Politikverdrossenheit

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  • Politikverdrossenheit

    Hallo,

    ich wollte einmal von euch hören, ob ihr euch selbst als "von der Politik enttäuscht" bezeichnen würdet und warum. Was wären eure Ansätze, die grassierende Verdrossenheit in unserer Gesellschaft gegenüber Politik und Entscheidungsprozessen abzubauen und eine vitalere Demokratie zu schaffen?
  • vitale Demokratie liegt auch in unseren Händen

    ... enttäuscht werden konnten IMHO nur Diejenigen, deren Erwartungshaltung nicht von den Auswirkungen der Wahlen gedeckt wurden. Was erwartet ihr denn von dem Ausgang einer Wahl?

    Ich für meinen Teil möchte mich eher als politisch aktiver und (manchmal auch zynischer) Realist sehen. Auch wenn meine Ziele nicht durch den Ausgang der ein- oder anderen Wahl erfüllt werden, stelle ich in meinem Umfeld fest, dass sich immer mehr Menschen politischen Themen gegenüber öffnen und häufiger interessiert, kontrovers und fundiert diskutieren (nicht nur bierselige Stammtischrunden). Ein Umdenken und Neuorientieren findet nicht an einem Tag statt, sondern benötigt ein eigenes Verstehen.

    Predigen liegt mir nicht, ich lebe lieber meine Einstellung und bringe so andere Menschen zum Nachdenken. Politische Verdrossenheit entsteht aus meinem Verständniss als Folge von Resignation (oder massivem Desinteresse).
    Um Resignation vorzubeugen, setze ich meine Ziele nicht so hoch und freue mich auch schon über kleine Erfolge.

    In dem Bundesland in dem ich wähle wird Basisdemokratie gelebt (auch wenn mir persönlich die Ergebnisse der Volksabstimmungenen nur selten gefallen). Politische Mündigkeit sollte man sich erarbeiten und nicht nur kurz vor den Wahlen vorgekaut, mundgerecht und hübsch verpackt servieren lassen.

    Auf den Punkt gebracht: die aktuelle Politik ist aus meiner Sicht oftmals vorhersehbar. Politische Verdrossenheit bekämpfe ich mit meinen bescheidenen Mitteln für Diejenigen, die ihre Augen und Ohren dafür noch geöffnet haben. Nach meinem Verständnis braucht es aufgeklärte Menschen um eine vitale Demokratie zu stärken (oder aufzubauen). Und das haben wir alle selbst in der Hand.

    Wer sich nur als Stimmvieh sieht und aus Resignation nicht dagegen angeht, darf sich nicht wundern, wenn er sich dann dazu passend irgendwann auf der politischen Schlachtbank wiederfindet.
    IRC war gestern, ... heute haben wir den Chat

    realize your tasks, then take a deep breath and go for it!
  • Politikverdrossenheit

    Politik wird nur von einer kleinen Gruppe der Gesellschaft gemacht, und diese sogenannte Politik ist dann auch für diese Personen selber und nicht für mich1

    Ich gehe schon lange nicht mehr wählen, habe mich mit dem was ich habe arrangiert, habe keine so großen Erwartungen oder Wünsche.
    Alles was mir vorschwebt an Wünschen, Vorstellungen kann ich aus eigener Kraft erreichen. Dazu sind keine politischen Entscheidungen notwendig.

    Ich habe meinen Frieden mit Gott und dieser Welt gefunden.

