Rechtsberatung in Foren ist in der Tat immer so eine Sache. Auch wenn meine Vorredner hier schreiben, dass dir nichts droht, sehe ich die Sache anders:
1. Auf der Seite steht oben klein, aber in deutlich lesbarer Form: "Die 48 Stunden Webcam Show kostet 59 Euro incl. Mwst."
2. Durch das Anklicken der Häkchen bei AGB/Datenschutz/Widerrufsrecht ist zumindest formal der Wille zum Vertragsschluss bekundet worden. Damit hast du eine Rechtstatsache geschaffen, die du wohl kaum leugnen kannst.
3. Da es sich hierbei um ein deutsches Unternehmen (GmbH) mit Sitz in Deutschland und ladungsfähigem Impressum handelt, gehe ich erst einmal von der Seriosität des Anbieters aus (Im Gegensatz zu Unternehmen im Ausland (Ltd. in Arabien oder Osteuropa).
4. Die Wirksamkeit der AGB ist durchaus anzuzweifeln, allerdings ist in Bezug hierrauf vieles rechtsicher eingerichtet worden: Erkennbare Preisangabe, klarer Zugang zu AGB, Datenschutzbedingungen und zum Widerrufsrecht. Summarisch geprüft wirken die AGB so in Ordnung, wenn sie denn gelesen würden.
5. Du hast ein Widerrufsrecht nach §§ 312 b, c, d BGB und § 5 der AGB.
"§ 5 Widerrufsrecht
Der Kunde kann, sofern er Verbraucher im Sinne des § 13 BGB ist, die
Vertragserklärung innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen in
Textform (z.B. Brief, Fax, E-Mail) widerrufen. Die Frist beginnt frühestens mit
Erhalt dieser Belehrung. Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige
Absendung des Widerrufs. Der Widerruf ist zu richten an:
Payball Payment GmbH
Mielestrasse 2,
14542 Werder/ Havel
Deutschland
oder per E-Mail an:
info@emailpay.de
oder per Fax an: 03327 - 573 042
Das Widerrufsrecht des Kunden erlischt vorzeitig, wenn der Dienstleister mit der
Ausführung der Dienstleistung mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden vor Ende
der Widerrufsfrist begonnen hat oder der Kunde diese selbst veranlasst hat.
Im Falle eines wirksamen Widerrufs sind die beiderseits empfangenen Leistungen
zurückzugewähren und ggf. gezogene Nutzungen (z.B. Zinsen) herauszugeben.
Kann der Kunde die vom Dienstleister empfangene Leistung ganz oder teilweise nicht
oder nur in verschlechtertem Zustand zurückgewähren, muss er dem Dienstleister
insoweit ggf. Wertersatz leisten. Verpflichtungen zur Erstattung von Zahlungen hat
der Kunde innerhalb von 30 Tagen nach Absendung seiner Widerrufserklärung
zu erfüllen. "
Du kannst allerdings dadurch, dass du die Webcamshow gestartet hast, die eigene Veranlassung gegeben haben, sodass dein Widerrufsrecht erlöschen sein könnte (Palandt/Grüneberg 65. Aufl., § 312 d BGB Rn. Nr. 7.).
6. Meine Empfehlung:
Versuch, den Widerruf zu erklären. In deinem Fall dürfte es schwierig sein, den Beweis zu führen, dass ein Vertragsschluss an der Geschäftsfähigkeit scheitert. Sofern du nicht zahlst, ist von meinem Standpunkt die Gefahr existent, dass das Unternehmen die Zahlung einklagen wird oder im Inkasso-Wege verfahren wird.