FSB-Umfrage zur Bundestagswahl 2017

  • Thema
  • Hallo lieber muesli :) ,

    mich freut sehr, dass Du um mich besorgt bist ;) . Tatsächlich ist es so, dass ich in meiner Verwandtschaft ähnliche Themen und schwierige Gesprächssituationen erlebe. Das trainiert die Gelassenheit (gut - da ist noch viel Luft nach oben). Es bringt im Zusammenleben wenig die Lanze der moralischen Entrüstung zu brechen, wenn man hinterher weiter mit den Menschen zusammenleben muss. Aber ist ist extrem schwer, sich nicht zu verstricken.

    Gerade deshalb geht es für mich nur mit Freundlichkeit (so gut es mir möglich ist). Das erschwert es dem Gesprächspartner in die Opferrolle zu gehen (in der sich das Blickfeld noch weiter verengt) und ermöglicht so den Raum zur Selbstreflexion. Wenn es überhaupt zu einer Veränderung kommen kann, dann indem ich nicht kämpfe, sondern gemeinsam erforsche. Dann kommt es nicht selten dazu, das die Stimmen sich beruhigen und das Zwischenfazit ist dann zumindest, das es alles nicht so einfach ist.

    Das klappt nicht immer und es kostet Kraft, aber für mich ist das befriedigender, als diese ganzen mäandernden Gespräche, die zu schlechter Stimmung fühern und noch mehr Energie kosten.
  • JohnEdHoover schrieb:

    "8 Prozent, denen CDU/CSU nicht rechts genug sind, das ist schon eine beeindruckende Zahl.[...]
    Ok, k.A., ob es in deinem Wahlkreis bzw. Wahlbezirk für nur 8% statt fast 13% für die AfD gereicht hat.
    Was auf meine ganze Stadt übrigens fast zugetroffen wäre ;)
    In meinem Wahlbezirk hat die AfD nebenbei nur 4,4% erreicht , was aber immer noch viel zu viel ist.
    "Protestwähler" gab es in meinem Umfeld aber auch hier zuhauf, wie persönliche Gespräche ergaben
    Das vorläufige, amtliche Ranking (aufsteigend) lässt aber für die Zukunft noch hoffen:
    AfD 4,4, FDP 6,9, CDU 15,1, SPD 20,9, Grüne 22, Linke 25,2
    Nebenbei bei einem Ausländeranteil von ca. 11% und (trotz oder vllt. wegen?) einem sehr hohen Wohneigentumsanteil pro Einwohner! (bundesweit im oberen Drittel).
    In einem benachbarter Stadtteil/Wahlbezirk mit wesentlich höherer Einkommensanteilen (Ausländer ca.8%, aber noch höherem Wohneigentumsanteil) sah es übrigens so aus:
    AfD 4,9, Linke 12, FDP 13,6, Grüne 17, SPD 19,1, CDU 30,4,
    Man sollte über Inhalte derartiger Statistiken zukünftig mal gründlicher nachdenken!

    Ich gebe dir aber schon recht. Beeindruckend bzw. für mich sogar eher bedrückend ist dieser Wähleranteil schon.
    Aber ...
    "Hut ab"
    Nee, deshalb nich :D
    Ehrlichkeit, zu seiner Meinung oder wie hier zu seinem Votum zu stehen, ist für mich Basis jeder Kommunikation und insofern Grundvoraussetzung, um überhaupt reel zu diskutieren bzw. sich positiv zu streiten. Auch wenn man sich dabei Kontroversen aussetzt!
    Das impliziert aber auch Verantwortung für diskutierte Inhalte und auch für deren (eventuell gewollte wie ungewollte) Folgen.
    Womit wir wieder beim Gehirnschmalz oder netter ausgedrückt: kritisch hinterfragtem Wissen wären.
    Denn!
    Ich werfe hier niemandem die Äußerung seiner Meinung vor :) (siehe dazu auch die sig von sorei)
    Ich setze aber dann auch voraus, dass jemand, der sich eine Meinung gebildet hat und diese auch noch offen/offensiv nach außen vertritt, in der Lage sein sollte, diese Meinung dann dem Umfeld auch fundiert (und bestenfalls noch schlüssig) begründen zu können.
    Auf schlichte Parolen (von links oder rechts oder eben aus dem freien Vektorraum) gibbet von mir keinen Beifall sondern eher Contra.
    Vmtl. manchmal in härterer Form, als der Masse lieb ist [Wir Deutschen lieben ja Gemütlichkeit und "Einigkeit" ;-)]
    Wenn aber Protagonisten, egal welcher politischer Couleur, mit vereinfachten Formeln auf komplexe Probleme "scheinbar" antworten, ohne dabei wirkliche realistische Lösungen (für Alle) anzubieten, raste ich immer noch zeitweilig aus. ;)
    Nicht nur, weil die (absehbaren) Folgen solcher Verdummung bestenfalls nur lästig sind, sondern weil sie auch (mea culpa) meine Intelligenz und die Anderer beleidigen.
    Das darunter bei mir (erneut mea culpa) die Höflichkeit leiden kann, ist mir sehr wohl bewusst.
    Wenn ich dann allerdings nachgewiesen falsch liege, habe ich aber hoffentlich immer noch die cochones, dies dann auch offen zu zu geben und meine Meinung entsprechend zu revidieren.
    Das ist mir dann noch wichtiger, als eventuelle, gequälte Entschuldigungen!
    Insofern fehlt mir dies nicht nur in großen Teilen der Politik, sondern auch zunehmend in gesellschaftlichen Zusammenhängen. Was in der Folge zwangsläufig auch zu Problemen führt, denen wir uns auch momentan gegenüber sehen.