    Lg

    Bartimaeus
  • Ich glaube, dass ein grundlegendes Problem darin besteht, dass eine große Bevölkerungsgruppe in Deutschland es nicht gewohnt ist, sich wirklich intensiv mit dem politischen Geschehen auseinanderzusetzen. Die große Mehrheit, ich spreche hier von der Mittelklasse die letztendlich auch die Mehrheiten hierzulande besorgt, ist es gewöhnt, sich zur Meinungsbildung nur auf die etablierten Kanäle zu verlassen. Im Großen und Ganzen denke ich, dass in einigen Punkten die Menschen dem Staat einen zu großen Vertrauensvorschuss leisten, sei es in Fragen von wirtschaftlichen Subventionen und Rettungsschirmen oder Angelegenheiten die die innere Sicherheit und damit die Kompetenzen von Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden betreffen. Für eine vitalere Demokratie, so meine These, müsste versucht werden, von früh an eine größere Begeisterung für Mitbestimmung und kreatives Denken zu vermitteln. Hier sehe ich vor allem das Bildungssystem in der Pflicht. Heute ist es hier ja so, dass alles was sich von der Norm entfernt, als suspekt bezeichnet wird. Am Anfang des Bildungswegs der ja mittlerweile in den Kindertagesstätten beginnt, wird den jungen Menschen von früh an eingeflößt, dass nichts wichtiger ist, als ständige Konformität. Im Bereich der Grundschule und auf der weiterführenden Schule setzt sich diese Entwicklung fort. Es sind Die erfolgreich, die die vorangetragenen Meinungen und Inhalte möglichst und ohne Reflexion einfach paraphrasieren. Natürlich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten viel im Schulwesen getan, aber immer noch scheint es mir so, als würde gemäß dem preußischen Prinzip ein Untertan erzogen, anstatt ein kritischer Weltbürger.

    Als Ansatz für eine vitalere Demokratie sehe ich vor allem dem Bedarf für Reformen im Lehrplan der Grund- und Sekundarstufen. Demokratische Prozesse sollten hier viel stärker beleuchtet werden. Allerdings müsste der Staat hier kritisch über sich selbst urteilen was ein sehr unwahrscheinliches Szenario ist.
    Gegen die Politikverdrossen wäre meiner Meinung nach eine Stärkung der Bürgerbeteiligung ein probates Mittel. Allerdings wird mit Verweis auf die Weimarer Republik eine Diskussion über das Thema gerne abgewürgt. Ich meine richtige Volksentscheide wie sie z. B. in der Schweiz üblich sind und keine Abstimmungen die lächerliche Trivialitäten zum Inhalt haben. Hier müsste in der Bevölkerung mehr Motivation bestehen mehr Mitbestimmung durchzusetzen. Ich bin mir sicher, dass bei Abstimmung zu Renten- oder Bafög -sätzen die Wahlbeteiligung signifikant über Bundestagswahlniveau liegen würde. Allerdings haben die Menschen nicht das Verlangen, sich für diese Art von Beteiligung einzusetzen (jedenfalls kein signifikanter Anteil). Daraus folgt natürlich eine Diskrepanz zur Politik und eine Mentalität nach der "die da oben" alles selbst verwalten und wie bereits erwähnt Gesetze im eigenen Sinne "auf den Weg bringen". Dies spielt natürlich den etablierten Parteien in die Hände, die einen wirklich mündigen Souverän gar nicht gebrauchen können. Damit sind wir wieder beim Punkt der Bildung angelangt. Bei meinen Überlegungen gelange ich immer wieder zu diesem Thema, Bildung, und ich meine wirklich gute Bildung, ist die Grundlage für strukturiertes Denken das in der Lage ist, hinter die fadenscheinig grinsenden Gesichter von Parteifunktionären zu blicken und wahre Absichten gewisser Personen und Interessengruppen zu durchschauen.
    Es ist an der Zeit sich selbst zu überwinden.
    Jedes Problem ist lösbar wenn es in mundgerechte Fragmente separiert wird. Echte Ideen sind kugelsicher. Gehe mit offenen Augen durch die Welt. Aus Vertrauen folgt Stärke. Wenn man vom Schlimmsten ausgeht, ist man gegen jede Entäuschung gefeit.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von nemlin ()

  • Gerade längere Texte sind übrigens deutlich besser lesbar, wenn man jeweils eine Leerzeile zwischen den Absätzen lässt.

    Den Ansatz, den Bürger bei jedem Käse miteintscheiden zu lassen, halte ich für einen gefährlichen Irrsinn. Denn wer die erfolgreichste Propaganda macht, der bekommt so gut wie immer Mehrheiten zusammen und dann wird Politik nur noch über puren Populismus gemacht.

    Verspreche jedem Wähler 1000 Euro bar auf die Hand, wenn er wählen geht (egal wen) und gleichzeitig massive Steuersenkungen. Verspreche dem Wähler einen tausendjährigen Aufschwung und er läuft dir scharenweise hinterher.

