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  • Zu 1 den ersten beiden Begriffen.
    Postmoderne

    [lateinisch »Nachmoderne«], zentraler Begriff der Kulturtheorie, der in den 1930er-/1940er-Jahren seinen Ursprung hat und seit Ende der 1960er-Jahre gebräuchlich ist für Wandlungen und Umbrüche v. a. in Architektur, bildender Kunst, Literatur, Musik und Tanz. Der Name steht für eine Vielfalt von Konzeptionen, die sämtlich eine Relativierung überkommener Wertmaßstäbe spiegeln. Der entscheidende Unterschied zur klassischen Moderne besteht einerseits in der Ablehnung ihrer Forderung nach ständiger Neuerung, andererseits in einem neuen Interesse für Tradition und Geschichte. Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts wird jedoch davon gesprochen, dass sich der innovative Ansatz der Postmoderne wie auch die damit verbundenen individuellen, gesellschaftlichen und ästhetischen Impulse erschöpft hätten. Allerdings haben sich ein ironischer, die ästhetische und soziale Desintegration als künstlerisches und kritisches Potenzial nutzender Bezug auf die Postmoderne in den künstlerischen Gestaltungen, in der theoretischen Reflexion (z. T. auch im Lebensgefühl) der mittelosteuropäischen, osteuropäischen, aber auch der nordamerikanischen Intellektuellen und Künstler gehalten (Filme von E. Kusturica, Texte von J. Andruchowytsch, W. Sorokin, G. Shteyngart oder W. Kaminer). - Den zuvor schon in der literarisch-philosophischen Diskussion vorgeprägten Begriff der Postmoderne führte der amerikanische Architekturtheoretiker C. Jencks mit der Schrift »The language of post-modern architecture« (1977; deutsch »Die Sprache der postmodernen Architektur«) in die Architekturtheorie ein. Wie auch schon bei R. Venturi und A. Rossi wendet sich die von Jencks vorgetragene Kritik gegen die Entwicklungen einer kommerzialisierten, modernen Architektur (»Spätmoderne«). Die postmoderne Architektur, als deren Hauptvertreter u. a. H. Hollein, A. Isozaki, C. W. Moore, Rossi, M. Graves, R. Stern, J. Stirling, Venturi und O. M. Ungers gelten, die aber ebenso im Werk zahlreicher anderer Architekten (u. a. R. Bofill) ihren Stellenwert erhält, wendet sich gegen die Folgen der modernen Architektur, wie sie von Le Corbusier, W. Gropius, L. Mies van der Rohe, F. L. Wright u. a. begründet wurde. Sie wendet sich gegen Purismus und Monofunktionalisierung, gegen die Abwendung von der Geschichte, gegen den Internationalismus (internationaler Stil) und die Vernachlässigung lokaler und regionaler Identität. Gegenüber dem funktionalistischen Purismus kehrt die Architektur der Postmoderne äußerlich zum historischen Eklektizismus zurück und kann insofern als rekursive Postmoderne bezeichnet werden. Anders als im 19. Jahrhundert vollzieht sich die Verwendung eines historischen Formenvokabulars und des von der Ästhetik des Neuen Bauens disqualifizierten Ornaments als Collage verschiedener Stile. Ziel der postmodernen Architekten ist ein »kontextuelles« Bauen, das einen Bezug zur regionalen Umgebung, zum gewachsenen urbanen Gefüge hat und mit den divergierenden Geschmackskulturen seiner Bewohner vermittelt ist. - In der bildenden Kunst wurde von dem Kunsthistoriker A. Bonito der Begriff Transavantgarde (Transavanguardia) geprägt für Tendenzen eines radikalen Individualismus, der in seine vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten historische Stilzitate, überlieferte oder private Mythologien (individuelle Mythologie) einschließt (Neue Wilde, Arte cifra, New-Image-Painting). - In der Literatur wird der Prozess- und Spielcharakter betont, Fiktion und Realität sollen nicht mehr unterscheidbar sein. Häufige Stilmittel sind Groteske, Satire und Parodie; Mythos, Science-Fiction, Kriminalroman und Comic werden postmodernistisch umfunktioniert. - Pluralität ist auch die Grundtendenz jener zeitgenössischen Philosophie, die unter der Zusammenfassung Postmoderne restriktive Einheits-, Konsistenz- und Identiätsforderungen ablehnt. J. F. Lyotard, der prominenteste Vertreter einer postmodernen Philosophie, hat dies als Absage an die »Meta-Erzählungen«, an die einheitsstiftenden Leitideen, durch die sich das Denken der Neuzeit ausgezeichnet habe, definiert. Vor diesem Hintergrund suchte er die ästhetischen Kategorien des Erhabenen und der Allegorie als spezifisch postmoderne Kategorien zu restaurieren.

    (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2007
    Moderne

    [lateinisch-französisch] die, Schlagwort für jene Literatur- und Kunstströmungen am Ende des 19. Jahrhunderts, die durch den Bruch mit allen überkommenen ästhetischen Normen einem kritischen Dekadenzbewusstsein Ausdruck verliehen. Schon in der Romantik hatte sich eine Bedeutung des Begriffs »modern« herausgebildet, die den Gesamtprozess der Emanzipierung der christlich-abendländischen Bildung von der Antike erfasste (F. Schlegel); für das Aktuelle in der Kunst wurde »modern« im Vormärz von K. Gutzkow verwendet. Als »die Moderne« wurde dann 1886 erstmals der Naturalismus bezeichnet, jedoch übertrug H. Bahr bereits 1890 den Begriff auf die antinaturalistischen Strömungen (Impressionismus, Symbolismus, Neuromantik). Aus heutiger Sicht werden die avantgardistischen Richtungen und Strömungen der folgenden Jahrzehnte (Expressionismus, Dadaismus, Futurismus, Surrealismus; moderne Kunst), die die vorangegangene Generation durch ästhetische Experimente immer aufs Neue schockierten, in den Begriffsinhalt einbezogen, ebenso die parallelen Entwicklungen in der Architektur (moderne Architektur). Die Forderung der Moderne nach ständiger Erneuerung, ihre Ablehnung jeglicher Tradition wurde in der Postmoderne aufgehoben.

    (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2007