04. Dezember 2009 (Wahre Geschichte) Rätsel 

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Gandalf995

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Keine künstlich angelegten Felder


Manche Dörfer und Städte, selbst Provinzen und Staaten mussten in der Vergangenheit vielfach ihre Namen ändern, weil sie immer mal wieder unter eine andere Oberherrschaft gerieten. Oft waren die Namensänderungen nichts anderes als Umwandlungen in die Sprache der Eroberer: Bozen wurde zu Bolzano oder Etsch zu Adige. Häufiger aber wurde politischen Umständen Rechnung getragen: Aus dem zaristischen Petersburg wurde das kommunistische Leningrad, und bei Kolonialisierungen waren es oft Namen, die mit einem Ereignis der Unterwerfung oder mit dem Eroberer zu tun hatten. Beispielsweise wurde in Südamerika die Provinz Alto Peru, ein Teil des alten Inkareiches, zu Ehren des Freiheitshelden Simon Bolivar in Bolivien umbenannt, während andere, von den spanischen Conquistadores eroberte Städte, ihre indianischen Namen beibehielten.
Dazu gehört auch die Hauptstadt des Inkareichs: Cusco. Etwa um das Jahr 1200 waren die Inkas im Tal von Cusco – was „Nabel der Welt“ bedeutet – aufgetaucht. Hier errichteten sie ihren gigantischen Haupttempel und andere Monumentalgebäude, die mit Hilfe unglaublich vieler Menschen und großer Geduld entstanden sein müssen.
Das Herbeischaffen der mächtigen Steinbrocken, die aus der Gegend südlich des Titicacasees stammen, gibt uns immer noch Rätsel auf. Da die Inkas keine Schriftsprache hatten, sind die Aufzeichnungen spanischer Chronisten aus dem 16. Jahrhundert die einzigen, nicht immer ganz zuverlässigen Auskunftsquellen. Der Spanier Pedro Sarmiento de Gamboa berichtet in seiner „Geschichte der Inkas“, dass das Land im Umfeld von Cusco für die Ernährung der Bevölkerung nicht mehr ausreichte.
Deshalb ließ der damalige Inka-Herrscher Pachacuti an den umliegenden Berghängen „eine Art lang gezogener Terrassen“ anlegen, an der Vorderseite mit Steinmauern versehen und mit Erde anfüllen. Laut Sarmiento de Gamboa waren es aber nicht die Inkas, sondern die spanischen Eroberer, die die Bezeichnung für diese Terrassen prägten, die dann zu einem geografischen Begriff wurde.



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