Parkett verlegen

  • geschlossen

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Parkett verlegen

    Hallo!

    Zur Zeit renoviere ich meine Wohnung, Vermieter reduziert für diese Zeit die Miete und stellt das Baumaterial. Es handelt sich um Klick-Parkett.
    Das Zeug ist wirklich leicht zu verlegen, für ein Zimmer brauche ich ca. 2 Tage (streichen, Teppich raus, Boden von Kleberesten frei kratzen, Dämpfungsmaterial verlegen, Klickparkett, Leisten verlegen). Leider bin ich mit dem Klickparkett gar nicht zufrieden und wollte mal fragen, ob irgendwer schon Erfahrungen damit gesammelt hat.
    Die Längsfugen im Klickparkett spürt und sieht man, die obere Holzschicht ist wirklich dünn ca. 2mm, das kann man höchstens einmal abschleifen, die Qualität des Holzes ist echt schlecht: Astlöcher, Verwerfungen. An zwei Stellen musste ich sogar schon Holzsplitter/Holzfasern ausstechen und mit Parkett-Reparaturwachs die entstandenen Löcher flicken. Achja: das Parkett riecht sehr stark nach Lack. Das echte Parkett, dass ich von meinen Eltern (oder von irgendwo anders her) kenne riecht nicht. Also ich meine GARNICHT. dieses Obi-Klickparkett riecht RICHTIG STARK.

    Ich komme zu folgendem Schluss: wenn Parkett, dann kein Klickparkett sondern RICHTIGES. Also mit Untergrund und dann alle Planken einzeln einfügen und verleimen.
    Wer hat damit schon Erfahrungen gesammelt?
    Prinzipiell sollte es ja folgende zusätzlichen Schritte geben:
    1)statt Dämpungsmaterial muss man einen tragfähigen Untergrund aufbauen. Das könnte etwas länger dauern.
    2)statt dem Einklicken und Festhämmern des Fertigparketts müsste man nun einzeln die Parkettstücke auf den Untergrund aufleimen. Das sollte auch etwas länger dauern als mit dem Klickparkett - zumindest in der Fläche, an schiefen Wänden, Heizungen, Türrahmen etc sollte es nicht länger dauern (und diese Stellen nehmen ohnehin die meiste Zeit in Anspruch).
    3) Abschleifen des gesamten neuverlegten Holzbodens um Unebenheiten auszugleichen (mit einer vernünftigen Maschine sollte das höchstens 1 Minute pro Quadratmeter dauern), sagen wir mal ein bis zwei Stunden für ein Zimmer
    4) Reinigen (Fegen, saugen, warten?, wischen?)
    5) Versiegeln ca. 1 Tag.

    Vorteile: eine geschlossene Fläche, keine Fugen, Wahl einer Versiegelung (die man vorher in Ruhe mal testen und beurteilen konnte)
    Alle Schäden sind selbst reparabel, das Parkett lässt sich oft abschleifen.
    Nachteil: ein bis zwei Tage mehr Arbeit pro Zimmer.

    Zum Preis kann ich nichts genaues sagen: Fertigparkett kostet min. 20 Euro pro m^2, plus die Dämpfungsschicht. Echtes PArkett vom Handwerker verlegt zwischen 50 und 80 Euro pro Quadratmeter. Aber da sind die meisten Kosten die Arbeitskosten, sollte also mindestens um die Hälfte günstiger werden im Selbstbau.

    So long, bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen!
  • Hallo christophj, erst einmal ein herzliches Willkommen im Freesoft Board! :)

    Das hört sich ja nach einem ziemlichen Desaster an, mit deinem Klick Parkett.
    Ich habe vor 14 Jahren auch Parkett verlegt, zwar kein massives Parkett sondern auch Fertigparkett, doch ist es qualitativ sehr hochwertig. Es hat eine 5 mm Buchenschicht und als Untergrund Fichtenholz mit einem Verbund von Alustäben.
    Ich glaube, der Quadratmeterpreis lag damals bei knapp unter 50,- DM. Mein Freund und ich haben es fest mit dem Estrich verklebt. Die einzelnen Parkettstücke hatten Nut und Feder und eine Abmessung von 40 x 10 cm.
    Die feste Verklebung habe ich gewählt, weil dann keine klackernden Geräusche beim Gehen entstehen. Nach der langen Zeit haben sich auch keine Fugen gebildet, da jedes einzelne Stück ein fester Verbund ist.

