Trojaner an Bord: Handy-Ersatzteile können Malware enthalten

  • Allgemein

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Trojaner an Bord: Handy-Ersatzteile können Malware enthalten

    Warnung von Sicherheitsforschern
    Trojaner an Bord: Handy-Ersatzteile können Malware enthalten
    Israelische Forscher haben in einer wissenschaftlichen Arbeit gezeigt, wie leicht Malware durch Ersatzteile ins Handy gelangen kann. Sicherheitsvorkehrungen sind bisher nicht vorhanden.

    Jedem zweiten Handybesitzer ist schon einmal sein Handybildschirm zerbrochen. Dies geht aus einer Studie hervor, die Motorola 2015 veröffentlicht hat. Hat das Smartphone erst einen Schaden, kann man sich ein neues Handy bestellen - oder es mit einer Reparatur versuchen. Dabei werden allerdings oft Ersatzteile von Drittanbietern verwendet. Diese eignen sich jedoch bestens zum Einschleusen von Malware in das Gerät. Zu diesem Ergebnis ist ein israelisches Forscherteam um Omer Schwartz von der Ben Gurion Universität des Negev gekommen.

    Laut einem Paper, das die Forscher auf der Sicherheitskonferenz WOOT 2017 im kanadischen Vancouver vorstellten, gibt es bislang noch keinen Schutz für eine Bedrohung durch malware-verseuchte Ersatzteile. Das Handy würde beispielsweise ein vom Display gesendetes Signal immer als normale Eingabe des Nutzers interpretieren. Dabei könnte sich im Ersatzteil-Bildschirm ein modifizierter Chip befinden, der den Nutzer auf Phishing-Seiten umleitet und so Eingabedaten an Dritte weitergibt. Auch andere Ersatzteile könnten so falsche Signale an das Handy oder Daten an Hacker weitergeben.

    Infektion kaum zu entdecken
    Ein weiteres Problem sehen die Forscher darin, dass sowohl für einen Laien, als auch für einen Profi kaum zu erkennen sei, ob ein Ersatzteil mit Malware infiziert ist. Ein herkömmlicher Schadsoftware-Test würde nämlich keine Malware im Betriebssystem finden, da diese sich in der Hardware verbirgt. Zum Schutz vor bösartigem Code auf Ersatzteilen empfehlen die Forscher daher eine hardwarebasierte Firewall, die alle von anderen Smartphone-Komponenten ankommenden Signale überprüft. Dieser Firewall-Chip soll auf der Smartphone-Hauptplatine installiert werden und so vor Austausch sicher sein.

    Das ganze Paper finden Sie zum Nachlesen auf der Webseite der Woot17 Konferenz (.PDF). Unterhalb des Artikels sehen Sie beispielhaft eine Video-Demonstration, in der die Sicherheitsforscher mit einem modifizierten Touchscreen ein Nexus 6P von Google übernehmen.

    18.8.2017 von Robin Beilicke

    Quelle:l Trojaner an Bord: Handy-Ersatzteile können Malware enthalten - connect