Ulrich Detrois

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    Ulrich Detrois



    Ulrich Detrois, (Geboren: 1958, Kassel) war führendes Mitglied bei den Hells Angels. Inzwischen ist „Bad Boy Uli“ ausgestiegen. Und kratzt am Image der gefährlichen Rocker: Nicht alle könnten Motorrad fahren, die aufgemotzten Maschinen seien nur unter peinlichen Verrenkungen zu fahren.
    Ulrich Detrois gibt sich als harter, cooler Kerl. Sein immenses Selbstbewusstsein dokumentiert der Mittfünfziger auf jeder Seite seines neuen Buches „Wir sehen uns in der Hölle“. „Bad Boy Uli“ war für acht Jahre ein führendes Mitglied der Hells Angels, Vizepräsident des Charters in Kassel, bis sie – so stellt er es dar – 2007 gegen ihn intrigierten und ihn rausschmissen. Jetzt rechnet er mit seinen ehemaligen Brüdern ab.

    Was das Buch für die Hells Angels kritisch macht, sind weniger die paar Fakten über die Rockerbande, die Detrois „eine der größten Verbrecherorganisationen der Welt“ nennt. Nach allem, was Aussteiger berichten und Behörden vermuten, aber nur selten nachweisen können, lebt die mafiaähnliche Rockerbande von (Zwangs-)Prostitution, Menschenhandel, Drogenhandel, Waffenhandel, Schutzgelderpressung und diversen anderen Verbrechen. Detrois betont die Brutalität und Gefährlichkeit der Rocker unzählige Male in seinem Buch, liefert aber nur wenig Neues dazu.

    Was die Hells Angels an dem Buch eher ärgern dürfte, ist, dass Detrois sie der Lächerlichkeit preisgibt – fatal für eine Organisation, deren Anziehungskraft auch vom coolen Mythos abhängt.

    Mit seinem ersten Buch „Höllenritt“ bezweckte Detrois unter anderem, Sympathisanten der Hells Angels abzuschrecken, indem er deren brutale Machenschaften beschrieb. Hinreichend bekannt ist außerdem, dass jeder, der die volle Mitgliedschaft bekommen will, erstmal Frondienste verrichten muss. Trotzdem habe er reichlich Zuschriften bekommen mit der Frage, ob er Tipps zum Beitritt geben könne. Da Detrois selbst Zuhälter war, bekam er auch folgende denkwürdige E-Mail: „Eine Bekannte von mir möchte sich etwas im Rotlicht-Milieu dazu verdienen. Jedoch möchte und kann sie das nicht alleine bewerkstelligen. Also hat sie mich gefragt, ob ich nicht ihr als Agent bzw. Organisator helfen könnte. Und da ich die organisatorischen Fähigkeiten hätte und auch das auftreten, könnte ich mir das vorstellen.“ Der E-Mail-Schreiber schloss mit einer Bitte um legale Tipps für sein zukünftiges Leben als Lude.

    Auch mutmaßlich kriminelle Organisationen wollen wohl organisiert sein. So veröffentlicht Detrois Auszüge eines Protokolls von einem Führungstreffen, dem „European Officers meeting, 25th August, 2006, presented by Hells Angels MC Aarhus in Denmark“.
    Unter den jeweiligen Ländern sind pedantisch die Ereignisse dort dokumentiert. Für Deutschland zum Beispiel ein Rechtsstreit um die beschlagnahmten Aufnäher, „Patches“ genannt. Die Schweiz wiederum ersuche wegen eines Treffens um „ein Darlehen als Hilfe für ihre gesetzlichen Ausgaben“. Also um Geld, um die Rechtsanwälte zu bezahlen, die die Hells Angels vor dem Knast bewahren sollen. Außerdem habe ein Ableger in Zürich ein neues Clubhaus. „Neue Kontakt-Details sind im schweizerischen Landes-Informationsordner.“


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    "Schreiben ist die Kunst, ohne Pinsel Bilder zu erschaffen"