Gandalf995
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Ich verrate Dir DIE WAHRE GESCHICHTE.
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Ganz und gar keine Nischen-Sportart
Die Feste der Mrs. Cornelly sind stets ein Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens. 1760 arrangiert sie im Carlisle House einen Maskenball und verspricht als besonderes Highlight so etwas wie eine Eislaufvorführung.
Es ist gerade Mitternacht, als sich die Flügeltüren öffnen, und herein schießt – Violine spielend und in Schal und Mütze – Joseph Merlin. Das Sportgerät, das er an den Füßen trägt, hat der gelernte Instrumentenbauer aus dem belgischen Ort Huy nahe Lüttich eigens für die Vorstellung bei Mrs. Cornelly entwickelt. Doch die Darbietung wird ein einziger Flop.
Kaum ist der Läufer durch die Tür geglitten, bringen sich die Gäste mit entsetzten Schreien in Sicherheit. Merlin ist offensichtlich nicht in der Lage, die Richtung zu ändern oder gar zu stoppen. Tatsächlich endet die furiose Fahrt in einem teuren Kristallspiegel, der klirrend zerbricht.
Dieses Missgeschick hält für etliche Jahre etwaige Nachahmer von solchen Laufkunststücken ab. Erst nachdem Merlins Landsmann van de Lede 30 Jahre später einen leidlich erfolgreichen Versuch gewagt hat, wird das Gleiten allmählich immer beliebter. Daraufhin lässt der Franzose Jean Garcin sein Modell „Cingar“ patentieren, und unter seiner Leitung entsteht eine „Laufakademie“ – die erfolgreiche „Cingar“-Schule.
Um die Jahrhundertwende erlebt der Sport eine echte Blütezeit. Spezielle Bahnen und Hallen werden gebaut, und in New York funktioniert man 1908 sogar den Madison Square Garden zum riesigen Gleiter-Treffpunkt um. Die Weltkriege bremsen jeweils abrupt das inzwischen beliebt gewordene Freizeitvergnügen.
Nach einem kaum beachteten Dasein als Nischen-Sportart in Deutschland und in der Sowjetunion beginnt Anfang der siebziger Jahre ein wahrer Boom, der die ganze Welt sozusagen überrollt. Die Initiatoren sind zwei Profi-Eishockeyspieler aus Minneapolis: Scott und Brennen Olsen.
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