Nachhaltigkeit

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  • Nachhaltigkeit

    Mir ist eben wieder mal ein Bericht zum Wasserverbrauch zur Produktion von Lebensmittel unter die Augen gekommen:

    Waterfootprint.org: Water footprint and virtual water

    Diese Bilanzen scheinen oberflächlich gesehen einen sehr leichten Vergleich der Umweltverträglichkeit der Herstellung verschiedener Lebensmittel zu ermöglichen.

    Ich habe aber ziemliche Probleme damit, weil ich meine, dass sie sehr kurzsichtig und einseitig sind und oftmals nicht die wahren Verhältnisse und Probleme aufzeigen.


    Als Beispiel:

    Wenn ich 1 kg Rindfleisch esse, welches in Kanada "produziert" wurde und wofür 15000 l Wasser "verbraucht" wurden (was heißt hier schon Verbrauch, das Rind pinkelt das meiste doch wieder aus), dann ist das eigentlich überhaupt kein Problem, dort ist Wasser genug da.

    Wenn ich 1 kg Getreide oder Sojabohnen verzehre, welches in Afrika angebaut wurde, dann ist das ein Problem.



    Beim Rindfleisch kann daraus wieder ein Problem werden, wenn die Rinder mit Getreide gemästet werden.


    Das kleine Beispiel soll zeigen, dass die Verhältnisse meiner Meinung nach sehr kompliziert sind und sich nicht durch so einfache Zahlen ausdrücken lassen, wie es viele Berichte darstellen wollen.


    Mich würde interessieren, wie eure Einstellung dazu ist (nicht nur Lebensmittel und Wasser sondern auch die teilweise übertriebene GEbäudeisolierung usw.)
  • Der waterfootprint und seine Ermittlung waren nie unumstritten.
    Sämtliche Ökobilanzen, inbesondere wenn sie verkürzt werden, sind sehr kritisch zu betrachten.
    Die grobe Richtung scheint bei den meisten zu stimmen, mehr oftmals aber auch nicht.

    Ciao
    mkhp
  • Der Wasserfußabdruck ist in meinen Augen Mumpitz. Viel interessanter wäre doch mal eine Rechnung, wie sehr der Boden durch den Anbau/Abbau von den Rohstoffen geschädigt wurde, bzw. wie viele Menschen er nun noch dauerhaft ernähren kann. Gerade die AKW- und Kohleindustrie kommt da sicher glänzend weg, ganz besonders die Ölsandproduktion. Bei so viel Rücksichtslosigkeit gegenüber der Natur dreht sich bei mir alles rum!
    Unser gemeinsames Leben heißt Offenheit, Herzlichkeit, Freundschaft, Mut zum Widerstand und der Glaube, dass es immer besser wird.
    Wer so offen ist, muss Fragen stellen, kann lebensverachtende Verhältnisse nicht akzeptieren sondern muss sich wehren, muss kämpfen gegen die, die das Leben verachten und die, die davon profitieren!
  • mkhp schrieb:

    Die grobe Richtung scheint bei den meisten zu stimmen, mehr oftmals aber auch nicht.



    Auch da habe ich schon oft meine Probleme. Solche Bewertungen werden oftmals an einzelnen Werten festgemacht, ohne die wesentlichen Zusammenhänge zu berücksichtigen.


    Jetzt werden plötzlich schwere Autos positiv dargestellt, weil sie im Vergleich zu ihrem Gewicht wenig Sprit verbrauchen. Vielleicht zählt aber meistens der absolute Verbrauch. Wenn eine Person von A nach B muss, dann zählt nur der absolute Verbrauch.


    Rosenrot schrieb:

    Viel interessanter wäre doch mal eine Rechnung, wie sehr der Boden durch den Anbau/Abbau von den Rohstoffen geschädigt wurde, bzw. wie viele Menschen er nun noch dauerhaft ernähren kann.


    Richtig, auch da sind wir wieder in einer Zwickmühle. Ich gehe jetzt erst mal auf den Anbau ein.

    Was ist besser: Auf künstliche Düngemittel und Spritzmittel verzichten? Die Nahrungsmittel sind dann "biologischer" angebaut. Allerdings sind die Erträge in der Regel geringer weshalb aber der "Landverbrauch" höher ist.

    Hier gilt es einiges abzuwären.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von McKilroy ()

  • Mc Kilroy schrieb:

    Diese Bilanzen scheinen oberflächlich gesehen einen sehr leichten Vergleich der Umweltverträglichkeit der Herstellung verschiedener Lebensmittel zu ermöglichen.[...]
    Ich habe aber ziemliche Probleme damit, weil ich meine, dass sie sehr kurzsichtig und einseitig sind und oftmals nicht die wahren Verhältnisse und Probleme aufzeigen.

