Bluetooth-Lücke ermöglicht Ausspähen fremder Datenübertragungen - Neue Bluetooth-Lücke gefährdet Millionen Geräte

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  • Bluetooth-Lücke ermöglicht Ausspähen fremder Datenübertragungen - Neue Bluetooth-Lücke gefährdet Millionen Geräte

    CVE-2018-5383
    Neue Bluetooth-Lücke gefährdet Millionen Geräte - jetzt Updates einspielen
    Sicherheitsforscher haben eine Schwachstelle im Bluetooth-Protokoll entdeckt, die zahlreiche Chips von Apple, Broadcom, Intel und Qualcomm betrifft. Erste Fixes gegen den Hack sind bereits live.

    Im Jahr 2017 machte die BlueBorne-Sicherheitslücke die Runde - nun gerät das Bluetooth-Protokoll erneut aufgrund einer Schwachstelle in den Fokus. Entdeckt wurde die Lücke von Forschern des Technion, der Technischen Universität Israels. Demzufolge sind offenbar Millionen von technischen Geräten und Chips betroffen - darunter auch Modelle von großen Herstellern wie Apple, Broadcom, Intel und Qualcomm.

    Die neue Bluetooth-Lücke CVE-2018-5383 betrifft zwei Features des Drahtlos-Protokolls: Secure Simple Pairing sowie LE Secure Connections. Wie das CERT im Report zur Sicherheitslücke erklärt, setzt das Bluetooth-Protokoll bei diesen beiden Verbindungen auf Verschlüsselung mithilfe von Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch (ECDH). Hierbei werden bisher jedoch verschiedene ECDH-Parameter nicht ausreichend validiert, bevor ein gemeinsamer Schlüssel vereinbart wird. Dadurch sei die Verschlüsselung angreifbar für Man-in-the-Middle-Attacken. Für diese müsste der Angreifer jedoch in Bluetooth-Reichweite zum Opfer sein, während das Opfer eine dieser Verbindungen aufbaut.

    Treiber-Updates schließen Lücke

    Die Bluetooth SIG, die Standadisierungsorganisation hinter Bluetooth, hat bereits reagiert und die Spezifikationen für das Bluetooth-Protokoll aktualisiert. Zudem haben verschiedene Hersteller bereits Firmware- und Treiber-Updates veröffentlicht oder angekündigt. So hat Apple etwa die Lücke bereits am 9. Juli mit den Sicherheitsupdates auf iOS 11.4, watchOS 4.3.1, tvOS 11.4 sowie macOS 10.13.5 High Sierra gefixt. Auch Intel hat laut seinem Report INTEL-SA-00128 bereits Updates bereitgestellt.

    Von Broadcom und Qualcomm liegen laut CERT noch keine Updates vor. Microsoft ist laut CERT nicht betroffen. Unklar ist noch der Gefährdungsstatus für Android und Linux sowie andere große Hardwarehersteller. Hier dürften in Kürze weitere Stellungnahmen von Google, Samsung und Co. folgen.


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    Bluetooth-Lücke ermöglicht Ausspähen fremder Datenübertragungen
    Ein Fehler bei der Verschlüsselung kann nach Angaben der Carnegie Mellon University zum Ausspähen und Manipulieren übertragener Daten führen.
    von Andreas Fischer 25.07.2018

    In dem vor allem für Nahverbindungen genutzten Funkstandard Bluetooth ist durch Wissenschaftler der Carnegie Mellon University ein neuer Bug gefunden worden, der im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass Angreifer übertragene Daten ausspähen und verändern können. Bluetooth wird mittlerweile für viele Arten von Verbindungen genutzt, sei es für das Verbinden von Maus und Tastatur mit einem PC, das Ankoppeln eines drahtlosen Kopfhörers oder für die Datenübertragung zwischen zwei Smartphones.

    Fehlerhafte Validierung der Verschlüsselung

    Eigentlich werden die dabei übertragenen Informationen automatisch verschlüsselt. Wie die Forscher aber nachweisen konnten, findet sich dabei jedoch in vielen Firmwares und Treibern eine fehlerhafte Implementierung der zur Verschlüsselung genutzten elliptischen Kurven. Zwei Geräte, die kommunizieren wollen, müssen sich zunächst über die dabei zu verwendenden Schlüssel verständigen, bevor sie Daten sicher miteinander austauschen können. Fehler in der Umsetzung der dabei genutzten Validierung können aber laut Carnegie Mellon University dazu führen, dass sich ein Angreifer Zugriff auf einen der privaten Schlüssel verschaffen kann.

    Damit soll es möglich sein, dass Hacker unbemerkt einen ungültigen öffentlichen Schlüssel in die Kommunikation einfügen, um so alle übertragenen Daten abfangen und entschlüsseln zu können. Auch das Hinzufügen eigener, gefälschter Nachrichten in die Kommunikation sei möglich, schreiben die Forscher in einem Bericht, der vom Computer Emergency Response Team (Cert) der amerikanischen Universität veröffentlicht wurde.

    Betroffen sollen unter anderem Produkte von Apple, Broadcom, Intel und Qualcomm sein. Microsoft gehört nicht dazu. Noch unklar sei, inwieweit Systeme mit Android sowie Linux gefährdet sind. Zum Schliessen der Lücke werden Updates der jeweiligen Hersteller benötigt. Sie sollen bereits in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.
    Eine ganz ähnliche Lücke fanden Forscher des IT-Sicherheitsexperten Armis auch schon im Herbst des vergangenen Jahres. Das seinerzeit identifizierte Leck betraf unzählige Geräte von nahezu allen Herstellern. In diesem Fall war es Angreifern ohne vorherige Kopplung mit den betroffenen Geräten möglich, eine Man-in-the-Middle-Attacke zu starten oder beliebigen Code auf den Geräten auszuführen.


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  • Updates
    Zu den betroffenen Herstellern zählen unter anderem Broadcom, Qualcomm und Intel, die mittlerweile auch allesamt aktualisierte Treiber anbieten. Indirekt sind damit aber auch iPhones und Android-Smartphones gefährdet, die entsprechende Chips verwenden.
    Für Windows und Linux müssen einfach die entsprechenden Treiber aktualisiert werden, bei macOS ist ein entsprechendes Update Teil der Version 10.13.5. Ebenfalls bereinigt wurde der Fehler mit iOS 11.4 sowie mit watchOS 4.3.1 und tvOS 11.4 auch auf Smartwatches und Apple TV. Google hat den Bug wiederum mit dem Sicherheits-Update für Juni 2018 behoben. Wer ein Smartphone mit Patch Level 2018-06-05 oder neuer hat, ist also bereits geschützt.
    Protokoll
    Als Reaktion auf den Vorfall hat die Bluetooth Special Interest Group (SIG) mittlerweile Änderungen an der Spezifikation des Protokolls vorgenommen. So wird nun konkret vorgeschrieben, wie Schlüssel zu prüfen sind. (Andreas Proschofsky, 25.7.2018)

    Quelle: Neue Bluetooth-Lücke gefährdet Millionen Geräte - derStandard.de