    Von daher ist es mir auch wichtig klar zu stellen, das schlichte Unwissenheit für mich kein Grund zur Kritik ist! Wenn aber offensichtliche Widersprüche in der Argumentation und Handlungsweise so Mancher auch noch lern-resistent bzw. sophistisch bestritten werden, Ziele und Absichten Anderer dabei populistisch bzw. opportunistisch übernommen werden, ohne das aus dem Gesamtzusammenhang logisch erkennbar wird, dass dies Alles auch wirklich beabsichtigt und in Zukunft umgesetzt wird (werden kann), zweifel ich an der Lernwilligkeit/Einsicht bzw. Intelligenz derart Verbohrter.

    Keine Frage, das manche (für mich großteils populistisch, teils irreal) verwendete Inhalte der AfD sogar mit Inhalten anderer Parteien - wie z.B. sogar der Linken etc.pp.) - übereinstimmen mögen.
    Nur ...
    Nicht nur der Glaube an die Ernsthaftigkeit der realen Umsetzung, sondern vor allem die teils eklanten Widersprüche zu Äußerungen, Handlungen sowie anderen geplanten Programmzielen der AfD weisen doch derart gravierende logische Mängel auf, das selbst (wie auch immer) gehandikapte Mitbürger bei sachlicher, reiflicher Überlegung dies erkennen können sollten. Notfalls unter inhaltlicher Mithilfe anderer, nicht partei-gebundener Mitbürger (zu denen ich mich u.a. zähle) ;)
    Ok, das bedeutet teilweise schwere, auch gedankliche (Recherche-)Arbeit, die für manche, die ganztägig anderweitig schuften müssen und sich zudem noch um Familie und Haushalt kümmern müssen, um nicht weiter gesellschaftlich abzustürzen, sicherlich an die Grenzen der Überforderung reicht.
    Nur sollte doch jeder aus eigener, individueller Erfahrung wissen, dass der scheinbar leichte Weg sich zu oft im Nach herein als der Griff ins Klo erwiesen hat.

    Das soll übrigens gar nicht darüber hinweg täuschen, dass so manch andere Partei in ihrer Programmatik wie in ihrer (späteren) realen Umsetzung nicht auch (teils gravierende) Widersprüche zwischen Anspruch und dann umgesetzter Wirklichkeit und deren weiter nachwirkenden Folgen aufweist.
    Mir würden da aus dem Stegreif so einige krasse Beispiele zu praktisch allen bisherigen Parteien einfallen, die den Postrahmen hier aber dann völlig sprengen würden.
    Ok, solche Parteien sollte man dann schon, ggfs. sogar längerfristig und konsequent, aus seinem politischen Warenkorb streichen.
    Nur auf Deubel komm raus dann etwas wählen, weil lediglich ein paar (selektiv wahrgenommene) Punkte gerade deckungsgleich mit der eigenen oder der Massen-Gefühlslage sind ...
    Quasi Hirn Offline, Herdentrieb ON ...
    Weia ...
    Klar, es soll ja sogar auch hierzulande gehörnte Partner geben, die dann mit dem bestenfalls noch unsympathischen Gegenpart des eigenen Partners dann (als revenge) ins Bett steigen und ihren Frust weg pimpern ... ;)
    Dazu erspar ich euch allerdings weitere meiner Kommentare ;)

    So, ich hoffe mal, dass dieser Post den Vorstellungen hiesiger, konstruktiv(er) argumentierender Boardies eher entspricht ... :D

    so far :)
    Cui bono? et ... Quis custodiet ipsos custodes?
    frei übersetzt: Wem nützt es? und ... Wer kontrolliert die Kontrolleure?

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    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von muesli () aus folgendem Grund: massig Tippfehler ;) Rest geschenkt

  • muesli schrieb:

    Ok, k.A., ob es in deinem Wahlkreis bzw. Wahlbezirk für nur 8% statt fast 13% für die AfD gereicht hat.
    Eigentlich wollte ich mich auf das bundesweite Ergebnis beziehen - hab dann aber wohl auf Spiegel-online irgendeine alte Grafik erwischt - hab mich gerade beim Bundeswahlleiter schlau gemacht . sind bundesweit 12,6 Prozent!

    Keine Frage - die Alternative ist eine ernsthafte Alternative geworden. Wie auch immer man das werten mag. Aber weltweit liegen wir glaub ich durchaus im Trend. Irgendwie geht's glaub ich überall in die rechte Richtung - aber das scheint in Krisenzeiten ja nicht ungewöhnlich zu sein. Dann wollen wir mal hoffen, dass sich der Rest nicht auch noch wiederholt (also kriegstechnisch - das mit den Arbeitslagern und so weiter das haben wir doch wohl hinter uns).
    "Tod allen Fanatikern"
  • JohnEdHoover schrieb:

    [...]Irgendwie geht's glaub ich überall in die rechte Richtung - aber das scheint in Krisenzeiten ja nicht ungewöhnlich zu sein.[...]
    Jep, Angst wie reale Not treibt oft sehr seltsame Blüten, die oft in der Folge auch noch blutrot eingefärbt werden ...
    OK, im atomaren Fall wäre der Staub dann wohl eher grau ...

    JohnEdHoover schrieb:

    [...]das mit den Arbeitslagern und so weiter das haben wir doch wohl hinter uns.
    Leider bin ich mir da - weltweit wie hierzulande - nicht so sicher wie du.
    In den Staaten - wie z.B. auch in (Weiß-)Russland und auch noch anderswo - gibt es Arbeitsstraflager ja schon lange.
    Und aus Kostengründen, der Strafvollzug z.B. in den USA, wird dort ja vermehrt privatisiert, wird sich für die dortige Strafvollzugsindustrie bestimmt noch ein Grund finden, derartiges "Arbeitsmaterial" noch kreativer bzw. Gewinn bringender einzusetzen.
    Klar waren wir Deutsche auch diesbezüglich perfektionierender Weg- und Ideenvorreiter der Welt. Und manche sind auf diverse dieser Innovationen auch heute noch stolz.

