Die Anfangs gestellten Fragen sind tatsächlich beantwortet, doch inzwischen geht es um die grundsätzliche Auseinandersetzung der Motorrad Führerscheinpolitik. Es artet natürlich aus, da alle Argumente an dem TE festgemacht werden und er noch zu dem Gerangel beiträgt.
Ich sehe das alles mit gemischten Gefühlen. Die Einschränkung für Anfänger von 18 bis 25 Jahren finde ich gut. Meiner Meinung nach gilt die Einschränkung ja nicht nur für die Leistung, sondern auch noch für das Verhältnis von Leistung zum Gewicht des Motorrades. Das hat glaube ich noch keiner angemerkt. Damit möchte man verhindern, dass ein Anfänger eine schwere Maschine gedrosselt fährt, denn auch das Gewicht eines Bikes wirkt sich auf das Fahrverhalten aus und die Maschine ist schwerer zu handhaben. Oder wurde das wieder abgeschafft?
Dennoch gilt dies gar nicht für Mongo, denn er wird 25. Das man mit 25 gleich voll einsteigen kann finde ich nicht weiter tragisch. Hierbei geht es vornehmlich um die erworbene Vernunft eines Menschen ab dem besagten Alter. Ja ich weiß, das ist natürlich nicht immer der Fall. Nur ist das leider bei jugendlichen Autofahrer nicht anders. Die dürfen sich sofort in übermotorisierte Fahrzeuge setzen und hier setzt die Vernunft ebenfalls manchmal aus.
Angenommen Mongo legt tatsächlich die vernünftige Fahrweise ans Tageslicht wie er es sagt, dann spricht nichts gegen eine 1000er. Das Argument, dass er bei nasser Straße aufgrund der Leistung sofort im Graben liegt ist Quatsch. Das kann einem genauso mit einer 35PS Maschine passieren. Doch ich sehe und spreche oft mit Anfängern die der Meinung sind, mehr Leistung ist alles. Egal ob man es ausnutzt oder nicht. Dem ist nicht so, außer man kann wirklich gut damit umgehen.
Das führt uns zum Fahrspaß. Dazu noch ein Wort zu N1GHT-R1D3R: Moderne Motorräder mit kleinen Hubräumen sind genauso sicher gebaut wie große Maschinen. Keiner redet heute noch von Trommelbremsen oder so. Wozu benötigt man denn eigentlich viel PS beim Bike? Im Grunde genommen nur für die Beschleunigung und eine hohe Endgeschwindigkeit. Alles andere macht mit jedem anderen Motorrad genauso viel Spaß. Ganz im Gegenteil, ist es für einen ungeübten Fahrer mehr Vergnügen mit geöffnetem Gaszug aus einer Kurve zu beschleunigen als andauernd die Angst zu haben, dass das Hinterrad wegrutscht. Darin sehe ich aber auch ein wenig das Problem. Mongo erklärt uns den Weg, den er vor hat mit dem Bike zu bewältigen. Schön und gut. Nur irgendwann wird ihm die 3km lange Geradeaus Landstraße zu langweilig und er beschleunigt doch einmal übertrieben. Hier liegt die Gefahr. Man übertreibt, weil einem langweilig wird. Lange Kurven machen halt nur mit 160 km/h Spaß.
Mal ganz ehrlich, Motorrad als ein Fortbewegungsmittel? Dann kaufe dir einen Roller, das ist allemal günstiger als eine 1000er. Denn es wird der Tag kommen, an dem du deine 1000er ausreizen möchtest. Solange du das Bike beherrscht ist es kein Problem. Solange es dir an Erfahrung fehlt, passe dabei lieber sehr gut auf.
Auch wenn ich Mongos Verlangen nach einem großen Bike nachvollziehen kann, seiner Argumentation zufolge ist es ein Fehlkauf. Für das was du vorhast, ist eine 1000er völlig übertrieben. Wenn ich deine Argumentation richtig verstehe kaufst du lieber gleich was Großes anstatt über die Jahre viel zu investieren, weil man deiner Meinung nach später eh nur was Großes fährt? Ich kenne genügend Leute die in hohem Alter wieder auf kleinere Maschinen umsteigen. Denn wie gesagt, der Fahrspaß hängt nicht mit der Leistung zusammen. Die Coolness vielleicht, doch mit gehobenem Alter kommt die Coolness eher mit dem Fahrkönnen als den PS unterm Hintern. Und glaube mir, es gibt nichts Schöneres als einen 1000 Kubikfahrer mit über 100PS mit einem 45PS Einzylinder abzuhängen. Natürlich bei entsprechenden Straßenverhältnissen denn wie bereits gesagt wurde, geradeaus kann jeder schnell fahren. Aber ja ich vergaß, du willst das Motorrad ja nur als Fortbewegungsmittel nutzen.
P.S.: Auf der Wiese mit 100km/h ist auch nicht gefährlicher als mit überhöhter Geschwindigkeit über die Straße zu brettern. Zumindest gibt es auf der Wiese keinen Gegenverkehr.