Qualität des deutschen Fernsehens - im Bezug auf Reich-Ranicki

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  • Qualität des deutschen Fernsehens - im Bezug auf Reich-Ranicki

    Hallo,

    ich muss morgen eine Erörterung zum Thema "Qualität des deutschen Fernsehens" im Bezug auf Reich Ranicki schreiben.
    Leider fehlen mir noch die Argumente - am besten wäre natürlich eine ganze Erörterung zu diesem Thema, bzw in diese Themenrichtung, so dass ich schon mal einen guten Anhaltspunkt habe...

    Und zwar stellt sich die Frage ob RR mit seiner Aussage recht hat - könnnt ihr mir vielleicht ein paar Argumente für und gegen Reich-Ranickis Standpunkt geben... bzw mir helfen gute Argumente, die man auch ordentlich aus führen kann (darin liegt der Knackpunkt finde ich) zu finden?!

    Danke schon mal,
    greez,
    -Paetr

    Edit: Hier nochmal die Situation, so dass jeder Bescheid weis:

    YouTube - Marcel Reich-Ranicki lehnt deutschen Fernsehpreis ab (volle Länge)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Paetr ()

  • Also was mir spontan einfällt ist, dass das Fernsehen eine andere Richtung eingeschlagen hat. Nur wenige Sender beziehen sich noch auf Fachwissen und Dokumentationen.
    Sender wie Pro 7 und Sat 1 etc. versuchen doch viel mehr durch unwirkliche, aber blickfangende Themen den Zuschauer beizubehalten. Da wäre diese Richterin Barbara Salesch Sache:
    Hat absolut NICHTS mit der Wirklichkeit zu tun, ist aber deshalb so erfolgreich, weil es spannend ist(Zeugen usw schnauzen sich an) und lässt einen an dem echten Leben "teilhaben". Ich glaube Fans von solchen Serien lassen sich mit Wrestling Fans vergleichen...beides aus meiner Sicht Quatsch und Fake, aber das einzige was zählt ist Entertainment und nicht Informationen und Fakten.


    edit// Du könntest es ein wenig mit der Bildzeitung vergleichen ;)
  • Wenn man sich mal die Preisträger des deutschen Fernsehpreises anschaut, fällt auf, dass neben Sendungen wie DSDS auch vieleviele Wissenssendungen ausgezeichnet wurden:

    DER DEUTSCHE FERNSEHPREIS 2008


    Von daher kann es eigentlich nicht nur am Format liegen.
    Daher ist das ganze für mich auch nur ein Schrei nach Aufmerksamkeit eines langsam in Vergessenheit geratenen Literaturkritikers.
  • Das stimmt. Aber ich glaube eher weniger, dass jeder diese Sender kennt. Wer 3Sat, Arte etc. schaut, wird Wissen bis zur Unendlichkeit haben(Übertreibung)
    Aber eben Sender wie Pro7, Sat1, Vox, RTL (wobei es sich hier in Grenzen hält) haben diesen Erfolg durch reines Entertainment...Kochsendungen, von denen man eher weniger lernt. Fast Food Duell, was absolut NICHTS mit interessanten Themen zu tun hat und was letztens ausgestrahlt wurde...Die Ausreisser oder so ähnlich.
    Und ich glaube, dass R. R. sich gerade darauf bezogen hat, dass eben die Mehrheit nicht Unser Planet Erde, sondern U20-Deutschland deine Teenies schaut.
    Vielleicht hat sich R. R. deswegen geweigert den Preis anzunehmen, da er so bekannt ist und man nichts schlechtes von ihm halten konnte.
    Am besten:
    Selbst fragen!