    Und wenn ich mir so manche Planspiele der AfD aus der jüngsten Vergangenheit ansehe ...
    Von gravierenden Kürzungen von Sozialleistungen (bis unter das Existenzminimum) u.a. bei Hartz VI-Arbeitsverweigerern ist es auch nicht mehr weit zu konkreteren Plänen für Arbeitsdienste. Irgend wovon müssen diese Leute dann ja leben. Und da der Sozialetat des Bundes auch gekürzt werden soll ...
    Angedacht worden ist ja so etwas ja schon mal konkreter von NPD und DVU'lern, die sich u.a. jetzt ja auch teils schon bei der AfD tummeln.

    Aber ...
    in zukünftig ausstehenden echten Krisenfällen - und ich meine damit nicht bisherige regionale Katastrophen wie z.B. die Oderflut - die wir in Deutschland seit der Ölkrise der 70ziger real ja nicht mehr hatten, denn die Weltwirtschaftskrise 2008 haben "wir" ja "clever" zu Gunsten unserer Finanzindustrie von "uns" abwenden können (zu wessen Lasten wohl?),
    werden derartige Ängste noch ganz andere und weitaus hysterische und gewalttätige Züge annehmen.
    Und was dann alles möglich sein wird, kann wohl nur derjenige nachvollziehen, der solche Szenarien schon hautnah miterlebt hat.
    Eine TV-Doku bereitet darauf bestimmt nicht vor.
    Und auch um die Entwicklung hin zu solch zukünftig möglicher und für mich nicht unwahrscheinlicher Exzesse zu vermeiden, schreibe ich u.a. hier ja auch ...
    Der scheinbar so stabile humanistisch/zivilisatorische Firnis, unter dem sich noch viele in Europa sicher fühlen, ist viel dünner als so manch Eine(r) denkt.

    Vor den terroristischen Knalltüten des IS habe ich keinerlei Angst. Auf bundesdeutschen Straßen ist es z.B. viel gefährlicher, auch ohne diese vereinzelten Fanatiker.
    Genauso wenig wie vor Terror geflüchteten Menschen
    Schon eher vor Krisen z.B. aus klimatischen, ökonomischen und in der Folge innenpolitischen Exzessen, in denen ein blinder Mob ...
    Denn:
    lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit. Übersetzung:
    Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, solange er nicht weiß, welcher Art der andere ist.
    Alternativ in der Übersetzung von Artur Brückmann:
    Denn der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, kein Mensch. Das gilt zum mindesten solange, als man sich nicht kennt.

    so far :)
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  • muesli schrieb:

    Angst wie reale Not treibt oft sehr seltsame Blüten
    Ja - da hast Du wohl recht. Meiner Meinung nach ist die Ursache in dem Wertesystem zu sehen, dass uns von klein auf eingetrichtert wird (Karriere machen, Erfolg haben, Erster sein) und das in letzter Konsequenz zu einem argen Egoismus führt. Da wundert es dann nicht, wenn so ein Trump daherkommt und "America first" proklamiert - oder irgend ein Hansel, der meint Flüchtlinge raus.

    muesli schrieb:

    In den Staaten - wie z.B. auch in (Weiß-)Russland und auch noch anderswo - gibt es Arbeitsstraflager ja schon lange.
    Meine Bemerkung mit den Arbeitslagern bezog sich lediglich auf uns Deutsche und ist - zugegebenermaßen - nicht ganz ohne Ironie. Will heißen, eigentlich sollten wir (Deutsche) es aus der Erfahrung heraus besser wissen - aber es gag und gibt immer Leute, die das alles nicht so schlimm finden oder das ganze Vernichtungslagerszenario gleich als erstunken und erlogen darstellen. Straflager wird es wohl weiterhin geben - und die Privatisierung von Gefängnissen ist ein Bereich, über den ich nicht einmal nachdenken möchte (das ist dann einer der Punkte, an denen ich mir sage: Zum Glück bist du schon so ein alter Sack. Das meiste hast du hinter dir und das schließt die schlimmen Befürchtungen für die Zukunft dann auch gleich mit ein).

    muesli schrieb:

    Von gravierenden Kürzungen von Sozialleistungen (bis unter das Existenzminimum) u.a. bei Hartz VI-Arbeitsverweigerern ist es auch nicht mehr weit zu konkreteren Plänen für Arbeitsdienste
    Ja - wieder gebe ich Dir recht. A b e r - und hier spreche ich durchaus auch aus eigener Erfahrung, es gibt definitiv ein Sozialschmarotzertum in Deutschland - junge Leute (mit und ohne Migrationshintergrund), die sich ein schönes Leben auf Kosten der Allgemeinheit machen. Die sagen dir ganz offen: Warum soll ich arbeiten gehen, als Hartz VI Empfänger krieg ich doch wesentlich mehr Geld. Seltsamerweise werden diese jungen Menschen (meist in Partnerschaften mit Kindern - weil sich das dann besser rechnet) nicht zu den Eurojobs herangezogen. Die kriegen dann Leute über 50 aufgedrückt. Da muss was getan werden - allerdings muss man sich auch fragen was. Fängt man bei den Schmarotzern an und dreht denen den Hahn zu oder setzt man weiter oben an und sorgt dafür, dass jemand der Vollzeit arbeitet davon auch leben kann? Auch das habe ich erlebt. Als Leiharbeiter im Call Center. Die meisten sind gewzungen, zu ihrem Lohn noch ergänzende Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen und das darf meiner Meinung nach nicht sein. Solange echte Arbeit schlechter bezahlt wird als nixtun, darf man sich über Sozialschmarotzer nicht wundern.

    muesli schrieb:

    in zukünftig ausstehenden echten Krisenfällen ... werden derartige Ängste noch ganz andere und weitaus hysterische und gewalttätige Züge annehmen.
    Ja - das ist zu befürchten und wenn ich so in die Zukunft schaue, dann graut's mir ehrlich gesagt. Aber - wie schon an anderer Stelle vermerkt - ich hab ja zum Glück das meiste hinter mir. Aber die jungen Leute tun mir schon leid. Was da auf die zukommt ist nicht ohne.

