Deutsche Sprache

  • Diskussion

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Deutsche Sprache

    Hallo,

    in letzter zeit bzw. letzten Jahren musste ich feststellen, dass die deutsche Sprache am aussterben ist, um es mal auf den Punkt zu bringen. Überall nur noch englisch. Egal wo man hinschaut wird deutsch vom englischem verdrängt. Obwohl es auch dafür sehr gut auch nen brauchbares deutsches Wort geben würde, wird doch lieber englisch bevorzugt. Ich versteh das ehrlich gesagt nicht. Hier im Forum gibt es ja auch solche Themen wie: '' Soll die Türkei in die EU kommen ?'' wobei die Angst besteht, dass Deutschland überflutet wird und unsere Kultur zugrunde geht. Aber genau das, was eine Gesellschaft kulturell ausmacht ist nunmal die Sprache ! Alle haben Angst vor den Türken und den kulturellen Folgen aber was mit der Sprache los ist, dass will bzw merkt einfach keiner. Wenn ich schon so Sätze höre wie : '' Yeah, komm lass und mal zur street gehen und da voll abrocken''. Da weiß ich erstens nicht, was der will und zweitens hört sich das an wie Döner Deutsch.
    Oder macht den fernseh an und hört euch mal um. Jedes 2 Wort ist englischer Herkunft. Ich könnte jetzt hier 1000 Beispiele aufführen aber jeder weiß ja, denke ich, was gemeint ist. Ich finde das sehr ,sehr schade.
    In Frankreich gibte s z.B. Gesetze zum Schutz der Sprache. Da ist das nicht so extrem. Was meint ihr dazu ?? Würdet ihr bei sowas zustimmen ?? Findet ihr es nicht auch schade, dass die deutsche Sprache allmählich verloren geht !?Na dann sagt mal eure Meinung ;)

    Ach ja, es gibt sogar eine '' Gesellschaft zur Verbreitung der englischen Sprache '' :rolleyes:
  • jo ich denk dass man das nicht so eng sehen darf, weil die deutsche sprache ist halt langweilig. ich frage mal wer hört von den jugendlichen deutsche musik? oder sollte ich so fragen hört ihr mehr ausländisches oder deutsches?
    ich glaub jeder weiß was bei deisem voting raus kommen würde. es ist relativ normal weil in anderen ländern, wo es auch keinen schutz gibt passiert bestimmt das gleiche.
  • Nagut das ist deine Meinung. Es geht ja auch nicht darum, Musik zu hören, sondern darum, dass extrem viel übernommen wird. und langweilig finde ich unsere Sprache ehrlich gesagt nicht. Da gibts andere.
    Alo ich finde das nicht so gut. Ich lebe ja in Deutschland und nicht in England oder sonst wo. :rolleyes:
    Und wie ich auch schon geschrieben habe, ist das ja nunmal ein wichtiger Teil von uns.
  • Alos ich finde es gibt ja englische wörter die im deutschen einfach zu lang sind, dafür sind englische wörter gut. Und zur zeit sind ja gerade deusche Bands in kommen ob das jetzte auch so bleibt, mal sehn.
  • Is doch egal wie lang das Wort ist. Soviel Gleichgültigkeit......................
    Es gibt auch genug Wörter,wo das Deutsche genauso gut ist. Was ist dann damit ??
    Da will man doch nur modern wirken. Also '' cool '' sein. mehr ist das dann in meinen Augen nicht.
  • Wen es interessiert kann sich das ja mal durchlesen :)



    Englisch sei besser als Deutsch ...

    ... meinen die Verfechter des Gulaschdeutschs. Amerika habe "nämlich die stärkere Kultur, da können wir lange zappeln. Sie verfügt auch über die stärkere Sprache. Wer aus dem Amerikanischen übersetzt, erblaßt unweigerlich vor Neid - auf die Eleganz, die Effektivität und die Dichte dieser Sprache, die sich auf unvergleichliche Weise kurz fassen kann." Wenn man diese Worte Robin Detjes aus dem Artikel "Aufstand der Zwerge. Die Sprachschutzdebatte: Deutschtum und Deutschtümeln" (eingesandt von unserem Mitglied Fr. Lore Köhler, aus der Süddeutschen Zeitung vom 22.2.2001) liest, wundert man sich, wie die Pyramiden ohne die Hilfe des Englischen erbaut oder Goethes Maximen und Reflexionen geschrieben werden konnten.

    Seltsamerweise hört man oft, daß das Englisch-Amerikanische kürzer, prägnanter, konziser, genauer, griffiger, ja gar treffender als das Deutsche sei. Seltsam erscheint dies jedem Sprachwissenschafter, vor allem aber Deutschlehrern (wie mir), denn jeder Englischsprachige, der Deutsch lernt, ist sofort von den vielfältigen Möglichkeiten, die das Deutsche besitzt (und die dem Englischen fehlen), hingerissen. Der Titel dieses Aufsatzes z.B. ist nicht unmittelbar ins Englische übertragbar; man muß English is said to be better than German (wörtlich: "Englisch wird gesagt zu sein besser als Deutsch") oder andere Umschreibungen verwenden, denn das Englische verfügt über fast keine eigenen Wörter der Möglichkeitsform (vgl. flöge, wöge, trüge, wüchse, käme, nähme, schiene, bliebe, litte; in unserem Fall kann sei nichts anderes als Konjunktiv sein). Wie leid es mir täte sagt der junge Mann, der in Erich Kästners "Märchen vom Glück" den alten Engel zur Hölle gewünscht hatte, und zwar mitten im Erzähltext ohne ein einleitendes "Er sagte, ..." Die anführende (indirekte) Rede kann im Deutschen durch die Konjunktivformen unvermittelt im Text auftreten, in diesem Fall durch das täte angezeigt.

    Das betrifft auch Ausdrücke. Was heißt Schmiere stehen auf englisch? To act as an outlook oder to keep a look-out. Das erscheint mir doch wesentlich länger als im Deutschen. Durch die Möglichkeit, unbegrenzt zusammengesetzte Wörter zu bilden, wirkt das Deutsche knapper als das Englische, vgl. Reichsacht = ban of the Empire ("Acht von dem Reich"). Eine der größten Stärken des Deutschen ist die Fähigkeit, mittels Vorsilben Tausende Wörter zu bilden, die eine ganz bestimmte Abschattierung zeigen, z.B. ein Buch anlesen = to read a few pages of a book ("ein paar Seiten von einem Buch lesen"), überfliegen = to run one's eye over, spitz zulaufen = to end in a point ("in einem Punkt enden") oder gar: der Hund ist mir zugelaufen = the dog found a new home with me after straying ("der Hund fand ein neues Heim bei mir nach Streunen"), kein eigener Ausdruck, sondern eine Umschreibung. - Kürzer als Deutsch? Wie gesagt, sind diese Beispiele keine Einzelfälle, es gibt Tausende solcher Bildungen im Deutschen. aus sich herausgehen heißt = to come out of one's shell, jemanden herbeirufen = to call for someone to come, jemanden herbemühen = to trouble someone to come here, sich herbemühen = to take the trouble to come here, etwas wegzaubern = to make something disappear by magic, jemanden wegwünschen = to wish that someone were not here usw. usf. Allein von -gehen sind mehr als fünf Dutzend Wörter abgeleitet, vgl.:

    abgehen, angehen, aufgehen, ausgehen, begehen, dahingehen, danebengehen, darangehen, davongehen, drauflosgehen, draufgehen, durchgehen, eingehen, einhergehen, entgegengehen, entgehen, entlanggehen, entzweigehen, ergehen, fehlgehen, fortgehen, herangehen, herausgehen, hergehen, herumgehen, heruntergehen, hervorgehen, hinaufgehen, hinausgehen, hineingehen, hingehen, hintergehen, hinübergehen, hinuntergehen, hinweggehen, hochgehen, losgehen, mitgehen, nachgehen, nahegehen, nebenhergehen, niedergehen, quergehen, rangehen, rückwärtsgehen, umhergehen, übergehen (trennbar und untrennbar: er geht zur anderen Seite über - er übergeht mich), umgehen (er umgeht die Vorschrift - Drakula geht um), untergehen, vorangehen, voraufgehen, vorausgehen, vorbeigehen, vorgehen, vorhergehen, vorübergehen, vorwärtsgehen, weggehen, weitergehen, zergehen, zugehen, zurückgehen. zusammengehen.

