Gandalf995
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Ich verrate Dir DIE WAHRE GESCHICHTE.
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Die Verschiedenheit von Spinnweben
Der Name H. W. Carothers ist sicher nur einschlägigen Spezialisten bekannt. Und auch Professor Dr. Paul Schlack gehört nicht gerade zu den überall bekannten Erfindern. Doch beide hatten einen Traum, den sie etwa zur gleichen Zeit – aber nicht am gleichen Ort – verwirklichten. Carothers war Amerikaner, und Schlack lebte in Deutschland. Beide experimentierten im Auftrag großer Firmen mit „plastischen Massen“.
Die hatten gegenüber Naturstoffen, die unberechenbaren Einflüssen ausgesetzt sind, den Vorteil, stets gleich bleibende Eigenschaften zu besitzen. Zwar gab es schon einige durch Umwandlung von Holz, Kohle und Erdöl hergestellte neuartige Materialien, doch erst 1930 war eine Gruppe von Substanzen entdeckt worden, deren Elastizität und Verschleißfestigkeit geradezu phänomenale Möglichkeiten versprach. Man nannte sie Polyamide. Etwa 100 Millionen Mark hatte der amerikanische Chemiekonzern Dupont investiert, bis Carothers am Ziel war. Mit nur fünf Millionen Mark und einer völlig anderen Methode war es zuvor schon Professor Dr. Schlack gelungen, für die IG-Farben eine fast identische Faser zu synthetisieren. Das war 1938. Um sich nicht gegenseitig zu ruinieren, verabredeten die beiden Konzerne die Aufteilung der weltweiten Absatzmärkte.
Doch dann brach der Zweite Weltkrieg aus, und bald kamen erste Alltagsprodukte auf den Markt, die der staunenden Menschheit das Revolutionäre der neuen Fasern vor Augen führten. Die hauchzarten und trotzdem höchst belastbaren Materialien machten jetzt vor allem in der Bekleidungsindustrie Furore. Sie waren leicht, haltbar und bügelfrei. Der Chemiekonzern Dupont revolutionierte die Strumpfindustrie der USA und machte Riesenumsätze.
Nach dem verlorenen Krieg hatte die IG-Farben allerdings die Patentrechte eingebüßt. Doch die von Paul Schlack entwickelte Herstellungsmethode war bekannt. Daher konnten die neuartigen Synthetikgewebe nun überall auf der Welt lizenzfrei produziert werden. Allerding hatte sich Dupont den Namen seiner heiß begehrten Kunstfaser gesetzlich schützen lassen.
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