Photoshop-Alternative - Gimp - Tutorial: Erste Schritte für bessere Bilder

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    Photoshop-Alternative
    Gimp Tutorial: Erste Schritte für bessere Bilder

    28.2.2017 von Michael Rupp

    Gimp hat mächtig an Bedienkomfort gewonnen. Farben, Kontrast, Ausschnitt und Schärfe sind damit im Handumdrehen angepasst. Wir haben die besten Tipps für die Photoshop-Alternative.

    1. Gimp Tutorial: Erste Schritte für bessere Bilder
    2. Gimp Tutorial: Für Fortgeschrittene



    Die kostenlose Photoshop-Alternative Gimp (GNU Image Manipulation Program) hat sich unter Windows zu einem ernst zu nehmenden Fotoprogramm zum Veredeln von Aufnahmen aller Art gemausert. Vor allem den Verbesserungen bei der Bedienung und einem Plus in Sachen Geschwindigkeit ist es zu verdanken, dass sich die Open-Source-Bildbearbeitung am Windows-PC nun uneingeschränkt zum Optimieren und Retuschieren von Fotos, für Farbkorrekturen und zur Bildaufbereitung fürs Web empfiehlt - und wir geben die besten Tipps zu Gimp.


    Tipp 1: Erste Schritte

    Gimp braucht sich bei der Funktionsausstattung nicht hinter großen Vorbilder zu verstecken, wenngleich die Ausrichtung vor allem auf die semiprofessionelle Bildbearbeitung zugeschnitten ist: Automatikkorrekturen, Steuermöglichkeiten für alle relevanten Bild- und Belichtungsparameter, gute Auswahl- und Maskierungswerkzeuge, Ebenen, Farbkanäle, Filter und eine weitreichende Befehlsrücknahme.

    Gimp hält sich nicht ganz an die üblichen Windows-Konventionen und arbeitet mit einer auf mehrere Fenster verteilten Programmoberfläche. Die Eingewöhnung gelingt allerdings leicht. Es gibt im Unterschied zu früheren Gimp-Versionen ein richtiges Hauptfenster sowie verschiedene Werkzeug- und Palettenfenster. Dadurch sieht die Software aufgeräumt aus. Werkzeugleiste und Paletten sind allerdings nicht fest ans Hauptfenster angedockt, sondern als eigenständige Fenster konzipiert, die sich beliebig verschieben lassen.

    Als clevere Komfortfunktion erreichen Sie alle Menübefehle nicht nur über die Menüleiste oben im Bildbearbeitungsfenster, sondern auch über das Kontextmenü nach einem Klick mit der rechten Maustaste auf die Arbeitsfläche. Für zusätzlichen Bedienkomfort sorgen die Fly-out-Menüs: Nach einem Rechtsklick lassen sich alle im Kontextmenü enthaltenen Untermenüpunkte mit einem Linksklick auf die gestrichelte Linie als frei verschiebbares Fenster öffnen.


    Tipp 2: Bild zur Bearbeitung laden

    Mit dem Befehl Datei/Öffnen laden Sie ein beliebiges Bild - alternativ erstellen Sie mit Datei/Neu ein leeres Dokument oder fügen über Datei/Erstellen/Zwischenablage ein Foto aus der Zwischenablage ein. Mit Datei/Holen/Bildschirmfoto fertigt Gimp einen Desktop-Schnappschuss an, und Datei/Erstellen/Scanner/Kamera importiert ein Motiv.

    Das Werkzeugfenster heißt in Gimp Werkzeugkasten und enthält Icons für alle Werkzeugeund Menübefehle für Dateizugriffe sowie zur Konfiguration. Unten im Fenster sehen Sie die Einstellungen für das gerade aktive Werkzeug. Beim Überfahren der Icons mit der Maus werden Infos zum jeweiligen Werkzeug angezeigt, außerdem auch der Hotkey, mit dem sich die jeweilige Funktion über die Tastatur aktivieren lässt. Unterhalb der einzelnen Werkzeuge sehen Sie zwei Rechtecke zur Vordergrund- und Hintergrundfarbauswahl.

    Eine wichtige Funktion besitzt das unscheinbare kleine Dreieck, das ungefähr in der Mitte am rechten Rand des Werkzeugfensters angezeigt wird. Damit können Sie das Fenster nach Ihren Bedürfnissen anpassen, den Anzeigestil ändern, Elemente andocken oder die Werkzeuge wieder zurücksetzen.

    Bei der Bildbearbeitung in Gimp ist der Zoom von besonderer Wichtigkeit, denn damit passen Sie die Ansicht an. Nutzen Sie entweder das Lupen-Werkzeug, oder stellen Sie unter Ansicht/Zoom einen bestimmten Vergrößerungsfaktor ein. Am schnellsten geht das Zoomen mit dem Mausrad bei gedrückter Strg-Taste.