    Wohl wahr
    Die Komplexität von Vernetzungen,
    die einerseits Ökologie, Wirtschaftlichkeit und Effizienz,
    andererseits private oder staatliche (Konsum- oder Verwertungs-) Interessen betreffen,
    sollte bestimmt nicht unterschätzt werden.

    Siehe dazu auch die verschieden gearteten Definitionen von
    Nachhaltigkeit

    Von daher sind natürlich auch Statistiken, auf Grund dessen Wertungen erfolgen, nur so gut, wie diese weit möglichst alle beeinflussenden Faktoren (und auch die voran gegangenen und späteren Interessenlagen) berücksichtigen.

    Es kommt eben auch immer darauf an,
    wo man die entsprechenden Präferenzen und Prioritäten schon in der Fragestellung setzt.

    Andererseits zum Wasserabdruck konkret:
    (Siehe jeweils dazu als Quelle die Seitenzahl dieses PDF-Dokuments):
    Waterfootprint.org: Water footprint and virtual water
    ->Sonnenberg-et-al-2009-Wasser-Fussabdruck-Deutschlands.pdf
    Sonnenberg, A., Chapagain, A., Geiger, M. and August, D. (2009). Der Wasser-Fußabdruck Deutschlands: Woher stammt das Wasser, das in unseren Lebensmitteln steckt? WWF Deutschland, Frankfurt.
    und
    Sonnenberg-et-al-2010-WasserFussabdruck-Schweiz.pdf
    Sonnenberg, A., Chapagain, A., Geiger, M., August, D. and Wagner, W. (2010). Der Wasser-Fußabdruck der Schweiz: Woher stammt das Wasser, das in unseren Landwirtschaftsprodukten steckt? WWF Schweiz, Zürich.

    In Deutschland herrscht definitiv ein klares Missverhältnis zwischen
    dem internen und externen Wasserabdruck (-verbrauch)
    Ca. 50% der von uns konsumierten Güter, vor allem Früchte, Gemüse, Getreide etc. stammen aus externen Wasserressourcen!

    Am Beispiel der Produktion von 1 kg Rindfleisch (Sonnenberg, S.4 ff)
    sollte man vllt. auch noch erwähnen,
    dass von dem in manchen Mastbereichen dazu gegebene Kraftfutter (Soja, Getreide etc.pp) im Jahr 1-4 Menschen ernähren könnte.

    Wenn man dann mal konkret z.B. das Beispiel spanischer Tomaten (1kg= min. 40Liter) Wasser aufgreift,
    wird ersichtlich, dass die dortige extensive Produktion von Tomaten in der Region Almeria, neben der "Bewässerung" des dortigen Tourismus, zur baldigen Versalzung und Versteppung ganzer nahe gelegener Landstriche im Innern Spanien beiträgt. (Sonnenberg,S.23)
    Und das, obwohl Konzepte zur nachhaltigeren Nutzung von dort "verbrauchtem" Wasser schon länger existieren, aber eben nicht genutzt werden.

    Der Unsinn falsch interpretierter Nachhaltigkeit macht sich eben auch hierzulande vermehrt breit.
    Hier wird zu Lasten des Abwassersystem Wasser gespart,
    während es im teils sehr wasserarmen Ausland eher verschwendet wird.

    Ähnliche Schildbürgerstreiche bzgl. "falscher" Nachhaltigkeit finden sich z.B. auch in der EnEV (Energeisparverordnung/Gebäudeisolierung)
    Da werden Energie- und Kosten-intensiv ganze als Lagerraum genutzte Dächer/Dachböden teuer isoliert, wogegen wesentlich effektivere, billigere und Energie-effizientere Geschossdeckendämmungen oftmals unterbleiben.
    Falsche Beratungen aus dem Eigeninteresse auf größere Aufträge wartender Firmen und Verwaltungen werden dabei auch noch mit Steuermitteln subventioniert, ohne das es zu völlig unterschiedlichen Fällen je eine konkrete, individuelle Energieffizienzberechnung und Beratung gegeben hätte.

    Man sollte in diesem Zusammenhang also bestimmt nicht alles glauben.
    Vor allem nicht das und dann, welches auf eher rein ökonomischen Interessen Anderer beruht. ;)

    Aber den Sinn ökologischer wie ökonomischer Effizienzberechnungen gänzlich oder auch großen Teils in Frage zu stellen, hieße hierzu wohl eher, das Kind gleich mit dem Bade aus zuschütten ;)

    so far
    muesli
    Cui bono? et ... Quis custodiet ipsos custodes?
    frei übersetzt: Wem nützt es? und ... Wer kontrolliert die Kontrolleure?

    Seit Sommer 2013 seltener online!

    Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von muesli () aus folgendem Grund: Ergänz. + Links

  • Ich glaube das man dabei nicht vergessen sollte, das wir ja unbedingt im Winter Tomaten essen müßen. Wenn ich in so was reinbeisse, stelle ich den Hauptbestandteil fest: Wasser
    Vieles wird industriell erzeugt was bedeutet das hier der Faktor Zeit und Geld alles entscheidet.
    Die Kuh, das Schwein muss in Rekordzeit auf Schlachtgewicht sein, der Schinken darf nicht wochenlang reifen und wird mit einer Spritze innerhalb von Minuten oder Stunden "auf Geschmack" gebracht.
    Der Bauer kippt seine Gülle, bald wöchentlich,von soviel Kühen auf die Wiese wie es normalerweise für mehrere solcher Wiesen reichen würde... wenn er sie nur hätte. Er darf aber viel mehr Kühe halten als er dafür Land hat. Diese Grenze wird ja problemlos von der Politik angepasst, ebenso wie der Wert der erlaubten Radioaktivität... passt da was nicht mehr rein wird nicht das Produkt behandelt sondern die Grenze ....die das Problem macht ;)
    Ich meine das Nachhaltigkeit niemals global geregelt werden kann. Man kann es nur vor Ort regeln und dazu gehört auch der min. 90% Verbrauch an heimischen Produkten... und wenn es Winter ist und keine heimischen Tomaten mehr da sind, nimmt man die mit Güllewasser versorgten und auf einem Frachtschiff her geschipperten oder die aus Holland? Eigentlich sollte man das nicht tun, wenn einem Nachhaltigkeit ernst ist.
    Ich habe in meinem Urlaub in eine Tomate gebissen die in Kroatien "aufgezogen" wurde... meine Güte! Seid her habe ich kein Problem mehr auf die bisherigen zu verzichten! Das lohnt sich in jedem Fall.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Carmen ()

  • muesli schrieb:

    In Deutschland herrscht definitiv ein klares Missverhältnis zwischen
    dem internen und externen Wasserabdruck (-verbrauch)
    Ca. 50% der von uns konsumierten Güter, vor allem Früchte, Gemüse, Getreide etc. stammen aus externen Wasserressourcen!


    Sehr richtig.

    Auch da muss man natürlich darauf achten, woher diese Produkte kommen.

    Extrem schädlich sind z.B. Produkte aus großen Teilen Afrikas und insbesondere Produkte aus Israel. Eine Tomate oder Apfelsine aus Israel ist wahrscheinlich schädlicher als ein halbes Rind aus Kanada (das soll jetzt nur eine Verdeutlichung sein, also nicht auf die Goldwaage legen).

    muesli schrieb:

    Hier wird zu Lasten des Abwassersystem Wasser gespart, ...


    Das ist auch so eins von den Beispielen, die ich gemeint habe. In manchen Gegenden macht es Sinn, Wasser zu sparen, in anderen Gegenden und z.B. in Deutschland wird es oftmals übertrieben.

    muesli schrieb:

    Aber den Sinn ökologischer wie ökonomischer Effizienzberechnungen gänzlich oder auch großen Teils in Frage zu stellen, hieße hierzu wohl eher, das Kind gleich mit dem Bade aus zuschütten


    Das kann wirklich nicht das Ziel sein.

    Aber es muss sehr stark an einer Verbesserung gearbeitet werden.
  • muesli schrieb:


    Wenn man dann mal konkret z.B. das Beispiel spanischer Tomaten aufgreift,
    wird ersichtlich, dass die dortige extensive Produktion von Tomaten in der Region Almeria, neben der "Bewässerung" des dortigen Tourismus, zur baldigen Versalzung und Versteppung ganzer nahe gelegener Landstriche im Innern Spanien beiträgt. (Sonnenberg,S.23)


    Sowohl Tourismus als auch Tomatenproduktion gibt es bereits seit etlichen Jahren/Jahrzehnten.
    Es ist anzunehmen, dass Versteppungstendenzen damit zu erklären sein können.
    Aber baldig??

    Ciao
    mkhp
  • mkhp schrieb:

    Es ist anzunehmen, dass Versteppungstendenzen damit zu erklären sein können.
    Aber baldig??


    Ökologische Veränderungen finden, wie auch ansonsten auf unserer Welt, meist sukzessiv, schleichend und oft kaum registriert statt.

    Versteppung resultiert aus reduziertem Niederschlag (Absinken des Grundwasserspiegels) und/oder der Entnahme von zu viel Grundwasser, welches durch Niederschlag oder Zulauf nicht entsprechend ersetzt wird.

    In Spanien wird seit ca. dreizig Jahren vor allem im Süden und an der Mittelmeerküste sowohl das Grundwasservorkommen als auch die Oberflächenwasserreserven in viel zu großem Maße entnommen als es z.B. in den Wintermonaten wieder ersetzt wird.

