Eurobonds

  • Diskussion

  • Cyberloner
  • 2972 Aufrufe 17 Antworten

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  • Ja nein oder einfach nur egal.

    Die Parteien streiten miteinander und untereinander über die Schaffung von Eurobonds, d.h. einer einheitlichen europäischen Anleihe.

    Eurobonds wären nach meiner Ansicht der durch den Bundestag nicht legitmierte Eintritt Deutschlands in eine europäische Haftungsgemeinschaft.

    Ich bin daher entschieden gegen die Einführung von Eurobonds.

    Was meint Ihr?
  • Cyberloner schrieb:

    Ja nein oder einfach nur egal.

    Die Parteien streiten miteinander und untereinander über die Schaffung von Eurobonds, d.h. einer einheitlichen europäischen Anleihe.

    Eurobonds wären nach meiner Ansicht der durch den Bundestag nicht legitmierte Eintritt Deutschlands in eine europäische Haftungsgemeinschaft.

    Ich bin daher entschieden gegen die Einführung von Eurobonds.

    Was meint Ihr?


    Interessantes Thema!!

    Was ist, wenn der Bundestag den Eurobonds zustimmt? Würde das deine Meinung ändern?

    Ciao
    mkhp


    Nachtrag: Das Thema wird zwar vehement in etlichen Foren diskutiert, aber hier scheint es ja nicht der Bringer zu sein. :)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mkhp ()

  • Davon halte ich nichts.
    Staaten bekommen Geld zu günstigeren Konditionen und werden durch die Finanzkraft der Partner dazu verleitet weiter zu machen, anstatt Lösungen zu bringen.
    Man muß die Möglichkeit haben das Verhalten der Staaten zu lenken.

    Anderseits würde ich es nicht gut finden wenn wir nach der "Pfeife" von Italien, Spanien, Griechenland oder Frankreich tanzen müssten... das gäbe ein ganz schlimmes "Gehopse"... Deutschland der Selbstbedienungsladen...
    Unterschiedliche Zinskonditionen sind die Existenzberechtigung für Ratingagenturen. Jemand muß ja feststellen wer wo ist.

    Die Staaten müßten sich auf feste Regeln einigen. In etwa:
    Schulden ohne Sicherheiten = yxc % oder kein Kredit möglich
    Zu x % verschuldet = y %

    Dann braucht es diese Ratings nicht und die Banken würden endlich ihr ureigenes Geschäft selbst machen und es wäre geheimer was welcher Staat an die Banken an Zinsen bezahlt. Aber die Staaten drucken ihr Geld ja selber...
    In meinen Augen ist es wiedermal ein Problem das die Banken geschaffen haben.

    Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte, Michael Moore de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus:_Eine_Liebesgeschichte

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Carmen ()

  • McKilroy schrieb:

    Die Einführung wäre sehr schlimm.

    Jeder Automatismus, der schlecht wirtschaftende Staaten belohnt, ist meiner Meinung nach zu verurteilen.


    Da diese Staaten in der Mehrheit sind, wird es wohl auf Eurobonds hinauslaufen!

    Carmen schrieb:


    Davon halte ich nichts.
    Staaten bekommen Geld zu günstigeren Konditionen und werden durch die Finanzkraft der Partner dazu verleitet weiter zu machen, anstatt Lösungen zu bringen.
    Man muß die Möglichkeit haben das Verhalten der Staaten zu lenken.

    Anderseits würde ich es nicht gut finden wenn wir nach der "Pfeife" von Italien, Spanien, Griechenland oder Frankreich tanzen müssten... das gäbe ein ganz schlimmes "Gehopse"... Deutschland der Selbstbedienungsladen...
    ...


    CDU-Miltglied Lamers (er entwarf mit Schäuble das Konzept eines Kerneuropas) spricht sich für Eurobonds mit gewissen Auflagen aus.

    Ich fürchte, wir werden die Eurobonds bekommen - genauso gut abgesichert wie den Maastricht-Vertrag mit dem Stabilitätspakt.

