Lebensversicherung? - Lohnt sich das noch?

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  • Lebensversicherung? - Lohnt sich das noch?

    Ab dem Jahr 2005 wird die Versicherung bei der Auszahlung versteuert. Ab 2030 zu 100 %.
    Lohnt sich ein abschluss noch in diesem Jahr? Oder meint ihr das eh wieder die Gesetze geändert werden, sodass man am Ende doch Steuern zahlen muss?

    Vielen Dank für eure Meinung

    mfg germanmaster
    gruß
    germanmaster
  • Ist es nicht so, das wenn du 2005 die Versicherung abschließt, das es dann versteuert wird. Alles was davor abgescglossen wird, ist wie gehabt Steuerfrei. Deshalb bombadieren uns doch die Versicherungen und fordern uns auf die Chance zu nutzen und jetzt noch die Versicherung abzuschließen. Also lohnt es sich schon noch. Korriegiert mich wenn ich falsch liege, aber so ist mein letzter Stand.
  • Steuergesetze sind oft schon rückwirkend geändert worden!
    Kleines Beispiel gefällig:
    Mein Vater hatte zusammen mit seinem Bruder ein Haus gebaut. Jeder bewohnte eine Wohnung. Das Haus war Gemeinschaftseigentum.

    Irgendwann kamen die Steuer-Idioten auf die Idee, dass man als Gemeinschaftseigentümer nur eine von zwei Wohnungen bewohnen kann und Miete von der anderen kassieren kann. Grober Unfug, aber so wurde das Recht nach irgendeiner Änderung gedeutet. Folge: für etwa 8 - 10 Jahre mussten FIKTIVE Mieteinnahmen versteuert werden, obwohl es die nicht gab. Sagt einem der gesunde Menschenverstand, nicht aber die Steuerbeamten. War für jeden der Brüder viele tausend Mark an Nachzahlung für ein nicht vorhandenes Einkommen.

    Weiteres: habe jetzt einen Nachtragsbescheid für meine KFZ-Steuer vom alten Auto bekommen, rückwirkend zum 1.1.2004!!!

    Oder die Gesetze wegen Scheinselbständigkeit. Da solten freie Programmierer, die jahrelang hauptsächlich nur für einen oder zwei Kunden arbeiteten, für mehrere Jahre Beiträge nachzahlen. Also können die Regierenden und Behörden immer rückwirkend nachfordern.

    Ganz aktuell: 14" Einfuhrzoll für TFT-Monitore mit DVI-Anschluss. Hat man zar im Moment ausgesetzt, die Importeure und Großhändler verlangen den Aufschlag dennoch, da das Verfahren noch nicht endgültig geregelt ist. Und wenn der hohe (unsinnige) Zoll doch wieder kommt, muss RÜCKWIRKEND bezahlt werden - und und und

    Also, war jetzt etwas off-topic - aber verlasst euch bei den Regierungs- und Oppositionsparteien nicht auf deren jetztige Worte und Gesetze. Wenn die bei den Lebensversicherungen wieder drastisch was ändern, hat das natürlich auch wieder Einfluss auf die bisherigen Verträge und Gesetze. Wenn Eichel wieder, dank Autobahnmaut-Misere, Geld braucht, fällt dem noch genügend ein. Auch bei Lebensversicherungen.

    Eigentlich ist es besser, sich anderweitig und etwas gestreut abzusichern. Viele Fonds und sonstige Anlagen bieten inzwischen weitaus bessere Renditen. Und das Risiko ist auch nicht höher, als den Regierenden zu vertrauen.
  • Für Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen, die vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurden (Altverträge) und für die mindestens ein Beitrag vor diesem Zeitpunkt gezahlt wurde, gilt ab 2005 eine Bestandsschutzregelung: Sie sind auch weiterhin steuerlich doppelt begünstigt.



    Voraussetzung für die Steuerbegünstigung von Kapitallebensversicherungen ist, dass

    - die Beiträge laufend für mindestens 5 Jahre geleistet werden,

    - die Vertragsdauer mindestens 12 Jahre beträgt,

    - der Todesfallschutz mindestens 60 % der Beitragssumme beträgt und

    - die Versicherungsansprüche nicht steuerschädlich für Finanzierungszwecke eingesetzt werden.

    wir reden hier von lebensversicherungen und nicht von irgendwelchen zollgebühren für tft´s

    lebensversicherungen und rentenversicherungen können nicht steuerlich nachträglich geändert werden

    siehe auch einkommensteuergesetz §20 wo Lebensversicherungen/Rentenversicherungen ja drunterzählen
  • Moin,

    dazu gab es gestern einen interessanten Artikel in der Zeitung den ich nachfolgend mal angehängt habe ...