    Verspreche den Leuten, nach deiner erfolgreichen Wahl den Bundestag aufzulösen, denn was wollen die mit korrupten Poltikern und Gewerkschaften, schliesslich vertrittst du ja ihre Interessen. Du bist sozusagen ihr Anwalt.

    Verspreche den Leuten die Abschaffung der Kriminalität und sie werden begeistert sein.

    Verspreche den Leuten ungestörte Religionsausübung, solange deren Führer dir weisungsgebunden sind. Auch hierfür wird es eine klare Mehrheit geben. Erzähle den Leuten etwas vom 'gesunden Volksempfinden'.

    Schaffe das Rechtssystem ab und mache es basisdemokratisch. Lasse die Mehrheit deiner Wähler darüber entscheiden, was mit Angeklagten zu geschehen hat. Das hat einen enormen Unterhaltungswert und lenkt die Leute etwas ab. Brot und Spiele.

    Schaue dir an, wie erfolgreich die Werbung ist. Dieses Potential lässt sich politisch nutzen (schon die Altvorderen wussten um die Macht der Demagogie und der Medien).

    Lasst uns darüber abstimmen und morgen schaffen wir per Abstimmung das Kleine Einmaleins ab und ersetzen es durch eine natürlich von uns zertifizierte App.

    Und Alles wird gut.
    Aktuell zum 70. Jahrestag:
    Auschwitz war sicher nur die Folge berechtigter Ängste gegen die Juden.
    Damals war es die Verjudung, heute ist es die Islamisierung, welche uns Angst macht.
    Eigentlich müssten sich diese Leute bei uns dafür entschuldigen.
  • Konradin schrieb:


    Den Ansatz, den Bürger bei jedem Käse miteintscheiden zu lassen, halte ich für einen gefährlichen Irrsinn.

    Es geht nicht um Milchprodukte in meiner Überlegung, sondern um Abstimmungen die wirklich Sinn machen. Als Beispiel könnten die Bürger einer Stadt darüber abstimmen, ob die Versorgung mit Wasser und Elektrizität in öffentliche oder private Hand gehört. Weiterhin könnte ein Teil des Haushalts einer Kommune zur Abstimmung bezüglich der Verwendung gestellt werden. Ich persöhnlich glaube nicht das etwas mehr Partizipation direkt den Untergang des Abendlandes zum Resultat hat. Natürlich kann man hier wie oben erwähnt direkt mit Weimar und der Schillpartei argumentieren, allerdings ist das IHMO nicht zielführend.
    Es ist an der Zeit sich selbst zu überwinden.
    Jedes Problem ist lösbar wenn es in mundgerechte Fragmente separiert wird. Echte Ideen sind kugelsicher. Gehe mit offenen Augen durch die Welt. Aus Vertrauen folgt Stärke. Wenn man vom Schlimmsten ausgeht, ist man gegen jede Entäuschung gefeit.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von nemlin ()

  • nemlin schrieb:

    Es geht nicht um Milchprodukte in meiner Überlegung, sondern um Abstimmungen die wirklich Sinn machen. Als Beispiel könnten die Bürger einer Stadt darüber abstimmen, ob die Versorgung mit Wasser und Elektrizität in öffentliche oder private Hand gehört.

    Also sollen eine Masse nicht kompetenter Leute sich darüber Gedanken machen, anstatt kaufmännisch erfahrener Fachleute, weil durch pure Mehrheit entschieden wird? Sorry, aber zielgerichteter kann man einen Karren wohl nicht in den Dreck hineinfahren.

    Womit ich übrigens keineswegs sagen will, daß die derzeitigen Entscheidungsträger grundsätzlich kompetent seien. Aber selbst ein korrupter Beamter, der in die eigene Tasche wirtschaftet, richtet meist erheblich weniger Schaden an als eine Masse unfähiger und ahnungsloser Abstimmer. Denn im Gegensatz zu denen vermeidet er es sorgsam, die Kuh zu schlachten, welche er melken will.

    Was gebraucht wird, das sind Leute, welche Probleme lösen können (und dies nicht nur per Mehrheitsvotum). Ginge es nach deinem Patentrezept, dann würde die Menschheit mangels Mehrheit heute noch nicht das Rad nutzen können.

