Linux Mint 20.1: Cinnamon-4.8-Desktop und Detailverbesserungen

  • Allgemein

  • mad.de
  • 62 Aufrufe 0 Antworten

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Linux Mint 20.1: Cinnamon-4.8-Desktop und Detailverbesserungen

    Die neue Linux-Mint-Version 20.1 kommt mit Cinnamon 4.8 als Desktop, WebApps und Chromium Browser und bietet weitere Verbesserungen und Fehlerbehebungen.

    Gut ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung von Linux Mint 20 haben die Entwickler rund um Linux-Mint-Chef Clement Lefebvre die Version 20.1 der Linux-Distribution freigegeben. Wie es bereits die Versionsnummer andeutet, bringt Linux Mint 20.1 eher Detailverbesserungen als große Neuerungen. Ein paar Leuchtturm-Features gibt es dennoch.

    Neuer Cinnamon-Desktop
    Nach wie vor bleibt Cinnamon der Standard-Desktop von Linux Mint und liegt nun in Version 4.8 vor. Cinnamon 4.8 ist permformanter als seine Vorgänger, benötigt weniger Ressourcen und verwaltet seine eigenen Erweiterungen ("Spices") nun besser. Eine ausführliche Übersicht zu den Neuerungen in Cinnamon 4.8 liefert der Beitrag: "Ausprobiert: Linux-Desktopumgebung Cinnamon 4.8" (Link entfernt).

    Alternativ können Mint-Nutzer andere Desktops wie etwa MATE und Xfce verwenden. Xfce ist allerdings noch nicht in der Ende Dezember veröffentlichten Version 4.16 in Mint integriert. Das soll erst in Mint 20.2 geschehen, das voraussichtlich im Juli 2021 erscheint. Denkbar ist allerdings, Xfce 4.16 aus einem Ubuntu-PPA zu installieren.

    Ähnliches gilt für MATE: Auch hier enthält Mint 20.1 lediglich ein etwas aktuelleres Bugfix-Release als der Vorgänger Mint 20. Der Composition- und Fenster-Manager Compiz ist wieder "out of the box" auf den MATE- und Xfce-Desktops verfügbar.

    WebApps: Programme aus Webseiten
    Neu sind in Linux Mint 20.1 WebApps. Die Idee dahinter ist manchem Anwender womöglich von iOS und macOS, aber auch Gnome bekannt: Aus einer Webseite lässt sich ein eigenständiges Programm erstellen, das den Inhalt der Webseite anzeigt. Die üblichen Steuerelemente eines Webbrowsers fehlen dann. Bei der Mint-Variante arbeitet Firefox im Hintergrund.

    Den Namen der WebApp legt der Admin nach eigenen Vorstellungen fest. Der Vorteil: WebApps lassen sich mit einem eigenen Icon versehen und direkt aus dem Start-Menü oder mit einem Doppelklick auf das Icon starten. WebApps tauchen zudem in der Taskleiste und in der Fenster-Auswahl der Tabulator-Taste als eigene Programme auf, was sie von Tabs in einem Browser unterscheidet.

    Die Entwickler nennen eine Vielzahl möglicher Einsatzzwecke: Videos, die im Hintergrund des Desktops laufen sollen oder Web-Anwendungen diverser Instant-Messenger wie WhatsApp sind ideal, um sie als WebApps umzusetzen.

    Fernsehgenuss mit Hypnotix
    Ebenfalls neu ist in Linux Mint 20.1 die Anwendung Hypnotix. Sie gibt IPTV-Streams wieder, die per M3U-Playliste über ihre Anbieter zur Verfügung gestellt werden. Viele Streaming-Anbieter machen ihre Angebote mittels M3U-Liste im Netz verfügbar, auch wenn Einschränkungen via Geoblocking dem Fernsehgenuss oft ein Ende bereiten. M3U-Listen von Streaming-Providern können in Hypnotix geöffnet werden, um Zugriff auf die Inhalte der Liste zu erhalten. Je nach Angebot können das Live-Fernsehen oder Video-on-Demand-Angebote aus Mediatheken sein.

