Zollfreigrenzen und spezielle Waren

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  • Zollfreigrenzen und spezielle Waren

    Hi.

    Ich grüble schon seit Tagen über ein paar kleineren Ideen rum aber komme irgendwie nicht weiter...

    Wenn ich beispielsweise aus der Schweiz in der der Mehrwertsteuersatz sehr gering ist Waren nach Deutschland einführen will habe ich normalerweise ja eine Zollfreigrenze. D.h. ich kann Waren bis zu einem gewissen Wert einführen ohne dass ich vom Zoll ausgeplündert werde.

    Wie aber verhält sich das mit nicht normalen "Waren" wie z.B. Silberbarren oder anderen Edelmetallen? Hab ich da auch diese Zollfreigrenze?

    Zum anderen: Hätte man in einem anderen EU-Land eine andere Zollfreigrenze als in Deutschland?
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  • Hallo Vampirmind -

    Innerhalb der EU sind tatsächlich von Land zu Land die MwSt - auch Umsatzsteuer genannt - unterschiedlich. Der Normalsatz beläuft sich von 15% in Zypern und Luxemburg – 25% in Dänemark – Deutschland 19%. Viele EU Länder viele Länder haben einen ermäßigten Satz von 5% - 17% - Deutschland 7%. In einigen Ländern gibt es dann noch den Dienstleistungssatz bzw. weitere ermäßigte Sätze. Es ließe sich also schon mal ein Schnäppchen machen.

    Wer eine Reise tut muss sich halt vorher mal informieren, was auf ihn zu kommt! Egal was er vorhat! Entscheidend ist auch von wo nach wo er aus- bzw. einreist! Durch den Wegfall der Grenzen innerhalb der EU ist zwar Vieles möglich, fällt aber dann auch schnell in den illegalen Bereich und das kann nicht nur teuer werden. Bestes Beispiel Transaktionen auf die Banken in Lichtenstein.

    Von meiner letzten Reise habe noch ne Broschüre „Reisezeit – Ihr Weg durch den Zoll“ vom Zoll/Bundesministerium der Finanzen Deutschland- zu Deiner Frage habe ich folgendes gefunden:

    Zitat:
    „Edelmetalle wie z.B. Silberbarren oder andere

    Bei Reisen innerhalb der EU müssen Sie auf Befragen des Kontrollbeamten oder der Kontrollbeamtin mitgeführtes Bargeld oder gleichgestellte Zahlungsmittel im Wert von 10.000 €und mehr anzeigen. Dem Bargeld gleichgestellt sind u. a. Wechsel, Schecks, Wertpapiere, Edelmetalle und Edelsteine.
    Bei Reisen in Drittländer oder aus Drittländern müssen Sie Barmittel im Wert von 10.000 € oder mehr dem Zoll unaufgefordert schriftlich auf dem dafür vorgesehenen Vordruck anmelden.
    Edelmetalle und Edelsteine gelten nicht als Barmittel, sondern sind zwingend als Ware anzumelden.“
    (Quelle*)

    D.h. z.B. in Östereich gilt für

    Zitat:
    „Gold – Goldbarren – Goldmünzen

    Für unbearbeitetes oder noch nicht fertig verarbeitetes Gold (auch platiniert), für ebensolche Goldplattierungen auf unedlen Metallen oder auf Silber sowie für Goldpulver müssen Sie die Einfuhrumsatzsteuer jedenfalls bezahlen.
    Aber: Goldbarren oder Goldplättchen mit einem von den Goldmärkten akzeptierten Gewicht und einem Feingehalt von mindestens 995 Promille und bestimmte Goldmünzen sind von der Einfuhrumsatzsteuer befreit. Dies gilt auch bei Überschreiten der Freigrenze von 175 €.“
    (Quelle **)


    Andere Zollfreigrenze in einem anderen EU-Land eine als in Deutschland?
    Für den Warenverkehr innerhalb der EU gelten grundsätzlich keine Beschränkungen. Allerdings gibt es weiterhin noch sehr unterschiedliche Gesetzgebungen der einzelnen EU-Ländern für bestimmte Warengruppen, wie z.B. für Alkoholika, landwirtschaftliche Produkte und Tabakwaren.
    Reisende können aus jedem Mitgliedstaat der EG Waren abgabenfrei und ohne Zollformalitäten nach Deutschland mitbringen. Voraussetzung ist jedoch, dass diese Waren
    - nicht aus einem der zoll- oder steuerrechtlichen Sondergebiete mitgebracht werden,
    - weder zum Handel noch zur gewerblichen Verwendung bestimmt sind,
    - keinen Verboten und Beschränkungen der Ein- oder Durchfuhr unterliegen.

    Zitat:
    „Sonderregelungen für bestimmte Gebiete

    Sonderregelungen gelten für die Kanarischen Inseln (Gomera, Fuerteventura, Gran Canaria, Hierro, La Palma, Lanzarote, Teneriffa), die französischen Überseedepartements (Französisch-Guyana, Guadeloupe, Martinique, Réunion) sowie St.-Pierre-et-Miquelon, Åland, Berg Athos und die britischen Kanalinseln. Diese gehören zwar zum Zollgebiet der Europäischen Union, nicht aber zum Steuergebiet für Verbrauchsteuern und die Mehr-wertsteuer. Als Folge dieser steuerlichen Sonderstellung gelten für Waren, die Sie in diesen Gebieten erworben haben, die Mengen und Wertgrenzen für Reisen aus Drittländern.“ (Quelle*)

    Ich hoffe, Du kannst mit meiner allgemeinen Ausführung was anfangen. Konkret kann man das nur bestimmen, wenn man sich festlegt, was von wo nach wo!

    Mit freundlichen Grüßen Tena


    Quellen-Verzeichnis:

    * Broschüre Reisezeit – „Ihr Weg durch den Zoll“ - Herausgeber: Bundesministerium der Finanzen Referat Öffentlichkeitsarbeit Wilhelmstraße 97 10117 Berlin, vom Mai 2008
    ** Bundesministerium für Finanzen, Hintere Zollamtsstraße 2b, 1030 Wien

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