    Übrigens - die ganze IS Geschichte ist ja vielleicht ein gefickt eingeschädelter Schachzug, um die Sicherheitsschraube immer weiter anzudrehen (also ohne, das sich die Masse beschwert, denn so schlimm die einzelnen Fälle auch sind, so richtig "groß" sind die Anschläge nicht. Mit dem Aufwand ließe sich wesentlich schlimmeres anrichten. Im Auge des "Terrors" sind wir ja vermutlich bereit, einer Vorratsdatenspeicherung, umfassenden Videoüberwachungen und überhaupt strengeren Sicherheitsregeln zuzustimmen. Nach so einem "Anschlag" hört man ja auch immer mal wieder Sätze wie den hier: "Ja - wer nix zu verbergen hat, den kann das doch nicht stören" - wie wahr, wie wahr ...
    "Tod allen Fanatikern"

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von JohnEdHoover ()

  • JohnEdHoover schrieb:

    Aber[...]es gibt definitiv ein Sozialschmarotzertum in Deutschland - junge Leute (mit und ohne Migrationshintergrund), die sich ein schönes Leben auf Kosten der Allgemeinheit machen.[...]
    :D
    Grundsätzlich würde ich Dir zustimmen,
    allerdings differenziere und ergänze ich dazu noch folgendes:
    Auch "Schmarotzertum" hat gesellschaftliche Ursachen. In allen gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen.
    Und nebenbei auch ihre Vertreter bei Amazon, Apple, Ikea und anderen steuerlich gut Organisierten ;)
    Wie ich finde auf Grund einer fehlenden bzw, verfehlten Sozialisierung ;)

    Als Beispiel ...
    Nach der Abschaffung der Wehrpflicht
    - Ok, auf die dortige Waffenausbildung kann man meinetwegen verzichten -
    wurde ein ganzer Zweig an gesellschaftlich/sozialen Diensten, nämlich der "Ersatzdienst" gleich mit abgeschafft und lediglich durch ein vorher schon bestehendes, freiwilliges soziales Jahr nur zum geringsten Teil "ersetzt".
    Ok, bestimmte höchst sinnvolle soziale Strukturen aus der DDR wurden in den 90zigern auch in die Tonne gekloppt, wea -

    Schwere politische Fehler, wie ich schon damals und auch heute erst recht denke.

    Ich z.B. habe in meinem 18 Monaten Ersatzdienst, fast halbe, halbe im Krankenhaus sowie nach Tausch auch in der Behindertenarbeit, so einiges gelernt, was mir weder Elternhaus, Schule oder Studium und Beruf adäquat so hätten vermitteln können.
    U.a. nämlich auch den tieferen Sinn und Zweck von ehrenamtlicher oder auch (teil-)vergüteter gesellschaftlich sinnvoller wie notwendiger Arbeit.
    Und diese Erkenntnisse fehlen inzwischen so Einigen der nachfolgend derart nicht mehr verpflichteten Generationen; Ausnahmen bestätigen da nur die Regel.
    Positivste Beispiele für die Auswirkungen verbindlich zu leistender, sozialer Arbeit fallen mir zuhauf ein, sprengen aber hier den Rahmen.
    Genauso die negativen Beispiele derer, die sich davon freistellen oder kaufen ließen oder auch heute nur nach eigenen Vorteilen streben.

    Und zwangsweise Ähnliches, wie heutzutage, durch ein Arbeitsamt oder eine Agentur für A*, als "Ersatz" für Hilfe zum Lebensunterhalt zwangsweise leisten zu wollen/sollen, ist nach bisherigen Erfahrungen, zudem in zumeist eh wenigen sinnvollen Projekten in diesen Zusammenhang, derart grandios gescheitert - ohne das Politiker aller Couleur die Glocke oder den Schuss dazu gehört haben - dass man sich nicht wundern darf, wenn Gemeinsinn und gesellschaftliche Verantwortung für die Allermeisten (Jugendliche wie aber auch Ältere) schon fast ein Fremdwort geworden ist; und zudem mit Zwang und nicht mit Sinn verbunden ist.

    Wenn also Industrie, Handwerk wie auch (soziale wie kommerzielle) Dienstleistungsbereiche dazu verpflichtet würden, ALLE Jugendlichen in einem verbindlichen sozialen Dienst von einem oder 1,5 Jahren, je nach individuellem Leistungsvermögen gegen geringes Entgelt (quasi am SGBII-Satz/Bafög gekoppelt) zu beschäftigen, nebenbei vllt. auch noch für die Berufswahl vor auszubilden, hätten wir vmtl. viel weniger Personalprobleme bei freiwilliger Feuerwehr, THW oder Pflege- und Betreuungsberufen sowie auch allgemein in allen anderen Ausbildungsberufen.
    Und soziale Verantwortung und Einsicht würde eventuell ja wieder steigen ;)
    Und Arbeitslose könnten dort eben auch mit Erfahrung und Wissen ihre eigene Re-Integration leisten.

    Ok, bestimmte Industrien und ihre Manager würden dann trotzdem über die Verschwendung von gebildeten Fachkräften sowie billige Konkurrenz jammern und zudem den zu späten Berufseinstieg verteufeln. :)
    Aber i-wie hat es Deutschland/die deutsche Wirtschaft doch wohl auch schon lange vor 2011 geschafft, Exportweltmeister etc.pp. zu werden und das Bruttosozialprodukt zu steigern... ;)
    Der Haupt- oder Nebeneffekt wäre dabei, allen Bürger ein gewisses Maß an sozialer Arbeit näher zu bringen, was bestimmt nicht schaden könnte :D

    Ähnliches würde ich übrigens, wie seit einigen Jahren in Holland praktiziert, für minder Straffällige anwenden.
    Statt Knast: Sozialdienst. Die Integrationserfolge nach Abschluss sowie auch die ökonomischen Aspekte dieser Reform sind augenscheinlich in den Niederlanden...
    Kurzum,
    Nicht nur unsere Straßen und Autobahnen oder die Schulen und Kindergärten, sondern auch die Organisation unseres sozialen Zusammenlebens, wozu auch eine reele, auskömmlich/nachhaltige wie realistische Renten- und Steuerreform a la z.B. Schwyz, Österreich, Dänemark, Schweden etc.pp. dazu gehören müsste.