    Tipp 3: Schiefe Aufnahme begradigen

    Besonders bei Schnappschüssen kann es passieren, dass man die Kamera nicht gerade gehalten hat. Dadurch wird das Bild entsprechend schief. Um ein schräg aufgenommenes Bild zu begradigen, wählen Sie Werkzeuge/Transformationen/ Drehen aus. Halten Sie die linke Maustaste gedrückt, und bringen Sie das Foto durch Verschieben der Maus in die richtige Position.

    Dabei hilft das eingeblendete Gitter. Alternativ legen Sie den Korrekturwinkel im Fenster Drehen über den Schieberegler fest. Die Änderung übernehmen Sie mit einem Klick auf Rotieren.

    Mit der Funktion Perspektive aus dem Transformationen-Menü beseitigen Sie eine vor allem bei Architekturfotos oft auftretende Bildbeeinträchtigung durch stürzende Linien. Sie entstehen durch den Aufnahmewinkel der nach oben gerichteten Kamera. Gimp blendet wiederum ein Raster ein, mit dessen Eckpunkten Sie das Motiv geraderücken.Einen durch die Korrekturen eventuell sichtbaren Bildrand entfernen Sie mit Werkzeuge/Transformationen/Zuschneiden. Ziehen Sie damit einen Rahmen ums Motiv und klickenSie ins Bild. Die Zuschneiden-Funktion leistet übrigens auch bei der Auswahl eines neuen Motivausschnittes gute Dienste.


    Tipp 4: Belichtung optimieren

    Manche Aufnahmen wirken zu dunkel, zu hell oder weisen einen zu geringen Kontrast auf. Die Belichtung solcher Bilder ist in Gimp nachträglich rasch optimiert. Die besten Resultate erzielen Sie dabei mit einer Tonwertkorrektur, die Sie über den Befehl Werkzeuge/Farbe/Werte durchführen. Gimp zeigt dazu ein neues Fenster mit zahlreichen Bedienelementen an. Wichtig ist das Histogramm: Es zeigt Ihnen an, welche Helligkeitsstufen die Fotodatei überhaupt verwendet. Aus dem Diagramm können Sie also die Verteilung der verschiedenen Tonwerte aller Farben ablesen. Angezeigt werden sie links beginnend mit den dunkelsten Bereichen (Schwarz) im Bild bis hin zu den hellen Bereichen (Weiß) ganz rechts im Histogramm. Ein optimal aufgenommenes Foto umfasst eine möglichst große Bandbreite an Tonwerten.

    Nutzt Ihr Foto den möglichen Tonwertumfang nicht aus, zeigt das Histogramm ganzlinks oder ganz rechts nur einen geringen oder gar keinen Ausschlag. Das heißt, dieentsprechend dunklen oder hellen Bildbereiche kommen im Bild gar nicht vor. Um das zu ändern, passen Sie die Verteilung der Tonwerte mithilfe der drei Pfeilspitzen unterhalbdes Histogramms an.

    Beginnen Sie mit den dunklen Bildbereichen: Verschieben Sie dazu die linke Pfeilspitzeein wenig, und beobachten Sie die Auswirkungen in der Vorschau. Je nach Position des Pfeils werden die dunklen Stellen im Foto noch ein Stück abgedunkelt oder aufgehellt. Verschieben Sie anschließend die rechte Pfeilspitze für die hellen Töne im Bild ein wenig nach links - dadurch nimmt auch der Kontrast zu. Mit dem mittleren Pfeil beeinflussen Sie die Helligkeitsverteilung der Aufnahme insgesamt - die Hauptarbeit liegt allerdings bei den beiden anderen Pfeilen. Die Änderungen übernehmen Sie mit OK.


    Tipp 5: Farbstich entfernen

    Abhängig von der Lichtsituation bei der Aufnahme betonen manche Kameras bestimmte Farben. Dadurch weisen die Fotos einen Farbstich auf, der sich in Gimp einfach korrigieren lässt. Dazu stehen im Menü Farben eine Reihe an Funktionen zur Farbanpassung zur Verfügung. Die besten Ergebnisse liefert Farbabgleich: Mit den Schiebereglern variieren Sie je nach Motiv die Farbmischung. Entweder Sie behandeln das gesamte Foto oder nur einen bestimmten Helligkeitsbereich. Bei Bereich legen Sie fest, ob Gimp die Farben in den dunklen (Schatten), mittleren (Mitten) oder hellen(Glanzlichter) Bildbereichen verändern soll. Verschieben Sie die Regler darunter so lange, bis Sie mit dem Resultat zufrieden sind. Danach gehen Sie auf OK.


    Gimp Tutorial: Für Fortgeschrittene


    Tipp 6: Kontrast verstärken

    Mit einer Kontrastanpassung können Sie die Helligkeits- und Kontrastwirkung von Bildern verbessern. Rufen Sie dazu Werkzeuge/Farben/Helligkeit/Kontrast auf. Es öffnet sich ein Dialogfenster mit zwei Schiebereglern. Durch Anpassen der beiden Schieber mit der Maus oder über die Pfeiltasten steuern Sie die Helligkeit und den Kontrast nach Ihren Vorstellungen.


