A9 soll Teststrecke für selbstfahrende Autos werden News 

Eidi

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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) plant eine Teststrecke für selbstfahrende Autos in Deutschland. Dafür soll ein Teilstück der Autobahn A9 in Bayern mit den nötigen Funktionen ausgerüstet werden.

In den USA und in Schweden gibt es schon seit einiger Zeit für Autohersteller die Möglichkeit, im öffentlichen Straßenverkehr Autos zu testen, die sich selbst im Verkehr orientieren können. Das soll nun auch in Deutschland bald möglich werden. Bundesverkehrsminister Dobrindt will dazu eine Teststrecke auf der Autobahn A9 in Bayern freigeben. Das sagte der Bundesverkehrsminister der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Das Pilotprojekt Digitales Testfeld Autobahn soll 2015 beginnen und sieht vor, dass eine Strecke sowohl mit Funktionen zur Kommunikation zwischen Auto und Straße als auch für die Autos untereinander ausgerüstet wird. Diese Maßnahmen sollen für Fahrzeuge mit Assistenzsystemen geeignet sein, die sich noch nicht vollständig allein im Verkehr orientieren können. Später sollen dort auch vollautomatisierte Autos fahren.

Anti-Google?

Google sieht Dobrindt dabei nicht unbedingt als Verbündeten. Das US-Unternehmen kündigte an, mit großen Autoherstellern zusammenzuarbeiten, um die Entwicklung autonom fahrender Autos voranzubringen. Es wäre nachlässig, nicht mit den wichtigsten Unternehmen der Branche zu sprechen, sagte Chris Urmson, Leiter des Roboterauto-Projekts bei Google, der Nachrichtenagentur Reuters.

Nach Angaben von Dobrindt wollen sich die deutschen Autohersteller aber nicht auf Google verlassen, sondern eigene Lösungen entwickeln. Dobrindt warnte vor einer Monopolisierung der Daten und einer Abhängigkeit von den USA und Asien.

Google will mit der Automobilbranche kooperieren
Google hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters internationale Branchengrößen wie Daimler, Ford, General Motors, Toyota und Volkswagen hinsichtlich des autonom fahrenden Autos kontaktiert. Ob es nur Systeme und Software liefern oder auch Fahrzeuge bauen will, sei noch nicht entschieden.

Nachdem Audi zur Elektronikmesse CES 2015 einen A7 weitgehend autonom vom Silicon Valley nach Las Vegas hatte fahren lassen, forderte Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg ein liberales Regelwerk, damit auch in Deutschland Autos autonom fahren dürften. Audi befürchtet sonst Wettbewerbsnachteile. Auf der CES stellte nicht nur Audi, sondern beispielsweise auch Mercedes seine Vorstellung vom künftigen "pilotierten Fahren" vor, wie es Audi nennt, wenn der Fahrer nicht mehr lenken, bremsen und beschleunigen muss.

Testgebiete in den USA längst vorhanden
Der internationale Vertrag, der bislang in weiten Teilen der Welt verhinderte, dass es autonom fahrende Autos im Straßenverkehr gibt, wurde derweil geändert. Das sogenannte Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr aus dem Jahr 1968 führte bislang in Artikel 8 an, dass ein Fahrzeugführer jederzeit sein Fahrzeug beherrschen müsse. Das sei im Mai 2014 durch die UN geändert worden, berichtet die Zeitung Die Welt. Nun seien Systeme, mit denen ein Pkw autonom fahre, zulässig, wenn sie jederzeit vom Fahrer gestoppt werden könnten. In Schweden, wo der Vertrag ebenfalls unterschrieben und ratifiziert wurde, werden durch Volvo bereits Versuche mit autonomen Autofahrten unternommen.

Quelle: Dobrindt: A9 soll Teststrecke für selbstfahrende Autos werden - Golem.de
 
Warum man sich gerade einer der Hauptverkehrsstrecken aussucht, erschließt sich mir nicht. Tests fährt man üblicherweise eher auf Nebenstrecken. Möglicherweise eine CSU-Schnappsidee.
 
Ein Test muss doch auch realitätsnah sein sonst ist er sinnlos.
Außerdem hatte noch kein Roboterauto einen echten Unfall im
Straßenverkehr.
Der Mensch ist der größte Fehlerfaktor beim Autofahren.
 
