Flucht aus Vietnam ... ähm, sorry Afghanistan

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  • muesli
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  • Flucht aus Vietnam ... ähm, sorry Afghanistan

    Moin, moin
    in den letzten Jahren habe ich mich ja schon zu diversen Themen auch deutscher Außenpolitik, deren Rechtfertigungen von Kriegseinsätzen im Balkan - den Irak mal ausgespart - sowie des Weiteren zu Libyen, Syrien, Mali und Afghanistan geäußert.
    Allen gemeinsam war letztendlich, das rein militärische Einsätze kaum bis gar nichts zum Besseren gewendet und lediglich die militärische Absicherung von hauptsächlich zivilen Hilfsprogrammen durch UN sowie NGO's nur manchmal etwas Positives erbracht haben.

    Was jetzt allerdings in den letzten Monaten vom Kriegsinitiator USA und diversen Nato-Partnern inklusive der BRD in die Wege geleitet wurde,
    war und ist nicht nur eine zukünftige weitere humanitäre Katastrophe für Afghanen*Innen, sondern auch sowohl diplomatisch wie militärisch ein Armutszeugnis, welcher nicht nur stark an die letzten Tage des Vietnamkrieges erinnert.

    Zum einen kündigt man einen baldigen Abzug von Truppen an, während stockende Friedensgespräche mit den Taliban noch laufen :rolleyes:
    Nach dem Motto, hey, ihr müsst mit Widerstand rechnen, auch wenn ich schon plane, die Beine in die Hand zu nehmen.
    Des Weiteren plant man in Seelenruhe den einigermaßen geordneten Rückzug eigener Truppenkontingente, verliert aber dem Anschein nach kaum Gedanken darüber, wie und wann man andere gefährdete Verbündete und Helfer auch rechtzeitig außer Landes bringt, bevor Eskalationen Fahrt aufnehmen.
    Denn Eskalationen waren schon zur Zeit der Verkündung des "Rückzugs" (für mich Flucht) an der Tagesordnung.
    Dann bekommt man es noch nicht einmal auf die Reihe, entsprechendes für eine Evakuierung notwendiges Transportmaterial rechtzeitig auf den Weg zu bringen.
    Von einer militärischen Absicherung solch einer Flucht gar nicht zu reden.

    Ok, man fängt nach 4 Jahren Schröder Regierung und 16 Jahren Merkel Regierung jetzt tatsächlich darüber an nachzudenken, wie man nicht militärische Helfer und Gefährdete, inklusive dort beheimateter gefährdeter Menschen zukünftig sicher aufnehmen bzw. zurückführen könne.
    Notfalls jetzt ohne "große bürokratische Hürden" ...
    Ohne allerdings konkrete Vorstellungen, wie man mindestens zehntausend Menschen denn auf die Schnelle transportieren will bzw. könnte.
    Und das auf einem Flugplatz in Kabul, der schon seit Monaten an Kapazitätsgrenzen arbeitet.
    OK, neueste Meldung dazu, 2 A400 Transportmaschinen konnten jetzt gar nicht (mehr) in Kabul wegen Überfüllung des Flugplatzes landen... Aber wann denn wohl?

    Wie gesagt, zu Kriegsbeginn eine SPD geführte Regierung, die unter massiver, sprich drängender Mithilfe der CDU von diesbezüglichen Nato-Verpflichtungen faselte (im Irakkrieg konnte Schroeder sich doch auch weitgehend heraushalten), obwohl für viele Sachkundige schon 2001/2002 klar war, das ein solcher Kriegseinsatz nur scheitern konnte. Danach hatte eine CDU geführte Regierung 16 Jahre Zeit, ein eventuell notwendiges, konkretes, umsetzungsfähiges Ausstiegsszenario nicht nur zu planen, sondern auch deren Umsetzung realistisch zu prüfen.