    Ich wette, mit einigen hier noch vergessenen Ergänzungen wären jetzige gesellschaftliche Probleme und auch die Integration aus humanistischen, solidarischen Gründen aufgenommenen Flüchtlingen wohl kaum ein vergleichbares Problem wie heute.
    Man müsste eben nur Eigennutz zurückschrauben und solche Reformen politisch wie gesellschaftlich wollen, auch um gesellschaftliche Fehlentwicklungen auf zu halten bzw. zurück zu fahren

    Und da liegt der Hase eben im Pfeffer gewisser Lobbies, die um ihre Pfründe und Renditen (für wenige) bangen ;)

    so far :)

    PS.
    Bin mal gespannt, ob und wer sich zu diesem Themenkomplex meldet :D
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    Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von muesli () aus folgendem Grund: unvollständige Korr. ;) + PS.

  • muesli schrieb:

    ...dass man sich nicht wundern darf, wenn Gemeinsinn und gesellschaftliche Verantwortung für die Allermeisten (Jugendliche wie aber auch Ältere) schon fast ein Fremdwort geworden ist
    Und das widerum ist - meiner Ansicht nach - exakt die Folge, die ein auf den persönlichen Erfolg getrimmtes Leben mit sich bringt. Statt auf den persönlichen Erfolg könnten wir ja schon in der Schule - ja im Kindergarten oder noch besser direkt zu Hause damit beginnen, in Richtung Teamfähigkeit zu erziehen. Da hapert es aber ganz erheblich. Das schlägt sich nieder in Finanzjongleuren, die keine Hemmungen haben, mit erfundenen Produkten gewalltige Gewinne einzufahren und die dann, wenn's in die Hose geht, auch noch auf Staatskosten gerettet und saniert werden - oder aber in Sozialschmarotzern, die auch wieder eine logische Folge sind.

    Ich erhebe meine Stimme auch nicht gegen den / die Schmarotzer (ob es nun eine Bank ist, ein "Ausländer", ein Hartz VI Empfänger oder was auch immer) sondern gegen die Umstände, die dieses Schmarotzertum erst hervorbringen. Dass das letzlich "politische§ Fehler sind, steht außer Frage. Das zentrale Problem ist aber, wie man solche Fehler vermeidet oder ihnen entgegenwirken kann. Und genau da sehe ich das zentrale Problem. Denn ich sehe auf der gesamten politischen Bühne niemanden, der das zu leisten vermag. Mal abgesehen davon, dass ich auch keine Ahnung habe, was man eigentlich genau anders machen muss, damit es funktioniert.

    Rein theoretisch wäre der kommunistische Ansatz - also die reine Lehre nach Marx & Engels - ein guter Ansatz. Aber, wie man unschwer sehen kann, ist realer Kommunismus ja auch nur eine andere Form von Kapitalismus. Da ist es dann eben "die Partei", die besitzt - nicht das Geld oder Kapital. Wie George Orwell so schön sagte "Alle (Tiere) sind gleich - aber mache sind gleicher! - Ein Satz, der's wirklich auf den Punkt bringt.

    Doch husch, husch zurück zur Realität und dem eigentlichen Thema: Der Wahl.

    Was will uns das Wahlergebnis sagen?
    Wäre es nicht artgerechter, wenn Schwarz + Schwarz sich mit Gelb verbinden? Oder Rot + Rot mit Grün + Gelb?
    Aber das geht ja nicht - Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, so sang Franz-Josef Degenhardt einst und da die Linken wie die AfD eben solche Schmuddelkinder sind ....

    Also ich wäre für Neuwahlen. Meiner Meinung nach ist in dem aktuellen Ergebnis kein klarer Wählerwille erkennbar - außer halt, der Wähle will, dass die Schmuddelkinder mitspielen dürfen.

    Für die Interessierten - hier der (aufschlussreiche) Text von Degenhardt


    Quellcode

    1. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,
    2. sing nicht ihre Lieder.
    3. Geh doch in die Oberstadt,
    4. machs wie deine Brüder!
    5. So sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor.
    6. Er schlich aber immer wieder durch das Gartentor
    7. und in die Kaninchenställe, wo sie Sechsundsechzig spielten
    8. um Tabak und Rattenfelle -
    9. Mädchen unter Röcke schielten -
    10. wo auf alten Bretterkisten
    11. Katzen in der Sonne dösten -
    12. wo man, wenn der Regen rauschte,
    13. Engelbert, dem Blöden, lauschte,
    14. der auf einen Haarkamm biß,
    15. Rattenfängerlieder blies.
    16. Abends am Familientisch, nach dem Gebet zum Mahl,
    17. hieß es dann: Du riechst schon wieder nach Kaninchenstall.
    18. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,
    19. sing nicht ihre Lieder.
    20. Geh doch in die Oberstadt,
    21. mach's wie deine Brüder!
    22. Sie trieben ihn in eine Schule in der Oberstadt,
    23. kämmten ihm die Haare und die krause Sprache glatt.
    24. Lernte Rumpf und Wörter beugen.
    25. Und statt Rattenfängerweisen
    26. mußte er das Largo geigen
    27. und vor dürren Tantengreisen
    28. unter roten Rattenwimpern
    29. par cur Kinderszenen klimpern -
    30. und, verklemmt in Viererreihen,
    31. Knochen morsch und morscher schreien -
    32. zwischen Fahnen aufgestellt
    33. brüllen, daß man Freundschaft hält.
    34. Schlich er manchmal abends zum Kaninchenstall davon,
    35. hockten da die Schmuddelkinder, sangen voller Hohn
    36. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern ...
    37. Aus Rache ist er reich geworden. In der Oberstadt
    38. hat er sich ein Haus gebaut. Nahm jeden Tag ein Bad.
    39. Roch, wie bessre Leuten riechen.
    40. Lachte fett, wenn alle Ratten
    41. ängstlich in die Gullys wichen,
    42. weil sie ihn gerochen hatten.
    43. Und Kaninchenställe riß er
    44. ab. An ihre Stelle ließ er
    45. Gärten für die Kinder bauen.
    46. Liebte hochgestellte Frauen,
    47. schnelle Wagen und Musik,
    48. blond und laut und honigdick.
    49. Kam sein Sohn, der Nägelbeißer, abends spät zum Mahl,
    50. roch er an ihm, schlug ihn, schrie: Stinkst nach Kaninchenstall.
    51. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern ...
    52. Und eines Tages hat er eine Kurve glatt verfehlt.
    53. Man hat ihn aus einem Ei von Schrott herausgepellt.
    54. Als er später durch die Straßen
    55. hinkte, sah man ihn an Tagen
    56. auf 'nem Haarkamm Lieder blasen,
    57. Rattenfell am Kragen tragen.
    58. Hinkte hüpfend hinter Kindern,
    59. wollte sie am Schulgang hindern
    60. und schlich um Kaninchenställe.
    61. Eines Tags in aller Helle
    62. hat er dann ein Kind betört
    63. und in einen Stall gezerrt.
    64. Seine Leiche fand man, die im Rattenteich rumschwamm.
    65. Drumherum die Schmuddelkinder bliesen auf dem Kamm:
    66. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern ...
    Alles anzeigen
    "Tod allen Fanatikern"
  • Moin F-Bier-Ei'ler