Soweit ich mich erinnere (es gab dazu vor einiger Zeit einen guten Artikel auf Golem), ist nach aktueller Rechtsprechung bei einem Unfall nicht etwa Google, oder der Fahrzeughersteller in der Pflicht, sondern nach wie vor der "Fahrer" - selbst wenn er gar nicht gefahren ist.
Abgesehen davon, würde ich ich eine solche Technik nicht benutzen. Es gibt im Alltag schon viel zu viel technologische Bevormundung. Dann lieber zu Fuß gehen, oder das Fahrrad nutzen - solange es als unsicheres Verkehrsmittel noch nicht verboten ist ;).

LG
 
Die Schwelle zwischen Unterstützungssystemen bzgl. Fahrsicherheit und gefühlter "Bevormundung" ist fließend und oftmals stark geprägt durch die persönliche Einschätzung.
Ich persönlich würde mich als viel-Reisender jedenfalls über die Weiterentwicklung einer Technik freuen, die die Anzahl und Schwere von Verkehrsunfällen deutlich reduziert.
Spätestens, wenn ihr mal schuldlos in einen Verkehrsunfall verwickelt wart, werdet ihr mir wahrscheinlich zustimmen.
Ob es dabei um ein autarkes selbst-Fahren des Fahrzeugs gehen muss ist fraglich. Ich empfinde es eher als Ausloten der maximalen Möglichkeiten um ein optimales Zusammenspiel sinnvoller Konstruktionen herauszuarbeiten.
 
Dazu braucht es keinen Verkehrsunfall, ich stimme dir auch so zu Bogomir!

Es geht ja auch nicht nur um Fehler von Menschen im Straßenverkehr die
verhindert werden können, sondern auch um Ordnungswidrigkeiten und
Straftaten die von Verkehsteilnehmern begangen werden.

Keine Raser und Schleicher mehr, kein dichtes Auffahren und notorisches
links fahren. Und, und, und ...

Individualverkehr ohne Stress, einfach nur die Landschaft geniessen
oder ein gutes Buch lesen. Paradiesisch, diese technologische
Bevormundung werde ich gerne über mich ergehen lassen.
 
Ich persönlich begrüße jede neue Technik die für fahrsicherheit sorgt, nur nicht dafür, dass der Wagen die Aufgabe vom Fahrer übernimmt in Bezug auf fahren, denn dann könnte man sich ja auch den Führerschein direkt aus den Automaten ziehen.
Wie oben erwähnt wurde, Menschen machen Fehler beim Autofahren, Roboter weniger, nur aber wer baut die Roboter? Auch die Menschen, also ist demnach ist hier auch keine 100% Sicherheit gewährleistet.
 
Spätestens, wenn ihr mal schuldlos in einen Verkehrsunfall verwickelt wart, werdet ihr mir wahrscheinlich zustimmen.
Ich empfinde es eher als Ausloten der maximalen Möglichkeiten um ein optimales Zusammenspiel sinnvoller Konstruktionen herauszuarbeiten.


Trotz schuldlos erlittenem schweren Polytrauma stimme ich dir nicht zu.

Das gilt übrigens ebenso für die Assistenzprogramme wie ABS, ESP, ... -> mir sind diese Dinge ein Graus. Durch ESP wurde es möglich Fahrzeuge zu konstruieren, die bauartbedingt ohne ESP überhaupt nicht sicher fahrfähig wären -> Fortschritt? Aus meiner Sicht eher ein Rückschritt.
ABS schön und gut, für alle die nicht mit wechselnden Untergründen umgehen können. Aber diejenigen, die dies beherrschen haben ohne ABS einen kürzeren Bremsweg, als mit einem ABS, welches eingreifen muß. Gut sagst du, so viel wird es nicht sein. Ich behaupte im Straßenverkehr zählt jeder (Raum)Meter.


Zitat Silvest: "Individualverkehr ohne Stress, einfach nur die Landschaft geniessen
oder ein gutes Buch lesen. Paradiesisch, diese technologische
Bevormundung werde ich gerne über mich ergehen lassen. "


Fast immer wenn es zu schön klingt um wahr zu sein, ist es auch nicht wahr - oder noch schlimmer es wird zu wahr um schön zu sein (imho).