    An ein Abschleifen habe ich auch noch nicht gedacht, denn trotz der zahlreichen Macken, durch Mensch und Tier verursacht, gehören diese einfach zu einem Parkett dazu.
    Wer das nicht will muss Laminat nehmen, wobei ich Naturmaterialien immer vorziehen würde.

    Das Abschleifen von einem Holzboden habe ich übrigens auch mal geübt, und zwar bei den Holzdielen meines Spitzbodens. Das war nicht einfach, denn die Maschine haut ab wie „Schmidt´s Katze“. :eek:
    Ich kam mir vor wie beim Bullenreiten, jedenfalls stelle ich mir das so vor.
    Schnell hat man gewaltige Kerben in das Holz geschnitzt.
    Also im Wohnbereich würde ich da erst mal einen Fachmann ran lassen.

    Bei einem Massivparkett können aber auch Fugen auftreten, zum Beispiel im
    Fensterbereich wo die Luftfeuchtigkeit sich ändert, den Holz arbeitet nun mal.
    Das habe ich bei dem Parkett meines Freundes gesehen. Da hat gutes Fertigparkett einen kleinen Vorteil.
    Beim Abschleifen liegt der Vorteil dann aber wieder beim Massivparkett.
    Das muss dann jeder für sich entscheiden.

    Also dann, ich hoffe meine Erfahrungen waren interessant für dich.

    LG silvest ;)
  • Hallo Christoph!

    Auch von mir als erstes ein herzliches Willkommen auf dem Board!

    Ich verstehe nicht ganz, was Du wissen möchtest ... ich habe Deinen Beitrag als allgemeine Aufforderung zur Meinungsabgabe verstanden.

    Du schreibst, dass Dein Vermieter das Material stellt und Dir eine Mietminderung eingeräumt hat - was letztendlich ja heißt, dass er Deine Arbeit bezahlt - teilweise, ganz oder sogar mehr - das hängt vom Verhältnis Mietnachlass zu Quadratmetern Deiner Wohnung ab. Wie auch immer - das war freundlich vom Vermieter.

    Klar ist es jetzt schade, dass Du nicht vorher geschaut hast, was da rein soll. Sicher hätte sich Dein Vermieter nicht dagegen gewehrt, wenn Du die Differenz zum Produkt Deiner Wahl dazu gegeben hättest und dann wahrscheinlich besseres und dementsprechend auch teureres Material einbauen würdest.

    Dafür ist es jetzt zwar zu spät - aber vielleicht beim nächsten Mal, wenn Du in eine andere Wohnung ziehst, oder etwas anderes in Deiner jetzigen ansteht, erinnerst Du Dich dran und führst die Verhandlungen gleich in der Richtung.

    Was ich jetzt schreibe, klingt nicht nett - aber es ist für jeden Menschen einleuchtend: dem Vermieter ist es doch recht egal, was da reinkommt ... sonst hätte er das von einem Fachhandwerker verlegen lassen und ... tja dann wäre die Miete höher ...

    ...

    Jetzt was zum Aufbau - ich habe da Deine Numerierung übernommen,

    Punkt 1)
    Was meinst Du mit Däm(f)pungsmaterial?
    Und was verstehst Du unter einem tragfähigen Untergrund?:confused:

    Der Fußboden muss tragfähig sein - sonst würde man da irgendwo durchfallen.
    Entweder gibt es eine Holzbalkendecke mit vorhandener, aber arg abgenutzter Dielung, eventuell ist diese Dielung auch schon durch Spanplatten oder OSB-Platten ersetzt, oder es liegen Fermacell-Platten dort drauf, die ihrerseits bereits auf einer Ausgleichsschüttung liegen. Oder es gibt einen Betonfußboden. Der kann sichtbar sein oder unter einer der genannten Platten verschwunden.
    Was für einen anderen Untergrund möchtest Du da aufbauen?

    Je nach vorhandenem Untergrund geht es dann weiter:
    Da unter Fermacell-Platten bereits eine Ausgleichsschüttung eingebracht wird, die trittschalldämmend wirkt, erübrigt sich hier die weitere Trittschalldämmung und das Fertigparkett kann entweder schwimmend verlegt werden, oder es ist so aufgebaut, dass es vollflächig verklebt wird.

    Punkt 2)
    Unterschiedliche Materialien haben unterschiedliche Wärmeausdehnungskoefizienten - heißt, dass bei 10 Grad Unterschied - z.B. auf Beton verklebtes Holz schlicht und einfach reißt. Es dehnt sich stärker aus, als Beton. Auch die Luftfeuchtigkeit führt bei Holz zu sichtbarer Größenänderung - bei Beton nicht.