    Das sind wohlgemerkt nur die Zusammensetzungen mit den gängigen Vorsilben (Verbalpräfixe und Halbpräfixe), andere Zusammensetzungen wie schiefgehen oder rundgehen oder verschüttgehen sind nicht berücksichtigt! Ein Kollege von mir behauptete einmal, das Englische sei dem Deutschen überlegen, weil man Ausdrücke wie "pull down menue" auf deutsch nicht ausdrücken könne. Dabei handelt es sich um eine Fläche auf dem Bildschirm des Rechners, der sich beim Anklicken entfaltet und untereinander einige Möglichkeiten zeigt (ein "Menü"). Als ich ihm entgegnete, "Klappmenü" sei eine geeignete Übersetzung und zudem kürzer, sah er mich entgeistert an, sein Weltbild war zerstört. Es sind übrigens in den letzten Jahren viele treffliche Verdeutschungen im EDV-Bereich gefunden und eingebürgert worden (z.B. "Wollen Sie abbrechen?" statt "Wollen Sie canceln?")

    Man sieht, die Sucht nach US-amerikanischen Wörtern beruht auf einem Vorurteil und ist wie jede Sucht unvernünftig (und ungesund). Der große deutsche Sprachforscher Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835) meinte, alles lasse sich in jeder Sprache ausdrücken.
    Selbstverständlich wollen wir die englische Sprache nicht verächtlich machen, sie besitzt viele Vorzüge, z.B. die Verlaufsform (I am smoking "Ich rauche gerade" im Gegensatz zu I smoke "Ich bin Raucher"), dafür aber nicht unsere zwei Leideformen (z.B.: Der Wagen wird gereinigt gegenüber: Der Wagen ist gereinigt).

    Jede Sprache verfügt über etwas nur ihr Eigenes. Pflegen wir also unsere Muttersprache und geben wir sie nicht aufgrund einer Mode zugunsten des Englischen auf!




    Jacob Grimm oder
    Angst um unsere Sprache



    Danksagung bei Entgegennahme des ersten Jacob-Grimm-Preises in Kassel am 3. November 2001


    Die hohe Ehre, helle Freude, und nicht zuletzt dank der Eberhard-Schöck-Stiftung der stattliche Scheck, die einem Deutschsprachigen zuteil werden, der als erster den Jacob-Grimm-Preis erhält; ihn nicht irgendwann erhält, sondern zum hundertfünfzigsten Jahrestag der Gründung des Deutschen Wörterbuchs: 1850 begann Jacob Grimm mit dem ersten Band von A bis Biermolke, drei Jahre später erschienen; dies alles samt dem Vergnügen, anlässlich eines Sprachpreises dankbar unsere Sprache preisen zu dürfen -, sie könnten einen den Maßstab verlieren lassen!

    Doch leider gibt es da - mir als Wahl-Basler seit achtunddreißig Jahren stets gegenwärtig und alles andere als beflügelnd -, den erheblichen Freude-Dämpfer, dass Jacob Burckhardt, nur elf Jahre nach Jacob Grimms Tod, die - so der Titel: - "kommende Weltherrschaft der englischen Sprache" prophezeit hat! Mit der schauerlichen Folgerung, Zitat: "Die Rettung deutschgeschriebener Bücher kann nur ihre Übersetzung ins Englische sein." So Burckhardt 1874, doch noch heute nicht gedruckt dieser Vortrag, vor dem Verein junger Kaufleute in der
    Aula des alten Museums ... Diese geniale Voraussage ist nach hundertsiebenundzwanzig Jahren keine mehr, sondern eine Tatsache. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat mich im Oktober informiert, dass Deutschsprachige im Jahr 2000 5.519 Bücher aus dem Englischen übersetzt haben, doch Englischsprechende aus dem Deutschen nur 248 Bücher. Wir haben 2.058 belletristische Werke aus dem Englischen übersetzt - die Englischsprechenden von uns 38!

    Was da Burckhardt bereits als bedrückende Gewissheit aussprach, hat zuweilen auch schon Jacob Grimm als Vorahnung beunruhigt; anders sind einzelne Sätze, ja Beschwörungen in seinem Vorwort zum Deutschen Wörterbuch gar nicht zu lesen. Für uns heute, da längst unsere Sprache nicht nur mehr bedroht ist, sondern weltweit schon durchs Englische verdrängt, auch deshalb weil gar nicht zugelassen in den internationalen Gremien wie Unesco oder EU, - für uns heute sind Grimms Vorahnungen vor anderthalb Jahrhunderten nicht mehr bloß alarmierend, sondern längst zu beklagende Verlust-Anzeigen!

    Grimm schreibt im 6. Kapitel: 'Fremde wörter', ich zitiere: der "ausländerei und sprachmengung" solle sein Wörterbuch "keinen vorschub, sondern will ihr allen redlich abbruch thun, geflissentlich aber auch die abwege meiden, auf welche von unberufenen sprachreinigern gelenkt worden ist. ohne an der schönheit und fülle unserer sprache selbst wahre freude zu empfinden, strebt dieser ärgerliche purismus das fremde, wo er seiner nur gewahren kann, feindlich zu verfolgen und zu tilgen".

    Diese Sätze, die Grimm freisprechen von jedem Verdacht nationalistischer Deutschtümelei, legitimieren ihn dann doch absolut zu seinem Dekret:

    "Zur annahme fremder wörter bewog unser alterthum nicht nur ihr fester zusammenhang mit der überlieferung der kirche und schule ... Allmälich begann jener widerwille gegen den fremden laut sich abzustumpfen und ... den fremden wörtern wurde der zutritt ohne noth erleichtert: man suchte nun eine ehre darin, das heimische aufzugeben und das fremde an dessen stelle zu setzen.

    Es ist pflicht der sprachforschung und zumal eines deutschen wörterbuchs dem maszlosen und unberechtigten vordrang des fremden widerstand zu leisten ..."

    Die Großtat: Grimmsches Wörterbuch hat ein Philologe einen "Pyrrhussieg der Germanistik" geschimpft, aber was heißt das schon. Erstens gibt es überhaupt, wenn Siege, nur Pyrrhussiege; zweitens ist der Vorwurf, durch die Vorbehalte der Grimms gegen "fremde Wörter" fehlten zum Beispiel die Worte Demokratie und Kultur, zu relativieren. Denn der Band, der das Wort Kultur hätte enthalten sollen, ist erst 1873 erschienen, also zehn Jahre nach Jacobs Tod ...

    Rührend und immerhin die Macht der Sprache überhaupt dokumentierend, dass Jacob Grimms Hoffnung in der Vorrede: Sein Wörterbuch solle Ausdruck sein einer - wörtlich - "erstarkten Liebe zum Vaterland und untilgbaren Begierde nach seiner festeren Einigung" - tatsächlich die Spaltung in Besatzungszonen 1945 überlebt hat: Denn während der Spaltung zwischen Ostzone und Westzonen wurde noch in den Trennungsjahren dieses einst von Friedrich Wilhelm IV. finanzierte "historische Monument", nach abermals dreiundneunzig Jahren: 1961 in Göttingen und Ostberlin mit dem 32. Band zu Ende erbaut. Die nun endlich A - Zypressenzweig 350 000 Worte enthaltende deutsche Wörterschatz-Kammer!

    Im August dieses Jahres hat der Chronist der Mühsal mit dieser "Naturgeschichte der Wörter": Ralf Berhorst in der 'Süddeutschen' den 40. Jahrestag des vorläufigen Abschlusses gefeiert; hat auch so närrisch-pikante Einzelheiten überliefert, die unsere Nachwelt nur mit erbitterter Ironie angesichts unseres ewig deutsch-deutschfeindlichen Charakters lesen wird, der sogar noch "an diesem riesigen Wortmassiv ... Spuren
    hinterlassen hat": Die Ostberliner Gelehrten hatten im SED-Staat ihre Mitarbeit am Grimm dadurch rechtfertigen müssen, die DDR dürfe doch "das Wörterbuch nicht dem Klassenfeind überlassen ..."