    Von daher ist die dadurch entstandene Versteppung in großen Teilen Spanien inzwischen sogar weitgehend schon irreversibel.
    Extreme Auswirkungen zeigen sich nachweisbar bereits vielerorts, z.B. in den meisten Provinzen Andalusiens, am Mittelmeer in Murcia, Alicante, Valencia, wie auch auf der Hochebene in Merida, Toledo, Albacete und Cuenca.

    "Baldig" meint damit nur, dass weitere vermehrte Errosion jedwede Aufforstung oder landwirtschaftliche Nutzung in der Zukunft völlig unmöglich macht, da immer mehr Wasser- und Boden haltende Pflanzen absterben.
    Trockenperioden (ca. 20-30% weniger Regen im letzten Jahrzehnt, 2005 < 50%) und damit noch einhergehende großflächige Waldbrände tragen ihr übriges noch dazu bei.

    Wasser wird jetzt schon, weitgehend vom Tourismus "noch" unbemerkt, stark rationiert

    Meiner Meinung nach ist das Schicksal der Hälfte Spaniens bereits heute klar absehbar und kaum noch änderbar .
    Zunehmende Wüstenbildung und Migration verstärkt innerhalb der nächsten 20 Jahre :(

    so far

    muesli

    ZDF-Doku
    Wüsten im Vormarsch (2/2), Europas Süden trocknet aus
    3sat.de/page/?source=/specials/153912/index.html
    Hier die Videos (Youtube) dazu
    Wüsten im Vormarsch - Europas Süden trocknet aus (1 von 3, Spanien)
    youtube.com/watch?v=HCezUOWq3-I&feature=related
    Wüsten im Vormarsch - Europas Süden trocknet aus (2 von 3, Island+Spanien II ab 6:20)
    youtube.com/watch?v=SOrpqEthFiM
    Wüsten im Vormarsch - Europas Süden trocknet aus (3 von 3, Spanien III + Island II ab 4:50 + Spanien IV (Resume) ab 13:05)
    youtube.com/watch?v=imb6Rn3gVgU
    Ansonsten:
    hr-rose.de/?thema=wuestenbildung_klima
    heise.de/tp/artikel/31/31788/1.html

    Klimastatusberichte - Gebietsniederschläge in Europa - des BM Verkehr, Bau, Stadtentwicklung
    dwd.de/bvbw/appmanager/bvbw/dw…__node.html__nnn%253Dtrue
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    Dieser Beitrag wurde bereits 18 mal editiert, zuletzt von muesli ()

  • muesli schrieb:

    In Spanien wird seit ca. dreizig Jahren vor allem im Süden und an der Mittelmeerküste sowohl das Grundwasservorkommen als auch die Oberflächenwasserreserven in viel zu großem Maße entnommen als es z.B. in den Wintermonaten wieder ersetzt wird.


    Das ist eines der Probleme. Es muss für jede Gegend eine Wasserbilanz gezogen und die daraus resultierenden notwendigen Maßnahmen ergriffen werden. Und leider wird (gerade auch in Spanien) vermehrt Wasser dort "verschwendet", wo es eher knapper ist.

    Auch Frankreich hat ein örtlich begrenztes Wasserproblem (natürlich nicht vergleichbar mit Spanien oder gar Teile von Afrika).


    muesli schrieb:

    "Baldig" meint damit nur, dass weitere vermehrte Errosion jedwede Aufforstung oder landwirtschaftliche Nutzung in der Zukunft völlig unmöglich macht, da immer mehr Wasser- und Boden haltende Pflanzen absterben.


    Der Aufwand, der getrieben werden muss, um diese Schäden zu beseitigen, steigt exponentiell. Je länger gewartet wird, je mehr man sogar diese Schäden sogar aktiv in Kauf nimmt, umso unwahrscheinlicher wird es, dass diese in Zukunft korrigiert werden können.

    Es ist schon traurig, dass die Probleme bekannt sind, aber so wenig getan wird, sie abzustellen.


    Auf der einen Seite gibt es Aufforstungsprogramme, die sich in der Presse sehr schön verkaufen lassen aber auf der anderen Seite werden größere Flächen durch unsinnige "Landwirtschaftsprojekte" zerstört.

    In diesem Bereich wären Nachhaltigkeitsuntersuchungen besonders wichtig.
  • Was nützen alle Statistiken und alles Jammern, wenn nicht jeder bei sich selbst anfängt? Es wird genau das produziert, was gekauft wird!
    Das Grundübel ist, dass z.B. Lebensmittel in erster Linie möglichst wenig kosten sollen. Ein Produktionsbetrieb, der auf Nachhaltigkeit achtet und deshalb etwas teurer auf dem Markt existieren will, braucht Kunden. Ohne Kunden geht er pleite. Deshalb muss jeder Produktionsbetrieb genau das auf den Markt bringen, was dort gekauft wird.