    Andererseits, eine Regierung, deren dafür zuständige Ministerien (wer war noch gleich zuständig für das Kriegs- ups Verteidigungsministerium?), sowie daran beteiligte Parteien soll jetzt wohl diese Verantwortlichkeit möglichst nicht aufgebürdet werden.
    Erinnert i-wie an einen CDU-Landrat, der im Landkreis Ahrweiler es nicht für nötig hielt rechtzeitig, also mindestens 8 Stunden vorher vorzuwarnen, sondern es erst gegen ca. 23 Uhr, also kurz vor Mitternacht, es für langsam wichtig hielt, bezüglich einer in wenigen Stunden zu erwartenden Flutwelle von 6 bis 7 Metern Warnungen an Behörden zu verbreiten.

    Dass damit auch europaweite sowie nationale Verteilungsschlüssel für erwartbar steigende Flüchtlingswellen aus dem Nahen wie Fernen Osten dezidierter Vorbereitungen bedürften, wollte man den Bürgern natürlich so kurz vor einer Wahl auch nicht zumuten :whistling:

    Na, was meint ihr dazu?
    Cui bono? et ... Quis custodiet ipsos custodes? frei übersetzt: Wem nützt es? und ... Wer kontrolliert die Kontrolleure?

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von muesli () aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler, ups

  • Alles total richtig was du an Beispielen anführst. Und irgendwie ist es so traurig - im Grunde schon grotesk.

    Wasser kann Hügel hinabläuft und dann zu Wasseransammlungen führen. Sehr erstaunlich was sich die Physik so alles einfallen lässt, aber Neuland (was war es doch gleich worin hat Frau Merkel doch gleich den Doktortitel gemacht?).

    Der Klimawandel kommt nicht der erste st schon da. Neuland.
    Elektroautos alle Verbrenner runter von deutschen Straßen und verschrotten (oder wenigstens nach Albanien oder Afrika exportieren). Massenarbeitslosigkeit weil die tollen Autos weniger Teile haben die kaputt gehen können (obwohl das wurde jetzt intensiv von deutschen Ingenieuren angegangen und hurra wir haben ganz viele zusätzliche wartungsintensive Teile eingebaut, welche es möglich machen den Kunden noch schlimmer zu melken als bisher, alle können sich entspannen).
    Durch die wegfallenden Steuereinnahmen Steuerausfälle? Ach ja, also das ist definitiv Neuland - damit war einfach nicht zu rechnen.

    Deutschland zieht sich zurück statt einen Krieg direkt zu verlieren? Das ist nun wirklich Neuland. Truppenabzug- wie geht das? Da gibt es keine Folge von Knoffhoff zu. Da müssen wir erst einmal lange darüber sprechen, wie das zu bewerkstelligen sein könnte.
    Achtung flacher Kalauer: da kriegt die Redewendung: „eine Sache totdiskutieren“,doch gleich eine ganz neue Bedeutung. Klar wie die Nummer endet. Es gibt keine, oder nur eine Handvoll Überlebender.
    Ein Untersuchungsausschuss kommt auch zu dem Fazit, das da niemand konkret zur Verantwortung gezogen werden kann; eine unglückliche Verkettung von Um- und Zuständen die zwar auf eine dysfunktionell arbeitende und in wunderbarerweise inkompetente Staatsmacht schließen lassen, aber eben nicht auf eine Einzelperson.
    Es sei denn, die Raumpflegerin zerstört den einen strategisch wichtigen Computer vollständig durch eine Flutung kritischer Bauteile mit Flüssigkeit auf welchem das komplette Rückholszenario schon komplett fertig ausgearbeitet vorlag und von dem es natürlich auch keine Sicherung gibt (Neuland) dann - ja dann bekommt das Versagen vielleicht doch ein Gesicht.
    Es war alles Erna’s schuld.
  • Jep, Anakin
    nette Beispiele von dir, die mich erneut auch an das im "Wählen"-thread bereits enthaltene Zitat von Mark Twain erinnern.
    "Manchmal frage ich mich, ob die Welt von klugen Leuten regiert wird, die uns zum Narren halten,
    oder von Schwachköpfen, die es ernst meinen"

