Anschluss teilen - aber sicher?

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  • Anschluss teilen - aber sicher?

    Hallo! Wir haben folgendes Problem. In unserem Haus gibt es nur eine bestimmte Menge an DSL-Leitungen, sagt die Telekom. Andere Internetanbieter sind Fehlanzeige. Da unsere neu zugezogenen Nachbarn keine Leitung mehr bekamen, haben wir sie bislang über unser WLAN mitsurfen lassen. Da das aber allem Anschein nach einer längerfristige Aktion werden wird, wollte ich mich rechtlich irgendwie absichern. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass unsere Nachbarn über unseren Anschluss einen Kinderpornoring koordinieren, wollte allerdings doch ein Schriftstück aufsetzen, in dem wir vereinbaren, dass Sie unseren Anschluss mitnutzen können, gleichzeitig aber auch einen Passus einarbeiten, nach dem die Nutzung von illegalen Internet-Inhalten ausgeschlossen wird.

    Ist dies rechtlich irgendwie haltbar, falls es doch mal Ärger geben sollte? Gibt es da einen entsprechenden Vordruck irgendwo? Oder wie formuliert man die Ausschlussklausel halbwegs rechtssicher? Ich würde gern helfen, allerdings ungern dafür im Zweifelsfall den Kopf hinhalten müssen. Herzlichen Dank und liebe Grüße!
  • Also erstmal haftest Du als Anschlussinhaber für alle Straftaten.
    Es ist oftmals sehr schwierig den Beweis anzutreten, wer welche Inhalte genutzt hat, da dies über die IP läuft, und die nutzt Ihr Beide.
    Das ist dann Vertrauenssache, aber nicht Sicher. Such doch mal nach Grundsatzurteilen, wenn du eine verschlüsselte Verbindung fährtst und hast von deinem Mitnutzer eine Unterschrift für die Schlüsselbereitstellung.

    Jens
    Eine Kuh macht Muhhh, viele Kühe machen Mühe ...............

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jens-Hoppel ()

  • Hallo,
    sehe das so wie Jens-Hoppel. Du könntest soetwas zwar aufsetzen aber ob das im fall der fälle dir wirklich den Hals aus der Schlinge zieht wage ich zu bezweifeln... Da man wie oben schon genannt nicht ohne weiteres feststellen kann ob du oder dein Nachbar diese Seiten sich angeschaut hat...
    Gruß yamaha-igb
  • Hmm, das Probelm mit den begrenzten Ports kenne ich. Ein Bekannter hatte das Problem. Allerdings hat er dann problemlos erreicht, dass der DSL-Verteilerkasten im Haus von der Telekom ausgewechselt wurde und er einen Port zugewiesen bekommen hat.
    Vielleicht sollte dein Nachbar sich da mal drum kümmern (allerdings ist es natürlich billiger, den DSL-Port eines Nachbarn, in diesem Fall dir, mitzunutzen. Wobei ich hier nichts unterstellen möchte.).
    Gruß
  • Wenn du deine Leitung direkt von der Telekom hast ist es ganz einfach zu lösen.

    Wie bekannt sein dürfte, kann man über eine von der Telekom separat angemietet DSL-Leitung viele beliebige Provider nutzen. Heißt: DSL-Leitung von der Telekom, Tarif von einem anderen Anbieter.

    Da das DSL nur die physische Verbindung zum ISP herstellt, also nicht weiter als ein Netzwerkkabel ist, kannst du an deinem Ende derr DSL-Leitung, also hinter deinem Modem beliebig viele Router platzieren. Ich habe schon öfter über meine eigene DSL-Leitung mit zwei unterschiedlichen Providern gesurft !

    Ich habe meine 2 Telefondrähtchen, die ins Haus kommen, daran dann den Splitter. Am Splitter hängt nur ein DSL-Modem ohne Routerfunktion (GANZ WICHTIG SONST FUNKTIONIERTS NICHT!). Hinter dem DSL-Modem ist ein Switch und an dem Switch habe ich zwei unterschiedliche Router, die die Einwahl zu unterschiedlichen Provider erlauben.

