„Nur noch 4 Stunden täglich arbeiten?“

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    Es gibt Menschen, die halten das mit den 4 Stunden Tagesarbeit für eine realisierbare Option. Einer von ihnen ist Jack Ma, Chinas bekanntester Unternehmer, Milliardär undTechnologie-Visionär. Und er vertritt gewagte Thesen – nicht nur zur Zukunft der Arbeit, sondern auch zu einem möglichen nächsten Weltkrieg.

    Während alle Welt die Globalisierung als Gespenst und drohendeGefahr betrachtet, ist Ma ganz entschiedener Befürworter. Aber in seinem Globalisierungsmodell sind es nicht die wenigen großen Fische, die all die Kleinen schlucken – nein, in seinem Modell nutzen die ganz, ganz Kleinen die technologischen und logistischen Möglichkeiten, wie sie etwa das Internet bietet. Der freie Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Daten rund um dieWelt ist Ma ein Anliegen, und daher reist er um den Globus, um Politiker und Entscheider von seinem Credo zu überzeugen, dass nämlich „Globalisierung jeden einbeziehen sollte“.

    Eine Chance der Globalisierung sieht Ma gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen, die lokal ihre Produkte herstellen, sie aber durch technischen Fortschritt auf der ganzen Welt vertreiben können (werden). Davon hängt seinerAnsicht nach gerade deswegen viel ab, weil ebenjener technische Fortschritt viele Berufe infrage stellen werde. „Wenn wir den lokalen Anbietern nicht dabeihelfen können, globale Anbieter zu werden, wird das ein großes Problem werden.(...) Eine Möglichkeit, Arbeitsplätze zu schaffen, eine der besten, besteht darin, lokalen Anbietern zu ermöglichen, ihre Produkte überall zu verkaufen.“

    Die Umwälzungen durch technischen Fortschritt und Globalisierung werden nach seiner Einschätzung gravierend sein. Künstliche Intelligenz etwa könnte Menschen gestatten, viel weniger als bislang zu arbeiten. „Glauben Sie es oder nicht, ich denke, in den nächsten 30 Jahren werden Menschen vier Stunden am Tag arbeiten und vielleicht vier Tage die Woche“, so Ma.

    In den kommenden 30 Jahren wird künstliche Intelligenz seiner Ansicht nach menschliches Wissen überholen und ausstechen. Viele Arbeitsplätze würden dadurch wegfallen. Diejenigen, die mithalten können mit dieser Entwicklung, „werden reich, werden erfolgreicher sein“. Denjenigen, die dadurch zurückgelassen werden, sagt er eine „schmerzhafte“ Zeit voraus.

    Davon ausgehend zeichnet er auch ein sehr düsteres Szenario für den Fall, dass sich die Gesellschaften nicht rechtzeitig darauf einstellten. „Diese technologische Revolution könnte den dritten Weltkrieg auslösen“, so Ma. So wie vorangegangene große technologische Umwälzungen seiner Ansicht nach ebenfalls mit ursächlich für Weltkriege waren. Er hält das nicht für das wahrscheinlichste Szenario, denn es gibt seiner Ansicht nach noch genug Zeit, das zu verhindern.

    Dieser Beitrag basiert auf einem Beitrag in der FAZ, der in Teilenübernommen wurde.

    Den Original-Artikel gibt es hier

    Ich denke, Ma liegt mit seinen Ansichten gar nicht so falsch. Hoffen wir mal, dass wir noch rechzeitig die Kurve bekommen und nicht zu denen gehören, für die es "schmerzhaft" wird.

    Euer JohnEdHoover
    "Tod allen Fanatikern"