    Man könnte dabei ja auch auf die Idee kommen, dass diese Fälle von kaum personalisierbarer Unfähigkeit, "scheinbar unvorhersehbaren" Zufällen und urplötzlich dann auch noch fehlender Zeit eine eher perfide Kombinationsfolge skrupelloser Machtmenschen ist, die damit doch "nur" auf entschuldbare menschliche Fehler, das Schicksal (oder Kismet) oder aber auch die Begriffsstutzigkeit ihrer demnächst wählenden Bürger hoffen.

    Urplötzlich wird dann Verantwortung und Entsetzen für Mitmenschen - heute mal Afghanen*Innen, morgen... Wer auch immer - geheuchelt und mit etwas Hoffnung auf internationalen Druck oder hoffentlich "Glück" verwiesen. Besonders bei Laschet kam mir gestern dabei fast das Essen retour.
    Immerhin hat der den Schuldigen ja schon ausgemacht ;)
    Es war der Außenminister ;)
    Na klar, also derjenige, der auch mit Taliban mitverhandelte, Friedensgespräche in diversen Regionen der Erde diplomatisch befördert und meines Wissens nur allzu oft an Vetos der größeren Koalitionspartei in der Regierung scheiterte.

    Hoppla, mir fällt gerade auf, dass ich hier fast schon einen SPD-Minister verteidige.
    Nun, bestimmt keine besonders helle diplomatische Leuchte am Firmament, und gewiss nicht mit grauen diplomatischen Eminenzen wie dem SPD'ler Egon Bahr vergleichbar, gegenüber dem selbst andere international hoch angesehene deutsche Außenminister - wie Brandt, Schmidt und Fischer - manchmal fast wie Dilettanten wirkten.

    Aber wenn ich einen Heiko Maas mit diversen, eher flackernden Funzeln (für die Bürger), aber Highend-Spots (für Industrie&Lobbys) aus der CDU vergleiche ...
    von AKK (Verteidigung) oder U.von Ley(d)en, die beide also rein gar nischt mit dem Debakel in Afghanistan zu tun haben/hatten?

    oder Altmeier für Wirtschaft und Energie?,

    von Klöckner (Ernährung/Landwirtschaft), Karliczek (Bildung?/Forschung) und Scheuer (Verkehr und dig. Infrastruktur) mal ganz zu schweigen, aber still lachen kann man da aber auch nicht ...
    Na, dann wünschte ich mir in oben gelisteten Ministerien doch eher mehr Minister*Innen a la Maas
    OK, es dürfen gerne auch noch bessere kommen ;) , aber ich will hier auch nicht zu unbescheiden werden.

    Ähm, noch eine Nachfrage, Anakin
    Wer ist Erna? Etwa die Schwester von Ellie, die mit dem: "Alles Sch**ße, deine Ellie?
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von muesli ()

  • Und wie geht es jetzt in Afghanistan weiter?

    Ich möchte hier nur in Abrissen ein klein wenig den Blick in eine Kultur eröffnen, die schon zu Zeiten Alexanders des Großen als unregierbar und kaum unter Kontrolle zu bringen galt.
    Klar haben danach Perser, Mongolen, Osmanen, Engländer, Russen, um hier nur die geschichtlich bekanntesten Ethnien bzw. Nationen zu nennen,
    versucht Alexanders Einschätzungen zu widerlegen. Nur Dschingis Kahns Heerführer haben lediglich wenige Wochen/Monate gebraucht, um sich Alexanders Analysen auch zu eigen zu machen und einen kleinen Umweg Richtung Norden/Seidenstraße in Kauf genommen, um Teheran und Bagdad zu erobern ;)
    Was sagt das aber über den Rest der übrigen, späteren Invasoren aus?

