Italiens Gesellschaft und die Mafia

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  • Italiens Gesellschaft und die Mafia

    Halli Hallo..

    Ich werde wohl meine Studienarbeit über dieses Thema schreiben. Ich fliege demnächst nach Rom und da habe ich mir gedacht, dass ich dieses Thema wähle.

    Zugegeben ist es nicht ganz einfach, aber es interessiert mich eben. Was fällt euch dazu ein?

    Und bitte gute Statements und nicht: "Ich will auch in die Mafia" etc.

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit

    Gruß Rudi
  • Hab mich auch schon n bisschen mit der Mafia beschäftigt :D und habe ein paar Texte ua. den hier der wohl am meisten zum Thema passt:

    Die Mafia hat zweifellos einen starken Rückhalt in manchen Teilen der italienischen Gesellschaft. Das ist teilweise zu erklären durch die wirtschaftliche Not v.a. im Süden Italiens; die Mafia tritt hier oft als großer Arbeitgeber auf. Ferner profitiert die Mafia vom traditionellen System des Patronats. Es handelt sich dabei um ein weitverbreitetes System sozialer Organisation. Um einen mächtigen Mann, den Patron scharen sich zahlreiche Klienten, die von ihm Schutz und Hilfe (von wirtschaftlicher Unterstützung bis zur Protektion) erwarten. Dafür leisten sie ihm gewisse Dienste. Der soziale Rang eines Patrons ermißt sich wiederum aus der Anzahl seiner Klienten. Weniger mächtige Patrone sind oft auch Klienten von mächtigeren. So entsteht ein verschachteltes System gegenseitiger Abhängigkeiten und Einflüssen. Dieses System muß nicht unbedingt mit der Mafia zu tun haben, aber viele der Patrone sind Mitglied einer mafiosen Vereinigung.

    Eine wichtige Rolle spielen in Italien bis heute auch Freunde und Familie, deren Zusammenhalt sehr stark ist. Die familiären Strukturen sind oftmals die Basis mafioser Gruppen, wobei ein weiter Begriff von Familie herrscht.

    Die Mafia verfügt ebenfalls über einen von weiten Teilen der Gesellschaft akzeptierten Ehrenkodex. Eine große Rolle spielt dabei die "Omertà" - im landläufigen Sprachgebrauch bedeutet dies Verschwiegenheit - vor allem gegenüber Fremden und staatlichen Behörden. Dieser Ehrenkodex ist aus dem traditionellen Mißtrauen der Sizilaner gegenüber der Obrigkeit gewachsen, welches wiederum aus der langen Fremdherrschaft zu erklären ist und heute aus purer Trägheit fortgeführt wird.

    Auch die Verhaltensregeln auf dem Gebiet der Familie, Ehe und Sexualität sind sehr streng. Ein Mafioso darf der Frau eines anderen Mafioso nicht nachstellen; ferner muß er ein Auge auf seine Familie haben und Unmoralisches verhindern. Er muß vor allem die Moralität seiner Frau schützen, um nicht in den wenig ehrenvollen Stand eines "Gehörnten" zu geraten. Buscetta berichtete, er sei aus der Mafia ausgeschlossen worden, weil er geschieden war. Contorno (ein anderer geständiger Mafiso) erzählte von einem Freund, den man aus der Mafia ausgeschlossen hatte, weil seine Frau unkeusch lebte. Daß viele Mafia-Bosse Geliebte haben, stört allerdings kaum. Wichtig ist, daß ihre Ehefrau treu ist und die Ehe hält und funktioniert. Ein Mann muß ferner seine Frau in jeder Weise beschützen.

    Es ist durchaus möglich, daß die Präsenz der Mafiosi und ihrer "Moral" ein Grund für die deutlich geringere Belästigung der Frauen in Sizilien ist - schließlich weiß man nie genau, wem das Opfer "gehört".

    Anfang der 80er wurde z.B. ein Mann auf offener Straße ermordet, weil er nach Aussage des Kronzeugen Vinzenzo Sinagra "ein Playboy war und Frauen belästigt hatte, die er nicht belästigen durfte. Sie schossen von einer Vespa auf ihn ein." So kann es in Sizilien einem gar zu dreisten Mann ergehen.

    Auch ein Fremdenführer aus Catania hatte Pech. Sein Bruder, ein Fahrlehrer, hatte sich von der Frau eines Mafia-Bosses in der letzten Stunde als Belohnung für seine Geduld einen Kuß erbeten. Bald kamen Rächer, die ihm in die Beine schießen wollten. Stattdessen verfehlten sie das Ziel und töteten den Bruder des Unverschämten.

    Ein Bäcker aus Palermo, der sich allzugut mit der Schwägerin eines Mafioso verstand, verschwand spurlos. Ein anderer Frauenheld hatte nach der Aussage des geständigen Mafioso Stefano Calzetta kaum mehr Glück:

    "Auf Anordnung Lorenzo Tinnirellos (...) haben wir den Busfahrer mit Stöcken blutig geschlagen, der sich (...) schlecht gegenüber Frauen aufgeführt hatte. Ich, ignazio, Fazio und Tepesta stiegen in den Bus, und während ich die Passagiere mit einer Pistole in Schach hielt, hieben Tempesta und Ignazio auf den Fahrer ein." Wozu da noch Gerichtsverfahren wegen sexueller Belästigung?

    Der Ehrenkodex der Mafia ist in weiten Teilen Siziliens und Süditalien akzeptiert. Es gibt eine ganze Menge von Leuten, die nicht bei der Mafia sind und eine ähnliche Moral vertreten. Dies hat eine starke Verankerung und Akzeptanz der Mafia in manchen Teilen der italienischen Gesellschaft zur Folge

    //Edit: Die Quelle weiß ich nimmer genau da ich den Text aufm PC habe von nem Referat über die Mafia, letzten Jahres...Ich suche mal hab ihn ausm I-Net^^

    //Edit2: h**p://members.surfeu.at/patrick.horvath/mafia.htm <-PUNKT 3 @ RUDI
    Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.
    Albert Schweitzer
    14.01.1875 - 04.09.1965
  • Ein eher gesellschaftliches Problem!
    Da Rudi Reiert Tipps und Infos für seine Studienarbeit benötigt, istg das Politikforum hier falsch dafür.

    Ich verschiebe das Thema daher mal in 'Schule, Job & Ausbildung'