Schnell lesen, aber wie?

  • Umfrage

  • garung
  • 706 Aufrufe 3 Antworten

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Schnell lesen, aber wie?

    Hallo zusammen,
    Ich bin auf der Suche nach Büchern, die dabei helfen die Lesegeschwindigkeit zu verbessern. Hat jemand von euch solche Bücher gelesen, damit praktiziert und konnte dadurch eure Leseschwindigkeit erhöhen?
    Ich würde mich auf jeden Erfahrungsbericht bzw. auf jede Book- Empfehlung sehr freuen. Da ich sehr viel und sehr gerne lese, manchmal mit ziemlich dicken Büchern (>1000 Seiten), möchte ich gerne diese Fähigkeit verbessern.
    Vielen Dank.
    Garung :read:
  • Hallo Garung,

    Selbst wenn es Anbieter gibt, die mit speed reading Kursen werben, sind die Faktoren, die zum schnellen Lesen führen von vielerlei Faktoren abhängig. Man lernt eher, sich selbst zu disziplinieren, als plumpes blockweises Überfliegen. Ich habe über die Jahre hinweg festgestellt, dass für mich folgende Faktoren zur schnellen Erfassung von Texten eine Rolle spielen.
    • wie anspruchsvoll sind die Texte, die gelesen werden
    • Wie sind Schriftgröße, Schriftart und Zeichenabstand ausgerichtet
    • Ermöglicht der Absatzaufbau ein schnelles Erfassen von gesamten Textblöcken
    • Wie hoch ist meine Konzentrazionsfähigkeit
    • Wie hoch ist meine eigene Neugier auf das Buch
    • Wie hoch ist das Ablenkungspotential
    • Ist meine Sehstärke ausreichend (oder auch Brillen entsprechend angepasst)
    Ich habe das schnelle Lesen (meine Eltern nannten mich zu Recht Bücherwurm :D ) in frühster Jugend anhand von sehr handlichen Karl May Büchern gelernt. Sowohl das Schriftbild, wie auch das Format (kleiner, als A5) und der blumige, sehr gefällige Inhalt hat mich damals zum „Bücherfresser“ gemacht. Wenn der Inhalt dich fasziniert, entsteht fast eine Sucht danach zu erfahren, wie es weitergeht :)

    Heute lese ich überwiegend Fachliteratur und englischsprachige Texte. Der Versuch, „Querzulesen“ ist manchmal recht hilfreich, um sich einen kurzen Überblick über eine Thematik zu schaffen, ein echter „Lesegenuss“ stellt sich dabei bei mir jedoch nicht ein.

    Für mich ist ein Buch zu genießen vergleichbar damit, einen wirklich guten Kaffee zu genießen ( ja,ja, ... das war vorauszusehen :D )
    Ruhe und Zeit gehören für mich dazu, in LIteratur einzutauchen. Ich erlaube mir, Bilder im Kopf zu entwickeln, die mich mit auf die Reise durch das Buch nehmen. Dafür schließe ich auch manchmal die Augen und erlaube meiner Phantasie viel Freiraum.

    Wenn ich heute einen Text erfassen muss und unter Zeitdruck stehe, unterstützen mich Leseprogramme, die den Text als Fließtext mit einer einstellbaren Geschwindigkeit scrollen und mich so zum Weiterlesen motivieren (in ebooks).

    Aber mal Hand aufs Herz... ist das echter Lesegenuss?

    Ich bin mal auf weitere Antworten gespannt.

    Viele Dank für das interessante Thema

    Cheers, Bogi
    IRC war gestern, ... heute haben wir den Chat

    realize your tasks, then take a deep breath and go for it!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bogomir () aus folgendem Grund: Wechstaben verbuchselt ;)

  • Hallo Garung,

    ich frage mich ja, warum man schnell lesen können will, wenn man es nicht beruflich braucht!

    Als geübter Leser, der viel liest, erreicht man so wie ich denke schon irgendwann ein recht hohes Lesetempo.
    Es ist wie bei allen Dingen eine Frage des Trainings.

    Ich denke aber nicht, dass man das anhand betimmter Bücher für jedwede Literatur einüben kann. Dafür sind die verschiedenen Gattungen doch im Anspruch zu unterschiedlich. Ich stelle bei z.B. fest, dass ich bei Sachliteretur langsamer bin als bei Belletristik. Hingegen kann ich beruflich relevante Bücher recht schnell lesen, vielleicht auch, weil es da wenig auf Stimmung und Atmosphäre ankommt und es eher darum geht, den Inhalt zu erfassen.
    Die von Bogomir aufgezählten Faktoren sind wahrscheinlich entscheiden für das aktuelle Lesetempo.
    Bei mir persönlich kann ich mmer wieder feststellen, dass das Tempo besonders davon abhängt, wie leicht ich mich ablenken lasse bzw. wie gut ich mich auf den Lesestoff konzentrieren kann.

    Früher habe ich auch den Wunsch gehabt so viele Bücher wie möglich zu lesen. Mittlerweile ist mir den Genuss wichtiger, wozu auch immer wieder das Innehalten und Sinnieren über den Inhalt oder, wie Bogomir es beschrieben hat, das "Träumen" gehört!

    Man kann sowieso nicht alle Bücher auf der Welt lesen!
    :read: <3
  • Neu

    Ich habe noch nie von "Schnelllesekursen" gehört. Insofern kann ich dem OT nicht weiterhelfen. Aber ich sehe es eher wie mein Vorredner: Als Vielleser kommt man m.E. nicht darum herum, schnell zu lesen. Erst recht dann, wenn man auch in der Ausbildung und im berug viel lesen muß und typischerweise dafür auch nicht so riesig viel Zeit hat. Mein Problem, wenn man so möchte, ist eher, daß ich dadurch gerade bei Romanen viel zu schnell lese. Bei Fachliteratur oder fremdsprachigen Texten stellt sich das Problem nicht so sehr (eher eine gewisse Ungeduld), weil ich ja verstehen will (muß) und dies läuft ja nicht so flüssig hinein wie Unterhaltungsprosa. Aber bei Unterhaltungsliteratur bleibt beim Durchhecheln der Romane - vor allem, wenn sie wirklich spannend geschrieben sind - doch vieles (sofern vorhanden) auf der Strecke. Kompensiert wird dies lediglich dadurch etwas, daß ich Romane, die mir gefallen (und das ist schon einiges) immer wieder lese und daher beim zweiten, dritten, x-ten Durchgang, wenn die Spannung des ersten Lesens nicht mehr da ist, "genauer" lese oder mehr erfasse.
    Also, summa summarum meine ich, daß man durch viel (wirklich viel) Lesen automatisch zum Schnelleser wird.