    Daraus folgt, dass Parkett auf Beton nicht einfach geklebt werden kann ... naja, jedenfalls nicht, wenn es auch nach einem halben Jahr irgendwie noch nach Parkett aussehen soll.:bä: oder es sich um ein extra dafür geeignetes Produkt handelt - wie das mit den Alustäben, das Silvest verwendet hat.

    Da gibt es auch heute passende Produkte, wo die untere Schicht eingekerbt ist und dazu wird ein spezieller und recht teurer Kleber benutzt und dann wird bei Beton auch noch eine Trennlage eingelegt, so dass diese Bewegungen möglich sind.

    Ich habe da aktuelle Erfahrungen. Hier im Haus wird das Dachgeschoss ausgebaut. Die Handwerker verkleben auf Fermacell Echtholzparkett, fertig lackiert, mit Nut und Feder. Recht edles Zeug. Bei den Abnahmemengen für mehrere große Wohnungen, hat der Händler einen anderen Preis, als wenn Du "nur" 100 qm kaufst. Da würde der Quadratmeter dann 52 Euro kosten. Ist Eiche und hat eine Nutzschicht von 3 mm. Dazu kommt dann noch der Kleber - und der kostet auch nicht wenig!

    Letztes Jahr hat ein Freund Klick-Parkett (ich glaube es war sogar von Obi) verlegt, teils auf Beton, teils auf alten aber geraden (ebenen) Dielen. Trittschalldämmung und Klick-Parkett schwimmend verlegt. Er hat unter 20 Euro für den qm ausgegeben, noch ein paar Cent pro qm für die Trittschalldämmung. Und was soll ich sagen - auch das sieht gut aus! Aber er hat schon etwas mehr Zeit für die Ausführung aufgewendet ... für ein knapp 20 qm Zimmer haben er und ein Freund mit Erfahrung beim Verlegen über einen Tag gebraucht - die Fizzeleien an der Tür etc. sind aber auch sehr ordentlich geworden. Und es gibt keine "offenen" Fugen, nichts was nicht glatt ist.


    Punkt 3)
    Da kann ich nur das wiederholen, was Silvest so schön anschaulich geschrieben hat. "Geht ab wie Schmidt's Katze" - Jau! :panik:

    Diese Maschinen ... wenn Du da mal einem "Könner" zugesehen hast, dann hat das wahrscheinlich "kinderleicht" ausgesehen. Beim Zirkus sieht das, was die Akrobaten machen ja auch "irgendwie" leicht aus - weil die das voll drauf haben!
    Wenn Du das nicht drauf hast, dann hast Du binnen einer halben Minute alles ruiniert. Mit etwas Pech auch noch die Wand ... ohhh, die Heizung erwischt ... herrje, ...
    Dann noch die Stellen bearbeiten, wo die große Maschine nicht rankommt - das dauert noch einmal so lange - öder länger - das gibt Muckies! Unter der Heizung macht das richtig Freude!

    Punkt 4)
    Saugen - und zwar gründlich - insbesondere an den Kanten ...
    Wenn da jetzt was drauf ist, was so nicht abgeht - ....dann hast Du Mist gebaut ... Wasser auf offenem Holz ... sollte man vermeiden ... gibt Flecken / wird grau ...

    Punkt 5)
    Versiegeln ... Lack oder Öl. Was soll man da nehmen?
    Kommt auf die Nutzung / Beanspruchung an:

    Du (:read:) ziehst Dir immer an der Tür die Schuhe aus, hast keine Tiere und bist ein Mensch, der regelmäßig saugt und der auch keine Stühle, Sessel, Tische usw. durch die Gegend rückt, sondern immer anhebt :D - dann ist Öl Deine Wahl. Sieht toll aus, fühlt sich beim barfuss laufen einfach guuuut an. (Nuu, im Schlafzimmer ist das auch wirklich ne Möglichkeit)

    Du ( :hot: ) hast oft Besuch , machst auch mal ne Party in Deiner Wohnung, hast nen Hund - dann ist ein guter harter Parkettlack Deine Sache. Würde ich im Flur immer nehmen und auch im Arbeitszimmer, wo man mit den Rollenstuhl sonst bald hässliche Schmarren macht ... und diese Unterlagen ... neee, ne)

    ...