    Du sprichst mir im Vorpost in weiten Teilen aus der Seele, allerdings ist einiges davon so oder so interpretierbar :)
    Vor allem möchte ich diese Textpassage von Franz-Josef D. hervorheben, weil sie den Zeitgeist tendenziell sehr gut beschreibt: "wenn alle Ratten ängstlich in die Gullys wichen" [oder auch: aus den Gullys *bg*]

    Und auch wenn der traditionelle Kommunismus/Marxismus, eher Theorie/reine Lehre ;) sein kann, sollten nicht nur dessen Basisinhalte zumindest an Schulen gelehrt und reflektiert werden.
    Dann würden sich vllt. ja auch frappante Parallelen nicht nur zur christlichen Soziallehre, sondern auch zu anderen Religionen und Staatstheorien sowie aber vielleicht auch Augenöffner zu deren teils beabsichtigter, manipulierender Umsetzung in deren jeweiligen "Institutionen" ergeben. ;)

    Übrigens, über Kleinigkeiten, wie das "Wie" ;-), könnte man ja diesbezüglich dann noch prima breit gesellschaftlich diskutieren, anstatt sich mit den verschiedensten Verdummungen der jeweils weltweit existierenden/herrschenden Systemen die Rübe zu veröden ;)
    Denn wenn die Gesellschaft tatsächlich breit, gut sowie ge- und nicht verbildet und fake-informiert wäre, wären Organisationsfragen zwar noch anstrengend, aber letztlich eher ein Klacks.

    Ob man jetzt theoretisch dabei auf Kalle, Machiavelli, Hobbes, Keynes oder sogar Trotzki, Mühsam & Co. Bezug nähme, sofern überhaupt (mal) gelesen sowie auch "offen" und reflektiert über dessen Inhalte diskutiert, oder ob man sich auch mit anderen, teils vergessenen, teils aber sehr bewusst von systemimmanenten Kräften unterdrückten Theorien/oder besser deren substantielleren Lehr-/Lerninhalten beschäftigt;
    die auch derzeit immer noch global agierenden politisch/ökonomischen Systeme fußen großteils eben noch faktisch ausschließlich auf Egoismus bzw. Gier, ob nun als Primat von Macht-, Geld- oder "Fortpflanzungs"vermehrung ;-).

    Und zwar leider auch in faktisch allen geistes- wie naturwissenschaftlichen Bereichen. Vor allem bezüglich "Bildung", Ökonomie, Politik sowie noch einige weitere substantielle Lehrinhalte betreffend.
    Und das leider in praktisch allen Staatsformen, vor allem aber auch den "Teutschen" ;)

    Sogenannte "Schmuddel"theoorien, oder auch nur fehlende Transparenz an Wissen/Abläufen
    - weil deren Inhalte innerhalb einer breiten gesellschaftlichen Auseinandersetzung darüber gefährlich werden könnten [Für wen?] bzw. die "Öffentlichkeit verunsichern könnten"? :D -
    werden in der großen Öffentlichkeit kaum einmal bekannt, benannt oder bemängelt bzw. auch an den Lehrinstituten/den Medien kaum verbreitet und auf ihre aktuelle Tauglichkeit & Nutzen hinterfragt.

    So haben aber schon die monarchistischen Protagonisten der wilhelminischen Ära agiert/argumentiert, die nebenbei auch die Begriffe "links" und "rechts" anhand der Sitzordnung im "ihrem" Parlament mitgeprägt und über die Weimarer und die "Tausendjährige" Zeit bis in unsere, zwischenzeitlich zweigeteilte, Gegenwart fest getuckert haben.