    "Man hütete sich, die andere Seite durch ideologische Einsprengsel zu sehr zu provozieren. Kontakte gab es nur unter diplomatischen Verrenkungen, die Arbeitsstellenleiter durften sich lediglich in ihren Privatwohnungen besuchen." Einer der Redakteure, "Wilhelm Braun hat vierzig Jahre am Grimmschen Wörterbuch mitgeschrieben. Allein für die Präposition 'an' wühlte er sich ein Jahr lang durch 17000 Zettelbelege. Er sei jedoch um so faszinierter gewesen, je länger er dabei war. Jedes Wort habe ihn entführt in neue Wissensregionen."

    Ja, müssen wir mit Karl Kraus hinzusetzen: Und entführt zu neuen Gedanken, gemäß der Empfehlung des Wieners: "Man nehme den Gedanken beim Wort und dann kommt er" - was mindestens jeder, der Gedichte macht, als wahr bestätigt.

    "Totalverzettelung" - so lautet der terminus technicus, der vor genau 150 Jahren am Anfang der Wörterbucharbeit stand. Im ganzen Land verzettelten über 80 Helfer deutsche Literatur von Luther bis Goethe und trugen so 600 000 Wortbelege für das Alphabet zusammen.

    Total-Verzettelung ist denn auch die so unabsehbare wie unentrinnbare Gefahr, in die sich jeder begibt, der in einer halben Dankstunde Jacob Grimm huldigen will.

    Der aber doch zunächst, wenn er auf die Brüder Grimm zu sprechen kommt, wie selbstverständlich jedermann, ja wie jeder Erdbewohner, so kann man fast sagen - und die Brüder Grimm sind die einzigen Deutschen, von denen man das sagen kann -, der zuerst einmal natürlich dafür danken muss, dass sie uns ihre Märchen geschenkt haben! Übrigens bereits als Jünglinge in ihren Geniejahren: Mit zwanzig, unglaublich, fingen sie an zu sammeln.

    Erst 27 war Jacob, erst 26 Wilhelm, als die zwei Unzertrennlichen den ersten Band der Märchen bereits hatten drucken lassen! Jünglingsleistungen, vergleichbar allein der epischen Jugendkraft der zwei erst Fünfundzwanzigjährigen, die 'Werthers Leiden' und 'Buddenbrooks' schon veröffentlicht hatten. Aber da sogenannte Kinderlektüre, wird stets übersehen, weil einsam hohen literarischen Rang Grimms Märchen auch haben! Wer schrieb denn sonst 1812 ein so schlagartig populäres, weil humorgesättigtes Deutsch? Ja, einer noch: Dreizehn Jahre später als die beiden Grimm, der unbegreiflich frühreife 23-jährige Wilhelm Hauff!

    Die Qualitäten als Dichter, die jene von 'Werther', von 'Buddenbrooks' auszeichnen - sie sind selbstverständlich ebenso in jenen zwei noch nicht Dreißigjährigen, die 'Sechse kommen durch die ganze Welt' oder 'Die Bremer Stadtmusikanten' gedichtet haben -, jawohl, nicht nur nacherzählt, denn sonst wäre auch Herodot kein Dichter gewesen: absurd! Und um hier gleich zwei der mir persönlich liebsten ihrer Märchen zu nennen; ich konnte sie mir als Kind nicht oft genug vorlesen lassen, glaube heute auch zu wissen, warum: ich war ein oft so trauriger wie auch spöttischer Junge, tief lebensängstlich, daher ich die optimistischen Märchen: 'Bremer Stadtmusikanten' und 'Sechse kommen durch die ganze Welt" am meisten liebte und brauchte zur Wiederherstellung meines seelischen Haushalts. Sie sind geschrieben wie nach der Urerfahrung: "Humor ist die Humanisierung der Wahrheit", eine herrliche Sentenz, die neulich der SPIEGEL entdeckt hat: Eintrag Thomas Manns in ein Gästebuch ...

    In Grimms Märchen klingt als geistiger Widerhall der französischen Revolution ihre radikale Gesellschaftskritik: Aphoristisch einleuchtend, wie beiläufig, gar nicht schulmeisterlich. Ein Beispiel aus dem ziemlich unbekannten Märchen: 'Der Wolf und der Mensch': Als einst der Fuchs dem Wolf Angst machte vor der Stärke der Menschen, der kein Tier gewachsen sei, bat der Wolf, ihm doch einmal einen Menschen zu zeigen; ich zitiere: "Zuerst kam ein alter abgedankter Soldat. 'Ist das ein Mensch?' fragte der Wolf. 'nein, das ist einer gewesen' antwortete der Fuchs" - worauf der Wolf den Invaliden nicht angriff. Kann man sarkastischer, aufklärerischer, mitleidiger - mit einem Wort: so drastisch wie Voltaire
    formulieren? Doch Gesellschaftskritik beschränkt sich viel seltener bei den Grimms nur auf Mitgefühl für den sozial Verunglückten - nein, sie ruft meist in den Märchen zur Rebellion auf! Rebellion legitimiert durch Unrecht.

    Die treuen Bremer Stadtmusikanten sind ja nicht spaßeshalber gegen ihre Peiniger aufgestanden - sondern erst, als die ihnen ans Leben wollten. Und der Erste der "Sechse" war "ein Mann" - so beginnt das Märchen -, "der verstand allerlei Künste; er diente im Krieg und hielt sich brav und tapfer, aber als der Krieg zu Ende war, bekam er den Abschied und drei Heller Zehrgeld auf den Weg. 'Wart' sprach er, 'das lass ich mir nicht gefallen, finde ich die rechten Leute, so soll mir der König noch die Schätze des ganzen Landes herausgeben'. Da ging er voll
    Zorn in den Wald" - ein Satz, der exakt hundert Jahre nach Beginn der Arbeit am Wörterbuch 1951, mit Jüngers 'Waldgang' zum imperativen Titel für zivilen Ungehorsam werden sollte, genau so gemeint wie in diesem Märchen: "Da ging er voll Zorn in den Wald"; wie auch Schillers Räuber.

    Absurd, dass ausgerechnet wegen der Märchen, die erzpolitisch sind, den Brüdern Grimm versagt blieb, auch als bedeutende politische Dichter anerkannt zu werden - die doch die Brüder selbstverständlich von Natur schon gewesen sind, diese Zwei der dann so standhaften nur sieben Göttinger. Andererseits: Hätte man schon im 19. Jahrhundert in den Märchen aufgespürt, wie politisch die auch sind - keineswegs nur, aber auch -, sie wären vermutlich längst vergessen. Denn, wie Frank Wedekind aus eigener Erfahrung dichten musste; und auch ich selber mache diese Erfahrung seit nun vierzig Jahren; und musste schon vor dreißig Jahren diese Wedekind-Zeilen als Motto meinen Aufsätzen:
    'Krieg und Klassenkrieg' voranstellen:

    "Ein Schriftsteller, wo er politisch auch schreibt, in Deutschland ein Schuft unter Schurken bleibt".

    Der dann auch noch wie kein anderer Deutscher Weltruhm als Komödiendichter hatte, wurde aus sogenannten politischen Gründen abgestochen wie ein Schwein, das heißt: wie Kotzebue, über den Jacob Grimm an Wilhelm aus Paris schreibt, anläßlich des Pariser Theaters: "Kotzebue hat darin recht seinen Sitz aufgeschlagen, denn von niemand anderem ist etwas gegeben". Wilhelm antwortet aus Marburg, indem er aus einer schweizer Zeitschrift zitiert; denn keine deutsche hätte so positiv über einen deutschen Dichter geschrieben; Wilhelm zitiert aus einem Essay: "Toleranz in der schönen Literatur": Man solle "sich freuen und stolz darauf sein, einen Mann wie Kotzebue zu haben, dessen Schauspiele am Ganges und an der Donau, Themse etc mit allgemeinem Beifall aufgenommen würden, einen solchen Mann habe keine andere Nation"! Totgemacht, weil politischer Tätigkeit bezichtigt! In Deutschland wird sogar Lyrik, wenn sie politisch ist, als Journalismus abgetan - immer! Freiligrath, Herwegh, um nur zwei Liquidierte aus Grimms Epoche zu nennen - obgleich Heine, Burckhardt, Fontane Herwegh als dem Lyriker ihrer Zeit gehuldigt haben wie keinem anderen: Heine als der Lyriker nach Goethe; Burckhardt als der den Musen engstverbundene aller Historiker; Fontane, der sogar im Gedicht drucken ließ:

    "Herwegh, Karl Beck und Dingelsteten Erhob ich zu meinen Leibpoeten".