    Man kann sich übrigens mit den Logindaten vom DSL-Tarif auch von anderen DSL-Leitungen aus einloggen, man ist - je nach Anbieter - NICHT an dern Standort gebunden, von dem aus man ins Internet will. Vorausgesetzt der DSL-Anschluss ist auch physisch mit einem Einwahlserver von deinem Provider verbunden.

    Wenn du also deiner Nachbarin anbietest, deine DSL-Leitung mitbenutzen zu können, dann schnall dir hinter deinen Splitter ein DSL-Modem, pack da dran einen Switch und dort dran wiederum zwei Router. Ein Router gehört dann dir, der andere der Nachbarin. Dann kann sie eigentlich den gleichen Tarif wählen wie du oder einen anderen und nutzt nur deine DSL-Leitung mit. Wenn Sie dann mit Ihrem Tarif mist baut, lässt sich das nachvollziehen und du bist aus der Haftung.

    Chears
  • Jens-Hoppel schrieb:

    Also erstmal haftest Du als Anschlussinhaber für alle Straftaten.


    Das ist erstmal ganz klar, völliger Nonsens...laut aktueller Rechtslage müssen die Straftaten erstmal eindeutig nachgewiesen bzw. bewiesen werden... auch wenn es über deinen Anschluss erfolgt ist... wenn es nicht eindeutig nachgewiesen bzw bewiesen werden kann, das du die Straftat begangen hast, wirst du maximal in die Störerhaftung genommen...

    Ist auch nicht sonderlich schön, aber immer noch besser als z.B. wegen Kinderpornos oder ähnlichen Taten verklagt zu werden...

    teilecheef schrieb:

    dann schnall dir hinter deinen Splitter ein DSL-Modem, pack da dran einen Switch und dort dran wiederum zwei Router.


    Und wer bezahlt mir den Extra-Stromverbrauch?? Klar die Teile haben im Moment nicht viel Stromverbrauch, doch wie es ausschaut ist es eine längerfristige Aktion der beiden und dann läppert sich das schon zusammen... in Zeiten von steigenden Nebenkosten, wäre mir das keine Nachbarschaft wert... ausser man einigt sich über einen gewissen Kostenanteil...

    ---> Ansonsten keine schlechte Idee mit dem 2 Routern, habe ein ähnliches Netzwerk bloß ohne Switsch, um eben 2 verschiedene LANs (192.168.5.xx und 192.168.10.xx) über eine Internetleitung zu routen...
    [COLOR="Navy"]Früher war ich shizophren, heute gehts uns Beiden gut![/color]
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  • Ich hab auch nur einen Router, und nen VLAN-Fähigen Switch und das ganze noch etwas komplexer, wollte aber den Fragesteller nun nicht überfordern und habs so einfach wie möglich erklärt...

    Was den Stromverbrauch angeht ist das doch nun wirklich nurnoch Sache der Absprache, findest du nicht? Es ging hier um die technische und rechtlich saubere Lösung. Beides liegt jetzt vor.
  • teilecheef schrieb:

    findest du nicht? Es ging hier um die technische und rechtlich saubere Lösung. Beides liegt jetzt vor.


    Was anderes habe ich ja auch nicht gesagt, ich wollte nur mal auf die Sache mit dem Strom aufmerksam machen... hat ja im weitem Sinne auch was Technisches... :P
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  • Die Sache mit den zwei Routern ist ja ganz interessant, aber ist es nicht so, dass dann immer nur einer von beiden online sein kann?
    Die Nachbarn müssten dann so was wie feste Zeiten absprechen wann wer ins Internet gehen darf und wann nicht. Eine Einschränkung, die ich als Anschlussinhaber nicht eingehen würde.
  • Das klingt normalerweise sehr spannend mit den zwei Routern. Allerdings nur, wenn die auch wirklich beide gleichzeitig online sein können. Wenn ich nur noch zu festgelegten Zeiten ins Internet kann, dann ist für mich der Drops gelutscht...