    Tipp 7: Mit Gradationskurven arbeiten

    Bei schwierigen Fotos erzielen Sie durch eine Anpassung der Tonwerte und des Kontrastes möglicherweise keine perfekten Ergebnisse. Für diese Fälle hält Gimp mit den Gradationskurven ein weiteres Anpassungsinstrument bereit. Die entsprechende Funktion finden Sie unter Werkzeuge/ Farben/Kurven. Damit verschieben Sie die einzelnen Farbtöne und Helligkeitswerte gegeneinander. Der Kurvendialog zeigt ein Diagramm mit einer diagonalen Linie. Links unten befinden sich die dunklen, oben rechts die hellen Pixel im Bild. Durch das Verändern der Kurve mit der Maus passen Sie die Helligkeitswerte des Motivs an.


    Tipp 8: Auswahlwerkzeuge verwenden

    Den Auswahlfunktionen kommt in Gimp große Bedeutung zu. Sie benötigen diese Funktionen, um zum Beispiel Korrekturen auf bestimmte Bildbereiche zu begrenzen oder Elemente aus Fotos auszuschneiden, um sie in ein anderes Bild einzufügen. Eine Vielzahl an Auswahlfunktionen finden Sie in Gimp im Menü Werkzeuge/Auswahlwerkzeuge. Der Zauberstab wählt mit der von Ihnen in den Werkzeugeinstellungen festgelegten Toleranz automatisch ähnliche Bildbereiche aus. In Kombination mit den Tasten Shift+Strg plus Klicks ins Motiv können Sie eine getroffene Auswahl erweitern oder wieder reduzieren und über den Befehl Auswahl/In Kanal speichern sogar sichern.


    Tipp 9: Motivteile wegstempeln

    Mit dem Klonwerkzeug aus dem Werkzeugkasten stempeln Sie unerwünschte Bereiche eines Fotos weg. Bei Porträts entfernen Sie damit etwa Hautunreinheiten oder Fältchen. Verwenden Sie die Lupe, um die Ansicht so zu vergrößern, dass Sie alle wichtigen Details beim Stempeln gut im Blick haben. Rufen Sie dann den Klonstempel über Werkzeuge/Malwerkzeuge/Klonen auf.

    Legen Sie in den Werkzeugeinstellungen zunächst eine geeignete Pinselspitze fest. Sie sollte möglichst einen weichen Umriss haben, damit die Übergänge zwischen gestempeltem Bereich und Originalbild nicht gleich zu erkennen sind. Die Größe der Pinselspitze passen Sie je nach zu bearbeitender Fläche an. Halten Sie die Strg-Taste gedrückt, und nehmen Sie mit einem Mausklick den Bildteil auf, den Sie mit dem Klonstempel übertragen möchten. Dann setzen Sie den Mauszeiger über den zu bearbeitenden Bereich und betätigen immer wieder die linke Maustaste. Mit jedem Klick übertragen Sie einen Teil des Originalbildbereichs auf die aktuelle Position. Wie stark der Klonstempel arbeitet, legen Sie in den Werkzeugeinstellungen mit der Deckkraft fest. Die besten Ergebnisse erzielen Sie normalerweise, wenn Sie eine eher geringe Deckkraft wählen und dafür möglichst oft klicken.


    Tipp 10: Aufnahme nachschärfen

    Stets der letzte Bearbeitungsschritt bei der Fotooptimierung ist das Verbessern der Schärfe mit der Funktion Filter/Verbessern/Unscharf maskieren. Damit betont Gimp die Motivkanten und nimmt weniger kontrastierte Flächen vom Schärfungsprozess aus. So wird verhindert, dass das Bild überschärft wirkt. Mit dem Schwellenwert des Filters legen Sie fest, wie stark sich ein Pixel von seiner Umgebung unterscheiden muss, bevor er als Kante erkannt und verstärkt wird. Die Einstellung Radius bestimmt den Bereich, auf den sich die Schärfe auswirkt.


    Tipp 11: Fotos sichern

    Das fertig verschönerte Foto sichern Sie schließlich über die Menüfunktion Datei/Speichern unter im Gimp-eigenen Dateiformat XCF mit der Dateierweiterung XCF. Dabei bleiben bildspezifische Einstellungen wie Ebenen und Transparenzen erhalten. Den Wunschnamen für die Bilddatei tippen Sie ins Feld Name ein. Zum Speichern des Fotos in einem anderen Dateiformat wie JPEG, PNG oder TIFF wählen Sie Datei/Exportieren.


    Quelle: Gimp Tutorial: Die besten Tipps für die Photoshop-Alternative - PC Magazin