Jagd auf weiße Flecken: Funkloch-App der Bundesnetzagentur ist nutzbar

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  • Jagd auf weiße Flecken: Funkloch-App der Bundesnetzagentur ist nutzbar

    Bürger können nun bundesweit per App Lücken in der Mobilfunkabdeckung melden, wofür Daten im Nachgang an einen zentralen Server übermittelt werden.

    Die Bundesnetzagentur hat die von Andreas Scheuer, Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur, im April angekündigte App zur Mobilfunknetzmessung jetzt fertiggestellt. "Ab sofort können uns die Bürger melden, wo sie in ein Funkloch geraten sind", freute sich der CSU-Politiker über die damit eröffnete "Jagd auf die weißen Flecken im Mobilfunknetz". Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann sprach von einem "ersten Schritt" mit der Möglichkeit, Funklöcher zu erfassen.

    Die Anwendung basiert auf der App der Regulierungsbehörde zur Breitbandmessung, für die nun ein kostenlose Update für Android und iOS im Google Play Store und Apple App Store verfügbar ist. Mit einem Klick auf die Schaltfläche "Netzverfügbarkeit erfassen" soll der Nutzer damit eine Abfrage starten können. Von diesem Zeitpunkt an erfasst die App nach Angaben der Bundesnetzagentur "in regelmäßigen Abständen von maximal 50 Metern, ob eine Netzabdeckung vorhanden ist – und ob sie durch 2G-, 3G- oder 4G-Technik gegeben ist". Die erfasste Wegstrecke werde dem Nutzer auf einer Karte dargestellt.

    Ergebnisse sollen 2019 präsentiert werden
    Stoppt der Nutzer die Aufzeichnung mit der Funkloch-App, werden die Daten unter Angabe von Ort, Zeit und Mobilfunkanbieter an einen zentralen Server übermittelt. Befinde sich der Anwender in einem Funkloch, werden die Daten übertragen, wenn er wieder Internet ist. Zum Datenschutz und möglicherweise eingesetzten Techniken, um Bewegungsprofile zu verhindern, verriet die Bundesnetzagentur zunächst keine Details.

    Spätestens im kommenden Jahr will die Regulierungsbehörde die Ergebnisse in einer Übersichtskarte öffentlich zugänglich machen. Dafür sei es nötig, möglichst viele Daten zu bekommen, "um einen großen Bereich abdecken zu können".
    "Auf Grundlage dieser Informationen werden wir mit den Mobilfunk-Anbietern darüber sprechen, wo die Netze noch weiter verbessert werden müssen", betonte Scheuer. "Der Zustand, den wir jetzt haben, ist für eine Wirtschaftsnation untragbar. Wir brauchen eine flächendeckende Mobilfunkversorgung in Deutschland." Bei der Opposition kommt die Initiative nicht sonderlich gut an. Es brauche keine App für Bürger, die Funklöcher zählt, "sondern die Durchsetzung von wirksamen Auflagen, die Netzbetreiber zum Handeln zwingt", kritisierte etwa die Expertin für digitale Infrastruktur der Grünen im Bundestag, Margit Stumpp, gegenüber heise online.

    Quelle: Jagd auf weiße Flecken: Funkloch-App der Bundesnetzagentur ist nutzbar |
    heise online