Facebook: Sammeln von Nutzerdaten soll teilweise verboten werden

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  • Facebook: Sammeln von Nutzerdaten soll teilweise verboten werden

    Deutsches Bundeskartellamt 14.01.2019, 10:33 Uhr
    Facebook: Sammeln von Nutzerdaten soll teilweise verboten werden
    Facebooks Datenaustausch mit externen Medien ist den deutschen Wettbewerbsbehörden ein Dorn im Auge. Das deutsche Bundeskartellamt will bereits in Kürze dem Netzwerk das Sammeln von Nutzerdaten verbieten.

    Das neue Jahr fängt in Deutschland für Facebook nicht optimal an. Im schon länger schwelenden Streit um Datenbündelung will das Bundeskartellamt hierzulande gegen das soziale Netzwerk vorgehen. Der Vorwurf: Facebook verstosse gegen die Wettbewerbsrichtlinien, indem gesammelte Nutzerdaten von Drittanbietern angehäuft werden.

    Bereits in den nächsten Wochen soll Facebook dementsprechend untersagt werden, Daten mit anderen Unternehmen auszutauschen. Soziale Medien wie die Tochterunternehmen Instagram und WhatsApp, aber auch externe Konkurrenten wie Twitter sollen in Zukunft nicht mehr durch Einrichtung von Schnittstellen den Datenaustausch mit Facebook befördern.

    So soll verhindert werden, dass Facebook noch mehr Nutzerdaten neben den im eigenen Netzwerk erhobenen ansammelt. Zusammen entstünde dadurch nämlich eine Datenfülle, die Facebook Wettbewerbsvorteile verschaffe.

    Laut Bild am Sonntag will sich Facebook gegen die Massnahmen des Bundeskartellamts wehren. Sollte das Unternehmen gegen die Auflagen der deutschen Aufsichtsbehörden verstossen, könnten jedoch Strafgelder in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro fällig werden.

    Das Bundeskartellamt hatte bereits Ende Dezember 2018 angekündigt, in Kürze die Entscheidung in Sachen Drittdatenmissbrauch bei Facebook treffen zu wollen.

    Autor(in)
    Sonja Kroll


    Quelle: Facebook: Sammeln von Nutzerdaten soll teilweise verboten werden - onlinepc.ch
  • Trotz Apple-Bann: Facebook sammelte iPhone-Nutzungsdaten - und bezahlte Teenager dafür

    Facebook bezahlte Teenager dafür, eine App mit Root-Zertifikat auf dem iPhone zu installieren – offenbar unter Missbrauch von Apples Entwicklerprogramm.

    Mit einer auch auf Jugendliche abzielenden "Research"-App hat Facebook weiter umfassende Daten zu Smartphone-Nutzungsgewohnheiten gesammelt – nachdem das Netzwerk seine Onavo-VPN-App auf Druck von Apple entfernen musste.

    Facebook habe Nutzern im Alter von 13 bis 35 Jahren bis zu 20 Dollar pro Monat in Form von Gutscheinkarten dafür gezahlt, wie Techcrunch berichtet. Teilnehmer mussten im Gegenzug eine über Beta-Testdienste von Drittfirmen vertriebene App mit Root-Zertifikat auf ihrem iPhone installieren.

    Root-Zertifikat erlaubt Einblick in iPhone-Nutzungsverhalten
    Mit diesen Zugriffsmöglichkeiten ist eine umfassende Analyse von iPhone-Nutzungsgewohnheiten möglich, wie der Sicherheitsforscher Will Strafach erklärte, der die Facebook-Research-App analysiert hat. Dazu gehören Einblicke in alle verwendeten Apps, Kommunikation, Kontaktpersonen und Surf-Verhalten, das Root-Zertifikat erlaube zudem selbst den Einblick in verschlüsselte Verbindungen. Die Research-App sei praktisch identisch mit der zurückgezogenen Onavo-App, so Strafach.
    Um die Installation der Research-App auf iPhones zu ermöglichen, habe Facebook auf Apples Enterprise-Zertifikat gesetzt und damit wohl gegen die Entwicklerrichtlinien des iPhone-Herstellers verstoßen, heißt es in dem Bericht. Mit einem Enterprise-Zertifikat versehene Apps lassen sich einfach auf iPhones installieren – außerhalb von Apples App Store. Dieser Weg ist allerdings nur für eine Firmen-interne Bereitstellung von iOS-Apps gedacht.

    Facebook will iPhone-Version der Research-App zurückziehen
    Facebook räumte gegenüber Techcrunch ein, ein entsprechendes Research-Programm zu betreiben und dafür Nutzer verschiedener Altersgruppen zu bezahlen – schon seit 2016.
    Man betreibe damit übliche Marktforschung mit Fokusgruppen, hieß es – und informiere Teilnehmer über die Art der Datensammlung, bei Teenagern müsse eine Einwilligung der Eltern vorliegen. Onavo und Facebook Research seien unterschiedliche Programme, würden aber vom selben Team unterstützt. Nach Facebooks Ansicht verstoße die App-Verteilung per Enterprise-Zertifikat auch nicht gegen Apples Richtlinien.

