Reale Steuern für virtuelles Geld

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  • Reale Steuern für virtuelles Geld

    Reale Steuern für virtuelles Geld

    Sie verdienen ihr Geld mit dem Spielen von Rollenspielen und verkaufen erbeutete virtuelle Ware im Netz. Jetzt will die chinesische Regierung für das sogenannte "Gold Farming" Steuern erheben.

    Wer wissen möchte, wie eine virtuelle Wirtschaft funktioniert, muss sich nur in populäre Online-Spiele wie "World of Warcraft" begeben. Menschen, die dort ein bisschen zu faul sind, monatelang an den Fähigkeiten ihres Game-Charakters zu feilen, um ihm mehr Angriffskraft, bessere Zaubersprüche oder schlicht mehr Spielgeld zum Erwerb virtueller Waren zu verschaffen, können sich auf speziellen Online-Marktplätzen gegen Zahlung mehr oder weniger hoher Euro- oder Dollar-Beträge die Arbeitsleistung anderer Spieler erkaufen. Aus diesem "Gold Farming" genannten Phänomen hat sich inzwischen eine große Industrie entwickelt: Ganze mittelständische Firmen vor allem in China beschäftigen Horden junger Spieler, die nichts anderes tun, als sich an Online-Games abzuarbeiten.

    Wie die Welt des Gold Farming genau aussieht, haben in diesem Jahr Wissenschaftler am Institut für Entwicklungspolitik und Management der Universität von Manchester untersucht. Die Zahlen, auf die die Studie mit dem Titel "Real World-Produktion in den Entwicklungsländern für die virtuelle Wirtschaft von Online-Spielen" kam, waren erstaunlich: Demnach verdienten zum Untersuchungszeitpunkt rund 400.000 vor allem junge Menschen in Gold-Farming-Unternehmen ihr Auskommen. Das Durchschnittsgehalt lag bei 100 Euro im Monat.

    Es könnte sein, dass sich der Beruf, den Kritiker auch gerne als "Arbeit in Online-Sweatshops" bezeichnen, demnächst als deutlich weniger lukrativ erweist. Das chinesische Finanzministerium in Peking kündigte Ende Oktober an, künftig verschärft auf die Besteuerung von Gewinnen aus virtuellen Währungen zu achten. 20 Prozent Einkommenssteuer sind demnach zu entrichten, heißt es in einer Anweisung, die an alle örtlichen Finanzbehörden des Landes ging. Besonders betroffen ist das klassische Gold Farming: Also der Erwerb virtuellen Geldes (oder Goldes) in einem Spiel und der Weiterverkauf mit Profit. Genau dieser Tätigkeit gehen die meisten der erwähnten 400.000 Online-Spiele-Arbeiter nach.

    Aber auch private Gold Farmer sind betroffen. Laut der Anweisung sollen auch Tauschgegenstände, die in manchen der virtuellen Welten als Währungsersatz gelten, besteuert werden. Unklar war zunächst, ob auch die Internet-Unternehmen selbst zusätzliche Profite abgeben müssen. Laut einem Bericht des Portals "Netease" ist das nicht der Fall, was zu einem Proteststurm unter den Benutzern führte. An nur einem Tag gingen einige tausend negative Kommentare ein. Es sei zudem anzunehmen, dass auch die Betreiber von Gold Farming-Firmen eventuelle Zusatzsteuern auf ihre Mitarbeiter umlegten, hieß es.

    Das Interesse an einer Besteuerung virtueller Währungen erschließt sich schon alleine aus der Popularität von Online-Spielen in China. So wächst das Segment deutlich zweistellig. Laut einem Report des Marktforschers "iResearch" sollen im Land mehrere Milliarden Yuan an virtuellen Währungen umfließen. Spieler kaufen sich damit Spiele-Ausrüstungsgegenstände oder verschönern ihre virtuelle Erscheinung. Selbst Einrichtungsobjekte für die "Online-Wohnung" sind verfügbar.

    Fraglich bleibt, wie die chinesischen Finanzbehörden die Besteuerung durchsetzen wollen. So läuft der Austausch der virtuellen Währungen über zahlreiche Kanäle, denen es an Nachweisen mangelt. Bei Gold Farming-Firmen kann man beispielsweise ganze Online-Existenzen erwerben, für die man dann die Zugangsdaten erhält.

    Eine steuerliche Belastung einzelner Gold Farmer dürfte die schon jetzt nicht einfache Tätigkeit weiter erschweren. Die meisten Angestellten sind bei den Unternehmen in ein Zweischicht-System mit 12-Stunden-Tagen eingespannt - sieben Tage die Woche. Neben festen Monatsgehältern wird den Spiele-Arbeitern manchmal auch nur ihre tatsächlich Arbeitsleistung gezahlt: So erhalten sie in einer Firma etwa 10 Yuan (das sind umgerechnet 1,10 Euro) für 100 Goldmünzen, die sie sich in World of Warcraft erspielt haben. 20 Prozent davon gingen dann demnächst an den Staat. Der sieht in der Nichtabführung der Abgaben schon seit längerem eine schlichte Steuerhinterziehung, virtuelle Welt hin oder her.

    Quell:taz.de

    Also Reale Steuern für virtuelles Geld,
    hmmm....da kann ich nur sagen das Gold verkaufen gegen Reales Geld ist in world of warcraft verboten!!:löl:
    Rechtschreibfehler sagen genug über mich aus. Ich schreibe die Texte auf diesem Forum so menschlich wie ich es selbst bin.
  • Die Besteuerung von Spielgeld ist Blödsinn. Erst wenn es mit echtem Geld in Verbindung gerät, könnten Steuern erhoben werden.

    Wenn das Schule macht, spielt niemand mehr Monopoly. Stellt Euch mal vor, ihr müßtet dann auch noch Grunderwerbssteuer, Notarkosten, Grundbucheintragsgebühren bezahlen. Die Stadt fordert dann Geld für virtuelle Straßenreinigung. :D

    Spielen darf man auch nicht besteuern. Feste Arbeitsverhältnisse in Mehrschichtbetrieb allerdings schon.

    Wenn die kommunistischen Führer in China schon Steuern für Spielgeld haben wollen, dann müssen sie auch das Spielgeld als Zahlungsmittel akzeptieren. ;)
    Gehen halt 20% Monopolydollar an den Staat.