Gandalf995
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Du glaubst, Bescheid zu wissen?
Ich verrate Dir DIE WAHRE GESCHICHTE.
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Die geheimnisvolle Phantominsel
Der Erste, der seriös darüber berichtet hat, will im Alter von neun Jahren von einem 90-jährigen Greis über die unzweifelhafte Existenz jenes Mysteriums erfahren haben. Der sei wiederum von seinem Großvater darüber informiert worden, und der wollte es von einem verlässlichen Freund erfahren haben, der als Politiker galt. Zwar findet auch er, die Geschichte sei gar seltsam, aber er hält sie dennoch für wahr. Im Laufe der Zeit sind die Berichte über jene außergewöhnliche Angelegenheit immer geheimnisvoller geworden. Man geht inzwischen davon aus, dass die erste Erwähnung vor circa 3000 Jahren datiert ist, doch die Sache selbst lag wohl zu dem Zeitpunkt schon in grauer Vergangenheit. Damit wird deutlich, weshalb heute kaum mehr Licht ins Dunkel zu bringen ist. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Andeutungen noch widersprüchlicher. Es hieß zwar auch, es könne sich um eine imaginäre – oder sagen wir – eine virtuelle Realität handeln. Aber die Beschreibung von großen und bewunderungswürdigen Taten und Persönlichkeiten, von Orten, die sich lokalisieren ließen, von reichlich Bodenschätzen, von zahmen und wilden Tieren, von Wohlgerüchen, Wein, Getreide, Gemüse, Obst und vielem anderen, waren ganz handfest und alltäglich. Es könnten zwar auch Wunschvorstellungen gewesen sein, paradiesische Ahnungen, heraufbeschworenen als Trost in schweren Zeiten. Doch vor allem die negativen Berichte waren sehr irdisch. Sie deuteten eine realistische Katastrophe an, mit der das Ganze geendet hatte. - 25.000 Bücher haben sich angeblich bis heute mit der Frage beschäftigt, was daran wahr und was Erfindung ist. Historiker, Altphilologen, Geologen, Ozeanologen, Theologen, Politiker, Ingenieure und unzählige Sonntagsforscher haben sich zu Teil erbittert darüber gestritten, wo denn – wenn überhaupt – jene Geschehnisse stattgefunden haben könnten. Wohl kein Kontinent der Erde wurde ausgelassen: In der Mündung des Guadalquivir, auf den Azoren, in Spitzbergen und in Australien glaubte man auf Spuren gestoßen zu sein. Am zähesten aber hält sich die Vermutung, dass es sich dabei um die kleine Agäisinsel Santorin gehandelt haben könnte. Deren Hauptteil verschwand vor etwa 3500 Jahren durch einen gewaltigen Vulkanausbruch ins bodenlose Nichts. Und genau dieses Ereignis könnte den oben erwähnten Erzähler – nämlich Platon – zu seinen Nachforschungen animiert haben.
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