    Und das obwohl die Mehrheit der Wirtschaftssachverständigen davor warnt.

    Ciao
    mkhp

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mkhp ()

  • mkhp schrieb:

    Und das obwohl die Mehrheit der Wirtschaftssachverständigen davor warnt.
    Soll ich dir mal erklären, wohin uns die Wirtschaftssachverständigen geführt haben? :löl:

    Es ist ein extrem kontroverses Problem - einerseits hemmt ein zu starker Sparkurs die Wirtschaft und damit die Konjunktur (und verhindert damit ein Heraussparen weil die Länder einfach pleite gehen --> siehe Griechenland. Die machen im Moment mächtiges Minus, und jeder weiß, das man mit einem Minus nicht sparen kann), andererseits würden die Staaten das Geld in die Kapitalmärkte stecken, von wo es in andere Taschen abfließt.

    Die Krise ist also systeminhärent. Der Traum vom unbegrenzten Wachstum bei begrenzten Ressourcen, begrenzter Zahl von Abnehmern und begrenztem Platz ist derart bescheuert, das es bald wehtun muss.
    Unser gemeinsames Leben heißt Offenheit, Herzlichkeit, Freundschaft, Mut zum Widerstand und der Glaube, dass es immer besser wird.
    Wer so offen ist, muss Fragen stellen, kann lebensverachtende Verhältnisse nicht akzeptieren sondern muss sich wehren, muss kämpfen gegen die, die das Leben verachten und die, die davon profitieren!
  • Rosenrot schrieb:

    Der Traum vom unbegrenzten Wachstum bei begrenzten Ressourcen, begrenzter Zahl von Abnehmern und begrenztem Platz ist derart bescheuert, das es bald wehtun muss.

    Es sein denn, man spart radikal bei der Bildung ein, hält die Leute noch dummer, als sie ohnehin schon sind, und erzieht sie zu reinen Konsumjunkies. Dann kann es vielleicht noch eine Weile gut gehen... :D

    Aber nur dann.
  • Das Gegenteil wäre die Zukunft die uns die Linke bescheren würde. Kommunismus ala Kuba.
    Es liegt also nicht an den jenigen die ihr Geld für etwas ausgeben, das sie haben wollen (Konsum).... :rot: welch eine Logik!
    Wir würden heute noch in Höhlen hausen...
    Aber es ist richtig das der Exzess gestoppt werden muß. Dies geschieht aber nun wirklich nicht in dem man mit den alten Schlagworten um sich schmeißt, wie es die "Altvorderen" schon getan haben..;)

    Alternative "Körneresser" haben nicht zum Erfolg beigetragen.

    Die waren schon immer eine kleine Randgruppe und als Selbstversorger bekannt. Deutschland kann nicht 80 Millionen Menschen in Höhlen unterbringen und sich selbst überlassen.

    Konsum ist gut.
  • Zitat Rosenrot: "Die Krise ist also systeminhärent. Der Traum vom unbegrenzten Wachstum bei begrenzten Ressourcen, begrenzter Zahl von Abnehmern und begrenztem Platz ist derart bescheuert, das es bald wehtun muss."

    Nun sind wir uns doch mal einig, Rosenrot. ;) Genau so ist es! Dieser ganze Wachstumswahnsinn der Wirtschaft läuft auf dem Buckel unserer natürlichen Ressourcen, die unser Planet noch hat. Die Triebfeder heisst unstillbare Gier - eine kleinen Gilde von Managern, die nur an ihren eigenen Bauch denken. Aber zurück zum Thema.

    Man muss sich schon ernsthaft fragen, wer in der heutigen Krisenzeit eine Schnapsideen wie den Eurobond ausdenkt. Ja glaubt denn wirklich jemand, dass sich mit einer einheitlichen europäischen Anleihe, die nationalen wirtschaftlichen Krisen lösen lassen? Das Gebilde europäische Union ist am ganzen Körper von schweren Verletzungen (Konkurs-Kandidaten) gezeichnet und nun hofft man den Kranken zu heilen, indem man ihn als Ganzes an der Börse zum Verkauf anbietet? Jeder einfache Kaufmann kann darüber nur den Kopf schütteln!