    Ansonsten, auf das aktuelle Geschehen bezogen, braucht es lediglich mindestens rudimentäre Kenntnisse des Koran und der Scharia,
    allerdings sind/können Kenntnisse über "Über die Kriegskunst“ von Sunzi (ca. 500 v.Chr.) oder Machiavelli's Discorsi und Dell’arte della guerra (1519) auch hilfreich sein.
    Und es ist aber bestimmt nicht von Nutzen diese Kenntnisse in Hinsicht auf derzeitige Versprechen und diplomatische Taktiken der Taliban außer Acht zu lassen.
    Selbst der Koran erlaubt das Belügen von Gegner bzw. Ungläubigen ;), da muss nicht erst ein Trump diese Vorgehensweise neu hypen.
    Und ganz sicher wird es auch afghanische Frauen geben, die sich zu Handlangerinnen dieses erneuten Taliban-Regimes machen (lassen).
    Und selbstverständlich haben die Taliban im Moment wie zukünftig kein Interesse daran, substantielle, auch vom Westen finanzierte Infrastruktur kaputt machen zu lassen. ;)

    Von daher werden wir in Zukunft ein Regime entstehen sehen, welches sich eingedenk der bisherigen Fehler arabischer wie anderer islamisch regierter Regimes versucht, durch die internationale Diplomatie hindurch zu lavieren.
    Gespräche mit Russland wie China laufen dem Vernehmen nach schon in Hinterzimmern, der Iran dürfte auch interessiert sein
    und der Sympathien eines gewissen Anteils der Bevölkerung islamisch dominierter Nationen dürfen sich die Taliban auch gewiss sein.

    Was bleibt:
    Im Westen nichts Neues!
    Lediglich der Klimawandel wird in Zukunft noch den Taliban gefährlich werden, wie aber auch dem großen Rest der Menschheit. ;)

    Für visuell Interessierte sei hier noch eine zwar inzwischen auch schon (leicht) veraltete, nichtsdestotrotz sehr informative Reportage des Auslandsjournals empfohlen:
    Titel: auslandsjournal - Die Rückkehr der Taliban - Wohin steuert Afghanistan_21.07.2021 29 Min.
    Über mediathekviewweb.de in sd, hq und hd abrufbar unter
    MediathekViewWeb

    PS edit 17.Aug.2021 16 Uhr
    Von den geschätzten ca. 10.000 Menschen,
    also Menschen mit rein deutscher oder doppelter Staatsangehörigkeit sowie afghanischen Helfern, die entweder militärischen und/oder zivilen Projekten zugearbeitet haben, sind derzeit mit 2 Flügen 7 plus ca. 100 Menschen über Zwischenlandung Usbekistan ausgeflogen worden, denn auch Menschen anderer Staatsangehörigkeit waren auf dem zweiten Flug vertreten
    Schätzungen, wie viele der restlichen, o.g. ca. 9.800 überhaupt jetzt schon auf dem Flughafen Kabul präsent sind, gibt es nicht.

    [edit 2 18 Uhr | nur ca. 180 Menschen warten am Flughafen derzeit auf eine deutsche Evakuierung mit deutschen Maschinen, der Rest afghanischer Helfer bzw. Personen mit deutschem Pass/Visum/Hilfsanrecht ist in der Stadt Kabul bzw. über den Norden des Landes verstreut]

    Aber man kann realistischerweise davon ausgehen, das der weitaus größte Teil davon bisher weder den von Taliban kontrollierten Zugang zum Flughafen passieren konnte, noch irgendeine Chance haben, dort in Zukunft noch durchgelassen zu werden.
    Ok, gering pigmentierte Menschen mit entsprechender Physiognomie und eindeutig ausländischer Staatsangehörigkeit, also max. 1.000, könnten eventuell noch realistische Chancen haben, dort Durchlass zu finden, sofern sie überhaupt Chancen haben zum Checkpoint Flughafen Kabul durchzukommen. Alle anderen befinden sich jetzt in einer mehr als prekären Falle...
    Dies nur als Einschätzung zu jetzt schon offen medial verbreiteten Hilflosigkeit.