    :drum: Und jetzt mal "anders herum" gedacht:
    Du bist Vermieter. Da zieht jemand in eine Deiner Wohnungen. Du kennst diesen Menschen nicht. Du hast keine Ahnung, wie lange der dort wohnen bleibt.

    Vielleicht ist der Mensch jung und sympathisch, wahrscheinlich ist er nicht "stink reich" - sonst würde er eine andere Wohnung mieten, die fertig und wahnsinnig schick ist. Der Mensch macht einen "patenten" Eindruck und möchte sich die Wohnung "schön" machen.

    Was würdest Du tun? Für sehr viel Geld das tolle Vollholzparkett kaufen ( von 30 Euro pro qm bis über 100 por qm Euro für das Parkett dann noch mal ein zwei drei Hunderter oder auch mehr je nach Wohnungsgröße für den Kleber ) und dann ist absolut unklar:
    - kann der Mensch das wirklich verlegen ??? :confused:

    Oh oh ... wenn das Mist aussieht :eek: ... und der zieht nach einem Jahr wieder aus :rolleyes:... dann muss ich das teure Zeug wieder rausreißen ... und das bei vollflächig verklebtem Holz ... NÖÖÖ :)

    Also ist die Entscheidung Deines Vermietern einfach verständlich, eine Trittschalldämmung - das ist dieses recht dünne Zeug, was zuerst auf den Boden kommt - und Klick-Parkett zu kaufen, das keine besonders hohen Ansprüche an die handwerkliche Fertigkeit stellt ... und ggf. nach dem Auszug leicht wieder zu entfernen ist.

    Klick-Parkett ist heutzutage recht günstig und dabei auch recht gut. Jedenfalls so gut, dass bei ordentlicher Verarbeitung eine nahezu perfekte Oberfläche entsteht, die keinesfalls nachgeschliffen werden muss.
    Die Nutzschicht ist bei einer Mietwohnung eher uninteressant. Für den nächsten Mieter muss das aller Erfahrung nach eh neu gemacht werden.

    Jetzt noch zu dem Punkt, mit dem Geruch.

    Wonach riecht es denn?

    Nach Kleber? Nach Lack? - Allgemeiner nach Lösungsmittel?
    Oder ist der Geruch bei der Verarbeitung = beim Sägen entstanden?

    Warst Du dabei, als das Parkett bei Deinen Eltern / oder auch anderen Menschen verlegt wurde?
    Ich bin öfter mal dabei, wenn Parkett verlegt wird. Auch solches, das geklebt wird. Da sind immer die Fenster offen - das riecht nämlich. Der Kleber riecht. Der Lack riecht. Und auch das Holz riecht - insbesondere wenn es geschnitten wird. Nach ein paar Tagen ist davon nichts mehr zu bemerken - und bis die Mieter einziehen ist dann auch ein Reinigungstrupp durch die Wohnung und alles duftet :)

    Wenn das was vom Obi ist - oder aus einem anderen deutschen Geschäft, dann unterliegen diese Materialien bestimmten Normen. Jedes Produkt muss da genehmigt sein. Grad die Baumärkte halten sich da ganz genau dran. Die leicht flüchtigen Sachen, die drin sein dürfen, die riechen auch. Also Fenster richtig auf und Lüften. Das heißt für mindestens zwanzig Minuten aufmachen - am besten voller Durchzug - also in gegenüberliegenden Zimmern die Fenster und Türen richtig auf. Und das drei Mal täglich. Und nicht nur jetzt sondern immer!

    Hier noch mal was für ALLE und JEDEN - Ich kann es nicht oft genug sagen:

    LÜFTEN! LÜFTEN! LÜFTEN! Nicht nur in der Bauphase (wo man das noch öfter machen soll) , sondern immer! Drei Mal am Tag zwanzig Minuten die Fenster richtig voll auf. Angeklappte Fenster ... im Sommer ok - sonst "nicht gut".
    Das verhindert Schimmel, das senkt sogar die Heizkosten, weil frische trockene Luft weniger Energie benötigt um erwärmt zu werden; das ist für Mensch und Wohnung gesund! Wenn die Wohnung mehr als sieben Stunden leer ist - also niemand duscht, kocht oder atmet (zwei Liter Wasser pro Tag atmet der Mensch aus) , dann reicht zwei Mal lüften.


    Sooodele - ich hoffe, dass Dir das jetzt was "gebracht" hat.

    Viel Freude in der neuen Wohnung!

    Dir und allen anderen fleißigen Handwerkern einen tollen Tag!
    HelenE