    Den Dreien wäre unser heutiger Spleen - der so engstirnig ist, dass er auch wieder bachab gehen wird, aber wie viele hat er dann als Autoren vernichtet auf der Strecke gelassen! - wäre der Spleen der Gegenwart, Politik "gehöre" nicht in Gedichte, überhaupt nicht begreiflich gewesen. Heine dichtete an Herwegh den herrlichen Zehnzeiler:

    "Herwegh, du eiserne Lerche, Mit klirrendem Jubel steigst du empor" ...

    Und Burckhardts Jugendbriefe, im Biedermeier, stellen Herwegh höher als jeden anderen zeitgenössischen Lyriker; zum Beispiel schreibt der Sechsundzwanzigjährige 1844:

    "Ich habe den neuen Band Herwegh gelesen. Es ist doch noch viel Großes und Herrliches darin; das Lied an Prutz und: Die deutsche Flotte, sind Edelsteine. Aber schwach und gemein zugleich sind mehrere Xenien und das Duett zwischen Geibel und Freiligrath. Da ist Freiligraths Angriff nobel und würdig daneben. Geibel hatte es vollends nicht um Herwegh verdient, so in den Kot gezogen zu werden. Daneben muss ich Herweghs gänzliche Rücksichtslosigkeit bewundern; er konnte wissen, wie viele Leser ihm das sogenannte 'Heidenlied' entfremden müsse, und er hat es dennoch abdrucken lassen. Im ganzen ist es wehtuend, diesen zweiten Band mit dem ersten zu vergleichen - die aufjubelnde Begeisterung und Hoffnung von 1841 mit der gänzlichen Depression von 1844! - Am Ende steht ein Gedicht: 'Auch dies gehört dem König' in
    Terzinen, welches man lesen muss, um einen Begriff davon zu haben!"

    Jene, die ab der Reichsgründung 1870 Herwegh, Kinkel, Freiligrath und andere Lyriker, die wir wie den hier soeben im Fontane-Gedicht genannten Karl Beck schon nicht einmal mehr dem Namen nach kennen, seit Beginn des Kaiserreichs verbannt haben - zweifellos nun für immer verbannt haben - aus Schullesebüchern, Anthologien und damit überhaupt vom Markt, diese kaiserlich deutschen Schulbeamten, walteten nach dem Spießercredo des deutschen Michels mit der Zipfelmütze: "Politisch Lied - ein garstig Lied": Verräter allesamt der bürgerlichen Revolution ihrer Väter, der von 1848! Da sie in Blut oder Verbannung erstickt worden waren, die 48er, so angeblich, "gehörten" sie so wenig mehr in ein Schullesebuch wie dann in der Adenauer-Epoche nach dem Zweiten Weltkrieg alle politischen Märtyrer der Weimarer Republik, aber auch der Hitlerzeit: Die zwei Selbstmörder - aus politischen Gründen - Ernst Toller und Kurt Tucholsky, um auch wieder nur zwei zu nennen, kommen so wenig vor in der 1953 Maßstab setzenden Anthologie der BRD: 'Ergriffenes Dasein', wie die von den Nazis gemordeten Bonhoeffer und Haushofer dort zugelassen sind - weil sie, warum sonst!, weil sie politische Gedichte geschrieben hatten.

    Hätten sie wenigstens christlich gedichtet, so hätten Holthusen und Kemp sie geduldet in ihrer Anthologie, die für die Generation der Nachkriegs-Lehrer - und wann lernten junge Menschen Gedichte kennen, wenn nicht durch ihre Lehrer! - die Weichen stellten ... Lustig, dass die Auswählenden - Holthusen selber war ein guter evangelischer Lyriker - überhaupt nicht angekränkelt waren von der Einsicht, die Marx unsterblich gemacht hat: "Unser Sein bestimmt unser Bewusstsein" - und also nicht einmal ahnten, dass auch sie eine eminent politische Entscheidung fällten, als sie sämtliche Gedicht politischen Inhalts konsequent ausschlossen aus ihrem 'Ergriffenen Dasein', zugunsten christlicher im sich christlich gebenden Adenauer-Staat ... Als sei nicht Christentum ebenso Politik wie das Kommunistische Manifest! Auch ich habe neulich erfahren, dass die Kulturministerin Baden-Württembergs meine Erzählung: 'Eine Liebe in Deutschland' als Schullektüre verboten hat: seit dem Filbinger-Prozess war sie Abiturienten-Lektüre gewesen ...

    Eine Illusion jedoch, zu glauben, die Nichtzulassung politischer Autoren in Lesebüchern und zur Mitwirkung im Theater, im Fernsehen, im Rundfunk, also in allen von der Gesellschaft: Staat und Städten finanzierten kulturellen Institutionen in Deutschland; und eo ipso auch die Aussortierung aller politisch Ärgernis erregenden Dichter aus dem Kanon der als Schullektüre zu überliefernden -, dieses Wegwerfen werde jemals politisch begründet! Nie. Nein, das erfolgt als Denunziation: Diese Texte "genügten leider sprachlich literarischen Ansprüchen nicht"! Wie oft auch meinesgleichen mit diesem Verdikt weggeschmissen wurde - es gab nicht einen Hinauswurf, nicht einen, der anhand des Zitierens einiger meiner Zeilen diese Aburteilung belegt hätte! Verzeihung, doch Selbstverteidigung geschieht ja nicht nur aus Eitelkeit, sondern meist notgedrungen ...

    Wie sehr auch die Grimms in der leisetretenden Biedermeier-Gesellschaft als fast nicht zu erwähnendes politisches Ärgernis empfunden wurden nach ihrem Hinauswurf in Hannover, dokumentiert seit 1985 im Insel-Verlag 'Der Briefwechsel Bettina von Arnims mit den Brüdern Grimm': Allein dieser unerschrockenen Frau ist es zu denken, dass im Jahr seiner Thronbesteigung Friedrich Wilhelm IV. den Grimms in Berlin - absolut vorbildlich - ihre Versorgung zur lebenslänglich freien Berufsausübung gewährte, vorbeiverordnet an der feigen Ministerialbürokratie und an seinem Schwager Ernst August von Hannover, der als König in Deutschland - englisch mit dem Berliner Kronprinzen über die Grimm reden musste, so wenig deutsch konnte er, wenn er hysterisiert war; und er wurde hysterisch, als der Kronprinz von Preußen ihm 1838 - Zitat: "frei von der Leber weg erklärte, dass wenn es von mir abhinge, ich alles tun würde, um die Brüder Grimm für Berlin zu gewinnen. - Der König antwortete englisch" - Kronprinz Friedrich Wilhelm hat englisch unterstrichen in seinem Brief -, "antwortete englisch, da ihm in anderen Sprachen die Ausdrücke fehlten, um sein Entsetzen über meine Ansicht auszudrücken. Er führte aus, dass der Staat untergehen müsse, der Leuten zu lehren erlaube, welche die u. die Grundsätze hätten" ... Doch sofort als er König geworden, berief der Hohenzoller die Grimms, Humboldt schreibt schon am 27.10.1840, noch bevor der König zu seiner Krönung nach Königsberg aufgebrochen sei, habe er angeordnet, Zitat: man "solle ihnen beiden, da sie wie Mann und Frau leben, eine von den Grimms selbst zu fordernde Pension anbieten" ... Fabelhaft!