    Diese Idee zeigt nur wie verzweifelt die Politiker sind - die Titanic geht unter......

    Gruss freefloating
    Carpe diem - pflücke den Tag!
  • freefloating schrieb:

    die Titanic geht unter......

    Ich glaube, die Titanic ist schon untergegangen und jetzt wird noch am grünen Tisch darüber verhandelt, wer (oder welche Bevölkerungsteile) gefällig abzusaufen hat/haben. Also nur noch Schadensbegrenzung.

    Das Problem ist meines Erachtens kein wirtschaftliches Problem, sondern ausschließlich ein Problem der Machtverteilung. Wären die Machtverhältnisse anders, dann liesse sich vielleicht nocht etwas geradebiegen. Aber so?

    Auch wenn du es vielleicht nicht wahrhaben willst, Carmen, Wachstum hängt ganz direkt vom Konsum ab. Nicht wegen des Konsums selbst, sondern wegen des damit verbundenen Geldflusses. Das Problem ist ja nicht, immer mehr Waren für die Halde (oder gar die Vernichtung) zu produzieren, sondern Kunden für diese Waren zu finden, welche diese auch bezahlen können (alternativ wären noch edle Spender gefragt, die freiwillig ohne Gegenleistung bezahlen).

    Diese Spielregen gelten übrigens auch für Kuba, denn selbst Subventionen funktionieren auf Dauer nur, wenn die Taschen nicht gänzlich leer sind.

    Aber in der derzeitigen Politik (von oben) geht es nun einmal nicht darum, den Karren aus dem Dreck zu ziehen (außer dem eigenen natürlich), sondern die bestehenden Machtverhältnisse so lange wie möglich aufrechtzuerhalten - und zwar scheinbar um jeden Preis.

    Ändern wir also nicht unsere Ziele, sondern die Machtverhältnisse.

    Gruss Konradin
  • Wie sollen denn die Machtverhältnisse sein die Du ansprichst?

    Kannst Du bitte für mehr Input sorgen?

    Dein Beitrag gefällt mir übrigens... deswegen ein virtuelles LIKE von mir...;) für den vorherigen Beitrag von Dir auch... ein LIKE
  • Wie die Machtverhältnisse sein müssen kann ich dir nicht sagen (schließlich muß sich ja nicht alles nach meinen Vorstellungen richten), aber ich kann dir ganz klar sagen, wie sie nicht sein dürfen.

    Solange Eigennutz einiger weniger vor Allgemeinwohl geht, solange Profitinteressen das Lebensrecht anderer Menschen mit Füssen treten und solange weiterhin Raubbau mit der Natur getrieben wird, solange brauchen wir uns nicht wundern, daß es (noch) so ist, wie es ist (mit stark sinkender Tendenz).

    Solange wir weiterhin an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen, solange wird auch nichts gut. Wir müssen lernen, nachhaltig mit den Resourcen der Natur zu wirtschaften.
  • Rosenrot schrieb:


    ...
    1.: Es ist ein extrem kontroverses Problem - einerseits hemmt ein zu starker Sparkurs die Wirtschaft und damit die Konjunktur (und verhindert damit ein Heraussparen weil die Länder einfach pleite gehen --> siehe Griechenland. Die machen im Moment mächtiges Minus, und jeder weiß, das man mit einem Minus nicht sparen kann), andererseits würden die Staaten das Geld in die Kapitalmärkte stecken, von wo es in andere Taschen abfließt.

    2.: Die Krise ist also systeminhärent. Der Traum vom unbegrenzten Wachstum bei begrenzten Ressourcen, begrenzter Zahl von Abnehmern und begrenztem Platz ist derart bescheuert, das es bald wehtun muss.