    Aber nochmal an alle - vielen Dank für diese spannende Diskussion!
  • Das geht mit Sicherheit nicht, dass beide gleichzeitig online sind.
    Eine weitere Möglichkeit wäre vielleicht noch alle Zugriffe aufs Internet zu protokollieren. Das muss der Router machen. Wenn du nen PC als Router einsetzt kein Problem, aber auch z.B. die Fritz Box kann das mit etwas Handarbeit (läuft auch Linux drauf). Ob solche Logfiles im Zweifelsfall als Beweis gelten, dass der Nachbar und nicht du etwas illegales unternommen hat, weiß ich allerdings nicht. Lassen sich ja schließlich auch fälschen...
    Sir, interessante Selbstgespräche setzen einen klugen Partner voraus.
    Herbert George Wells
  • Stonedman schrieb:

    Das ist erstmal ganz klar, völliger Nonsens...laut aktueller Rechtslage müssen die Straftaten erstmal eindeutig nachgewiesen bzw. bewiesen werden... auch wenn es über deinen Anschluss erfolgt ist... wenn es nicht eindeutig nachgewiesen bzw bewiesen werden kann, das du die Straftat begangen hast, wirst du maximal in die Störerhaftung genommen...

    Ist auch nicht sonderlich schön, aber immer noch besser als z.B. wegen Kinderpornos oder ähnlichen Taten verklagt zu werden...


    Sorry, dass ich mich hier auch einmisch ;)
    Aber du hast leider (bzw. zum Glück) keine Ahnung von der Rechtslage....

    Habe auch meinen Anschluss mit jemand geteilt, bis dann ein paar Jungs wegen o.g. Straftat bei mir vor der Tür standen.
    Als erstes steht in der Anklage der Name des Anschluss-Inhabers drin. (das war dann meiner :( )
    Obwohl dieser Jemand die Tat gleich gestanden hat, dauerte es einige Wochen, bis ich mein ganzes EDV-Equipment wieder hatte (die Anwaltskosten waren auch ganz schön heftig, der hat sich zwar gelohnt, sonst hätte ich einige Monate drauf warten müssen, wegen Überlastung usw....). Denn das ging nach dem Ausschluss-Prinzip, es mußte nachgewiesen werden, dass ich es nicht war. Die haben alles eingepackt und mitgenommen :(

    Wenn der Mitnutzer nicht gleich gestanden hätte, hätte ich wahrscheinlich heute meine Sachen noch nicht. Denn es stimmt schon, die müssen das erst mal beweisen, wer es war. Aber dazu nehmen sie alles mit, was nach EDV ausschaut. Und natürlich auch alle Handys, die per W-Lan ins Netz könnten...

    Ich hab draus gelernt, dass ich meinen Anschluss nicht mehr teile (niemand würde glauben, dass der Typ sowas gemacht hatte, alle im Bekanntenkreis waren schockiert).
    Wenn ich mit jemand einen Anschluss teilen müßte, dann auf jeden Fall schriftlich festhalten, dass Haftungskosten übernommen werden müssen.
    Und einen Router verwenden, der mitprotokolliert. Das wäre als Beweis anerkannt worden und ich hätte meine Sachen nicht abgeben müssen. Die "normale" FritzBox hat da leider nicht gereicht.

    Meine "soziale" Ader wurde ziemlich runtergemacht und wenn jemand keinen DSL-Anschluss hat, muss er sich nun selber drum kümmern. Das ist mein Fazit.

    Schöne Grüße von jemand, der halt nur durch Erfahrung gelernt hat...

    Gänseblümchen