    Politik und Literatur - so sei denn auch noch daran erinnert, dass neben Uhland Jacob Grimm der bedeutendste Autor war, der als Abgeordneter der Paulskirche angehört hat. Und heute aus Basel kommend, freut es mich, uns ins Gedächtnis zu rufen, dass Jacob Grimm nur dort, nur in Basel 1838 seine Schrift über die Entlassung in Göttingen und die Rückkehr in die Heimat Hessen-Cassel -, veröffentlichen konnte; in Deutschland verwehrte ihm das die Zensur. Sie kennen vermutlich die rührende Stelle in Grimms Verteidigungsschrift: Wie eine alte Frau, ihren Enkel auf dem Arm, zu diesem sagt, als Grimm die Grenze zwischen dem Königreich Hannover und dem Kurfürstentum Hessen-Cassel wieder überschreitet: "Gib dem Herrn die Hand, er ist ein Flüchtling!"

    Jacob Grimm selbst hat keineswegs nur in seiner Rede zum Schiller-Zentenarium illusionsfrei darauf hingewiesen, dass Sprache nicht ein dauernder Besitz ist, deren ein Volk, eine Nation sicher sein können - sondern dass Sprache verloren gehen kann, zeitweise oder auch auf ewig wie die Freiheit, die ja auch stets erneut behauptet, erkämpft werden muss: Grimm selbst war in dem Jahrhundert geboren, in dem Deutsch noch viel gründlicher durch das Französische bedrängt, ja verdrängt worden war als heute durch das Englische; nicht nur als Amtssprache, sondern auch noch als Gesellschafts-Rotwelsch. Und so wie die Sprache deren wertvollste Produkte: Die deutschen Dichtungen! Grimm sagte da zum Schiller-Zentenarium:

    "Längst waren uns sprache und dichtkunst der eigenen frühen vorzeit ausgestorben und nur trümmer sind davon übrig geblieben, die lebensvollen gedichte des mittelalters drückte träge vergessenheit; als endlich der staub wieder von ihnen abgechüttelt wurde, vermochten sie nicht mehr warm an das volk zu treten, aus dessen augen das bild einer großen einheimischen poesie entschwunden gewesen wäre, hätten es nicht plötzlich zwei fast unmittelbar am horizont des vorigen jahrhunderts aufleuchtende gestirne hergestellt und unseren stolz von neuem emporgerichtet" ...

    So Jacob Grimm - wir heute können das nur noch mit Wehmut zitieren, weil keineswegs mehr zutrifft, was Grimm nicht nur vorausgesagt, sondern bereits, bevor er 1863 gestorben ist, als längst eingetretene Tatsache beobachten konnte: Deutsch und deutsche Dichtung waren dank der beiden: Goethe und Schiller - zur Weltsprache, zur Weltliteratur geworden!

    Das ist vorbei, machen wir uns nichts vor: Der sehr alte Thomas Mann sagte resigniert, es sei ein "namenloses Unglück", als Deutscher auf die Welt zu kommen, wenn man zum Schriftsteller geboren sei; und als er einen Monat nach Kriegsende, noch lange in der kalifornischen Emigration, siebzig wurde, reimte ihm Carl Zuckmayer in der Festschrift:

    "Jeder denkt, sein Englisch wäre gut,
    wenn er nur den Mund verstellen tut ...
    Aber ach in Deiner stillen Kammer
    Spürest Du der Sprachverbannung Jammer
    ... Welch ein Glück noch, dass man seinen Mann
    Im Stockholmer Urtext lesen kann -!"

    Jungen Leuten muss das erläutert werden: Der Schwiegersohn S. Fischers war mit seinem Verlag aus Berlin 1935 nach Stockholm emigriert, wo Bermann vorbildlich während des Krieges die Gesamtausgabe Thomas Mann deutsch druckte.

    Zuckmayer hat in diesen 'Kleinen Sprüchen aus der Sprachverbannung' dem Ausdruck gegeben, was nicht wenige Autoren, sicher auch Tucholsky, in den Selbstmord getrieben hat: Die Verbannung aus dem Gebiet der Muttersprache:

    "Die Übersetzung ist ein Wurzelmesser.
    Sie kappt und schneidet, wo es keimend wächst.
    Das Mittelmäßige macht sie häufig besser,
    Vom Bessern bleibt zur Not der nackte Text ..."

    So musste sogar Thomas Mann - von seinem Bruder Heinrich gab es damals kein einziges Buch in den USA zu kaufen, der fast Achtzigjährige wäre verhungert nach dem Selbstmord seiner Frau, die in einer Wäscherei gearbeitet hatte, würde nicht Schwägerin Katia Heinrich ernährt haben -, sogar Thomas Mann musste damals (am 19.12.1948) seufzen, in einem Brief: "Das nächste Mal wollen wir doch ja woanders geboren werden!"

    Und noch mit sechsundsiebzig schrieb er dann dem Schweizer Erzähler A. M. Frey: "Wir armen Deutschen! Einsam sind wir im Grunde, auch wenn wir 'berühmt' sind. Niemand mag uns eigentlich und hat Lust, sich um uns zu bekümmern in den anderen Kulturen, ein paar germanistische Spezialisten ausgenommen. [...] Dass die in die angelsächsische Kultur und Sprache Hineingeborenen sich um ihre eigene Sphäre und um einander kümmern und ärgerlich sind, wenn sie sich auch noch um einen hereingeschneiten und scheinbar anspruchsvollen, in Wahrheit aber sehr scheuen 'Germanic approach' kümmern sollen, ist ja nur natürlich ...

    Deutsch - weltbürgerlich - als Weltbürger wieder extrem deutsch - und darin wieder absonderlich, - so steht man da, gelesen in denaturierenden Übersetzungen, die jeden ursprünglichen Reiz verwischen, - ein großer unbeliebter Name. Ich weiß nicht, ob ich sagen darf: unbeliebt, weil unbekannt. Das Deutsche ist namenlos unpopulär, das steht fest, und ein deutscher Schriftsteller zu sein ein großes Malheur, ein nie aufzuholender Nachteil. In die englische oder auch die französische Kultur hineingeboren zu sein, was für ein Vorzug, ein wieviel
    leichteres Dasein! Deutsch sein macht scheu. Zur autobiographischen Vertraulichkeit regt es nicht an.

    Auch Sie - wenn Sie englisch schrieben oder französisch, wieviel besser wären Sie daran! Ihre Geschichten würden Ihnen nicht versauern und etwas dem 'Verteufelten Theater' Entsprechendes nicht Jahre lang bei den Verlegern herumliegen, wenn Sie Fry hießen, statt Frey. 'Ein deutscher Schriftsteller - ein deutscher Märtyrer', sagt schon Goethe, selbst der!"

    Und als Richard II. den Mowbray außer Landes weist für immer, lässt Shakespeare den Verbannten die Ausweisung aus dem Sprachgebiet als Todesurteil empfinden:

    "Die Sprache, die ich vierzig Jahr gelernt,
    Mein mütterliches Englisch soll ich missen ...
    Was ist Dein Urteil denn als stummer Tod,
    das Heimatlaut zu reden mir verbot?"

    Burckhardt weiß zu berichten, dass die Griechen keine fremden Sprachen lernten - daher Verbannung auch ihnen tatsächlich das Todesurteil bedeutete. Aber nicht allein die Hitlerzeit hat dafür gesorgt, dass Deutschschreibende nicht gewollt werden.

    In Großbritannien und den USA zusammen gibt es am Theater, seit die Emigranten aus der Hitlerzeit tot sind, noch einen Menschen - einen: meinen Übersetzer, den Dramatiker David Robert MacDonald, der Deutsch lesen kann und am 25. Oktober in Glasgow mein Mozartstück: 'Nachtmusik' uraufgeführt hat. Und kein Trost, da Englisch herrscht wie einst Jahrhunderte lang das Latein und das Französische bei uns geherrscht haben, - dass auch diese beiden Sprachen als Okkupanten, als Herrscher über das Deutsche schließlich wieder bachab gegangen sind: Denn das Englische hat ja heute keineswegs wie damals Latein, später Französisch allein "Gebildete", die Spitzen der Gelehrten- und Gesellschafts-Welt übermannt, sondern wird - schon dank des Computers - zur Volkssprache werden auch bei uns ...