    In der Nacht auf Mittwoch teilte Facebook gegenüber US-Medien mit, man werde die Verteilung der Research-App für iPhones einstellen – ein Grund wurde nicht genannt. Apple hat die Angelegenheit bislang nicht kommentiert.

    Mit der aufgekauften Onavo-VPN-App, die als Datenschutz-Tool vermarktet wurde, konnte Facebook in den vergangenen Jahren offensichtlich umfassende Nutzungsdaten erheben, so das steigende Interesse an konkurrierenden Apps wie Snapchat und WhatsApp erkennen – und darauf frühzeitig reagieren. Onavo ist weiterhin für Android erhältlich, auch das Research-Programm will Facebook offenbar mit Android-Nutzern fortsetzen.

    Quelle: Trotz Apple-Bann: Facebook sammelte iPhone-Nutzungsdaten - und bezahlte Teenager dafür | heise online

    Update:

    Apple stoppt Vertrieb von Facebooks Datensammel-App


    Zum Schutz der Kunden habe man Facebooks Enterprise-Zertifikate gesperrt, teilte Apple mit. Es handele sich um einen "klaren Regelbruch".

    In die Debatte über eine Marktforschungs-App von Facebook hat sich nun Apple eingeschaltet: Zum "Schutz unserer Kunden und ihrer Daten" habe er Facebooks Enterprise-Zertifikat widerrufen, teilte der iPhone-Konzern gegenüber US-Medien mit. Die außerhalb des App Stores vertriebene Facebook-Research-App lässt sich dadurch nicht länger auf dem iPhone installieren. Die Facebook-App und andere Dienste des Netzwerkes wie WhatsApp und Instagram sind davon nicht betroffen.

    Apple sieht Vertragsbruch

    Facebooks Verwendung des Enterprise-Zertifikates zur Bereitstellung einer Datensammel-App für Endnutzer sei "ein klarer Bruch der Vereinbarung mit Apple", betonte das Unternehmen in einer Stellungnahme gegenüber Recode. Jeder Entwickler, der die Zertifikate missbrauche, müsse mit diesem Schritt rechnen. Apples Enterprise-Zertifikate sind nur dafür gedacht, dass Firmen Apps intern testen können, ohne dafür auf den App Store zurückgreifen zu müssen.
    Nach der Entfernung von Facebooks App Onavo VPN aus dem App Store auf Druck von Apple hin schwenkte das Netzwerk zur Erfassung von iPhone-Nutzungsdaten offenbar auf die Research-App um. Diese wurde unter anderem gezielt auch für Jugendliche zum Download angeboten, die im Gegenzug Geschenkgutscheine von rund 20 Dollar im Monat erhielten – im Austausch für extrem tiefe Einblicke in ihre iPhone-Nutzung. Anhand eines mitzuinstallierenden Root-Zertifikates konnte der Konzern praktisch den kompletten Inhalt des Datenverkehrs einsehen, wie Sicherheitsforscher berichteten.

    Apple und Facebook rücken zunehmend auseinander
    Apple-Chef Tim Cook hat Facebook in den vergangenen Monaten mehrfach öffentlich kritisiert – teils scharf: Aus seiner Sicht sollte eine so intime Datenbank an Nutzerprofilen wie von Facebook gar "nicht existieren", erklärte Cook im vergangenen Frühjahr und forderte eine Regulierung des sozialen Netzwerkes.
    Facebook-Chef Mark Zuckerberg argumentierte im Gegenzug, nur weil manche Unternehmen daran arbeiten, immer mehr Geld zu kassieren, bedeute das nicht automatisch, dass diese sich letztlich auch mehr um den Nutzer scheren. Um einen Dienst nicht nur für "reiche Leute" anzubieten, habe man sich für die Werbefinanzierung entschieden, das sei das einzige "rationale Modell".

    Quelle: Apple stoppt Vertrieb von Facebooks Datensammel-App | heise online


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  • Facebook muss das Datensammeln in Deutschland einschränken
    Das Bundeskartellamt hat entschieden: Facebook ist es nicht erlaubt, Daten aus verschiedenen Quellen ohne Zustimmung der Nutzer zu kombinieren.
    von dpa 08.02.2019

    Das deutsche Bundeskartellamt hat Facebook die Datensammlung ausserhalb des Onlinenetzwerks zum Beispiel mit dem «Like»-Button untersagt, weil es darin unfairen Wettbewerb sieht. Facebook besitze in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung und missbrauche sie, erklärte die Behörde.

    Facebook will sich gegen das Votum des Kartellamts vor Gericht wehren. Es ist ein Fall, der durch die Verknüpfung von Datenschutz und Wettbewerbsaufsicht wegweisend werden könnte – und jahrelang durch die Instanzen geht.

    Das Kartellamt untersagte Facebook auch, die auf fremden Websites gesammelten Daten mit Informationen zusammenzuführen, die bei den Nutzern auf der Plattform des Onlinenetzwerks selbst gesammelt wurden. Die Behörde betrachtet dabei auch zum Konzern gehörende Apps wie Instagram und WhatsApp als Drittquellen.