    Chromium ist zurück
    Der Chromium-Browser ist in Mint 20.1 wieder standardmäßig dabei. Da die Mint-Entwickler Snap und den dazugehörigen von Canonical kontrollierten Snap-Store ablehnen, hatten sie in Linux Mint 20 das komplette Snap-System standardmäßig deaktiviert. Da Chromium allerdings nur als Snap verfügbar war, mussten Anwender, die den Browser nutzen wollten, selbst Hand anlegen. Dieses Problem ist nun gelöst: Seit November 2020 erstellt und pflegt das Linux-Mint-Team ein eigenes Chromium-Paket.

    Rolle rückwärts beim Drucken
    Nach der Veröffentlichung von Linux Mint 20 rauften sich viele Nutzer die Haare, die auf einen funktionierenden Drucker angewiesen waren. Denn wie bei Ubuntu 20.04 lag Mint 20.0 die App "ippusbxd" bei, die das IPP-Protokoll über den USB-Port spricht und damit eine generische Druckerschnittstelle sein will. Die Idee dahinter: Drucker, die IPP sprechen, benötigen so keinen gerätespezifischen Treiber mehr.

    In Mint 20.1 gibt es das Tool im Zuge einer Neuinstallation nicht mehr, denn "ippusbxd" habe deutlich mehr Probleme bereitet als gelöst. Das Drucken funktioniert dann wieder wie in Mint 19. Passend dazu haben die Entwickler gleich die Treiber für HP-Drucker ("hplip") auf den neusten Stand gebracht. Wer "ippusbxd" benötigt, kann es aber manuell installieren. Ob "ippusbxd" bei einem Update von Mint von einer älteren auf eine aktuelle Version auch entfernt wird, haben wir nicht getestet.

    Einheitliches Dateisystem-Layout
    Eher unter der Haube spielt sich eine zentrale Änderung in Mint 20.1 ab, mit der die Entwickler Empfehlungen des Projekts freedesktop.org folgen. Denn Mint 20.1 bündelt nun alle seine Werkzeuge in Unterordnern in "/usr" und verteilt sie nicht länger auf diverse Verzeichnisse im Hauptzweig ("/") des Dateisystems. Die technischen Detaills, die zu der Entscheidung geführt haben, erklärt das freedesktop.org-Projekt in einem Artikel in dessen Wiki.

    Übliche Versionspflege
    Darüber hinaus bietet Linux Mint die übliche Versionspflege. Das Long-Term-Release, das die Entwickler offiziell bis 2025 unterstützen, kommt mit einem aktualisierten Kernel 5.4 daher, der seinerseits ebenfalls ein Kernel mit Langzeit-Support ist. Daneben stellen Lefebvre und seine Mitstreiter nun auch ein "Edge"-ISO bereit, dem ein aktuellerer Kernel 5.8 beiliegt.

    In beiden Fällen ist die Paketbasis von Mint 20.1 die gleiche wie bei Ubuntu 20.04. Das sorgt dafür, dass sich Drittanbieter-Pakete etwa aus PPA-Verzeichnissen, die für Ubuntu 20.04 konzipiert sind, üblicherweise auch in Mint 20.1 installieren lassen. Erst 2022 planen die Entwickler einen Umstieg auf eine aktuellere Systembasis, dann voraussichtlich auf Basis von Ubuntu 22.04.

    Die Installations-Images von Linux Mint 20.1 stehen als Download über die Linux-Mint-Webseite zur Verfügung.
    • Neuerungen in Linux Mint 20.1 "Ulyssa" Cinnamon
    • Neuerungen in Linux Mint 20.1 "Ulyssa" Xfce
    • Neuerungen in Linux Mint 20.1 "Ulyssa" MATE
    Quelle: Linux Mint 20.1: Cinnamon-4.8-Desktop und Detailverbesserungen | heise online