    Zu 1.: Die Entstehung der Griechenland-Krise hat man angesichts dieser Erklärung überhaupt erst einmal verstanden.

    Zu 2.: Volle Zustimmung!
    Es wird Zeit, dass gewisse Regeln des Systems grundlegend geändert werden müssen.

    @ freefloating: die Titanic geht unter......

    ? Euro - EU - Weltwirtschaft - Kapitalismus ?
    Was ist gemeint?

    Ciao
    mkhp
  • @mkhp: Der Untergang der Titanic sollte eine Anspielung auf der wirtschaftlichen Zerfall der EU sein, aber man könnte das Bild vermutlich genau so gut auf die USA münzen. Interessanterweise gibt es in der Geschichte kein einziges grosses Bündnis, welches Bestand gehabt hätte. Was mag wohl der Grund sein? ;) Mir scheint, die Geschichte wiederholt sich permanent.

    Gruss freefloating
    Carpe diem - pflücke den Tag!
  • freefloating schrieb:

    @mkhp: Der Untergang der Titanic sollte eine Anspielung auf der wirtschaftlichen Zerfall der EU sein, aber man könnte das Bild vermutlich genau so gut auf die USA münzen. Interessanterweise gibt es in der Geschichte kein einziges grosses Bündnis, welches Bestand gehabt hätte. Was mag wohl der Grund sein? ;) Mir scheint, die Geschichte wiederholt sich permanent.

    Gruss freefloating


    Alles klar!
    Der konstatierte wirtschaftliche Zerfall der EU ist durchaus denkbar, auf alle Fälle wird die asiatische Wirtschaftsentwicklung deutliche Auswirkungen auch auf Europa haben. Von daher wächst der Druck ebenso.

    Ciao
    mkhp
  • freefloating schrieb:

    Interessanterweise gibt es in der Geschichte kein einziges grosses Bündnis, welches Bestand gehabt hätte. Was mag wohl der Grund sein? ;) Mir scheint, die Geschichte wiederholt sich permanent.

    Gruss freefloating

    Sehr gut erkannt!!!
    Ich hab es ja auch schon öfters geschrieben, und in der Geschichte ist immer alles Zusammen gebrochen wenn es einigen zu Gut ging, ihre Macht zu groß wurde und sie jeglichen Sinn für die Realität verloren haben.
    Genau vor diesem Punkt sind wir wieder, leider :panik:.

    Meik :rolleyes:

    PS. Bis bald, Morgen geht es in Urlaub!!! :bing:
    Machts gut und bis bald.
    Und vertragt euch.
    Geben ist besser als nehmen!!!

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Meik ()

  • Meik schrieb:


    ...
    Genau vor diesem Punkt sind wir wieder, leider :panik:.
    ...
    [/COLOR]


    Das Schöne an der Geschichte ist es, dass man es immer erst im Nachhinein weiß. :)
    Mich erstaunt allerdings die Diskussionsdynamik in Berlin bezüglich der Eurobonds. Da weichen Gewissheiten von gestern neuen Einsichten von heute in einem atemberaubenden Tempo.

    Erholsamen Urlaub, Meik! :)

    Ciao
    mkhp
  • Die Antwort ist einfach:
    Eurobonds sind der größte Blödsinn den wir als Deutsche und Europäer machen können.
    Aber trotzdem wird dieser Riesenblödsinn kommen und gemacht werden. Das ist der Effekt der Lemminge. Der Eurobond wird dann maßgeblich dafür sein, dass der Euro endgültig den Todesstoß erhält. Als erster Effekt wird die Inflation drastisch steigen (>5%) und als letzter Effekt wird es dann zum Zusammenbruch der sogenannten "Euro"-Währung geben.
    Die Finanzpolitik in Europa wird auch heute noch Jahre nach der "Finanzkrise" ohne Sinn und Verstand gemacht - Verbindlichkeiten werden so lange es geht in die Zukunft verlagert, bis es dann am Ende knallt.
    Dummheit frisst, Intelligenz säuft