    Was diese Umstände bezüglich der Einschätzung "westlicher" Solidarität und Glaubwürdigkeit in Zukunft wohl bedeuten mag, überlasse ich euch selbst. :(
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    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von muesli ()

  • muesli schrieb:

    Und wie geht es jetzt in Afghanistan weiter?
    ich greife mal nur den ersten satz auf, ich habe in der vergangenheit schon nicht verstanden was uns das angeht
    und noch unverständlicher ist es mir wieso wir uns über die zukunft von afgahnistan gedanken machen sollen (auch wir haben die regierung die wir anscheinend verdienen)
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  • Moin Holger :)
    Dass ich seit dem ersten Thema im FS-B, u.a waren Habibi, Doc Lion etc.pp hier noch aktiv, auch schon vehement gegen diesen Einsatz argumentiert habe (Teilinhalte siehe hier in Absatz 1+2 unter #4) sollte vielleicht noch im Archiv (vbulletin) zu finden sein.
    Ansonsten
    Nun ja, mal abgesehen davon, dass man mit diesem unsinnigen Einsatz trotzdem auch Verantwortung übernommen hat, und daneben einige tausend Afghanen sich bereit hier in D befinden, die jetzt auf zu späte bzw. unterlassene Hilfe etwas "ungehalten" reagieren könnten, will ich mich nur auf den Punkt Verantwortung beziehen.
    Ich geh nur mal von mir aus, auch wenn das Folgende altmodisch klingen mag ;)
    Wenn ich Gastfreundschaft empfange, egal ob in Afghanistan oder eben hier, habe ich als Gast wie Gastgeber Pflichten.
    Und so, wie ich einen Freund oder eine Freundin nicht in der Not im Stich lasse, so erwarte ich gleiches auch andersherum. Wie gesagt, völlig altmodisch.

    Das dabei diesbezüglich wenig Verlass auf die meisten deutschen Regierungen ist bzw. war, bringt mich aber persönlich nicht von meinem moralischen Standpunkt ab.
    Und ich wette, so einige jetzt hier gestrandete Migranten sehen das durchaus noch krasser.

    Schlimm genug, wie die CDU-geführte Koalition, jetzt sogar unisono mit der SPD, versucht ihren Kopf so kurz vor den Wahlen möglichst elegant und einlullend aus der Schlinge zu ziehen.
    Mag ja sein, dass viele Bundesbürger nur auf die dunklen Prophezeiungen einer neuen Flüchtlingswelle konzentriert sind ...
    Dazu kann ich nur sagen, wir brauchen in spätestens 20-30 Jahren gar keine sogenannten Ausländer mehr als Flüchtlinge, denn dann wird es Fluchtbewegungen in und aus fast ganz Europa sowie vllt. auch schon auch aus manchen Regionen Deutschlands geben.

    Aber nein, auch dann würde ich (ist dann aber garantiert nicht mehr meine Baustelle) kaum auf Solidarität hoffen, denn dann werden die allermeisten mit eigenen Problemen beschäftigt sein, die dann für die Meisten noch nicht einmal direkt mit der fortschreitenden Klimakatastrophe in Verbindung zu bringen sind. ;)

    An dieser Krise zeigt sich doch als Allererstes nur wiederum: Rette sich, wer kann und dann... Schwamm drüber.

    PS edit
    Dass ich in einer durchaus auch für mich persönlich aufwühlenden Situation - ich kenne einige dort (auch ehemals) aktive Menschen (Deutsche wie Afghanen) u. a. aus diversen Korrespondenzen - einen von dir angesprochenen Punkt unbeantwortet gelassen habe, hier der Nachtrag zum letzten Punkt deines posts:

    Holger schrieb:

