In weniger als 80 Tagen um die Welt - Hochseesegeln at its best - Vendée Globe

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  • In weniger als 80 Tagen um die Welt - Hochseesegeln at its best - Vendée Globe

    Moin @all :)

    Für alle, an denen solche Nachrichten und die damit vor allem verbundene Faszination des Segelsports - wie hier mit IMOCA-Hochsee- Rennyachten - eher unbemerkt (auch bzgl. des TV) vorbeigehen ...
    Und vllt. für die nächsten Tage/Wochen auch an diejenigen gerichtet, die von Abo-Gewinnern in Formel 1 oder Fußball - ups, gestern war's wohl gerade nischt damit ;) - mal die Nase voll haben,
    hier ein kleiner Hinweis auf die bereits seit 10 Tagen stattfindende Vendée Globe.

    Dieses Jahr übrigens das erste Mal, dass auch ein deutscher Skipper
    - Boris Herrmann aus Hamburg, u.a, bekannt vom Segellift zur UN von Plymouth nach New York für Greta Thunberg mit der "Malizia" -
    an diesem härtesten Einhand-Weltumsegelungsrennen mit gar nicht so schlechten Chancen auf eine gute Plazierung teilnimmt.
    Nicht nur nebenbei engagiert sich Boris auch bei diesen Rennen für Ozean- und Umweltprojekte.
    U.a der Unesco, des AWI (Alfred-Wegener-Instituts) u.a.m., indem er Sonden aussetzt und Messdaten während des Rennens sammelt.

    Zur Einstimmung mal eins der letzten Videos von Boris Herrmann an Board der Seaexplorer
    hier beim Ausreiten eines dicken Squalls (Gewitterboe) mit bis zu 28 knots (ca. 51Km/h) speed bei mittlerer See (bis 2m Wellenhöhe) ;)
    Und das ausgerechnet in der Region der Doldrums (Kalmen), die für ihre Phasen der langen Windstille berüchtigt ist.


    Für evtl. Interessierte hier mal ein paar weitere Links zum Vendée Globe
    Das Rennen mit div. Einstellungen zu Plazierungen Speed, Wetter etc.pp.
    Tracking map - Vendée Globe - En
    Hier die allgemeinen Infos zum Rennen
    Vendée Globe: Die Hotspots auf der Route um die Welt
    International Monohull Open Class Association – Wikipedia
    Vendée Globe – Wikipedia
    Zu Boris Herrmann:
    Vendée Globe: Die Favoriten – Franzosen listen Boris Herrmann auf Rang zehn | SegelReporter
    Boris HERRMANN - Vendée Globe - En
    Greta, Fürst Albert und Alex Thomson feuern Herrmann an
    Vendee Globe: Boris Herrmann video series | Yacht Racing Life

    Und auch wenn meine Zeit des ambitionierteren Dickschiffsegelns , u.a. auch mit so einigen Rennen, längst vorbei ist ...
    Es juckt mich doch gewaltig beim Anschauen dieser Videos ... ;)

    PS
    Ganz nebenbei lt. letzter Aktualisierung
    Boris liegt seit 2 Tagen fast konstant auf dem 7. Platz im Ranking (von 32(33), ein Ausfall bisher), was für einen Novizen dieses Rennens schon sehr beachtlich ist.
    Kurz vor Überquerung des Äquators, 3500 nautische Seemeilen hinter sich, und noch ca. 21.300 Seemeilen to go ;)

    Und wer meinen Favoriten Alex Thomson erleben möchte, u.a. in einem sehr informativen Video über dieses und sein Rennen, 2016/17 sollte sich dies unbedingt anschauen
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  • Moin, moin :)