LG
 
Ein schöner Spruch AnakinSky, aber ist er auch wahr? :D

Die Menschen hatten damals auch Angst vor der Eisenbahn und sagten das
der Mensch diese Wahnsinnsgeschwindigkeit von 40km/h nicht aushalten
könnten. Und jetzt fahren wir mit Tempo 300km/h. ;)
 
@AnakinSky: glücklicherweise gibt es für Autofahrer, die fähig sind puristisch ausgestattete Fahrzeuge zu führen eben solche.
Problematisch empfinde ich dabei nur, dass das Risiko der Selbstüberschätzung dabei nicht wegzudiskutieren ist.

Ich für meinen Teil bin glücklich ein Fahrzeug zu besitzen, das meiner Frau aufgrund der implementierten Sicherheitssteuerung buchstäblich ihr Leben gerettet hat.

LG
 
@ silvest

Wenn der Spruch unrichtig sein sollte, ist es deine Vision der schönen neuen Welt ebenso. Am Beispiel verschiedener technischer Innovationen wie SmartHome, Smartphone, autonome Fahrzeuge (?) läßt sich mit Beispielen (was Kollege Konradin threadübergreifend schon getan hat) belegen, das die denkbare "brave new world" ein relatives Hirngespinst ist.
Die Problemfelder werden nicht verringert, sie werden nur verlagert. Also letztlich Geschmackssache ;).


@ Bogomir

d'accord :)

LG
 
Assistenzsysteme machen abhängig und dienen selten der tatsächlichen Unfallvermeidung. Hat man sich erst einmal an ABS gewöhnt, dann ist ein Verbremser beim vorübergehender Wechsel auf ein Fahrzeug ohne ABS fast schon Pflicht. Mein damaliger Fahrlehrer stieg für eine Wochenendtour kurzfristig auf eine Yamaha ohne ABS um, weil seine BMW gerade TÜV-fertig gemacht wurde. Er brach sich dabei das Schlüsselbein.

Assistenzsysteme führen oft dazu, lediglich das Limit etwas weiter in den Grenzbereich zu verschieben und dieser wird immer schmaler. Sicherer ist dies nicht.

Und Bremsassistenten, welche eigenständige Vollbremsungen hinlegen können? Sind die auch so clever zu bemerken, daß das nachfolgende Fahrzeug keinen Bremsassistenten hat und es somit unweigerlich zum Auffahrunfall kommen wird? Der nachfolgende Fahrer hat bei einer Vollbremsung gerade im Ortsverkehr nicht die geringeste Chance.

Solange eine gewisse Technik nicht flächendeckend und ausschliesslich eingesetzt wird, solange schiebt sie den schwarzen Peter immer den anderen zu. Das automatisierte vordere Fahrzeug wird schlagartig zum Verkehrshindernis für den nachfolgenden Verkehr, der dann tatsächlich auffährt, also den Unfall angeblich verursacht. Die Realität ist freilich eine andere.

Und eine flächendeckende Umsetzung? Wir habe es in deutlich über 10 Jahren noch nicht einmal geschafft, die alten (Nicht-EU-)Kennzeichen komplett aus dem Verkehr zu ziehen. Eine Umstellung auf komplett abgasfreie Kfz wird wohl noch Jahrzehnte auf sich warten lassen, aber eine Vollautomatisierung steht angeblich bereits in wenigen Jahren vor den Tür. Wovon träumt ihr eigentlich nachts?
 
@ AnakinSky:

Keine Sorge, an die "brave new world" glaube ich auch nicht. Nicht in diesem Jahrtausend, nicht mit dieser Spezies Mensch. Die Föderation des Star Trek Universums ist leider in weiter Ferne.

Aber ich hege die Hoffnung, das der tägliche Terror auf den Straßen weniger wird wenn der Mensch das Lenkrad nicht mehr in den Händen hält. Und das das kommt, denke ich, ist sicher, denn die Mehrzahl der Menschen sind einfach zu technikverliebt um auf solche Spielzeuge zu verzichten.
Als Beispiel nenne ich nur unsere Art der Kommunikation und der Siegeszug des Smartphones.

Ich hoffe, mit diesem Beitrag auch Konradins letzte Frage nach meinen Träumen beantwortet zu haben. :D
 
Na ja, heute ist der erste LKM auf der Autobahn gefahren ohne das ein Mensch gelenkt hat. Ich bin mal auf die nächsten 10 Jahre gespannt.
 
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