    Verhalten muss geändert werden

    Das Onlinenetzwerk bekam zwölf Monate Zeit, sein Verhalten zu ändern und muss innerhalb von vier Monaten Lösungsvorschläge präsentieren. Innerhalb eines Monats kann das Onlinenetzwerk Beschwerde gegen die Entscheidung des Kartellamts beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen.

    Facebook kontert, das Onlinenetzwerk sei zwar populär, aber habe keine marktbeherrschende Stellung. Man verstosse auch nicht gegen die EU-Datenschutz-Grundverordnung. Ausserdem seien für die Aufsicht über ihre Einhaltung die Datenschutzbehörden und nicht Wettbewerbshüter zuständig.

    Datenerhebung «als Gesamtpaket»

    Das Bundeskartellamt untersucht bisher nur die Datensammlung ausserhalb der Facebook-Kernplattform – mit dem «Gefällt-mir»-Button oder dem Auswertungsdienst Facebook Analytics.

    Ein zentraler Kritikpunkt der Wettbewerbshüter aus Bonn ist, dass man der Datenerhebung «als Gesamtpaket» zustimmen muss, um Facebook überhaupt nutzen zu können.

    Die anderswo gesammelten Daten verknüpfe Facebook dann mit Informationen über die Nutzer der Plattform selbst und könne dadurch Nutzern und Werbekunden einen besseren Service bieten, betont das Bundeskartellamt.

    Facebook wird für Advertiser unverzichtbar

    Es sieht darin gleich mehrere Probleme. Zum einen könne sich der Nutzer der Zusammenführung der Daten nicht entziehen – weil er angesichts der Marktmacht wenig Alternativen zu Facebook habe. Deshalb betrachten die Wettbewerbshüter auch die Einwilligung zur Datenverarbeitung als nicht wirksam.

    Zum anderen werde Facebook so «für Werbekunden immer unverzichtbarer». Das könne dem Wettbewerb und den Werbekunden schaden, die auf einen «mächtigen Anbieter» träfen, hiess es bei der vorläufigen Einschätzung.

    Definition des Markts für soziale Netzwerke

    Eine entscheidende Frage im Verfahren war, wie man den Markt für soziale Netzwerke überhaupt definiert – denn das ist nicht so eindeutig wie bei klassischen Industrien. Das Bundeskartellamt entschied sich für eine enge Auslegung und zählt Berufsnetzwerke wie Xing und LinkedIn sowie Chat-Dienste wie WhatsApp, aber auch Plattformen wie Snapchat, Twitter oder YouTube nicht dazu.
    Bei Netzwerken, die von der Funktionsweise letztlich wie Facebook sind, waren in den vergangenen Jahren diverse Konkurrenten wie StudiVZ oder Google+ nach und nach in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Aus Sicht von Facebook müssen aber die anderen sozialen Medien, die das Kartellamt aussen vor lässt, mit in die Rechnung einbezogen werden.

    Facebook hat in Deutschland den Angaben zufolge rund 30 Millionen mindestens einmal im Monat aktive Nutzer, 23 Millionen greifen täglich auf den Dienst zu.

    Das Bundeskartellamt zählt zu den «Drittquellen» für die Daten auch zum Facebook-Konzern gehörende Dienste wie WhatsApp und Instagram. Daten, die bei der Nutzung von Facebooks Kernplattform selbst anfallen, sind ausdrücklich nicht Gegenstand der Untersuchung.

    Anfang des Jahres hatte Kartellamtspräsident Andreas Mundt Facebook mit Sanktionen gedroht. Wenn das soziale Netzwerk seine Praxis nicht ändere, müsse das Kartellamt das Sammeln und Verwerten von Daten aus Drittquellen ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer verbieten, sagte er der «Rheinischen Post».

    Stellungnahme von Facebook

    Facebook selbst hat sich wie folgt zum aktuellen Urteil geäussert: «Wir lehnen die Auffassung des Bundeskartellamts entschieden ab und werden Beschwerde gegen den Beschluss einlegen. Das Bundeskartellamt unterschätzt den starken Wettbewerb, dem wir in Deutschland ausgesetzt sind. Es bewertet unsere Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) falsch und läuft im Ergebnis Gefahr, jene Mechanismen zu unterlaufen, die das europäische Recht zur Sicherstellung konsistenter Datenschutzstandards für die gesamte EU bereithält», so Yvonne Cunnane, Head of Data Protection, Facebook Ireland, und Nikhil Shanbhag, Director and Associate General Counsel.

    Und weiter: «Wir nehmen unsere DSGVO-Pflichten sehr ernst. Die Entscheidung des Bundeskartellamts aber wendet das Wettbewerbsrecht in verfehlter Weise an, indem es Sonderanforderungen aufstellt, die nur für ein einziges Unternehmen gelten sollen.»

    Zum vollständigen Facebook-Statement.


    Quelle: Facebook muss das Datensammeln in Deutschland einschränken