    Ich freue mich deshalb, dass ausgerechnet der in Deutschland populärste englische Dichter Peter Ustinov im September in 'Welt am Sonntag' begründet hat - eine durchaus politische Begründung - warum, Zitat: "die Sprachverwirrung von Babylon das größte Geschenk für die Menschen gewesen ist, das eine Gottheit den Menschen machen konnte; und ganz irrtümlich von 'Strenggläubigen' als Strafe Gottes für die damaligen Missetaten der Menschheit angesehen wird". ... Denn, so Ustinov, "Durch das Nichtmiteinander-Redenkönnen kam eine Art Mysterium ins Spiel, das unüberlegte Aggressionen hemmte und die Vorsicht auf den Plan rief ... ohne die sich die Menschheit längst ausgelöscht hätte" ... Ob man bis zu dieser Folgerung gehen kann - wie sollte ich's wissen, aber auch ich habe schon vor dreißig Jahren
    vorgewarnt, darf ich zitieren:

    "Schwächung allein humanisiert Großmächte, divide et libera. Jeder Staat hat genau das Maß von Anstand, das dem Maß seiner Angst entspricht. So ist die tiefste politische Logik im Alten Testament das Gleichnis von der babylonischen Sprachverwirrung: die Menschen sollen nicht zur Einheit kommen, zum Weltstaat, zu einer Sprache. Es wäre das die Auslöschung aller Freiheit, die ihrer Natur nach niemals in einem Staat, in einem System, einer Religion oder Partei zu finden ist - sondern allenfalls zwischen mehreren."

    Wie wird man als Autor fertig, meine Damen und Herren, mit einem solchen Ritterschlag, der erste Jacob-Grimm-Preis sei einem zugefallen? Nun, ich brachte Jacob Grimm sieben Sonnenblumen aufs Grab; S-Bahnstation York-Straße ist die des ehrwürdig alten Matthäi-Kirchhofs in Schöneberg, auf dem auch am 20. Juli 1944 in aller Hast die ersten fünf Verschwörer verscharrt worden sind: Zu ihrem Glück noch erschossen, nicht wie alle anderen später nackt in Klaviersaiten erdrosselt ... (Hitler ließ sie dann wieder ausgraben, verbrennen und ihre Asche wegstreuen.)

    Steht man am Grabe der beiden Grimms - die das einzige Buch schrieben, ohne das kein Deutscher aufgewachsen ist; steht da als einer, dessen tagtägliches Arbeitszeug die Sprache ist, die ihn auch ernährt, so kann man nur mit einem Stoßgebet die Verpflichtung erneuern, nach Kräften, so schwach sie auch sind, diese bedrückende Voraussage von der kommenden Weltherrschaft des Englischen zu sabotieren ... ein ungleicher Kampf, machen wir uns nichts vor! Aber einen Versuch, womöglich den letzten, muss doch unsere Generation machen, nach dem Vorbild der Französischen Akademie dagegen gesetzliche Maßnahmen zu fordern. Viele verlachen das als Überfremdungsängste. Ich kann's nicht komisch finden, weil mir nichts anderes einfällt, wie sonst eine fortwährende Sprachverhunzung einzudämmen ist.

    Ich habe in den Münchner und Berliner Akademien am 4. und 5. Oktober beantragt, - analog dem Beispiel der Pariser Akademie - Maßnahmen zum gesetzlichen Schutz des Deutschen vor der Übermacht des Englischen auszuarbeiten, um sie dem Gesetzgeber, sachkundig formuliert, nahezulegen. Friedrich Dieckmann, Günter Grass, Norbert Miller, Peter Wapnewski haben ihre Mitarbeit zugesagt, zu versuchen, so vorbildlich wie die Franzosen unter de Gaulle schon seit 1966 offensiv gesetzgeberisch vorzugehen, um unsere Sprache zu schützen.

    Dagegen der Gründer des Berliner Wissenschaftskollegs Wapnewski noch 1980 gegenüber Berliner Behörden eindringlich begründen musste, dass er das Deutsche als Sprache seines Instituts in der Wallot-Straße vorsehe! Da fällt einem Churchills verächtliche Bemerkung über uns Deutsche ein: "Entweder man hat sie an der Gurgel oder zu Füßen." Ist ein anderes Land denkbar, das der internationalen Wissenschaft, auf allein seine Kosten, ein solches Institut schenkt, dessen Sprache dann eine fremde sein sollte?

    Der Diplomat Carl J. Burckhardt schrieb, nachdem sein Großonkel Jacob das Verschwinden des Deutschen menetekelt hatte, neunzig Jahre später dem Historiker Ritter:

    "Mich wunderte immer, dass die Deutschen mit so wenig Nachdruck dagegen protestieren, dass ihre Sprache in keiner der nach den beiden Kriegen entstandenen großen internationalen Organisationen zugelassen ist, weder im Völkerbund noch in der UNO, noch in der UNESCO etc. Diese Diskrimination ist gewollt, man spricht in der UNO englisch, französisch, russisch, spanisch und chinesisch, jede Rede wird simultan in alle diese Sprachen übersetzt, aber die deutsche Sprache hört man nicht. Deutsche Redner, die sich in Fremdsprachen äußern, auch wenn sie als fleißige Leute diese Sprachen gut beherrschen, entbehren jeder Wirkung."

    Des Kaisers letzter Botschafter bis 1917 in Washington, Graf Bernstorff, hat 1936 seinen blitzgescheiten Memoiren noch einen Band mit Privatbriefen folgen lassen, darin sein Resümee: 'Die englische Sprache hat den Weltkrieg gewonnen.'

    Sie wird auch von allen Literaturen allein die ihre überdauern lassen. Schon vor einem Dutzend Jahren sagte der damalige Rowohlt-Chef Michael Naumann, aus den USA kommend, aus denen Rowohlt mehr Bücher importiert als jeder andere: 'Ich kann keinen Deutschen drüben mehr verkaufen, weil es in sämtlichen belletristischen Verlagen New Yorks zusammen - noch einen einzigen Menschen gibt, der Deutsch lesen kann: den bald siebzigjährigen Wiener Emigranten Fred Jordan.'

    Ich erlaubte mir 1998 in meinem SPIEGEL-Essay: 'Deutsche Sprache - bye, bye' arg verspätet daran zu erinnern:

    "Wenn Fiat in Turin oder Mitsubishi in Tokio deutschen Goethe-Häusern in Rom oder Japan hunderttausend DM spenden, so müssen fortan 41 Prozent an Waigels Finanzministerium abgeführt werden! Was ist das Verbot eines Buches - gemessen an diesem Diebstahl sogar ausländischer Geschenke für den Haushalt der deutschen Sprache? Hat je eine geistfeindlichere Mischpoke Deutschland regiert? Jünger notierte, Bismarck habe abgelehnt, 'Einkommen aus musischen Tätigkeiten zu besteuern'!"

    Doch wozu - resignierte Schlussfrage - nach sechzehn (!) Jahren ein Regierungswechsel? Es blieb ja doch bei der Einschränkung, ja Streichung von Goethehäusern. Es blieb, ob Waigels, ob Eichels Finanzministerium, wie mir am Sonntag der Präsident der Goethehäuser, Hilmar Hoffmann, geklagt hat, usus unter Kanzler Schröder, ebenso wie einst unter Kohl, 41 % sogar ausländischer Spenden zur Verbreitung deutscher Sprache den Goethehäusern zu rauben! Hoffmann berichtet geschockt, dass Außenminister Joschka Fischer, den er seinen "Zuwendungsgeber" nennen muss - offenbar beruht Geld für die deutsche Sprache auf Gnadenakten -, ihm auferlegt hat, bis 2003 elf Prozent seines Etats einzusparen, nämlich 26,4 Millionen DM, was binnen eines Jahres zur Schließung von fünf Häusern geführt hat ...

