegen des neuen Verbandes unter Verwendung von Wundauflagen, Fixomull®, Mepore®