Lehmmantelgerichten

  • Frage zu …

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  • Lehmmantelgerichten

    Ich habe bei verschiedenen Gelegenheiten schon von Rezepten gelesen, bzw. davon gehört, in denen man kleinere Tiere in einem Lehmmantel zubereiten kann.
    Dabei wird das Tier ausgenommen, mit Gewürzen, Kräutern und Beilagen gefüllt und in eine dicke Hülle aus Lehm gewickelt.
    Dieser Kokon wird dann in der Lagerfeuerglut deponiert, bis das Fleisch gar ist.
    Der Lehm hält nach dem Aufbrechen der Hülle alle Haare oder Federn fest und das im eigenen Saft gebratene Fleisch soll schön zart sein. Der Aromaverlust ist durch die rundum schließende Hülle praktisch gleich Null.

    Die Frage ist jetzt: Woher weiß ich, wann es fertig ist?

    Wenn es so einfach klappt, wie es beschrieben ist, wäre das eine tolle Möglichkeit, die Beute der Katze loszuwerden, seien es nun Amseln, Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen.
  • ZumThema Lehmmantelgerichte und noch etwas mehr

    Hallo, ......also das mit der Katzenbeute halte ich in unserem westlichen Kulturkreis auch für nicht gebräuchlich. Insofern gebe ich da den Schreibern (oben) völlig Recht. Allein schon die selbstsüchtige Art und Weise, dem Haustier das Futter weg zu essen! :D (war Spaß) Aber die Frage nach der Garmethode in einem Lehmmantel wurde meiner Ansicht als zu lächerlich abgetan bzw wurde sich über den Themenstarter zu Unrecht Lustig gemacht! Denn diese Art des Garens gehört mit zu den ältesten der Menschheit überhaupt. Selbst Archäologen haben durch diverse Funde auf allen Kontinenten dieses durch zahlreiche Funde belegen können. Übrigens ist eine "modernere" Variante der sog. Römertopf, nur dass hierbei das Gargut nicht unmittelbar mit dem Lehm in Berührung kommt. Ich selber (über 30 Jahre dort gelebt) habe vor Jahren in Australien etliche Male an BBQ´s Einheimischer teilgenommen, bei dem Speisen im Lehmmantel -gegart im Erdofen, gegessen wurden. Darum stimmt auch Die Zeitangabe ("Huhn dauert 45 Min.") nicht ganz. So gegart benötigt das Huhn mindestens zwei bis drei Stunden! Zum Teil haben wir die marinierten Speisen bereits am Vorabend in Lehm verpackt in die vorbereitete Erdgrube gelegt und mit den Steinen abgedeckt. Diese Grube wurde ebenfalls morgens ausgehoben, mit Steinen ausgelegt und angeheizt. Das Ganze dauerte so auch sechs-acht Stunden bis die Steine völlig erhitzt waren. Eine ganze Wildschweinkeule brauchte mindestens diese fast 24 Stunden zum Garen. Also, wie man sieht, ein "urzeitliches" und aufwändiges Garverfahren, aber wenn alles richtig gemacht wird, ein tolles Geschmackserlebnis. Soviel dazu.
    Und nun noch etwas zum Tolerieren von den -für uns im Westen, ungewöhnlichen Essgewohnheiten. Ich als Küchenmeister habe meinen vielen Azubis immer als Erstes mit auf den Weg gegeben, die Nahrung der Bewohner anderer Länder mindestens zu tolerieren. Dabei hatte ich -in Deutschland meist das Beispiel Hackepeter (oder je nach Bezeichnung, Mett o.ä.) Gerade einmal 3ooo km südöstlich von Deutschland würde man dafür fast gesteinigt, (überzogen ausgedrückt) weil rohes Schweinefleisch! Meine Aussage dazu war immer als Quintessenz: Der Mensch ist eigentlich ein "Allesfresser". Ich selber nehme mich da auch gar nicht aus und habe "Rund um die Welt" auch schon so manches -und das im Bewusstsein, was ich das zu mir nehme- verzehrt, wo mancher hier sich sehr wahrscheinlich vor "Ekel" abwenden würde. Von irgend etwas muss er ja auch seine essentiellen Proteine beziehen. Sei es durch den Verzehr von -je nach Vorkommen oder Notwendigkeit, Geflügel, Schweine- oder Rindfleisch, aber auch Schlangen, Engerlinge, Bisamratten oder sonstwas. (Nebenbei gesagt war besagte Gattung der Bisamratte auch noch während und nach dem 2.WK in Deutschland ein völlig gebräuchliches Nahrungsmittel) Nur unter der geschönten Bezeichnung "Nutria"). Daran ist m.W. niemand gestorben......Eher daran,dass sich die Menschen aus Vorurteilen weigerten das Fleisch zu Essen und dann verhungerten. Und solche Beispiele könnte man fast endlos fortsetzen. Also auch hier und heute sollte man mehr Toleranz zeigen wenn wieder einmal -mit Naserümpfen von "Hunde- und Rattenfressern" in den Medien die Rede ist. Einmal mehr über den "Tellerrand" zu schauen. Auch das nutzt der Völkerverständigung!
    Ich freue mich auf eure Meinung!