    Und Hilmar Hoffmann erzählt, der hundertjährige Gadamer, Ehrenbürger Neapels, sei der einzige Autor, der gegen die Schließung des Goethehauses in Palermo angeschrieben habe, wo jährlich vierhundert Italiener Deutsch lernen. Die Abschaffung der Deutschkurse "glückte" zwar in Triest, doch nicht in Palermo, weil dessen Bürgermeister in Heidelberg studiert hat und nach der Androhung, das Goethehaus werde zugemacht, ihm die Miete erließ und fünf Sechstel der Kosten übernahm. Hoffmann: "Neulich hat Reemtsma uns seine Wieland-Gesamtausgabe spendiert, doch wir haben kein Geld fürs Porto, die Kassette an die Goethehäuser zu versenden."

    Internationes wie Goethehäuser müssen zwei Prozent ihrer Festangestellten jährlich "aussanieren", wie das mit schäbigem Zynismus neudeutsch genannt wird, und dürfen keine durch Krankheit oder Pensionierung Ausgefallenen ersetzen.

    In dem Maß, in dem sein Globalisierungswahn wächst, kürzte früher Bonn, kürzt heute Berlin die Mittel, im Ausland Deutsch zu lehren - doch macht sich unsere Regierung, scholastisches Glasperlenspiel, sinnlose Gedanken, ob Maßstab mit drei s geschrieben werden solle: Die Reform unserer Sprache ist ihr wichtig, an ihrer Erhaltung ist ihr nichts gelegen.

    Ich danke Ihnen.
    [SIZE=1]Meine Uploads:
    Up1 Down {2,3 Gig} Up2 Down {1,6 Gig} Up3 Down {700 Mb} Up4 Down {500 Mb} Up5 Down {670 Mb}Up6 Down {450 Mb}
    Up7 Down {550 Mb}Up8 Down{650 Mb} Up 9Down{1 Gig}
    [/SIZE]
  • Ich bin der Meinung das die deutsche Sprache zu Unrecht in die Ecke gedrängt wird.

    Es gibt Dinge die sich so eingebürgert haben und die ich auch nicht schlimm finde, wie z.B. Internet (statt Weltnetz).
    Oftmals wird aber das Englische ohne Sinn und Verstand eingesetzt, nur um "cool" zu wirken.
    Beliebtes Beispiel die Werbung für einen "hippen" Rucksack mit Namen "Body Bag".
    Wer des Englischen mächtig ist, wird wissen das das keineswegs Rücksack sondern vielmehr Leichensack bedeutet.

    Oder "Back Shop":
    Hallo? "Zurück Laden"?
    Warum nicht das schöne deutsche Wort "Bäckerei"?

    Solche Beispiele gibt es zuhauf, und das ist es, was wirklich stört.

    Das - gerade auch im PC-Bereich - viel Englisch gesprochen/benutzt wird, hat oftmals den Grund das es keine echte deutsche Entsprechung für viele Worte gibt bzw. diese niemand auf Anhieb verstehen würde.
    Oder wie willst du "SCSI Controller" vernünftig ins deutsche übersetzen :D

    Man sollte sich die Schönheit und "Coolness" ;) :hy: :D der deutschen Sprache bewußt machen und deutsche Wörter nutzen soweit es eben möglich ist.

    Nicht umsonst galt (gilt?) Deutschland als das Land der Dichter und Denker.

    Gruß,
    Commander Keen
    Ich habe das Wort "Europa" immer im Munde derjenigen Politiker
    gefunden, die von anderen Mächten etwas verlangten, was sie im
    eigenen Namen nicht zu fordern wagten. [SIZE="1"](Nov. 1876)[/SIZE]
    [SIZE="1"]Otto von Bismarck[/SIZE]
  • Ja, ebend ! Gegen nen paar Wörter hat aj niemand was aber es nimmt ja überhand.
    Hab folgendes grade gefunden:

    Noch im 16. und 17. Jahrhundert wurde Englisch fast ausschließlich in England und teilweise in Schottland, Irland und Wales gesprochen.

    Muss man sich mal überlegen. Heute sind es mit Zweitsprachlern eingerechnet 1 Mrd. ! ! Das ist ja förmlich explodiert. Ich bin immernoch der meinung , dass sowas per Gesetz etwas geschützt sein müsste. Es wird ja schon in der 4. klasse englisch gelehrt und können dabei noch nicht mal richtig deutsch.
    Dein Text ist auch interessant. Der mit der danksagung hat recht.
  • Hallo,

    ich selber versuche englische (oder sonstige) Wörter zu vermeiden.

    Speziell hier im Forum versuche ich Wörter wie: deleten, renamen, rulez, etc... zu vermeiden. Auch im "realen" Leben versuche ich Deutsch zu sprechen.

    Mein Herz schlägt für Deutschland und die deutsche Sprache. Ich muss meine Sprache nicht mit Anglizismen verschandeln!

    MfG
  • Genau so sehe und mache ich das auch. Nur kam schon vor, dass mich hier keiner verstanden hat :rolleyes: Aber ich werde es in Zukunft trotzdem so weitermachen.
    Das Problem sind meine Ansicht anch die Medien. Anstatt Partei habe ich gerade Party gelesen, was aug enlisch Partei heisst. Ist das nötig ??
    Ich denke mal, haoffe es zwar nicht, dass 100 Jahren alle auf der Erde englisch sprechen :( Wenn man sich mal überlegt, dass es früher nur von 50 Mil. Leutchens gesprochen wurde (in England) und heute fast ne Mil. .....................

    Z.B. Könnte man für Premium member auch PremiumMitglied schreiben. wenigstens wäre es nen bissl besser. Oder anstatt Board Forum. Das sind solch Sachen, wo ich finde , dass man Deutsch genauso gut nehmen kann.
  • XodoX schrieb:

    Es wird ja schon in der 4. klasse englisch gelehrt und können dabei noch nicht mal richtig deutsch.



    Also zu Englisch in der Schule.
    In meiner alten Grundschule haben die kleinen erstklässler jetzt schon Englisch,is ja egal ab es blos "mother" oder so is.
    Die sollen besser erstmal richtig Deutsch lesen,schreiben und vllt sogar sprechen lernen.
    Ich finds nur dumm


    mfg
    B4d B0y
  • Erste klasse ist ja noch besser :rolleyes:
    So ein Quatsch. Wer sich so ein Blödsinn ausdenkt.
    Und dann wundern die sich, dass manche nicht richtig lesen können.W ie acuh ?? Weil sie englisch ind er Schule hatten ?
    Finds eigentlich schon traurig, wenn man sich den ganzen sdcheiß mal ansieht.
    Kommt mir irgendwie so vor, als ob keiner wirklich stolz ist ein deutscher zu sein und deutsch zu sprechen ! Mir fehlt da der Patriotismus !
  • Genaus das ist es ja. Das einseitige. Is ja klar. Warum sollten die es auch tun ?? Aber wieso sollten wir es tun ?? Ich finde, die Leute müssten ein besseres Sprachgefühl entwickeln und nicht einfach blind alles annehmen, was gerade so kommt.
    Das einzige Wort was die übernommen haben ist '' Kindergarden''. Andere fallen mir nicht ein.
    Ich weiß man auch nicht. Was würdet ihr über Gesetze denken, die die deutsche Sprache schützen ? In welcher Form auch immer.
  • Ich finds ebenfalls sehr ärgerlich, dass wir mit "überflüssigen" Anglizismen überflutet werden, denn wie schon oben erwähnt dienen diese meist nur dazu sich "cool" auszudrücken. So ist es natürlich einfach die ganzen "Hip-Teens" oder "Möchtegern Modernen Jugendliche" zu erreichen. In anderen Bereichen wiederum sind Anglizismen oder die englische Sprache unabwendbar, wie z.B EDV oder auch Musik. Auch sehe ich es nicht als Problem an, wenn ab der 1. Klasse Englisch gelehrt wird, denn so kann man schon früh ein Sprachgefühl entwickeln, was einem in der Oberstufe nochmal zum Vorteil werden kann. Voraussetzung dafür ist natürlich die perfekte Beherrschung der deutsche Sprache. Ist diese Grundvorraussetzung nicht gegeben, so ist wohl eher unsere Gesellschaft daran Schuld und nicht der Englischunterricht in der 1. Klasse.
    Also die deutsche Sprache kann man wohl nur retten, wenn sich in unserer Gesellschaft grundlegend etwas ändert. Ich halte nichts davon die Anglizismen per Gesetz zu verbieten, jeder einzelne muss ein Bewusstsein dafür entwickeln... Und wenn das nicht klappt, dann haben wir als Deutsche halt versagt!
    Achja und es gibt nicht nur 1 oder 2 deutsche Wörter, die im Englischen oder Amerikanischen Verwendung finden ;)

