Nehmen wir an, ich hätte einen Schüler von siebzehn oder achtzehn Jahren, kräftig und belastbar, den ich in einem sehr überschaubaren Zeitraum „selbstverteidigungsfähig“ machen sollte – was würde ich mit ihm tun? Zunächst würde ich ihn jeden Morgen um sechs Uhr durch den Wald jagen: Dauerläufe, Bergauf- und Bergabläufe, Rückwärtsläufe, Seitwärtsläufe, Sprints; anschließend ballistische Kniebeugen und Liegestütze auf den Fäusten (mit wachsender Fertigkeit auf den Fingerspitzen) sowie Bauchmuskeltraining. All das, damit er neben Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit auch Biß und Disziplin bekommt. Dann würde ich ihm Jab, Gerade und Haken beibringen, bis er sie im Schattenboxen kombinieren könnte. Schließlich würde ich mit 16-Unzen-Handschuhen (im zweiten Monat 14 Unzen, im dritten 12 Unzen usw.) nach ihm schlagen, und er müßte versuchen auszuweichen, ohne seine Hände zu benutzen – Veilchen, Nasenbein- und Rippenbrüche inbegriffen. Und zum Schluß müßte er seine Hände anfangen abzuhärten. Dies wäre der Stoff für die ersten drei Monate, und aus dem Jungen wäre schon ein ganz stabiles Bürschchen geworden.
Im zweiten Quartal würde er mit seinen abgehärteten Händen und stabilen Gelenken beginnen, den Sandsack zu bearbeiten – erst mit Handschuhen und Bandagen, dann nur noch mit Bandagen, schließlich mit bloßen Fäusten. Er müßte jetzt auch versuchen, zurückzuschlagen, wenn ich nach ihm schlage. Ich würde ihn so hart schlagen und so traktieren, daß er sich schon aus lauter Wut zu wehren anfinge. Diese Wut würde ich auf ein gesundes Maß zurückschrauben, auf die Basis einer kontrollierten Aggression nämlich, die ihm nur nützen kann und ohne die er nicht auskommt. Nach sechs Monaten wären wir fertig: er hätte einen starken Körper, er hätte Kondition, Auge und Schlagkraft, er hätte keine Angst mehr – denn schlimmer als dieses Training kann der Ernstfall auch nicht sein.