GM, Chrysler usw.

  • Allgemein

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • GM, Chrysler usw.

    Hallo Leute,

    ich habe eine Frage:

    kann jemand erklären, warum die amerikanischen Autokonzerne unmittelbar vor der Pleite standen oder stehen ?

    Ich halte mich für einen einigermassen intelligenten Menschen. Mir ist aber völlig unklar, wieso solche Riesenkonzerne innerhalb kürzester Zeit in eine Situation geraten sind, in denen nur noch Steuermilliarden helfen.

    Eine Bitte: bitte keine Theorien, Vermutungen usw. - wenn jemand antwortet, sollten Fakten auf den Tisch.

    Viele Grüße
    Fritz
  • Also was ich mitbekommen habe, existieren 2 Hauptgründe:

    1. Die unglaublich hohen Arbeitskosten bei GM(und soweit ich weiß auch bei den anderen Detroiter Firmen), GM hat soweit ich weiß, eine eigene Krankenversicherung oder soetwas in der Art für seinen Mitarbeiter, was unheimliche Kosten zur Folge hat
    (Ein Arbeiter kostete GM 2007 73 Dollar, wovon aber nur ca 28 Dollar der Lohn waren. Zum Vergleich, ein Arbeiter bei Toyota kostet um die 45 Dollar)
    2. Der zweite Grund ist die verfehlte Flottenpolitik von GM und Konsorten, die jahrelang am Markt vorbei produziert haben.

    Allerdings bin ich bei dem Thema auch kein Experte und würde mich über Richtigstellungen in meinem Beitrag freuen
    Übernehme gerne IPVS aller Art, pn me:)
  • Hallo,

    kann m.E. nicht der alleinige Grund sein. Solche Dinge wachsen ja über die Zeit und können nicht der Grund für einen so plötzlichen Absturz sein.

    Für mich ist ganz interessant und auch bezeichnend, wie wenig Leute hier im Forum reagieren.

    Generell ist doch eines höchst verdächtig (oder ich habe was übersehen): alles redet von Krise und macht die Menschen total unsicher - worduch man dann wirklich eine Krise auslösen kann.

    Ich habe noch nirgendwo einen logischen "Ablauf" gesehen, wieso als Folge der amerikanischen Immobilienkrise Deutschland in Probleme läuft, die die deutsche Politik als wahre Horroszenarien aufbaut.

    Mein Eindruck ist, daß hier ein gigantischer Betrug (vielleicht falscher Ausdruck) läuft, den nur wenige durchschauen.

    Wenn dann aber die "Experten" auftreten, habe ich immer den Eindruck: ausgesprochen sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit !!


    Viele Grüße
    Fritz

  • Mein Eindruck ist, daß hier ein gigantischer Betrug (vielleicht falscher Ausdruck) läuft, den nur wenige durchschauen.


    zum glück bist du so schlau. der einzige grund ist, dass gm & co ihre beschissene unternehmenspolitik jetzt auf die finanzkrise schieben können, weil sie keine überbrückungskreidte mehr bekommen von den banken, die man ihnen vorher auch schon nicht mehr geben hätte sollen, denn genau wegen solchen krediten wurde die kreditkrise ausgelöst
  • Also ich nehm mal GM, bei Chrysler und Ford wird es so ähnlich abgelaufen sein, aber von den Firmen hab ich nicht soviel Ahnung wie von GM.

    GM verkauft nicht erst schon seit der Finanzkrise schlechter Autos, sondern das geht schon Jahre so. Die Verluste waren vor der Krise schon im Milliardenbereich, und sind durch den starken Einbruch bei der Nachfrage explodiert.
    Der Fall von GM hat also weniger mit der Finanzkrise zu tun, sondern wurde dadurch nur verstärkt (kein völlig gesundes (Groß-)Unternehmen wird wegen der Finanzkrise Insolvenz anmelden müssen - mal abgesehen vielleicht von einigen Banken).
    Der finanziell schlechte Zustand von GM liegt weniger an den hohen Verpflichtungen von GM wie oben erwähnt Krankenversicherung, Pensionsansprüche und Lohn (Volkswagen zahlt vergleichbare Löhne, und damit auch Pensionen), sondern eindeutig an der verfehlten Mangament-Politik.
    Es wurde sehr wenig Geld in die Entwicklung neuer Fahrzeuge/Techniken gesteckt, und der neue Markt in Asien und Osteuropa wurde viel zu passiv und langsam erschlossen. Das liegt daran, dass die Entwicklung und die Erschließung neuer Märkte für Jahre mehr Geld kostet, als dieses einbringt. Der Konzern war seit Jahren nur auf kurzfristigen Gewinn konzentriert - bei einem Managment, das meistens nur 3-4 Jahre in dieser Position ist und nach der Leistung/Gewinn in dieser Zeit bewertet wird, zum Teil verständlich.
    Der einzige Grund wieso der Staat hier noch Geld reinsteckt sind die enorm vielen Arbeitsplätze und hier wird versucht zu retten was im Grunde nicht mehr zu retten ist. Ich würde die Lage von Ford und Chrysler zwar auch als ziemlich schlecht einstufen, aber meiner Meinung nach ist GM in dieser Form - im Gegensatz zu Ford und Chrylser - nicht mehr zu retten.
  • @ aso12:
    Wobei man aber sagen muss, dass CHRYSLER Insolvenz (Gläubigerschutz) angemeldet hat und es keineswegs sicher ist, dass CHRYSLER wirklichen überleben wird.