    Gesundheit nach dem Niesen
    Wunderkind
    Poltergeist
    kaputt
    Waldsterben
    Rucksack
    Schadenfreude
    Wunderkind
    Bratwurst
    Schnitzel
    Sauerkraut
    Kaffeeklatsch
    Kitsch
    Leitmotiv(f)
    Ostpolitik
    Schwärmerei
    Schweinehund
    Weltanschauung
    Zeitgeist
    Ersatz
    Zink
    Angst
    Lumpenproletariat
    abseilen - abseiling
    Gedankenexperiment
    Blitzkrieg
    Autobahn

    um nur nen paar zu nennen ;) :öm:

    Gruß

    Logi
    Werbung für andere Seiten sind hier nicht erlaubt!

    mfg coschi
  • Na wo sagten die da Autobahn oder Angst :confused: Versteh ich erlich gesagt nicht wirklich.
    Aber warum sollte man auf englisch bereits in der Grundschule festgenagelt werden ? Es gibt noch genug andere Sprachen. Und genau das ist nunmal sowas, was viele ärgert. Wieso englisch ? Nich das jetzt einer mit '' Weltsprache '' kommt:rolleyes:

    Als man damals in den USA abgestimmt hat, welches nun die offizielle Sprache werden soll,hat nur 1 mehr für englisch gestimmt. Also z.B. 10 für englisch und 9 für deutsch !! Sonst wäre deutsch dort die Landessprache ! Ist echt kein Witz ! Schon was drüber gelesen und von Lehrern erklärt bekommen. Das wäre was gewesen...............
  • Also ich persönlich habe auch Französisch ab der ersten Klasse gehabt! Und was findest du so schlimm an Englisch? also ich bin sehr froh, dass ich nicht russisch oder so gelernt habe. Was würde mir das denn jetzt bringen? NIX - und mit Englisch kannste dich fast überall verständigen, das find ich sehr wichtig! Wofür lern ich denn sonst ne Sprache? nur damit ich was zutun habe in der Schule, NEIN.

    Bezüglich Autobahn und Angst:
    dict.leo.org/?lp=ende&lang=de&…ellToler=std&search=angst
    dict.leo.org/?lp=ende&lang=de&…Toler=std&search=autobahn

    Und das mit dem Deutsch in Amerika halte ich für Nonsens. Im Süden, wo die Spanier saßen - in der Gegend von Florida - ging es verhältnismäßig ruhig zu. Aber im Norden kamen sich zehn Jahre lang Briten und Franzosen in die Haare - von 1754 bis 1763.
    Naja in Amerika verloren halt die Franzosen, was dazu führte, dass die Amerikaner heute eine Art von Englisch sprechen und weitgehend englisch geprägt wurde.

    Das was du erzählst, dass Deutsch beinahe zur offiziellen Landessprache in den USA geworden wäre ist eine Legende. Die Geschichte wurde seit 1840 immer wieder von der deutschen Presse aufgegriffen. Die sogenannte "Mühlenberg Legende" erzählt, dass um 1790 im Parlament des Staates Pennsylvania angeblich darüber abgestimmt wurde, ob Deutsch zur offiziellen Landessprache erklärt werden sollte. Der Sprecher des Parlamentes, ein Deutsch-Amerikaner mit Namen Frederick A. Mühlenberg, soll die entscheidende Stimme für English und gegen Deutsch abgegeben haben. In Wirklichkeit hat eine solche Abstimmung jedoch niemals stattgefunden.

    Logi
    Werbung für andere Seiten sind hier nicht erlaubt!

    mfg coschi
  • Na dann gucka ber nochmal nach. ich habe nen Buch, wo das drin steht. Und meine Lehrerin hat mich damit auch mal vollgequatscht.

    Du hast das hier irgendwie nicht verstanden. Ich habe nichts gegen andere Sprachen.E s geht nur darum, dass es eine sehr einseitige Überflutung gibt.
    Und das mit den Wörtern. Das ist da nur auf englisch erklärt. Ich habe auch mal im Wörterbuch nachgeguckt und ich find da nix.
    Das is doch totaler Quatsch ! Ich kann doch nicht 6 jährige mit englisch volldudeln wo die noch nicht mal deutsch können. Was soll das ?? Irgendwo gibts auch Grenzen.
    Und dann kommt sowas mit Pisa raus. Keine Sau kann richtig lesen - deutsch wohlgemerkt. Da ist sowas nicht förderlich.
  • Das mit der Überflutung find ich ja auch ziemlich übel. Doch wenn man 6 jährigen Englisch beibringt hat das KEINERLEI Auswirkungen auf deren Deutsch Sprachkenntnisse. Ich hab mit 7 Jahren angefangen 2 Fremdsprachen zu lernen und geschadet hats mir nicht - Deutsch kann ich trotzdem! Ein größeres Problem ist wohl die Überflutung mit den neuen Medien. Wenn ich am Nachmittag mal bei SuperRTL o.ä. reinschau wunder ich mich echt über nichts mehr, oder wenn es in Deutschland nichtmal nötig ist die deutsche Sprache zu beherrschen um hier zu leben, dann gute Nacht - in Zukunft soll sich das aber ja ändern blaablaaa, aber das nur am Rande.

    Also lasst eure Kinder nicht vorm Fernseher vergammeln, sprecht mit ihnen, schickt sie auf eine vernünftige Schule, wo sie Fremdsprachen lernen!!! ;)

    Frag mal deine Lehrerin wo sie den Mist her hat (was für eine Schule?), das stimmt definitiv nicht!

    Logi
    Werbung für andere Seiten sind hier nicht erlaubt!

    mfg coschi
  • Logitech schrieb:


    Also lasst eure Kinder nicht vorm Fernseher vergammeln, sprecht mit ihnen, schickt sie auf eine vernünftige Schule, wo sie ********* lernen!!! ;)

    Logi

    :D


    Aber ich weiß och nich. Andere scheißen auf das erlernen von Fremdsprachen (gerade Deutsch) und wir deutsche müssen uns damit abmühen. Find ich genauso doof. Anstatt das mal auf Gegenseitigkeit beruht.

    Wir hatten mal Amis als Austauschschüler bei uns. Denkste die ham nen Wort deutsch gesprochen ? Nö ! Die haben ihr ach so großes ego raushängen lassen und das wars. Ich habe dann die auch nur noch auf deutsch angequatscht. So eine Überheblichkeit im Bezug auf die Sprache findest du da oft. Und deswegen find ich so ungerecht.
  • Andere scheißen auf das erlernen von Fremdsprachen (gerade Deutsch) und wir deutsche müssen uns damit abmühen

    Nunja also ich müh mich damit nicht ab, sondern ich will es! Und wenn die in :happ: -land nicht Deutsch lernen liegt das wohl daran, dass Deutsch einfach in zu wenigen Ländern gesprochen wird. Und das mit dem Autauschschüler würd ich einfach knallhart durchziehen - der kommt doch nicht nach Deutschland um Englisch zu sprechen! Das mit der Überheblichkeit stimmt wohl...

    Naja back to Topic, vielleicht hat ja noch jemand ne Meinung dazu...

    Logi
    Werbung für andere Seiten sind hier nicht erlaubt!

    mfg coschi
  • Gehört da zum Thema. Auch wenns nen bissl ausschweift.
    Naja, nun weiß ich was du so darüber denkst :D Nich so wie ich:) aber musst du ja auch nicht.
    Wenigstens sollte man in seiner Umgangssprache fast ausschließlich Detsch sprechen. Dann könnte man dazu wenigstens ein klein Beitrag leisten. Und das wäre eigentlich schön, wenn dies Mediumübergreifend geschehen würde. Also egal ob im Fernsehn oder Internet.