    Wozu macht man deann eigentlich eine Ausbildung und versucht, auf einem Gebiet kompetenter als andere zu sein, wenn es anschliessend nicht um Sachkenntnis, sondern nur um plumpe Mehrheiten geht? Oder gibt er gleich sein Hirn vollständig ab und ersetzt es durch eine App?

    Ich habe dich durchaus richtig verstanden (fürchte ich) und genau weil es dir dabei nicht um Penuts geht (wo es noch zu verschmerzen wäre), graust mir vor deinem Vorschlag.
    Aktuell zum 70. Jahrestag:
    Auschwitz war sicher nur die Folge berechtigter Ängste gegen die Juden.
    Damals war es die Verjudung, heute ist es die Islamisierung, welche uns Angst macht.
    Eigentlich müssten sich diese Leute bei uns dafür entschuldigen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Konradin ()

  • Konradin schrieb:

    Also sollen eine Masse nicht kompetenter Leute sich darüber Gedanken machen, anstatt kaufmännisch erfahrener Fachleute, weil durch pure Mehrheit entschieden wird? Sorry, aber zielgerichteter kann man einen Karren wohl nicht in den Dreck hineinfahren.


    Hallo Konradin,
    eigentlich halte ich ja immer viel auf deine Aussagen, aber diesmal hast du nicht Überlegt.
    Kaufmännisch erfahrener Fachleute haben und benutzen unsere Politiker bestimmt nicht und sie selber haben ja nun mal gar keine Ahnung.Und unsere Beamte sind auch meilenweit davon entfernt.
    Beispiele gab es doch in den letzten Jahren mehr als genug:
    Bund der Steuerzahler Schwarzbuch
    Wie sich staatliche Ahnungslosigkeit entlarvt
    Geldverschwendung auf der Baustelle Deutschland
    Das ist nur ein ganz kleiner Auszug von sehr vielen Beispielen, da gibt es noch Hunderte mehr. Bei uns im Nachbardorf ist ein Kreisverkehr schon 3 mal umgebaut worden, weil keine Sattelzüge durchkamen. Sind das kompetente Leute die so was Planen und durchführen?

    Da kann die Masse auch nicht schlechter entscheiden. Bzw. Jede halbwegs Vernünftige Hausfrau würde das besser machen. Und von Privatfirmen ganz zu schweigen. Wenn die alle so Arbeiten und Kalkulieren würden, gäben es in Deutschland schon lange keine Firmen mehr.
    Meiner Meinung nach würden bei einer Abstimmung mehr kompetenter Leute entscheiden als alle unsere Politiker und Beamten zusammen. Denn in den letzten 10 - 15 Jahren hat es doch kein Staatliches Großprojekt geschafft Pünktlich und Kostengünstig Gebaut zu werden. Was Privatunternehmer (Wähler), Häuslebauer (auch Wähler) hundertfach in Deutschland schaffen. Die oft dahinter stehende „Es ist ja nicht mein Geld!“-Mentalität der Entscheider ist hierbei vielerorts anzutreffen. Diese gehen nicht, wie vom Steuerzahler erwartet, sorgsam mit dem ihnen anvertrauten Steuergeld um, denn ein Fehleinkauf trifft nicht das eigene Konto. Das der Wähler sehr wohl.

    Konradin schrieb:


    Wozu macht man dann eigentlich eine Ausbildung und versucht, auf einem Gebiet kompetenter als andere zu sein

    Diese Leute gehen doch auf jeden Fall in die Privatwirtschaft. Mehr Geld, bessere Aufstiegschancen und sie stehen nach einem Projekt nicht als Deppen da.

    Meik :D
    Geben ist besser als nehmen!!!

    Dieser Beitrag wurde bereits 25 mal editiert, zuletzt von Meik ()

  • Sorry, Meik, so, wie du es beschreibst, habe ich es nicht gesagt.

    Ich bin fest davon überzeugt, daß 'unsere' Politiker keine Deppen sind, welche den Karren aus purer Ahnungslosigkeit in den Dreck ziehen. Diese Leute wissen ganz genau, was sie da tun. Es sind eiskalte Lügner, die dies tun, um ihre eigene Macht zu sichern und dabei kräftig abzusahnen.