    #5 [...]noch unverständlicher ist es mir wieso wir uns über die zukunft von afgahnistan gedanken machen sollen
    Über die Zukunft Afghanistan kann man sich Gedanken machen, oder eben auch nicht. Hängt vmtl. damit zusammen, welche Bezüge man zu dem Land bzw. zu globalen Ereignissen hat ;)
    Ich lass dabei mal spezielle ethische und moralische Aspekte außen vor.
    Die allerdings mehr als gravierenden Folgen für das Ansehen Deutschlands, damit vmtl. auch Europas, sowie in der Folge auch deutscher Bürger, sollte schon zu denken geben.
    Nicht nur das die jetzigen Ereignisse Folgen für eine eh mehr als schleppende Integration von allen Migranten in Deutschland/Europa haben wird, das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit deutscher Aussagen/Aktivitäten ist damit für x Jahre/Generationen weltweit (erneut) erschüttert, was somit diplomatische Aktivitäten (hinsichtlich Frieden/Handel/Austausch) mehr als erschweren wird. Man könnte auch sagen, dass wir uns momentan im Ranking des globalen Ansehens in Richtung USA oder noch tiefer bewegen.
    Was natürlich globale Player wie China, Russland, aber auch national-konservative Kräfte in den USA wie der UNO, aber auch in Europa eher "freuen" wird.
    Was das für die weitere Zukunft bedeuten mag/bringen wird, will ich an dieser Stelle gar nicht weiter ausführen ;)

    OK, den Inhalt deiner letzten Klammer unterschreibe ich... Und zwar mindestens seit 1980 bzw. seit ich politisch zu denken gelernt habe

    PPS edit Medialinks 19.Aug.
    Wer mehr sowohl über die augenblickliche Situation und auch die geschichtliche Entwicklung Afghanistans erfahren möchte, denen empfehle ich folgende Dokumentationen
    Afghanistan - Unser verwundetes Land Ende 2020 am 18.08.2021 gesendet sd-hd, als 1 oder Zweiteiler ca. 90 Min.
    hierüber zu finden
    MediathekViewWeb

    sowie die 4-teilige Doku 'a ca. 53 Min.: Afghanistan - Das verwundete Land 2019
    Mehr Infos dazu hier: Afghanistan - Geschichte | ARTE
    Afghanistan Das verwundete Land (1 4) - Das Königreich am 31.08.2021 hd
    Afghanistan. Das verwundete Land (2_4) - Die Sowjetarmee am 01.09.2021 sd-hd
    Afghanistan. Das verwundete Land (3_4) - Mudjahedin und Taliban am 01.09.2021 sd-hd
    Afghanistan. Das verwundete Land (4_4) - Die NATO-Truppen am 01.09.2021 sd-hd
    hierüber schon jetzt wieder aus der Mediathek abrufbar, wenn auch erst in einigen Tagen als wiederholte Sendung
    MediathekViewWeb

    PPS edit Medialinks 20.Aug.
    Hier noch einige Dokus, die relativ ausgewogen die bisherige Situation in Afghanistan, aus Sicht der Bevölkerung wie auch deutscher Soldaten*Innen schildern.

    Der Preis des Krieges - Afghanistan vom 23.12.2020 sd-hd 44 min.
    MediathekViewWeb

    Ghosts of Afghanistan - Die Macht der Taliban vom 28.06.2021 sd-hd 87 Min.
    MediathekViewWeb

    Der Abzug - Die Afghanistan-Mission und was davon bleibt vom 18.08.2021 sd-hd 44 Min.
    MediathekViewWeb

    Ohne Ausnahme sehenswerte Bilder & Kommentare, teils kaum jugendfrei, aber sicherlich etwas lehrreicher für all diejenigen, welche Krieg nie hautnah erlebt haben! Nicht das ich dies für wünschenswert halte, aber es besteht eben ein Unterschied, Krieg realitätsnah und etwas realistischer zu sehen, als normalerweise durch Medien vermittelt.
    Ich hoffe auch, dass diese Dokumentationen in diverse Unterrichtsbereiche mit einfließen, nicht nur um Verständnis für Kriegsflüchtlinge zu wecken, sondern auch in Hinblick auf zukünftig zu erwartende, weltweite Konflikte, um zumindest vorbereitet zu sein, was Krieg wirklich bedeutet!