    Für mich ist die gegenwärtige Entwicklung auf dem Energiesektor beispielhaft. Solange Strom möglichst billig sein sollte, musste Atomstrom her. Jetzt wo der Verbraucher höhere Preise für erneuerbare Energie akzeptiert, boomt diese Branche und der Verbraucher findet plötzlich einen völlig veränderten Markt vor.

    Entscheiden muss letztlich jeder für sich und eigenverantwortlich. Ich persönlich gehe bei Einkäufen (inzwischen) bewusster um und versuche, mit den vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen. Ich möchte niemanden missionieren. Ich beginne nur bei mir selbst und das "fühlt" sich gut an.
  • ## Bitte keine Komplettzitate! ##

    Fast alles richtig!! :)

    Jetzt wo der Verbraucher höhere Preise für erneuerbare Energie akzeptiert, boomt diese Branche und der Verbraucher findet plötzlich einen völlig veränderten Markt vor.
    : Hier möchte ich einige dicke Fragezeichen setzen???

    Hier wird die künftige Höhe der Preise über die Akzeptanz entscheiden - zahlen muss König Kunde sowieso alles, was auf ihn zukommen wird.
    Den veränderten Markt sehe ich derzeit noch nicht ganz - evtl. in ein paar Jahren.

    Ciao
    mkhp

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Snip3r ()

  • mkhp schrieb:

    Den veränderten Markt sehe ich derzeit noch nicht ganz - evtl. in ein paar Jahren.


    Das ist auch ein Problem. Die meisten Menschen wollen immer Lösungen, die sofort wirken. Darüber werden aber oft die Lösungen, die etwas länger dauern, dafür aber dauerhaft sind, also nachhaltig.

    Deswegen wir oft nur an den Äußerlichkeiten gearbeitet, das eigentliche Problem bleibt aber bestehen.


    Zurzeit werden (ohne wirklichen Sinn und Verstand) Solarelemente und Windkraftanlagen gebaut und in Betrieb genommen. Das Stromnetz und das Verbraucherverhalten wird aber nicht im gleichen Maße geändert.


    Sabine_M schrieb:

    Was nützen alle Statistiken und alles Jammern, wenn nicht jeder bei sich selbst anfängt? Es wird genau das produziert, was gekauft wird!


    Und das ist der Grund, warum einer der wichtigsten Schritte ist, die Bevölkerung mitzunehmen. Und das tun die "Ökospinner" nicht. Daher ist ihr Tun weitgehend kontraproduktiv.

    Wenn man sich die ökölogischen Verhältnisse in den 70er und 80er des letzten Jahrhunderts ansieht und die Prognosen, dann sieht man, dass eine Menge geschehen ist. Und es gilt, diesen Weg weiter zu gehen.
  • mkhp schrieb:

    [...]zahlen muss König Kunde sowieso alles, was auf ihn zukommen wird.[...]
    Tja, der Sklave Kunde (wo Monopole die Preise bestimmen – man nennt dies „freie Marktwirtschaft“ – gibt es keinen „König Kunde“) wird abgezockt, egal, ob die Kosten der Energieerzeugung für die Konzerne hoch sind, oder fallen:

    „Energiekonzerne führen den Atomausstieg als Grund für höhere Strompreise an. Doch nach einer von den Grünen in Auftrag gegebenen Studie sind die Kosten für die Unternehmen sogar gefallen. Sie kassieren demnach von den Verbrauchern allein in diesem Jahr drei Milliarden Euro zu viel.“
    Konzerne kassieren Verbraucher laut Studie bei Strompreis ab - SPIEGEL ONLINE

    Studie: Verbraucher bezahlen zu viel für Strom | tagesschau.de
    Strompreis: Verbraucher zahlen bis zu drei Milliarden zu viel - Wirtschaftsticker - FOCUS Online - Nachrichten
  • Grundsätzlich stimmt deine Aussage ja. Aber einen Punkt will ich relativieren:


    StaryWojownik schrieb:

    ... Doch nach einer von den Grünen in Auftrag gegebenen Studie sind die Kosten für die Unternehmen sogar gefallen. ...


    Wer die Studie bezahlt, kriegt das Ergebnis, das er will.


    Meiner Meinung nach sind die Diskussionen über die Kosten nicht gerade zielführend. Je nachdem, welche sekundären Kosten man berücksichtigt oder nicht, fällt das Ergebnis so aus, wie man es haben will.

    Wichtig ist, dass wir früher oder später davon weg kommen, die nicht erneuerbaren Ressourcen zu verbrauchen.
  • Mc Kilroy schrieb:

    Wichtig ist, dass wir früher oder später davon weg kommen, die nicht erneuerbaren Ressourcen zu verbrauchen.


    Ich will jetzt gar nicht ausführlicher auf die Zusammenhänge mit dem Threadthema eingehen,
    aber eins möchte ich doch klar stellen.