    Geldverschwendung ist ein probates Mittel, so weit Verwirrung zu stiften, daß das Wirtschaften in die eigene Tasche nicht so sehr auffällt, und wird man dabe ertappt, dann macht man eben einen auf ahnungslos. Denn im Gegensatz zur Korruption (oder des vorsätzlichen Verstosses gegen den Amtseid, Schaden von uns fernzuhalten) ist Ahnungslosigkeit ja nicht strafbar und wird offenbar toleriert.

    Sicher, das Schwarzbuch der Steuerzahler ist voll von abschreckenden Beispielen. Aber in keinem dieser Beispiele wird die zu melkende Kuh wirklich geschlachtet und ich denke, genau das wäre bei einem Mehrheitswählervotum dann doch der Fall. Deutschland würde dann nicht Stück für Stück weiter abwirtschaften, sondern Schlag auf Schlag den Bach runtergehen.

    Und vor Allem, es würden dann auch ganz schnell Schuldige gefunden und das Kriegskarrussell beginnt sich zu drehen. Übrigens die einzige Möglichkeit, den sich abzeichnenden Untergang dann noch hinauszuzögern. Denn irgendwer muss die Zeche ja schlieslich bezahlen.

    Wie Mehrheiten zustandkommen? Dann schau dir mal RTL & Co an, die wissen schon sehr genau, wie man die Gosse auf seine Seite bekommt. Gib ihnen die Macht, ihre Methoden auf die Politik anzuwenden, und du musst kein Hellseher sein un zu wissen, wie es dann weitergeht.
  • Konradin schrieb:

    Sorry, Meik, so, wie du es beschreibst, habe ich es nicht gesagt.

    So hatte ich es verstanden.

    Konradin schrieb:

    Diese Leute wissen ganz genau, was sie da tun. Es sind eiskalte Lügner, die dies tun, um ihre eigene Macht zu sichern und dabei kräftig abzusahnen.

    100% Zustimmung

    Konradin schrieb:

    ... daß das Wirtschaften in die eigene Tasche nicht so sehr auffällt, und wird man dabe ertappt, dann macht man eben einen auf ahnungslos. Denn im Gegensatz zur Korruption (oder des vorsätzlichen Verstosses gegen den Amtseid, Schaden von uns fernzuhalten) ist Ahnungslosigkeit ja nicht strafbar und wird offenbar toleriert.

    Tja, so sind wir Deutsche halt.

    Konradin schrieb:

    Sicher, das Schwarzbuch der Steuerzahler ist voll von abschreckenden Beispielen. Aber in keinem dieser Beispiele wird die zu melkende Kuh wirklich geschlachtet und ich denke, genau das wäre bei einem Mehrheitswählervotum dann doch der Fall. Deutschland würde dann nicht Stück für Stück weiter abwirtschaften, sondern Schlag auf Schlag den Bach runter gehen.

    So wie es bis jetzt läuft, und anscheinend ja immer noch schlimmer wird, geht es aber auch nicht weiter.
    Man müsste einen Mittelweg zwischen Volksentscheid und der jetzigen Situation nehmen. Zum Beispiel das Prinzip der Schöffen. Einmal im Jahr werden z.b. 100 Privatpersonen aus allen Bevölkerungsschichten (Vom einfachen Arbeiter bis zum Unternehmer, inkl. Fachleute) ernannt die sich gemeinsam intensiv mit dem anstehenden Projekt beschäftigen. Das heißt Sinn und Nutzen, Korrektheit der Finanzierung und Ausschreibungen und Berücksichtigung aller weiteren Fakten für die Allgemeinheit gegeneinander abwägen und dann abstimmen. Menschen die über "ihr Geld" entscheiden müssen, Entscheiden wesentlich Verantwortungsvoller als Beamte und Politiker die das Geld anderer Menschen ausgeben. Damit sich Bürgermeister und Co keine Denkmäler mehr in Form von Elbphilharmonie, Stuttgart 21, usw. mehr Bauen können. Das ganze natürlich nur bei solchen Wichtigen Entscheidungen, nicht für jeden Krimskram.
    Es kann doch nicht sein, das ich mein Leben lang irgend welchen "Leuten" mein schwer Verdientes Geld zur Verfügung stelle und dann keine Kontrolle mehr habe was damit gemacht wird. Das Argument "Andere Partei Wählen" ist ja keine Option, da ich dann ja nur den Verschwender austausche, aber an der Situation nichts ändere.

