Fußgängererkennung für Mittelklasseautos

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    Ford will in seinen nächsten Mondeo ein System einbauen, das bremst, bevor der Fahrer einen nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer anfährt.

    Die europäische Niederlassung des US-Autokonzerns Ford will ab 2015 ein neues Sicherheitssystem in eines seiner Mittelklassefahrzeuge einbauen, das man bislang nur von High-Tech-Karossen kennt. Ein kombiniertes Radar- und Kamera-Modul im neuen Mondeo soll Fußgänger erkennen und das Fahrzeug rechtzeitig abbremsen, bevor es zu einem Unfall kommen kann.

    In Luxusfahrzeugen wie der Mercedes S-Klasse ist das zwar keine Neuerung, doch der Einbau in den Mondeo zeigt, wie schnell computergesteuerte Sicherheitsverfahren mittlerweile auch in maßvollere Modelle eingebaut werden. Die Fußgängererkennung, die Ford entwickelt hat, könnte sich auch für selbstfahrende Autos eignen, die mit wesentlich komplexeren Situationen umgehen müssen.

    "Die Technik scannt die Straße nach Fußgängern ab und warnt dann den Fahrer", erläutert Scott Lindstrom, Manager des Bereiches "Driver Assist Technologies" bei Ford. "Reicht die Warnung nicht aus, bremst das Auto dann automatisch."

    Wie andere Autohersteller auch experimentiert Ford parallel mit weitergehenden Automatisierungssystemen. Der große Rivale aus Detroit, General Motors, plant, bis 2017 einen Cadillac einzuführen, der auf Autobahnen ohne Eingriff des Fahrers unterwegs sein kann, Mercedes liefert ähnliche Technik. Vollständig autonome Fahrzeuge planen aber weder GM noch Ford – zumindest jetzt noch nicht. Stattdessen geht es schrittweise voran. Der Internet-Riese Google will dagegen komplett selbstfahrende Fahrzeuge bauen, denen sogar das Lenkrad und die Bremse fehlt.

    Die Ford-Fußgängererkennung nutzt zwei Sensoren: Radar in der Stoßstange und eine Kamera in der Windschutzscheibe. Das Radarmodul erkennt ein Objekt und die Kamera kann bestimmen, ob es tatsächlich eine Person ist, die da die Straße überquert. Das funktioniert bei Geschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde, allerdings zunächst nur am Tag und bei klarem Wetter.

    Erkennt das Auto einen Fußgänger, geht eine Warnleuchte samt Warnton an. Erfolgt keine sofortige Reaktion, bereitet sich das Auto auf einen Schnellhalt vor, in dem es die Entfernung zwischen Bremsen und Bremsbelag reduziert. Reagiert der Fahrer auch dann noch nicht, bremst das Auto automatisch.

    Ford bietet bereits eine Reihe anderer Fahrzeugautomatisierungstechniken, darunter eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, Spurhalteassistenten und automatische Parksysteme. Weitere dürften hinzukommen.

    Von den derzeit verfügbaren Systemen sollte man allerdings noch nicht all zu viel erwarten. Sie haben Schwierigkeiten, Hindernisse voneinander zu unterscheiden und kommen mit schlechten Wetterverhältnissen noch nicht klar. Echte selbstfahrende Autos, die sich problemlos an neue Umgebungen anpassen, dürften bis zur Marktreife noch eine ganze Weile brauchen.

    Quelle: Fußgängererkennung für Mittelklasseautos | Technology Review