    Hier gibt es im Forum noch einen weiteren Thread unter TV Talk, zu dem Thema ;)
  • Elke Heidenreich: Reich-Ranickis gerechter Zorn - Medien - Feuilleton - FAZ.NET

    [url=http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,583671,00.html]Reich-Ranicki-Eklat: Heidenreich geißelt Fernsehpreis als "hirnlose Scheiße" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur[/url]

    Grrroßartig: Reich-Ranicki lehnt Deutschen Fernsehpreis ab und kritisiert »diesen Blödsinn« - Das Literatur-Café - Der literarische Treffpunkt im Internet

    ;)
    muesli

    edit @ Konradin :) Zustimmung aus vollstem Herzen :)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von muesli ()

  • Hallo,

    dass er den Preis abgelehnt hat - okay! Aber warum nicht vorher? Und alle anderen Preisträger wurden dabei vergessen - super!

    Aber letztendlich ist das Fernsehen für die Zuschauer da - und erfüllt halt auch deren Wünsche! Nicht umsonst gibt es die Zuschauerquote!
    Und wenn halt 45% Barbara Salesch gucken (um das Beispiel aufzugreifen), und nur 10% Wissenssendung XYZ - dann reagieren die Programmchefs halt darauf!
    Und so ätzend das für Leute sein mag (auch für mich) - so ist das halt! Was der Großteil guckt, bekommt er auch! Uns das immer wieder! Und das ist nicht nur beim Fernsehen der Fall, sondern in allen Lebenslagen! Beim Radio höre ich auch nicht die Musik, die ich hören will! Bei Klamotten existiert nur 36/38, ab 42 wird´s schwierig... ( Die Vollschlanken beschweren sich, es sind ja auch viele - aber anscheinend nicht so viele, dass die Industrie darauf reagiert.)
    Auch hat mal bei den Nachrichtensendungen ( soweit ich informiert bin) "RTL Aktuell" gewonnen, und sich dabei gegen "Tagesthemen" durchgesetzt - und dies wurde von den Zuschauern gewählt - also haben bestimmte Sendungen nunmal einfach dadurch ihre Daseinsberechtigung!
    Wichtig ist mittlerweile auch, dass Sendungen so billig wie möglich produziert werden sollen - gerade jetzt, wo Sat1 und Pro7 so viele Probleme haben, wird das Programm immer mehr Wiederholungen zeigen, und nichts neues!
    Zuschauer wollen zumeist auch einfache Kost und haben einfach keine Lust auf Politiksendungen, oder Programm ala Arte oder 3Sat! Und es gibt auch so viele Programme, dass ein jeder sich halt das aussuchen kann, was er gerade sehen möchte! Aber dementsprechend ist auch jeder für das Programm mit verantwortlich! Und somit hat Reich-Ranicki genau genommen auch jeden Zuschauer beleidigt!

    Liebe Grüße und viel Glück

    puffelsche
  • Deine Entrüstung kann ich nicht teilen, Puffelsche, deine These, daß Herr Reich-Ranicki genau genommen jeden Zuschauer beleidigt haben soll ist aber sehr weit hergeholt. Genau genommen waren es die Umstände der Verleihung, welche einen Schlag in Gesicht zumindest des selbständig denkenden Teils der Zuschauer darstellte.

    Das Fernsehen ist dazu da, Zuschauerwünsche zu erfüllen - daß ich nicht lache. Die Fernsehanstalten sind gut florierende Wirtschaftsunternehmen, deren Zweck in erster Linie das Geldverdienen ist. Nebenbei sind sie sich auch ihrer Macht als Meinungsmacher bewußt, aber das ist ja ineinander verzahnt.

    Sie bringen etwas nicht, weil viele Zuschauer es sehen wollen, sondern viele Zuschauer wollen es, weil es ihnen so oft eingepaukt wurde, daß es mittlerweile selbstverständlich für sie ist, es zu sehen. Also Gleichschaltung in geschmacklichen Dingen.

    Hier noch ein Zitat: Die Kunst im Showgeschäft besteht darin, den Leuten das zu bieten, was sie wollen, noch bevor sie selbst wissen, was sie wollen.

    Dein Vergleich von 'RTL aktuell' zu den 'Tagesthemen' bestätigt die Tendenz der zunehmenden Verblödung unserer Zeitgenossen. Aber bloß weil die Quote stimmt wird nichts wahrer. Oder meinst du, daß es plötzlich wärmer wird, weil die Mehrheit der Zuschauer gern entsprechende Wettervorhersagen sehen möchte?

    Gruß Konradin
  • Hallo,

    @Konradin: Ich bin nicht entrüstet darüber - es ist halt aber so. Vielleicht überspitzt formuliert, gebe ich zu! Ich wüßte auch nicht, warum man sich darüber aufregen sollte, schließlich gibt es ja nicht nur ein Programm! Und wenn man das guckt, dann ist das halt so!
    Und Thema "Gleichschaltung": stimme ich dir etwas zu, aber dies kommt auch dann nicht hin, wenn es mehrere Staffeln zu bestimmten Sendungen gibt! Beispiele gibt es zur Genüge! Und da ist allein der Zuschauer für verantwortlich!
    Und das Fernsehanstalten auch, oder vor allem, Wirtschaftsunternehmen sind, ist auch klar! Leider ist der Konkurrenzdruck aber auch so stark, dass Sendungen starten, und zumeist bereits nach maximal drei Folgen wieder verschwinden, weil die Zuschauerquote zu gering ist für die Sender! Der Zuschauer kann da leider nicht entscheiden - vielleicht gibt es Formate, die sich etabliert hätten!
    Trotz allem habe ich mich damals über Reich-Ranicki kräftig amüsiert! Ich denke, er wollte einfach noch mal eine große Bühne haben! Oder sehe ich das falsch?

    Liebe Grüße

    puffelsche
  • Ach, in seinem Alter hat Herr Reich-Ranicki es keinesfalls (mehr) nötig, um die Gunst des Publikums zu buhlen, was sollte er denn damit erreichen wollen? Aufmerksamkeit oder gar Publicity? Nein, Herr Reich-Ranicki ist bekannt genug und muß nicht mehr für sich werben. Andere hingegen schon.

    Wenn man jung und relativ talentfrei ist, dann hat man es nötig, vor jeder Kamera den Kasper zu machen und um jeden Preis aufzufallen. Der Vorwurf des Danebenbenehmens passt eher auf andere Herren. Es ist wieder einmal typisch, Atze Schröder & Konsorten prollen herum und wer einen auf die Klappe bekommt ist Herr Reich-Ranicki. Aber anders ist man es im Fernsehen ja nicht gewohnt.

    Gruß Konradin
  • Er hat geschrieben "bis morgen".

    Also sollte es sich für ihn erledigt haben.

    Ihr könnt gerne weiter diskutieren, ist ja auch ein schönes Thema, bei dem man verschiedener Meinung sein kann.

    Ich verschiebe es daher mal in die Plauderecke.

    Mc Kilroy
  • Ranicki ist Literaturkritiker. Das heißt, er hat zum Thema Fernsehqualität genau das Fachwissen, dass der Durchschnittsdeutsche auch hat.

    Hättest du vor dem Fernsehpreis eine halbwegs repräsentative Umfrage gemacht, wer denn Reich-Ranicki sei, wäre Anzahl derer, die überhaupt keine Ahnung hätten um ein vielfaches höher als nun. Außer in der Oberstufe wurde Ranicki bestimmt in der Regel nicht behandelt. Das wird sich in den letzten Wochen ein wenig geändert haben.
    Und mal ganz ehrlich: Der Großteil von uns hat noch niemals das literatische Quartett im Fernsehen gesehen.

    Da ist es für mich nur logisch, dass der Herr Ranicki die Chance beim Schopfe packt und einen "Skandal" vor einem Millionenpublikum lostritt. Dass die Qualität des deutschen Fernsehens nicht die Beste ist, war dem Großteil der Bevölkerung aber auch schon lange vor dem Auftritt jedem klar.
    Wobei ich eigentlich gar nicht der Meinung bin, dass das Fernsehen mal besser war. Das Motto der Privatsender war doch seit eh und je "leichte Berieselung" in Form von wenig anspruchsvollen Shows und Serien.
    Warum sonst gibt es immer wieder Retro-Shows (Gong-Show etc.)?
    Und Sender wie NDR, WDR und Co bringen noch immer regelmäßig interessante Beiträge.

    Deshalb meine Meinung: Ein alter Mann möchte der Welt im Gedächtnis bleiben. Über Bücher klappt das nicht mehr, also nutzt man die Gunst der Stunde und bedient sich an einem modernen Medium.
    Das er damit viele Preisträger beleidigt und interessante Sendungen mit den vielen anspruchslosen über einen Haufen kehrt, scheint er gar nicht mehr zu merken.

    Zugegeben, ich habe Ranicki nie gemocht, das spiegelt sich hier vielleicht leicht wieder. Aber wer schon immer so einen Hang zur Selbstinszenierung hatte (siehe literarisches Quartett), verdient einfach keine Beachtung.
  • granaaade schrieb:

    Ranicki ist Literaturkritiker. Das heißt, er hat zum Thema Fernsehqualität genau das Fachwissen, dass der Durchschnittsdeutsche auch hat.

    Dieser Standpunkt zeugt von einer tiefen Ahnungslosigkeit vom Wesen und Wirken von Literaturkritikern.

    Wenn das Wirken des Herrn Reich-Ranicki so unbedeutend und schnellebig gewesen wäre, wie du, granaaade, es uns glauben machen möchtest, dann wäre deine These vielleicht plausibel. Allerdings erst, wenn er es vor schätzungsweise dreißig Jahren gemacht hätte und keineswegs heute.

    Das Wirken eines Menschen davon abhängig zu machen, inwieweit ein Millionenpublikum sie kennt oder gar ihr Wirken versteht, ist ein absolut törichter Anspruch. Die wissenschaflichen Leistungen einiger Nobelpreisträger haben den Lauf der Welt gehörig verändert, auch ohne daß ein Millionenpublikum auch nur ansatzweise in der Lage war, deren Gedankengängen zu folgen.

    Ebenso ist es für die literarischen Verdienste eines Herrn Reich-Ranicki völlig unbedeutend, ob ein Millionenpublikum sich das Literarische Quartett angeschaut hat, oder auch nicht. Was stört es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt?

    Auch wenn ein Großteil von 'uns' noch nicht auf der Welt war, als das Fernsehen 'erfunden' wurde, hat es auf den Fernsehzuschauer nun einmal einen entscheidenden Einfluß. Ebensowenig hat ein Großteil von uns den Vietnamkrieg hautnah im Fernsehen erlebt, dennoch ist der Einfluß der Öffentlichkeit auf den weiteren Kriegsverlauf wohl unbestritten.

    Aber noch einmal zurück zu Herrn Reich-Ranicki, unabhängig davon, ob man ihn mag, oder eben auch nicht. Wenn sein Wirken so trivial gewesen wäre, daß es einer sozusagen verspäteten Showeinlage bedurft hätte, dann würde auch diese an dessen vermeintlicher Unbedeutendheit nichts ändern. So aber ist es genau anders herum. Wer meint, Herrn Reich-Ranicki im gleichen Atemzug mit Blödmännern wie *** 'ehren' zu müssen, der beleidigt nicht nur Herrn Reich-Ranicki, sondern auch die Intelligenz derer, die mehr als nur bloße Konsumidioten sind.

    Gruß Konradin

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Konradin ()

  • Dieser Standpunkt zeugt von einer tiefen Ahnungslosigkeit vom Wesen und Wirken von Literaturkritikern.


    "Literaturkritik macht es sich zur Aufgabe, Werke der Literatur zu bewerten und einzuordnen." Wikipedia

    Was also unterscheidet den Literaturkritiker vom gemeinen Bürger im Hinblick auf das Fernsehen? Das wüsste ich jetzt gerne genauer erläutert.

    Es steht außer Frage, dass er der wohl (derzeit) berümteste deutsche Literaturkritiker ist. Sein Wirken in diesem Bereich ist gewiss enorm. Dies aber als Grund dafür herzunehmen, über das Fernsehen zu urteilen, ist doch nun wirklich nicht nachvollziehbar.
    Desweiteren habe ich nie behauptet, dass das Werk eines Menschen vom Bekanntheitsgrad abhängt. Nur im Falle Ranicki ist dies der einzige plausible Grund, sich dermaßen aufzulehnen. Warum nimmt denn ein Literaturkritiker den Preis ncht an, wo sogar seriöse und vor allem gute Fernsehmoderatoren den Preis iin Empfang nehmen, ohne über ihre Kollegen herzuziehen?

    Ebenso ist es für die literarischen Verdienste eines Herrn Reich-Ranicki völlig unbedeutend, ob ein Millionenpublikum sich das Literarische Quartett angeschaut hat, oder auch nicht. Was stört es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt?

    Das ist eine ziemlich naive Vorstellung. Hätte Ranicki keine Konsumenten seiner Kritiken, wäre sein Wirken nicht möglich. Wenn kein Interesse bestünde, wäre er heute bestimmt kein bekannter Literaturkritiker.

    Das ich mit dem "uns" den durchschnittlichen Fernsehzuschauer meinte, hatte ich eigentlich für verständlich gehalten. Tut mir leid, das du das falsch aufgefasst hast, ich hätte es vielleicht doch genauer definieren sollen.

    Wer meint, Herrn Reich-Ranicki im gleichen Atemzug mit Blödmännern wie *** 'ehren' zu müssen, der beleidigt nicht nur Herrn Reich-Ranicki, sondern auch die Intelligenz derer, die mehr als nur bloße Konsumidioten sind.

    Er hat einen Ehrenpreis bekommen. Er wird also nicht zusammen mit den sog. "Idioten" geehrt, sondern unabhängig von diesen. Pure Eitelkeit also, den Preis nicht anzunehmen.

    Man sieht, dass du eine andere Meinung vertrittst, was ja auch gut ist. Mich dann als "ahnungslos" zu diffamieren halte ich aber für den falschen Schritt. Es gibt immer mehr Betrachtungsweisen als die eigene. Dies sollte man akzeptieren.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von granaaade ()

  • Du meinst also allen Ernstes, granaaate, der Durchschnittszuschauer sei sprachlich und intellektuell auf gleichem Niveau mit einem Literaturkritiker? Oder ist es anders ausgedrückt nicht allein schon das triviale sprachliche Niveau gewisser Sendungen, welches zeigt, daß in ihnen auch nicht der allergeringste kulturelle Wert zu erwarten ist?

    Wenn man wie gewisse Sender es tun nach einem Publikum mit einem IQ jenseits der 80 schielen und mit diesem ihre Quote erfüllen wollen, dann ist die Frage doch, ob man auf Publicity bei diesem avisierten Personenkreis auch wirklich scharf ist.

    Natürlich hat Herr Reich-Ranicki 'Konsumenten' seiner Kritiken, und das durchaus nicht nur im Fernsehen. Aber auch hier gilt: eher Qualität als Quantität. Es ist eben sinnvoller, von kompetenten Leuten geehrt zu werden als von den Massen. Oder glaubst du ernsthaft, ein Nobelpreisträger würde diesen gegen einen Fernsehpreis eintauschen wollen?

    Gruß Konradin
  • Konradin schrieb:

    Wenn man jung und relativ talentfrei ist, dann hat man es nötig, vor jeder Kamera den Kasper zu machen


    Und wenn man langsam alt und senil wird. :D

    Es ist schon erstaunlich, dass Jemand in einer solchen Sendung auftritt, wenn er solche Sendungen unter seinem Niveau findet. Ist er schon so senil, dass er nicht mehr weiß, wo er ist?

    Im Grunde stimme ich seiner Aussage ja zu. Aber die Art und Weise spricht doch für sich.
  • Seit wann ist es denn eine Frage sprachlicher oder allgemeiner Intelligenz, sich seine eigene Meinung bilden zu können?
    Können nicht auch überdurchschnittlich intelligente Menschen etwas mit seichter Unterhaltung anfangen?
    Und ist es nicht auch umgekehrt möglich?
    Bei der Verwendung des Begriffs IQ sollte man sowieso aufpassen, da dieser nicht alle relevanten Intelligenzbereiche umfasst.
    Zudem ist ein "triviales sprachliches Niveau" nicht Garant für schlechte Qualität, sondern kann auch einer breiteren Maße Zugang zu interessanten Themengebieten eröffnen.

    Und ja, natürlich möchte man lieber von kompetenten Personen anerkannt werden, dass der Nobelpreis demnach einen deutlich höheren Stellenwert hat, ist natürlich auch klar.
    Aber das rechtfertigt in keinerlei Weise, dass man einen Ehrenpreis ablehnt, wenn dieser gerade nicht vom kompetenten Publikum kommt.
  • granaaade schrieb:

    Zudem ist ein "triviales sprachliches Niveau" nicht Garant für schlechte Qualität, sondern kann auch einer breiteren Maße Zugang zu interessanten Themengebieten eröffnen.

    Vielleicht sollten wir auch hier konsequent auf korrekte Rechtschreibung verzichten und nur Wortzfetzen von uns geben, um einem größeren Publikumskreis zugänglich zu sein? Nein danke!

    Ich habe hier nicht vor, mit dir eine Diskussion über alle relevanten Aspekte des IQ anzuzetteln, es ging mir nur im grundsätzliche Dinge. Auch ein intelligenter Mensch kann sich durchaus dumm stellen, umgekehrt wäre es schon recht erstaunlich.

    granaaade schrieb:

    Können nicht auch überdurchschnittlich intelligente Menschen etwas mit seichter Unterhaltung anfangen?
    Und ist es nicht auch umgekehrt möglich?

    Möglich schon, aber eher unwahrscheinlich und ausgesprochen sinnlos. Verrate mir doch mal, was ein intellektuell stark unterdurchschnittlich entwickelter Mensch z.B. einer dezidierten Diskussion über Atomphysik abgewinnen kann. Nun ja, die Geschmäcker sind eben verschieden.

    Im Übrigen geht es keineswegs darum, daß nicht jeder sich eine eigene Meinung bilden kann/darf/soll, sondern darum, daß die Meinung von Menschen, deren geistiger Horizont die Suppenschüssel der Seifenoper, welche sie gerade sehen, nicht übersteigt, nun einmal nicht unbedingt zu den kompetenteren gehört.

    Meinst du nicht auch, daß es eigentlich dem Preisträger selbst zusteht, eine Ehrung anzunehmen, oder auch nicht? Oder ist er gezwungen, sie anzunehmen, weil irgend ein Hansel sie als Ehrenpreis ansieht? Mit Verlaub, irgendwo sollten schon Grenzen der Bevormundung sein.

    Gruß Konradin
  • auf korrekte Rechtschreibung verzichten und nur Wortzfetzen von uns geben


    Trivial bedeutet nicht zusammenhangslos und unverständlich, sondern einfach "verständlich". Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lesern in diesem Thread Verständnisschwierigkeiten aufkommen.
    Und natürlich soll das hier nicht in eine Diskussion über Intelligenz ausarten. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass du nicht einfach sagen kannst: Dumme Leute gucken das dumme Fernsehen.
    Damit tust du vielen Menschen unrecht.

    Desweiteren zeichnet sich der Mensch durch Wissensdurst aus, unabhängig davon, ob er ein Genie ist, oder nicht. Also sollte auch jedem die Möglichkeit gegeben werden, nach seinem Maßstab den eigenen Horizont zu erweitern.
    Die wenigsten können die Beweise eines Stephen Hawkings nachvollziehen, seine vereinfachten Darstellungen im "Eine kurze Geschichte der Zeit" sind dennoch der Renner gewesen.