    Stattdessen werden lediglich ökonomische wie kommunikative Umsetzungstechniken, wie z.B. die Globalisierung oder auch die Digitalisierung, als goldenes Kalb um tanzt, aber großteils nur zur Gewinnmaximierung und Manipulation, anstatt zur Wissens- und Erkenntnisvermehrung genutzt ...
    Nee, schon klar,
    Z.B. Letzteres ist eine wichtige, und teils auch sehr nützliche, vor allem aber auch sehr zweischneidige Technik,
    ähnlich der Nutzung der Atomkraft ... mit positiven, aber auch weitgehend noch unerkannten bzw. ignorierten negativen Seiten, die bestenfalls vorher in allen Facetten & Folgen diskutiert gehörte,
    anstatt sie weiten teils kritiklos zu hypen. (Ein Hoch also auf den Boarderhalt @ Holger&NeHe *bg*)

    Ach ja, dass alle Menschen gleich sind (sein sollten), vertrete ich nicht (mehr so) ;)
    Aber gleiche Rechte wie Pflichten für Alle sollten schon i-wann schon mal Realität werden.
    Aber vllt. Tag-träume ich momentan auch nur wieder ;)

    Ähnlich wie du übrigens hier!
    Insofern back to topic :D

    Denn Neuwahlen kämen nur dann zustande, wenn sich alle Jamaika-Teilnehmer wirklich an ihre roten Linien wirklich halten würden und die SPD sich dann immer noch an ihre Oppositionshaltung anstatt an "staats-erhaltene Pflichten" gebunden fühlen würde. :rofl:
    Aber so ein Träumer bin ich nun wirklich nicht.

    so far
    Cui bono? et ... Quis custodiet ipsos custodes?
    frei übersetzt: Wem nützt es? und ... Wer kontrolliert die Kontrolleure?

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  • JohnEdHoover schrieb:

    Ich erhebe meine Stimme auch nicht gegen den / die Schmarotzer (ob es nun eine Bank ist, ein "Ausländer", ein Hartz VI Empfänger oder was auch immer) sondern gegen die Umstände, die dieses Schmarotzertum erst hervorbringen.
    Also Hartz VI als Schmarotzertum zu bezeichnen, ist für mich schon jenseits von Gut und Böse. Ich möchte ja nicht bestreiten das es da auch Leute gibt, die sich eingerichtet haben und gar nichts anderes wollen (das wird dann ja auch gerne mal im TV gezeigt und als allgemeingültig dargestellt), aber es gibt eben auch sehr viele Leute die keine andere Chance mehr bekommen. Was willst du denn machen wenn du "zu alt bis", oder es keine Arbeit gibt? Viele haben Jahrzehnte hart gearbeitet und dann ging die Firma pleite, oder die Produktion wurde verlagert (nur um noch höhere Gewinne für die Aktionäre zu generieren). Und dann stehst du auf einmal da und andere Menschen sind der Meinung, du bist ein Schmarotzer der sich mit der vielen Kohle vom Staat, einen ruhigen Lenz macht .....


    ps.: Kann mir mal jemand erklären, welchen Sinn es macht diese Umfrage bis zu 30.09 laufen zu lasen? Die Wahl war am 24.09 um 18:00 Uhr beendet und genau das wäre meiner Meinung nach, auch der richtige Zeitpunkt gewesen diese Umfrage zu schließen. Jetzt nach dem die Wahl gelaufen ist, das Wahlergebnis allgemein bekannt ist, kann man doch nicht mehr von einem unbeeinflussten Abstimmungsergebnis ausgehen.
    Weil die Klugen immer nachgeben, wird die Welt von den Dummen regiert!

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Henry277 ()

  • Henry277 schrieb:

    Also Hartz VI als Schmarotzertum zu bezeichnen, ist für mich schon jenseits von Gut und Böse.
    Ich möchte nicht Hartz VI Empfänger generell als Schmarotzer beschimpfen. War selbst lange genug ein Hartz 4er (inzwischen als erwerbsunfähiger Rentner "ausgemustert"). Keine Frage - eine Menge Hartz VI Empfänger sind alles andere als soziale Schmarotzer. Aber es gibt (leider) unter den Hartz VI Empfängern nicht wenige, die genau das tun: Sozialleistungen schmarotzen. Und leider sind es genau die, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen, in den TV-Shows herumgereicht und als schlechtes Beispiel herangezogen werden. Dass hier eine Minderheit mit ihrem Verhalten für das "Image" des Sozailhilfeempfängers verantwortlich zeichnet, finde ich ganz unerträglich - aber so ist die Realität leider.
    "Tod allen Fanatikern"
  • Na, das mit den Hartz 6'lern - da sind die Beträge hoffentlich wesentlich höher ;) ? - von JohnEd haben wir ja nun geklärt :D

    Und über Hartz4 (IV) sollte es hier doch wohl eh keine Missverständnisse und schon gar keine Disserei geben!
    Aber dazu hat Henry277 ja schon mehr als genug erklärt ...

    Das mit dem 30zigsten konnte ich mir übrigens zu Anfang auch nicht so recht erklären ...
    Aber NeHe hatte eine Interpretation, der ich mich beuge :)

    Vmtl. ist NeHe oder Holger aber schlicht nur die Maus ausgerutscht ... :D
    Passiert ja den Besten ... Sowie und auch den Verkehrtesten heutzutage öfters :D
    Und da diese Boardsoft leider so "Fehler" immanent ist, da lässt sich im Nach herein eben fast nischt mehr retuschieren :D
    Das nennt sich dann Datenschutz sicher ...
    Aber da vb ja jedes update, ähnlich wie Merkel, verweigert(e) ... ;)

    Zumindest könnten, wenn sie denn wollen *bg*, die Admins dir/uns evtl. sagen, wie viele, wann, was nach dem 24.9. noch geklickt haben.
    Der Rest bleibt ansonsten im Dusteren, halt genauso wie in der aktuellen Politik auch ;)
    Von wegen "Verunsicherung der Öffentlichkeit" ;)

    Also bleibt die Vorfreude auf Morgen auf das Wahlergebnis im digitalen Bundesland Numero ?... :)

    Und auch auf die nächsten Board-Wahlen hier, dann hoffentlich auch mit Gewinn- und Verlustrechnungen :P

    gn8
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von muesli () aus folgendem Grund: Korr.