    ich mach's mir ein wenig einfach und verlinke einfach einen Artikel, der den Rennverlauf bis jetzt m.M.n. gut zusammenfasst.
    Ca. 4.000 Seemeilen (~7.400 km) sind gesegelt, 21.000 sn (38.900 km) liegen noch Bug voraus.
    Alex Thomson führt "noch", mit einem Rückstand von nur ca. 15 bzw. 45 Seemeilen folgen allerdings die nächsten Beiden.
    Boris Herrmann behauptet nach vor den 7.Platz und holt dabei sogar auf den Führenden auf; von ca. 300 Meilen Rückstand auf jetzt 225.
    Von den Favoriten aus den anfänglichen Top Ten (vor Start) finden sich z.Zt. aber nur noch 6 unter den momentanen Top Ten, wobei ein einstiger Mitfavorit nach Defekt am Großsegel nach Eigenreparatur nun dem Feld mit ca. 1.500 Seemeilen hinterher segelt. Ein Chapeau allein für diese Leistung, die vmtl. kaum jemand hier nachvollziehen kann.
    Ein anderer Mitfavorit musste wegen irreparabler Defekte aufgeben
    Wenn man sich daneben vergegenwärtigt, dass mehr als 600 Menschen bisher im All unterwegs waren, mehrere tausend Menschen (ca.3.500?) inzwischen den Mount Everest bestiegen haben, gibt es doch nur ca. hundert Menschen, Frauen wie Männer, die bisher Einhand rund um die Welt gesegelt sind, unter Bedingungen, die neben lediglich 1-2 stündigem Schlafen auch permanent wechselnde Wetterbedingungen beinhalten. Und der härteste Teil dieses Rennens, quasi round Antarctica, folgt ja noch.
    Die Führenden der Vendée Globe sind über den Äquator

    always fair wind
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  • Moin, moin

    Nach einigen Tagen nicht uninteressanter, für Laien allerdings weniger spannenden Begebenheiten bei der Vendée Globe, kommen wir jetzt am WE in eine hochinteressante Phase dieses Rennens. Denn die klimatischen Bedingungen (Druck- und Windverhältnisse) stellen die Skipper vor taktische Entscheidungen, die schon jetzt das gesamte Rennen maßgeblich mit entscheiden können.
    Im Gegensatz vor 4 Jahren, dem letzten Vendée Globe wartet der Südatlantik mit einer difizilen Verteilung des St.Helena Hochs und einem bei gelagerten kleinen Tiefdrucksystems auf, welches sich allerdings schon morgen auflösen könnte. Für die Führenden ein taktisches Glücksspiel bei der Einschätzung über den zukünftigen Kurs, der derzeit sich damit noch unbestimmt verändernden Windbedingungen.
    Aber genauso, wie die bisher 10 Führenden enorme Wind- und damit Geschwindigkeitsvorteile bei der Durchquerung der Doldrums (Kalmen) hatten - ein Großteil der nachfolgenden 22 Boote hängt dort jetzt in Flauten bzw. mit langsamem Speed zunehmend hinterher, so sind die Entscheidungen über einen mehr östlichen oder westlichen Kurs gen Kap der guten Hoffnung z.Zt. von vielen Unwägbarkeiten bestimmt.
    Ein westlicher Kurs ist scheinbar sicherer, aber auch wesentlich länger und bringt bei diesem Kurs mehr oder weniger einen längeren Aufenthalt in den 40iger Breitengraden mit sich. Kältere Temperaturen sind dort vorprogrammiert, aber eben auch relativ konstante hohe raume Winde und dementsprechend konstante Geschwindigkeiten. Beim östlichen, kürzeren Kurs droht zumindest den hinteren der 10 Führenden (3 an der Spitze, sieben Folgende) auch das Risiko von Flauten oder schwachen Winden.
    Wer sich auch für solche (nicht nur segel-) taktischen Überlegungen - in Verbindung mit unseren globalen Windsystemen und dementsprechend meteorologischen wie klimatischen Veränderungen - interessiert, denen sei vor allem der erste folgende Artikel wärmstens empfohlen.
    Vendée Globe: Der schwierige Weg durch den Südatlantik

    Und spezieller auf Boris Herrmann bezogen (Tag 13, 22.11.20)
    Vendée Globe: Boris Herrmann meldet sich aus dem Atlantik – Soll er abbiegen? | SegelReporter
    Unbedingt sehens- oder auch hörenswert! Diesmal auf deutsch :D