    Zuerst aber meine Meinung - ich komme selber aus der Branche ... ich würde keinen Lebensversicherungsvertrag auf Zwang - sprich nur weil sich steuerliche Grundlagen ändern - abschließen. Die Lebensversicherung erfüllt grundsätzlich nur den Zweck der Hinterbliebenenabsicherung. Für eine Altersversorgung gibt es wesentlich bessere (sinnvollere) und rentablere Geldanlagen ...

    Cya
    TheNeon

    Auszug aus der Zeitung:

    Hier die wichtigsten Fakten zu den neuen Regeln für die Besteuerung:

    Wie wird besteuert?
    Bisher sind die Erträge von Kapitallebensversicherungen mit einer Laufzeit von mindestens zwölf Jahren steuerfrei. Bei Verträgen, die nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossen werden, gilt folgendes: Wenn die Police eine Laufzeit von mindestens zwölf Jahren hat und die Leistung nach dem 60. Lebensjahr ausgezahlt wird, dann muß die Hälfte des Ertrages versteuert werden. Entfällt eine der Voraussetzungen, werden die Erträge vollständig steuerpflichtig.

    Bei Vertragsende nach dem 60. Lebensjahr des Versicherungskunden wird außerdem die Auszahlung - nur fiktiv zur Steuerberechnung - auf fünf Jahre gestreckt, um die Wirkungen der Steuerprogression abzumildern. Sonst würden die hohen Kapitaleinkünfte in dem Jahr der Auszahlung den anzuwendenden persönlichen Steuersatz extrem hochtreiben.

    Wie hoch ist die Mehrbelastung?
    Ein Rechenbeispiel der Signal Iduna zeigt die Wirkung der Besteuerung. Demnach kann ein jüngerer Mann, der eine Police mit 30 Jahren Laufzeit abgeschlossen hat und monatlich 100 Euro Beitrag einzahlt, mit einer Auszahlungssumme von 62 628 Euro rechnen. Steuerpflichtig ist davon nur der Ertrag, also die Auszahlungssumme abzüglich der eingezahlten Beiträge von insgesamt 36 000 Euro (100 Euro über 360 Monate).

    In dem genannten Beispiel liegt der Ertrag bei 26 628 Euro. Bei einem angenommenen Steuersatz des Mannes von etwa 40 Prozent müßte er damit rechnen, daß 10 651 Euro an das Finanzamt gehen. Ist der Mann bei Vertragsende mindestens 60 Jahre alt, wird nur die Hälfte des Ertrags - also 13 314 Euro - besteuert.

    Wie hoch ist die Rendite?
    Schon durch die Börsentalfahrt der Jahre 2000 bis 2002 hat die Rendite der Lebensversicherungen deutlich gelitten. So liegt die Gewinnbeteiligung für die Kunden (Überschußbeteiligung) im Jahr 2004 nur noch bei durchschnittlich 4,4 Prozent, verglichen mit zeitweise mehr als sieben Prozent in den 90er Jahren.

    Abzüglich von Kosten für die Verwaltung und für die Abdeckung des Todesfallrisikos liegen die tatsächlich Renditen jedoch nach Berechnungen des Bundes der Versicherten (BdV) bei kaum mehr als ein bis zwei Prozent jährlich, bezogen auf die eingezahlten Beiträge. Von einem monatlichen Beitrag in Höhe von 100 Euro gehen im Schnitt fünf Euro für Verwaltungskosten drauf sowie bis zu zehn Euro für die Absicherung des Todesfallrisikos, so der BdV. Die Provision für den Versicherungsvertreter mache oft weitere 15 Euro des Beitrags aus.

    Und:
    Entscheidend für die Steuerfreiheit ist dabei das Abschlußdatum, für die erste Ratenzahlung hat man noch bis zum 31. März 2005 Zeit, wie das Bundesfinanzministerium gestern klarstellte.