    Konradin schrieb:

    Wie Mehrheiten zustandkommen? Dann schau dir mal RTL & Co an, die wissen schon sehr genau, wie man die Gosse auf seine Seite bekommt. Gib ihnen die Macht, ihre Methoden auf die Politik anzuwenden, und du musst kein Hellseher sein um zu wissen, wie es dann weitergeht.

    Habe ab heute für den Rest der Woche den "gelben" (kleine OP :(), und werde mir RTL & Co zwischendurch mal rein ziehen. Ich finde das besser als jede Komödie, vor allem die :eek: Hausfrauen :eek: und :eek: Harzempfänger :eek: die das auch noch alles Glauben, was einem da Aufgetischt wird. :D :D :D

    Na dann sind wir doch nicht so weit mit unserer Meinung auseinander.

    Gruß Meik :panik:
    Geben ist besser als nehmen!!!

    Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von Meik ()

  • Was uns fehlt, das ist einerseits eine wirkungsvolle Kontrolle mit gegebenenfalls empfindlichen Sanktionen (denn was nützt ein Schwarzbuch, wenn man es zwar kennt, es aber rein garnichts bewirkt?) und andererseits Sachkompetenz.

    Wir sollten und global vom Demokratiewahn verabschieden, denn Demokratie beruht auf Mehrheiten und nicht auf Sachkompetenz. Mehrheiten lassen sich aber von jedem geschickten Demagogen erzeugen und wie die Werbung zeigt, funktioniert das über die Medien durchaus erfolgreich.

    Das es erfolgreich funktioniert, daß sehe ich in kleinem Stil gerade hier im Cuxland. Es gibt eine einzige Tageszeitung, welche politisch das reine Sprachrohr der CDU Niedersachsen ist und zwei kostenlose wöchentliche Anzeigenblätter, welche dem nicht Nachstehen. Eine Alternative gibt es hier nicht.

    So wurden z.B. direkt nach der Europawahl die CDU massiv als Gewinner der Wahl dargestellt (was sie tatsächlich nicht ist), indem man Vergleiche mit anderen Wahlen anstellte, einer absurder als der andere, aber immer so, daß die Zahlen für die CDU sprachen. Und genauso so beeinflusst man die Leute und schafft Mehrheiten.

    Gib den Leuten lange genug Schei**e und irgendwann glauben sie, daß man Schei**e essen klann. Diese Dauerberieselung geht nicht spurlos an den Leuten vorüber.

    Aber zurück zum jetzigen politischen System. Wer hat dort die Macht? Auf den Punkt gebracht derjenige, welcher Mehrheiten beschaffen kann. Also derjenige, welcher die Macht dazu hat und das sind keineswegs die Parteien.

    Wer das Geld hat, Profis für Meinungsbildung zu bezahlen, der bestimmt über zukünftige Mehrheiten. Und einer der Tricks, den Leuten weiszumachen, es sei mit ihre eigene Entscheidung, ist die Einführung einer Quote.

    Besetze sämtliche Entscheidungsgremien mit 10% Sonderschülern und die Leute halten das für Basisdemokratie. 20% Legasthenikeranteil ist für die Verwaltung gut, denn es schafft frischen Wind bei der Weitergabe (und Verstümmelung) von Informationen (also das Prinzip 'stille Post') und schafft Arbeitsplätze für bisher Benachteiligte.

    Die Hausfrauenquote bei der Bundeswehr ist ja inzwischen fast schon übererfüllt und der Bundeswehr steht auf dem Weg zum Streichelzoo fast nichts mehr im Weg.

    Aber eine Quote wurde bisher fast immer übersehen: die Quote der Inkompetenten. Garantiere per Quote, daß mindestens 90% der Entscheidungsträger für ihre jeweilige Aufgabe völlig inkompetent sind. Bürgernäher geht es kaum. Und schon meint jeder Depp, jeder austauchbare Dutzendpolitiker sei 'einer von uns'. Das RTL könnte es nicht besser machen...
    Aktuell zum 70. Jahrestag:
    Auschwitz war sicher nur die Folge berechtigter Ängste gegen die Juden.
    Damals war es die Verjudung, heute ist es die Islamisierung, welche uns Angst macht.
    Eigentlich müssten sich diese Leute bei uns dafür entschuldigen.