  • JohnEdHoover schrieb:

    Aber es gibt (leider) unter den Hartz VI Empfängern nicht wenige, die genau das tun: Sozialleistungen schmarotzen. ...... Dass hier eine Minderheit mit ihrem Verhalten für das "Image" des Sozailhilfeempfängers verantwortlich zeichnet, finde ich ganz unerträglich ...
    Die Zusammenlegung von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, ist in meinen Augen das Problem. Heute gelten die alle als Arbeitslos und somit landen auch diejenigen, die gar nicht arbeiten wollen in der Arbeitslosenstatistik. Und das sind dann die Menschen, die durch die TV Shows tingeln, die Schule mit 17 nach der 6. Klasse abgebrochen und nun mit 19 das 3 Kind haben, für das ungefähr 7 Suffköppe als Väter in frage kommen, der dann durch einen angeblich gemachten DNA Test in der TV Show ausgelost wird.
    Tja und dann sind weite Teile der Bevölkerung davon überzeugt, das Hartzer automatisch auch Assis und Schmarotzer sind. Aber, und davon bin ich überzeugt, das ist politisch auch so gewollte. So haben diejenigen, die dank der Politik wenig bis nichts von ihrer Arbeit haben, immer noch welche auf die sie runter Spucken können ......... wäre ja schlimm wenn die sich einig wären und daraus vielleicht Solidarität und Klassenkampf entstehen würde.

    So nun ist das Wahlergebnis da und die Linken haben gewonnen gefolgt von CDU/CSU, SPD, Grünen ....
    Weil die Klugen immer nachgeben, wird die Welt von den Dummen regiert!
  • Henry277 schrieb:

    wäre ja schlimm wenn die sich einig wären und daraus vielleicht Solidarität und Klassenkampf entstehen würde
    .. ach was eine tolle Vorstellung. Ne bezüglich Solidarität und Klassenkampf müsssen wir (also die Deutschen) uns wohl keine Gedanken machen. Der typisch Deitsche war schon immer ein blindes Heerdentier, das lieber still vor sich hin grummelnd seinem Leittier folgt.

    Henry277 schrieb:

    ... das sind ... die .... die mit 19 das 3 Kind haben, für das ungefähr 7 Suffköppe als Väter in frage kommen ...
    Ja - so sehen typische Sozialschmarotzer aus und komischerweise, die meisten davon sind nicht nur "echt" deutsch - die sind meist auch noch ganz stramm rechts (und haben auch keine Probleme wieder ein paar Lager einzurichten für all das fremde Volk), sehen aber nicht, dass sie selbst in einem Regime à la 3. Reich wenig zu lachen hätten (die hätt man nämlich auch ins Arbeitslager gesteckt).

    Henry277 schrieb:

    ... sind weite Teile der Bevölkerung davon überzeugt, das Hartzer automatisch auch Assis und Schmarotzer sind. Aber, und davon bin ich überzeugt, das ist politisch auch so gewollte.
    Kommt zumindest nicht ungelegen, so eine Gruppe zum runterkucken und draufspucken :D

    Das haben die, die denn nun wirklich die Fäden in der Hand halten, schon ganz clever eingerichtet.
    Hut ab ihr Illuminaten - gute Arbeit! :D
    "Tod allen Fanatikern"
  • JohnEdHoover schrieb:

    Ja - so sehen typische Sozialschmarotzer aus und komischerweise, die meisten davon sind nicht nur "echt" deutsch - die sind meist auch noch ganz stramm rechts (und haben auch keine Probleme wieder ein paar Lager einzurichten für all das fremde Volk), sehen aber nicht, dass sie selbst in einem Regime à la 3. Reich wenig zu lachen hätten (die hätt man nämlich auch ins Arbeitslager gesteckt).
    Da stimm ich Dir zu - die würden "ihr blaues Wunder" erleben...
    :thumbup:
  • Bundestagswahl 2017 — Wen wählt ihr? Wen habt ihr gewählt (für Teilnehmer danach)? 48
    1.  
      V-Partei³ – V-Partei³ (12 Landeslisten) *1 (0) 0%
    2.  
      Tierschutzpartei – Partei Mensch Umwelt Tierschutz (10 Landeslisten) *4 (0) 0%
    3.  
      SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands (16 Landeslisten) (7) 15%
    4.  
      PIRATEN – Piratenpartei Deutschland (11 Landeslisten) *2 (1) 2%
    5.  
      ÖDP – Ökologisch-Demokratische Partei (13 Landeslisten, nicht in Bremen, Saarland und Sachsen-Anhalt) (0) 0%
    6.  
      NPD – Nationaldemokratische Partei Deutschlands (15 Landeslisten, nicht in Berlin) (1) 2%
    7.  
      MLPD – Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (16 Landeslisten) (0) 0%
    8.  
      GRÜNE – Bündnis 90/Die Grünen (16 Landeslisten) (5) 10%
    9.  
      FREIE WÄHLER – Freie Wähler (16 Landeslisten) (0) 0%
    10.  
      FDP – Freie Demokratische Partei (16 Landeslisten) (3) 6%
    11.  
      DM – Deutsche Mitte (10 Landeslisten) *3 (0) 0%
    12.  
      DKP – Deutsche Kommunistische Partei (9 Landeslisten) *5 (0) 0%
    13.  
      Die PARTEI – Partei f. Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung u. basisdem. Initiative (16 Landeslisten) (4) 8%
    14.  
      DIE LINKE – Die Linke (16 Landeslisten) (11) 23%
    15.  
      DiB – Demokratie in Bewegung (8 Landeslisten) *6 (0) 0%
    16.  
      CDU/CSU – Christlich Demokratische Union Deutschlands (insg. 16 Landeslisten) (9) 19%
    17.  
      BüSo – Bürgerrechtsbewegung Solidarität (4 Landeslisten in Bayern, Berlin, Hessen und Sachsen) (0) 0%
    18.  
      BGE – Bündnis Grundeinkommen (16 Landeslisten) (0) 0%
    19.  
      AfD – Alternative für Deutschland (16 Landeslisten) (4) 8%
    20.  
      ANDERE *7 (1) 2%
    21.  
      Ich wähle »ungültig« (1) 2%
    22.  
      Ich gehe nicht wählen (1) 2%