    cheffi :hy:
  • Rezept: Huhn im Lehmmantel nach Art der Germanen | MDR.DE <--- hier steht es: Huhn im Lehmmantel, ca. 45 min.

    Zu dem toleranter sein was Hunde und Rattenfleisch angeht kommt mir ein Spruch von Oma in den Sinn: Du bist was du isst :D ;)
    Nein, mal Spaß bei Seite. Unsere Nahrungsvielfalt ist enorm. Da kann man sich doch nicht beschweren. Muss man dann unbedingt auf Hunde, Katzen, Ratten, Maden, Insekten aller Art zu greifen? Ist das wirklich nötig? Wo ist denn da die Grenze?
    Und wofür, um sich damit zu brüsten alles zu essen? Da würde ich lieber Vegetarier werden^^ Für mich ist der Mensch nicht unbedingt ein "Allesfresser".
    Aber jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden und essen was er mag!
    Nur, wenn jemand nach andersartigem Fleisch gelüstet, soll er sich auch nicht wundern wenn die Leute die Nase rümpfen. Das ist nämlich deren gutes Recht, wie ich finde ;)

    Aber zurück zum Thema, denn hier dreht es sich einzig und allein um Lehmmantelgerichte.
  • Huhn im Lehmmantel (Qu. MDR Thüringen)

    O.K. bei dem Rezept (Qu. MDR Thüringen) wurde das Huhn/Wirsing mit Lehm bestrichen. Dabei ist die Lehmschicht nicht viel stärker als das Wirsingblatt. Dann kann/wird die Garzeit stimmen. Ich bin bei der Frage des Themenstarters von einem Lehmmantel ausgegangen. Zugegeben, das kann nun Wortklauberei sein, aber darunter verstehe ich etwas mehr als 2-3 mm. (Hat zwar auch nichts mit dem Thema zu tun, aber Vergleichbares geht auch mit Salz und Eiweiß.)
    cheffi

    > @noir Alles Andere (Toleranz) wäre vielleicht ein Extra-Thread wert? Denn da sind sind die Ansichten sicher sehr kontrovers.
  • ..."seien es nun Amseln, Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen."....mann mann mann....jo das muß jeder selber wissen

    ....und ich bevorzuge da auch die einfache variante mit Salz und Eiweiß ....einfach ein Huhn mit petersielie, knobi, baslikum,rosmarin oder was beliebt füllen ...ALLLES FRISCH NATÜRLICH

    ...und ab in die Salzmischung...dauert in etwa so lange wie ein normales Huhn.....fertig ....zwar keine knusprige Haut aber geschmack is SUPER !!!
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    :::: HAVE A NICE DAY ::::
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    ©[SIZE="1"]Don_Viti[/SIZE]
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  • Speisen in einem Lehmmantel zu garen und wie cheffi erwähnt, in einem Erdofen finde ich sehr interessant.
    Werde es auch mal ausprobieren. Doch ich weiß nicht, was mein Vermieter dazu sagt, wenn ich im Garten ein Loch für einen Erdofen aushebe :D . :depp: :rot:

    Habe von dieser urtümlichen garweise in Büchern von "Joan M. Auel" gelesen. :read:

    Alya und der Clan des Höhlenbären (The Clan of the Cave Bear), Ayla und das Tal der Pferde (The Valley of Horses), Ayla und die Mammutjäger (The Mammoth Hunters), Ayla und das Tal der Großen Mutter (The Plains of Passage), Ayla und der Stein des Feuers (The Shelters of Stone).

    Jean M. Auel beschreibt sehr genau und detailreich, wie die Menschen lebten und handelten. Auch Kräuter und ihre Anwendung werden immer wieder beschrieben.
    Es ist faszinierend zu lesen, wie die Menschen damals über die Natur nachdachten, mit anderen Menschen klarkamen und das damals harte Leben meisterten um zu überleben. In der Romanform ist das tausendmal interessanter als ein Fachbuch darüber zu lesen.

    Doch davon abgesehen, Nutria habe ich auch schon gegessen. Und richtig zubereitet schmeckt das auch richtig lecker.


    Gruß Buswusel :lego: