Emetophobie

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  • Jazmin
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    Hallo liebe Leute,

    ich (25) leide seit Mai 2005 unter dieser Krankheit. Obwohl ich jemand bin der sich selten überge.... mußte. Aber nachdem ich eines Abends den Alkohol nicht vertragen habe, ist es mit der *Gesundheit* vorbei. Bis gestern wußte ich noch nicht einmal die genaue Bezeichnung meiner Krankheit.
    Durch Zufall habe ich mir die "Oliver Geissen Show" angeschaut und dort saß eine 24 jährige junge Dame die genau meine Probleme und meine Situation schilderte. Ich hab so angefangen zu heulen, weil ich endlich wußte ich bin nicht alleine und einen Namen für das ganze hatte. Oli hat dann den Namen der Krankheit genannt und ich sofort gegoogelt. Habe schon mit einer Klinik erste Kontakte aufgenommen.

    Ich hatte 2 Krankenhausaufenthalte, weil ich immer so Magen und Bauchschmerzen hatte, 4 Magenspiegelungen, 2 Darmspiegelungen, zahlreiche Blutuntersuchungen und anderes seit 2005. Schon damals im Mai durfte ich mir nach Kurzem von meinem damals behandelnden Arzt blöde Sprüche anhören, weil ich so oft binnen kurzer Zeit zu Besuch kam. Keiner wußte was los ist und alles wurde nur auf meine Vergangenheit geschoben (Scheidungskind - Alkoholproblem der Mutter - Gewalt in Beziehungen usw). Ich habe aber nicht akzeptieren können, dass alles nur psychosomatisch sein sollte.

    Anfang 2007 war ich dann schließlich total am Ende. Dauernd war mir schlecht, dann diese Angst vor der Übelkeit und dem Erbrechen, Magen - Darm schmerzen und Probleme, ich zog mich etrem zurück, ging garnicht mehr weg, nur noch ab und zu privat, kein Kino, keine Party, Suizidgedanken. Ich war immer, trotz meiner Probleme in der Familie und so, ein total lebensfreudiger Mensch, mußte immer unter Leute, war zuverlässig und hab trotz der schweren Zeit das beste daraus gemacht, aber das kann ich diesmal nicht.

    Dann wurde mich bei der Autofahrt auf der Autobahn schlecht und ich hatte das Gefühl es kommt alles raus. Schlecht war mir aber es blieb drin. Seitdem fahre ich nur Auto wenn mein Magen leer ist und lange Strecken fahre ich nur als Beifahrer und mit Beruhigungstabletten. Öffentliche Verkehrsmittel benutze ich garnicht mehr.

    Mitte 2007 entschloss ich mich dann zur ersten stationären Therapie - wo ich aber auf Essstörung behandelt wurde - als ich aus der Klinik kam war alles noch schlimmer, ich fing an mich zu ritzen (mache ich gott sei Dank nicht oft)
    Ich habe viele Freundschaften gekündigt, weil die Leute immer alles mehr und mehr an mir kritisiert haben und keineswegs für mich da waren.

    Vor einem Jahr ging es mir teilweise gut. Ich habe mich da morgens aber nur von einem kleinen Stückchen Brot pro Tag ernährt, sodass mein Magen abends leer war und ich mich beruhigter abends mit Freunden treffen konnte. Dann bin ich erneut in Therapie. Dort wurde ich auf Angststörung therapiert - mehr oder weniger! Hat aber nicht viel gebracht, weil es mir dort körperlich viel schlechter ging. Eine MDGrippe zog sich dort umher und ihr wißt ja wie das ist - man hat 1. Angst selbst zu erkranken und 2. schon das Gefühl erkrankt zu sein.

    Seitdem ich aus dieser Therapie wieder zurück bin ( August 2008), ist es garnicht gut mit mir. Ich bin anfangs zum Heilpraktiker gegangen, weil ich gehofft habe, er könnte mir helfen, aber wirklich gebracht hat das auch nichts. Zur Therapeutin gehe ich auch nicht mehr, weil ich die Termine nicht wahrnehmen konnte, da es mir so schlecht ging. Ausbildung und Arbeit habe ich beides nicht. Seitdem ich im November 2006 aufgrund meiner Gesundheit die Schule abbrehen mußte sterbe ich vor Langeweile. Ich hab totale Zukunftsangst und Selbstzweifel. Das schlimmste aber für mich ist diese gefühlte Einsamkeit und das ich mein Leben nicht mehr genießen kann.

    Ich lebe nicht ich existiere


    Eine Beziehung ist auch unmöglich zu führen. Ich bin froh, dass ich 2-3 gute Freunde habe, die mich zwar nicht Verstehen können, aber es akzeptieren und das beste daraus machen.
    Aber ich möchte auch mal in Urlaub, meine Cousine in den USA ( die heiratet auch noch in einem Jahr dort) besuchen, Arbeit bzw eine Ausbildung machen, eine Familie gründen und die für anderen alltäglichen Sachen machen - wie einfach nur einen Kaffe trinken oder mal wieder Essen gehen - das Essen genießen. Aufhören zu essen, nicht weil ich Angst habe bzw mir schlecht wird, sondern weil ich wirklich satt bin.

    Wenn ich dann auch noch lese, das manche Leute selbst nach 12 Jahren mit der Krankheit keine Besserung haben, bekomme ich echt die Krise und noch mehr Angst. Was für ein Leben!!!!???????!!!!!

    Wenn es euch genauso geht, dann meldet euch doch einfach bei mir, ich würde mich freuen. Oder habt ihr vielleicht Tipps?

    Alles Gute für euch und Grüße

    Jazmin
    Ich bin nicht die Signatur - ich putz hier nur!