    Ich habe nicht erst seit heute höchsten Respekt vor Menschen, die ihr Leben zum Schutz oder zur Rettung von Menschen riskieren.
    Nichtsdestotrotz bleibt Krieg, wie Bundeskanzler Schmidt es einmal sehr, sehr richtig bewertete, Scheisse!
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    Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von muesli () aus folgendem Grund: edit

  • Da sich hier seit geraumer Zeit, trotz sich überschlagenden Ereignissen nichts mehr tut, kann der thread auch gerne geschlossen werden.

    Spätestens seit der Regierungserklärung von Merkel, u.a mit diesem Zitat:
    "Hinterher, im Nachhinein präzise Analysen und Bewertungen zu machen, das ist nicht wirklich kompliziert. Hinterher, im Nachhinein alles genau zu wissen und exakt vorherzusehen, das ist relativ mühelos."
    sollte sich jeder darüber klar werden, dass hier eine CDU-Kanzlerin damit eher eine Generalamnestie für ihre 16 jährige Regierungszeit einfordert, ohne allerdings selbst ihr letztes Scheitern ihrer Außenpolitik (Afghanistan/USA/NATO) einzugestehen.

    Nun, ich kenne dutzende von fundierten Analysen, Warnungen und Einschätzungen dazu, die u.a. auch ich 2001/2002 sowie bei der Verlängerung der Bundeswehrmission 2015 hier im Forum gepostet habe und das Gegenteil von dem belegen, was die derzeitige Noch-Kanzlerin uns heutzutage weismachen will.

    Ich will hier auch nicht auf andere, weitere massive Fehleinschätzungen ihrer von der CDU mitgetragenen Politik eingehen,
    denn zukünftig steht ja ein "Weiter so" bei der Bundestagswahl auf dem Wahlzettel.

    Nur wenn selbst zu diesem Statement der Afghanistan-Politik hier kein Feedback erfolgt, kann ich meine Monologe auch einstellen. ;)
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  • muesli schrieb:

    Nur wenn selbst zu diesem Statement der Afghanistan-Politik hier kein Feedback erfolgt, kann ich meine Monologe auch einstellen.
    tja muesli was soll man denn dazu auch sagen? jeder mit mehr als 4 gehirnzellen wuste seit min 15 jahren "das wird nicht funktionieren"
    jetzt können wir das hier natürlich breit treten, ändert ja aber nichts

    sich im netzt über solche dinge die finger wund zu tippen ändert auch nix, präsenz zeigen wäre da mal angesagt, aber wer soll das machen? unsere jugend? :w00t: die paar in der goldenen mitte wovon 90% die angst plagt das eigenheim nicht zu ende bezahlen zu können? :fuck: oder wer?

    du bringst ja heute (auch ohne gratis wurst) problemlos 100.000 leute zusammen für konzerte und andere veranstalltungen die der volksverdummung dienen aber leider keine 10.000 die mal eier zeigen ohne die hose runter zu lassen ;)
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  • irgendwie sollte man das Thema verallgemeinern ......

    Der Mensch ist kein soziales Wesen !
    Solange es uns gibt, gibt es auch Ausbeutung, Versklavung und Volkermord; egal wann und egal wo ........
    Bin kein Rechter oder Linker, kein Ultra, Radikaler, Nazi oder Ausländerfeind: ich will auch die Welt retten !
    Allerdings bin ich kein Geschichtsexperte und lasse mich gerne eines besseren belehren.

    Nur die kleinen westeuropäischen Staaten leisten sich einen Sozialen Anstrich.
    Allerdings geht es bei den meisten Entscheidungen nicht um die Sache, sondern nur um Interessen. Die Eigenen, die der Partei und die der Geldgeber; und schon sind wir am Kern der Sache !

    Hier höre ich mal auf .....