    Den Zeitpunkt früh genug "davon" weg zu kommen,
    haben wir allein hier in Deutschland schon längst verpasst.

    Und das "wir" irgendwann vom derzeitigen "Verbrauch" weg kommen werden,
    dafür wird nicht nur die Verknappung, nicht nur "industrieller" Ressourcen, schon "selbst" sorgen...
    Auch ohne das Bemühen manch noch oder neu engagierter Menschen auf diesem Globus ...

    Der point of no return ist längst überschritten,
    wie sich in den eher hinten versteckten Neben(schlag)zeilen
    vielfältig verifizierter, wissenschaftlicher Untersuchungen längst schon gezeigt hat und auch noch weiterhin zeigt.

    Und ohne hier esoterisch wirken zu wollen ;) ...
    So manche "Prophezeiungen" zeitkritischer Menschen
    sind längst schon keine Spökenkiekerei mehr,
    sondern jetzt schon bitterste Realität,
    vor denen die Allermeisten immer noch die Augen verschließen,
    (und z.B. Lemmingen gleich weiterhin Kinder in die Welt zu setzen),
    ohne sich über zwangsläufige Folgen in den nächsten 20-30 Jahren überhaupt klar werden zu wollen ....

    so far ;)

    PS.
    Hier:
    Häuptling Seattle vom Stamme der Suquamish 1854
    Only after the last tree has been cut down / Only after the last river has been poisoned / Only after the last fish has been caught / Then will you find that money cannot be eaten.
    sind wir in so manchen Teilen dieser "globalisierten" Welt längst angelangt.

    Denn, Nein,
    dies wird eben nicht als Armageddon-artiges, Hollywoodsches Weltuntergangsszenarium stattfinden, sondern findet exponentiell zunehmend schon seit geraumer Zeit statt,
    ohne das realistische Konsequenzen erfolgen.
    Hier spielt die Zeit auch gegen jede Vernunft,
    bis es mal für die Einen, mal für alle Restlichen einfach zu spät ist.
    Und jeder hofft weiter,
    dass ER schon unter den Überlebenden sein wird ;)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von muesli ()

  • muesli schrieb:

    ...vor denen die Allermeisten immer noch die Augen verschließen,
    (und z.B. Lemmingen gleich weiterhin Kinder in die Welt zu setzen),
    ohne sich über zwangsläufige Folgen in den nächsten 20-30 Jahren überhaupt klar werden zu wollen ....

    Puuh! Willst Du darüber mit jemandem reden? :hy: Alles wird gut... wirst schon sehen...:muesli:

    Ich glaube, so ziemlich jede Prophezeiung die Du schon gemacht hast im FSB, ist im Sande verlaufen.

    Das könnte Dir neuen Lebensmut geben.

    Das Glas ist halbvoll.

    Deswegen:

    Wenn ich wüsste, dass morgen der jüngste Tag wäre, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.
    aus:Rundbrief der hessischen Kirche vom Oktober 1944

    Nachhaltigkeit wird durch Angebot und Nachfrage reguliert. Das pendelt sich schon ein...
    schau mal:
    Weltweit werden jährlich 125 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Auch der daraus entstehende Müll landet schließlich zu einem großen Teil im Meer.

    Plastik löst sich nach der Nutzung als Zivilisationsprodukt jedoch nicht einfach in seine Bestandteile auf. Im Gegenteil: Manche Plastikkomponenten brauchen bis zu 450 Jahre für eine Zersetzung. Laut einer Studie des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) treiben derzeit bis zu 18.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer der Weltozeane.
    Müll im Meer - Greenpeace, Projekte zum Thema Meere

    Welch ein Vorrat an wiederverwertbaren Stoffen! Jetzt lohnt sich das nur noch nicht...:weg:

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Carmen ()

  • OT

    Tja,
    wieder so ein Dumpfbacken-Kommentar (q.e.d.),
    der teils mehr als eindeutig belegt, wie viele informations-restitente Vollspacken noch auf diesem Globus rum hüpfen ;)

    Und Nein,
    mir liegt rein gar nichts daran, mit der "Vorposterin" noch zu kommunizieren.
    Und Redebedarf hätte ich übrigens schon gar nicht. ;)

    @ topic
    Allein folgende Sprechblase zeigt zudem doch über-deutlich,
    Nachhaltigkeit wird durch Angebot und Nachfrage reguliert.

    dass absolut keine Ahnung vom Thema bei so Manchen i-wie fast noch zu hoch gegriffen wäre ;)

    Nebenbei ...
    Luther als Quellenangabe hätte doch auch schon gereicht ;).
    Bezeichnend nur, dass ich im Vorpost den "Jüngsten Tag", auch in anderem Zusammenhang als "Armageddon" bekannt, vom vmtl. Ablauf her schon ausgeschlossen hatte ;)
    Wieso wundert es mich diesbezüglich gar nicht, dass hier anscheinend jemand immer noch nicht richtig lesen gelernt hat ;)

    Den Rest dieses Gesülzes sollte/wollte ich mir ja eigentlich ersparen, noch weiter zu kommentieren.