    G.M. ist ganz sicher eine Firma ohne Zukunft in der jetzigen Situation. Rick Wagoner hat als G.M.-Boss den Weltkonzern entgegen aller Vernunft an die Wand gefahren!


    Gründe?
    Die US-Amerikaner sehen normalerweise außer ihrem Land höchstens Kanada noch als interessant an, der Rest der Welt hat sich nach den USA zu richten, basta! Dieses Denken und der schiere Größenwahn, der jahrzehntelang billige Sprit bewirkten, dass riesige Blechkisten mit fetten Achtzylindermotoren alter Technik an der Tagesordnung waren! Die so beliebten PickUps, Geländewagen und Vans hatten Benzinverbräuche von nicht selten 25 - 30 Liter pro 100 Kilometer!

    Doch trotz der großen Außenabmessungen waren die Autos alles andere als optimal in Sachen Raumausnutzung. Die US-Hersteller hatten geglaubt, diese Ära ginge nie zu Ende. Als jedoch die Japaner und auch die Koreaner verstärkt nach Nordamerika drängten, große Autofabriken dort gebaut wurden, hätten G.M., FORD und CHRYSLER langsam umdenken müssen. Weit gefehlt! Über viele Jahre hinweg wurde weiterhin falsche Modellpolitik betrieben. Dabei hätten FORD und G.M. über ihre Europa-Töchter doch schon genügend kleinere und modernere Fahrzeuge zur Hand gehabt.

    Gerade bei OPEL hat man aber über viele Jahre hinweg aus den USA her die Qualität der Autos schleifen lassen, bis auch OPEL/VAUXHALL hier einen schlechten Ruf abbekamen.
  • Marktwirtschaft

    Wenn etwas am Markt nicht mehr konkurrenzfähig ist, dann sollte man das Geschäft einstellen.
    Die Milliarden der US Regierung sind sinnlos und verschwendet.
    Lieber ein Schrecken mit Ende....

    Wer Jahrzentelang die Modellpolitik entgegen den Zeichen der Zeit vernachlässigt, der wird vom Markt bestraft.
  • fritzfrie schrieb:

    Mir ist aber völlig unklar, wieso solche Riesenkonzerne innerhalb kürzester Zeit in eine Situation geraten sind, in denen nur noch Steuermilliarden helfen.


    Diese Aussage stimmt so nicht ganz: Die Konzerne haben schon länger Schwierigkeiten - aus verschiedenen Gründen, aber wie tobeyy schon sagte, vor allem auch, weil sie am Markt vorbei produziert haben.
    Diese Entwicklung war schon seit längerem sichtbar, aber vor allem der amerikanische Automarkt hat sich im Gegensatz zum Weltmarkt nicht so schnell geändert (die Amerikaner haben nach wie vor große, spritverbrauchende Autos gekauft) und somit hatten die Autokonzerne keine soo großen Probleme nach außen hin.
    Diese Finanzkrise hat aber dazu geführt, dass das jeweilige Management sich nicht mehr durchmogeln konnte und die ganze Misswirtschaft an die Öffentlichkeit gekommen ist (wie bei den Banken eben auch).

    Welche Gründe es für die Misswirtschaft gibt, ist jedoch umstritten. Es können private Interessen dahinterstecken, ein zu starkes Vertrauen in die eigene Marke, zur Starke Ausrichtung am Shareholder-Willen (sprich Aktiengewinne) oder vieles mehr. Am wahrscheinlichsten ist eine Mischung von mehreren Gründen.
  • fritzfrie schrieb:


    Mir ist aber völlig unklar, wieso solche Riesenkonzerne innerhalb kürzester Zeit in eine Situation geraten sind, in denen nur noch Steuermilliarden helfen.



    bis vor kurzen habe ich mich das auch gefragt?!

    Habe jetzt aber für mich ein Lösung gefunden.

    Die Herren Manager versuchen jetzt ihr, bis vor kurzen nicht von der öffentlichkeit entdecke Fehl-Wirtschaft, über die Finanzkrise zu rehabilitiern zu wohlen und die Steuermillarden vom Staat dazu zu benutzen um ihre Millarden-Verluste schnellst möglich in den grünen Bereich zu bekommen.
    Es ist doch ganz klar, dass dann nach kurzer Zeit ( und fetten Boni-Zahlungen an die Manager!!!!!!!) die Manager-Posten neu besetzt werden!!!
  • Mir ist aber völlig unklar, wieso solche Riesenkonzerne innerhalb kürzester Zeit in eine Situation geraten sind, in denen nur noch Steuermilliarden helfen.


    Muss dir auch unklar sein, weil du fälschlicherweise davon ausgehst, dass das innerhalb kürzester Zeit geschehen ist.

    GM und Chrysler erwirtschaften seit Jahren riesen Verluste, die Bankenkrise war nur der Auslöser für das Unausweichliche, die Unternehmen haben keine Kredite mehr bekommen, mit denen sie sich jahrelang über Wasser gehalten haben und der Autoabsatz in den USA (vor allem der der Amispritschleudern) ist komplett zusammengebrochen.