    Und natürlich darf ein jeder selbst entscheiden, ob er denn einen Preis annimmt oder nicht. Neben der Art und Weise, wie er dies tut, ist aber auch die Frage nach dem Warum von Interesse.
    Und auch wenn man (beide Augen zugedrückt) das Wie noch akzeptiert, ist das Warum für einen Ranicki einfach nicht nachvollziehbar.


    Aber wir entfernen uns vom Thema.
  • granaaade schrieb:

    Können nicht auch überdurchschnittlich intelligente Menschen etwas mit seichter Unterhaltung anfangen?
    Und ist es nicht auch umgekehrt möglich?

    Aber das rechtfertigt in keinerlei Weise, dass man einen Ehrenpreis ablehnt, wenn dieser gerade nicht vom kompetenten Publikum kommt.


    Zwei sehr gute Sätze!

    Für mich ist es eine nicht gerade schöne Art der Eitelkeit, wenn man sich so verhält wie er.

    Aber er ist wahrscheinlich schon so abgehoben, dass er meint, er wäre das Maß aller Dinge. Das passiert mit solchen Leuten leider sehr oft.


    Und das Zweite ist, dass solche Leute sich mal klar machen sollten, wer sie eigentlich ernährt! Die sollte sich mal darüber klar werden, dass eben genau diese von ihnen so verachteten Arbeiter diejenigen sind, die es ihnen ihr Leben auf diese Weise ermöglicht.

    Er braucht sich ja solche Sendung nicht anzusehen (tue ich übrigens auch nicht) aber die Art und Weise, in der er Andere verurteilt ist einfach nur ohne Niveau.
  • Hallo,

    wir ich bereits sagte, finde ich auch die Art und Weise den Preis abzulehnen unmöglich! Er hätte ihn auch vorher ablehnen können! Außerdem frage ich mich, warum er nachher noch eine Sendung zu diesem Eklat mit Thomas Gottschalk "fabrizierte" - einem Moderator, der ja nun auch nicht gerade für anspruchsvolle Unterhaltung steht! ( Zumindest für mich!)
    Reich-Ranicki polarisierte schon immer gern! Es mag keiner abstreiten, dass er intelligent ist, aber deswegen kann man sich nicht alles leisten!
    Dass sich die ganzen Medien dann noch darauf gestürzt haben, und das wochenlang, war auch furchtbar! Ignoranz wäre wohl besser gewesen.
    Ich habe leider oft genug die Erfahrung gemacht, dass (schulisch) intelligente Menschen die größten Idioten sein können, und vom realen Leben nicht wirklich ´ne Ahnung haben! Intelligenz schützt vor Torheit nicht - auch keinen Reich-Ranicki!

    Liebe Grüße

    puffelsche
  • Es gibt im Bereich TV natürlich intelektuell recht hochwertige Sendungen, dazu auch unterhalsames und natürlich auch Sendungen die die Welt nicht braucht.
    Es ist also für jeden und für jede Stimmung etwas dabei, jedes Fernsehgerät hat einen Programmwahlschalter und zur Not auch eine "Aus"-Taste.

    Ich kann die ganze Diskussion über das Niveau des deutschen Fernsehens nicht ganz nachvollziehen, zumal meines Wissens ja niemand gezwungen wird sich Sendungen jenseits seines Geschmacks anzusehen.

    Noch unverständlicher ist jedoch für mich, wie ein Herr Reich-Raniczky - seinerseits selbst ernannter König aller Literaturkritiker in unserem Lande - die deutsche Fernsehlandschaft vor einem Millionenpublikum derart abwatschen und in den Dreck ziehen kann, ohne dass einer der im Saal anwesenden betroffenen Verantwortlichen aufsteht diesem alterssenielen und uneinsichtigen Laberheini am Mikrofon ein kräftiges Kontra gibt.
    Wer so unverschämt und flächendeckend austeilt, der muss auch entsprechend einstecken können!