    Wer aber z.B. das Thema Plastik-/Kunststoffmüll in Bezug auf Nachhaltigkeit
    - zudem mit einem Artikel von 2006 nicht ganz auf dem Stand der Zeit -
    derart verächtlich/ins Lächerliche ziehend kommentiert,
    kann ja wohl kaum bei diesem (wie auch anderen Themen) gänzlich für voll genommen werden. ;)

    Andererseits,
    da das Glas bei dir ja gerade noch halbvoll scheint,
    empfehle ich:
    Kipp es ruhig runter,
    vllt. hilfst ja auch ein klein wenig, z.B. auch über diesen post hinweg zu kommen ;)

    so far

    PS
    OMG
    der wievielte Tiefpunkt für dieses Forum ist das jetzt eigentlich :rolleyes:
  • @ muesli: Ich bitte um Mässigung in der Ausdrucksweise!

    Carmen schrieb:


    Welch ein Vorrat an wiederverwertbaren Stoffen! Jetzt lohnt sich das nur noch nicht...:weg:

    Wie man dabei einen "ich-amüsier-mich-prächtig"-smiley setzen kann, ist mir völlig schleierhaft.

    Ich z.Bsp. könnte :würg: wenn ich überall auf der Welt sehen muss, wie der volltrottelige Mensch seinen Lebenraum derart nachhaltig vernichtet, statt dafür zu sorgen, dass Zivilisationsmüll verantwortungsvoll beseitigt wird.


    Sollte das Ironie sein oder gar schwarzer Humor, find ich es ebenso völlig unangebracht. da kann ich nur hoffen, dass dein halbvolles Glas in Wirklichkeit eine PET-Flasche ist.

    muesli schrieb:

    der wievielte Tiefpunkt für dieses Forum ist das jetzt eigentlich

    Keine Ahnung ... hab aufgehört, zu zählen :(
    Da, wo die Neurosen blüh'n, da möcht' ich Landschaftsgärtner sein!
    Rechteübersicht * Forenregeln * F.A.Q. * Lexikon
    Suchfunktion * Chat * User helfen User
    Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: »Halt' du sie dumm, ich halt' sie arm!« (R. Mey)
  • Carmen schrieb:

    Wenn ich wüsste, dass morgen der jüngste Tag wäre, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.


    Genau so ist es.

    In den 80er haben die selbsternannten "Welterretter" vorausgesagt, dass es im Jahr 2000 in Deutschland keinen Baum mehr geben wird. Wir hatten ja unser Waldsterben.

    Und, ich war gestern noch im Wald.

    Die einen jammern, die anderen handeln.


    In den 70er und 80er waren eine Reihe von Flüssen tot, in denen jetzt wieder Forellen schwimmen.

    Ebenso sah es mit der Luftverschmutzung aus.


    Genau so, wie man die Dinge nicht schönreden sollte, sollte man die Dinge auch nicht schlechtreden.


    In den 70er und 80er haben eine Menge Leute gesagt, dass man mit gutem Gewissen keine Kinder in "diese Welt" setzen kann. Und wenn ich mal darüber nachdenke, was die meisten Kinder von damals bis heute für ein schönes Leben führen konnten.

    Carmen, du hast Recht, einfach mal etwas positiver denken.



    Es gibt eine Menge zu tun aber es wird auch schon eine Menge getan und ich gehe auch davon aus, dass dies in der Zukunft noch verstärkt wird.

    Auch hier gilt wieder: In solch komplexen Systemen brauchen gewisse Umstellungen eine ganze Weile. Und es bringt nichts, direkt aufzugeben, weil man den Eindruck hat, es geht nicht schnell genug.


    Auch das ist übrigens Nachhaltigkeit, dass man bei Schwierigkeiten nicht direkt aufgibt sondern so gut es geht weitermacht. :D


    Carmen schrieb:

    Das Glas ist halbvoll.


    Meiner Meinung nach ist das Glas sogar fast randvoll (zumindest hier).



    PS Es wäre gut, wenn einige User wenigstens so halbwegs beim Thema bleiben würden anstatt permanent über andere User herzuziehen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von McKilroy ()

  • Welch ein Vorrat an wiederverwertbaren Stoffen! Jetzt lohnt sich das nur noch nicht
    Realsatire? Es ist Realität.
    Das ist kein Humor, es ist ein Fakt.
    Das Indianer dieses Problem lösen, kann zwar sein ... es wird aber sicher nicht durch einen "aufrüttelnden" Autoaufkleber des letzten Jahrhunderts geschehen.

    Ich finde Sprücheklopferei nicht sachdienlich, da dies das Schwert des Bürohengstes zu sein scheint. Obwohl... jemand wird am Bürotisch den Stein ins Rollen bringen.