    Ach ja, aktuell hat der bislang lange Führende der Dreierspitzengruppe, Alex Thomson, wohl mit seinem mehr westlichen Kurs eine zumindest bis dato schlechtere Entscheidung getroffen, die ihn ab gestern die Führung kostete. Ob es auch strukturelle Probleme onboard gab, kann bisher nur spekuliert werden. We hope the best, Alex
    [edit:]
    Nach einer routienemässigen Kontrolle wurden von Alex Beschädigungen am Bug festgestellt. Ursache unbekannt. Per Funk wurden Rep.Instruktionen übermittelt, während Alex Thomson das Boot in einer stabilen Lage hält, um zu reparieren. Von daher fällt er jetzt wohl Stunde um Stunde hinter den beiden Führenden zurück. Mehr wird wohl frühestens beim Update gegen 22:00 MEZ bzw. morgen zu erfahren sein {edit Ende]
    Boris selbst segelt inzwischen querab innerhalb einer Siebenergruppe sogar schon auf Gesamtplatz sechs
    Siehe -> Tracking map - Vendée Globe - En)
    Nutzt dort zum besseren Verständnis die Ikons links fürs Ranking und Bestenlisten, rechts für (von oben nach unten)
    Full screen, Hintergrund, Zoom auf die ersten Drei, Bootsnamen, theoretische Route, Gewinnerroute 2016,
    Tag/Nachgrenze, Wettervorhersage mit Windgeschw. etc.pp, Breitengradlinien und individ. Distanzmesser

    Always a good wind :)
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  • Moin, moin :)

    Wie bereits gestern angeschnackt:
    Alle haben sich zur Beibehaltung des bisherigen, eher östlichen Kurses entschieden, mit der Folge, dass die wechselnden, zumeist oft schwachen Winde mal den Einen oder Anderen benachteiligen.
    Mal dümpelt man mit 3-4 kn - gerade noch den Kurs haltend - vor sich hin, während andere die Gunst guter Windpassagen nutzen.
    Mehrere Positionswechsel gerade in der bisherigen Siebenergruppe, die sich mit dem stetig reparierenden Alex Thomson heute in eine Achtergruppe (Höhe 24°-26° Breitengrad) verwandelt hat, lassen zur Zeit nur das fast gleichauf führende Spitzenduo (ca. 300 sn voraus ca. Höhe 30° Breitengrad) mit Charlie Dalin (Apivia) - trotz Vandée Globe Premiere wie Boris nicht wirklich ein Geheimtip - und Thomas Ruyant (LinkedOut) - als bisher schon relativ erfolgreicher Vandée Globe sailor mit viel früherem Pech, aber auch sehr viel Potential - ihre segel-taktischen Manöver mit verglichen viel speed von 15-17kn "aushalsen".

    Für die Führenden wird der Südatlantik - ca. ab dem 35° Breitengrad/Höhe Kap d.g.Hoffnung - wohl in 3 Tagen erreicht sein, die Verfolger werden vermutlich wohl einen knappen Tag länger brauchen.
    Aber auch wenn dort relativ stabile Windverhältnisse (wechselnde Tiefdrucksysteme) warten, bleibt doch abzuwarten, wie gerade die neueren IMOCAs mit Foils mit Wellenhöhen von durchschnittlich 3-5 Metern (und höher) zurechtkommen werden. Ob sich die modernen Systeme dort auch mit ihrem ansonsten höherem Speed bewähren können, ist zudem auch ein großes Fragezeichen dieser Vendée.
    Denn von der 10er Führungsgruppe fährt lediglich der alte Hase Jean le Cam (Yes we Cam) eine IMOCA ohne Foils, hält sich aber,auch auf Grund seiner langjährigen taktischer Erfahrung, der Mann ist immerhin 61 (wow :)), zur Zeit sogar auf dem 3.Platz
    Denn allein schon die bisherigen strukturellen Probleme von Alex Thomson (Hugo Boss) am Bug lassen sich inzwischen vmtl. ziemlich sicher auch auf die größere Belastungen des Bugs während des Einsatzes der Foils zurückführen.

    Zum oben Angesprochenen ein ergänzender Artikel
    Vendée Globe aktuell: Herrmann verliert 40 Meilen – Thomson repariert – Führungswechsel | SegelReporter
    mit Videos von Boris (z.Zt. wieder 6.) in englisch

    sowie Thomas Ruyant (z.Zt. 2.) in französisch


    sowie ein Artikel zu/von Alex Thomson (Bugreparatur, z.Zt. noch 5.))
    Vendée Globe: Alex Thomson erklärt, wie und ob es für ihn und Hugo Boss weitergeht | SegelReporter

    good wind and stay safe
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