US-Studie untersucht den Umfang von Googles Datenerhebungen

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  • US-Studie untersucht den Umfang von Googles Datenerhebungen

    Standort, Suchanfragen und mehr
    US-Studie untersucht den Umfang von Googles Datenerhebungen
    Eine US-Studie untersucht, welchen Daten Google tatsächlich erhebt. Dazu zählen auch Informationen, auf die das Nutzerverhalten indirekt schließen lässt.

    Eine Studie untersucht, wie tief die Datensammlung von Google tatsächlich greift. Im Bericht arbeitet der Studienleiter Professor Douglas C. Schmidt heraus, wie Google die über den Nutzer gesammelten Daten miteinander verknüpft. Insbesondere geht der Informatik-Professor der US-amerikanischen Universität Vanderbilt dabei auf die Datenübermittlung von Android-Smartphones an Google-Server und die "passive" Datenerfassung ein. Der folgende Artikel umreißt die Forschungsergebnisse des Professors, die als PDF-Datei frei zum Download bereitstehen

    Passive Datenerfassung bezeichnet die Speicherung von persönlichen Informationen, die erfolgt, wenn der Nutzer den Chrome Browser, Google-Suchanfragen, Maps und andere Google-Anwendungen nutzt, ohne bei einem Google-Dienst eingeloggt zu sein.

    So sendete das Android-Versuchs-Smartphone beispielsweise während eines 15-minütigen Spaziergangs neun Standortanfragen an Google. Dabei ist das GPS ausgestellt und der Chrome-Browser läuft im Hintergrund. Im Protokoll entdeckte Professor Schmidt danach "rund 100 einzigartige BSSIDs für öffentliche und private WLAN-Zugangspunkte." Mithilfe der einzigartigen WLAN-IDs kann das Unternehmen den Standort des Nutzers lokalisieren, auch wenn die Ortungsfunktion im Browser deaktiviert ist. Google stellt auch fest, ob der Nutzer zu Fuß geht, rennt, mit dem Zug unterwegs ist, mit dem Rad oder Auto fährt.

    Auch mit der "benutzeranonymen" Erfassung von Aktivitätsdaten über Apps und Webseitenbesuch durch Dritte ist es nicht weit her. Diese können nämlich über die Identifikationsnummer eines Geräts dem Google-Konto - und damit einer Privatperson - zugeordnet werden. Genauso kann Google Cookie-IDs dem Benutzerprofil zuordnen, wie die Publisher-Webseite Digital Content Next schreibt.

    Stellt man die Datenübermittlung an Google von einem Android-Smartphone dem eines iOS-Smartphones gegenüber, kommuniziert das Apple-Betriebssystem 45 Prozent weniger mit Google-Servern als das Android-Gerät. Bei Android-Geräten sichert Google 50,6 der insgesamt 90,3 Anfragen pro Stunde. Auf Apple-Servern landen von iOS-Geräten 17,9 Anfragen pro Stunde.

    Informationen zur Datenerhebung der Studie über Google

    Für die Studie erstellte Professor Schmidt ein Nutzerprofil und stellte dafür eine "typische Interaktion mit dem Mobiltelefon im Verlauf eines Tages" nach. Als Grundlage nutzte der Forscher eine "Vielzahl von Statistiken, die das Onlineverhalten und die Handynutzung von Menschen beschreiben". Dazu zählt eine Nielsen-Studie von 2010 und eine Untersuchung von eMarketer, die im April 2017 veröffentlicht wurde und die Nutzung von Apps darlegt.

    Nach Betrachtung der Forschungsergebnisse, verlangt Professor Schmidt eine bessere Kontrolle über private Daten und deren Weitergabe an Unternehmen. Außerdem soll Google die Deaktivierung der Standortverfolgung leichter zugänglich machen. Denn womöglich sind sich einige Nutzer über diese Form der Google-Überwachung nicht im Klaren. Unter "Schalten Sie den Standort für Ihr Gerät ein oder aus" gibt Google Hilfestellung für ein endgültiges Abstellen der Standortverfolgung.

    27.8.2018 von Alina Braun


    Quelle: US-Studie untersucht den Umfang von Googles Datenerhebungen - connect