    Die Edelmetalle in der Elektronik und Elektrotechnik sowie andere Gebrauchsgegenstände werden nicht so verwertet wie es möglich ist. Kunststoffmüll entsteht z.B.weil man sich zu fein ist die Einkaufstüte noch einmal zu verwenden.
    PC werden gestartet um Energie vergeudet zu haben...
    Wenn all das wertvoller wäre, wären die Ozeane frei von Plastik... die Zeit ist noch nicht so weit... eventuell auch nie... jedenfalls wird Erdöl enthaltendes und andere "Energie" weggeworfen zum zusätzlichen Schaden der Umwelt.

    Die Wertigkeiten sind gemäß Angebot und Nachfrage noch nicht zu weit.

    Komische Sprüche helfen da gar nichts und das vorwerfen der Kindergeburt in Deutschland ist mehr als kontraproduktiv und weltfremd.
    Das wird mal wohl noch zum Ausdruck bringen dürfen... auch wenn jemand wie ein HB - Männchen in die Luft geht.

    PS: Wer von uns fährt denn extra ans Meer um dort seinen Müll rein zuschmeißen?
    Wieso landet er nicht bei der Wiederverwertung?

    Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Carmen ()

  • OT

    Mc Kilöroy schrieb:

    PS Es wäre gut, wenn einige User wenigstens so halbwegs beim Thema bleiben würden anstatt permanent über andere User herzuziehen.

    Ohne Worte

    Aber zur Deiner Erinnerung!
    Ich habe in Post 18 in diesem thread durchaus ernsthaft
    - ohne irgendwelchen Animositäten, sondern aus verstärktem Eigeninteresse, auch bzgl. tagesaktueller Entscheidungen nicht nur in der deutschen Politik -
    auf grundsätzliche Probleme, die sehr direkt mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun haben - Bezug genommen.

    Ich hätte mich auch durchaus gefreut,
    wenn auch Du, Mc Kilroy,
    zu diesem Thema (oder wie Du meinst: Unterpunkt),
    über den wir beide ja schon mal des Öfteren (und vor allem ernsthafter) seit 2005 diskutiert haben, Stellung bezogen hättest.

    Womit ich allerdings ernsthaft "so" nicht gerechnet habe, war der darauf folgende Beitrag; auch bezüglich der darin enthaltenen "Inhalte".

    Das muss ich mir aber vermutlich als meinen alleinigen, gravierenden Fehler anrechnen...

    Da ich andererseits aber auch 'nachhaltig' mit meiner Zeit umgehen möchte bzw. zukünftig muss,
    werde ich mich aus dieser Art von "Forum" zukünftig heraus halten.

    Es wäre übrigens (ausnahmsweise) nett,
    wenn dieses Statement zumindest einmal - ohne Nebenkommentare - unkommentiert bliebe.

    Gruß
    muesli
  • Carmen schrieb:

    Die Edelmetalle in der Elektronik und Elektrotechnik sowie andere Gebrauchsgegenstände werden nicht so verwertet wie es möglich ist.


    Noch nicht.

    Es gibt Bereiche, in denen die Wiederverwertung relativ leicht und auch zu konkurrenzfähigen Preisen möglich ist und es gibt Bereiche, in denen das noch nicht so ist. Das dauert halt.

    Als Beispiel will ich mal Asphalt nennen. Dort haben wir eine sehr hohe Wiederverwendungsrate. Früher wurde das Zeug, wenn überhaupt, niederwertig als Frostschicht wiederverwendet. Heute wird daraus wieder Asphalt für die obersten Schichten produziert.

    Computerschrott wird mittlerweile auch vielfach wiederverwendet, wobei eben hier leider noch kaum die Bauteile sondern vielmehr die Rohstoffe wiedergewonnen werden, was natürlich deutlich weniger effektiv und damit nachhaltig ist.

    Zur Nachhaltigkeit über Wiederverwendung gehört allerdings auch, dass man bei der Herstellung schon die Wiederverwendung plant. Das bedeutet natürlich auch, dass man daher einige Jahre Vorlauf braucht. Wenn die Computer jetzt wiederverwendungsfreundlich produziert werden, dann greift das logischerweise erst in 5 - 15 Jahren.


    Und man kann auch nicht erwarten, dass diese Nachhaltigkeit direkt weltweit funktioniert. Wir können uns Schritte in diese Richtung "leisten". Andere Länder vor allem in der "Dritten Welt" haben in ihren Augen (und wahrscheinlich auch objektiv) dringliche Probleme, die alles andere in den Hintergrund drängen.

    Jemanden, der Sorgen hat, wie er seine Familie am nächsten Tag ernähren kann, wird man kaum animieren können, wirklich über Nachhaltigkeit nachzudenken.