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Hier ein interessanter Artikel aus "Linux Community"
"Ubuntu macht ernst: Auf der Developer-Mailingliste stellte Canonicals Rick Spencer gestern offiziell die neuesten Pläne für Ubuntu vor. Die Distribution will zum Rolling Release werden.
Seit längerem diskutiert man bei Canonical intern darüber, die Zwischen-Releases abzuschaffen und statt dessen zu einer Rolling Release zu werden. Das ermöglicht es den normalen Nutzern, stets die neuste Software zu erhalten und beseitigt die Wartezeiten für neue Features. Die LTS-Versionen will man aber nicht abschaffen, sondern stärken, da die meisten Kunden und Anwender, die ein stabiles Ubuntu wollen, ohnehin zu diesen Varianten mit Langzeit-Support greifen.
Laut Spencer plant man, jeden Monat einen Snapshot des aktuellen Ubuntu zu nehmen und diesen bis zum nächsten Snapshot zu unterstützen. Das ermöglicht es Nutzern, die Rolling Releases im täglichen oder monatlichen Abstand zu aktualisieren. Für Entwickler freier Software läge der Vorteil darin, dass sie eine Software nicht mehr übereilt veröffentlichen müssen, damit sie noch in Ubuntu landet. Nicht zuletzt schaffe man mehr Klarheit, weil die Anwender häufig nicht verstehen, zu welcher Version von Ubuntu sie greifen sollen - der LTS-Version oder der gerade aktuellen Version.
Obwohl Rolling Releases auch Nachteile haben, sind Distributionen wie Gentoo und Arch Linux recht erfolgreich mit ihnen. Kritiker merken allerdings an, dass sich nicht alle Probleme mit automatisierten Test lösen lassen, besonders das Auswechseln grundlegender Komponenten im laufenden Betrieb könne zu Problemen führen. Zudem überlegt man, die Deadlines passend zur neuen UDS-Frequenz aufzustellen, um den Entwicklern Orientierungspunkte für Abgaben und das Einführen neuer Features zu geben. Derivate wie Kubuntu, Xubuntu und Lubuntu müssen sich nun auch die Frage stellen, wie sie zukünftig mit ihren Updates verfahren.
Die meisten Entwickler auf der Mailingliste scheinen dieser Idee zuzustimmen. Tatsächlich liefert das Ubuntu-Projekt bereits seit einer Weile brauchbare Daily Images aus und hat Ubuntu die Alpha- und Beta-Versionen bereits abgeschafft. Die Pläne liegen also vermutlich bereits länger in der Schublade von Canonical. Auf dem UDS, der nächste Woche erstmals virtuell stattfindet, soll das Thema nun mit der kompletten Ubuntu-Community diskutiert werden.
Ganz neu ist die Idee nicht: bereits 2011 schlug Ubuntus Desktop-Manager Scott James Remnant, der nun für Google arbeitet, vor, Ubuntu in eine Rolling Release zu verwandeln. Doch erst jetzt befindet sich Ubuntu dank der Daily Images und ausführlicher Testverfahren auch technisch in einer Situation, die das auch halbwegs zuverlässig ermöglicht."
Persönlicher Kommentar: Ich denke, dass dieser Entscheid mit dem Rolling Release grundsätzlich sehr weise ist. Damit tut sich Canonical selbst einen Gefallen. Für die meisten Buntu-User war die Neuauflage im Halbjahres-Rhythmus sowieso eine Ueberforderung. Soll ich jetzt wechseln oder nicht? Möglicherweise war es auch für die Entwickler ein Stress. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe auch ich mich bei meinem Arbeits-PC (zuhause) für LTS entschieden, weil ich hier Stabilität und Kontinuität schätze. In diesem Bereich will ich keine Ueberraschungen. Ich hoffe natürlich, die Entwickler schaffen es, allfällig Anpassungsprobleme im laufenden Betrieb vorzeitig auszumerzen. Dies ist für die Akzeptanz bei den Usern eine wichtige Voraussetzung.
Gruss freefloating
Nachtrag 11.3.2013: Offenbar, gemäss dem nachstehenden Artikel-Auszug von Pro-Linux, bleibt Canonical seinem bisherigen System doch treu. So wie es aussieht, sind sich die führenden Köpfe bei Canonical in dieser Frage nicht ganz einig.
"Bei Ubuntu kommt immer wieder einmal die Diskussion um eine Umstellung auf ein Rolling-Release-Modell auf. Nachdem entsprechende Forderungen in der letzten Wochen erneut lautstark nach außen drangen, hat sich jetzt auch Mark Shuttleworth geäußert.
Die aktuelle Diskussion um eine Umstellung auf ein Rolling Release-Modell wird seit Anfang des Jahres vornehmlich von Entwicklern geführt. Nachdem Rick Spencer, Canonicals Vizepräsident für Ubuntu, vor einigen Tagen auf dem Ubuntu Developer Summit sogar einen konkreten Vorschlag für Rolling Releases präsentiert und damit die aktuelle Diskussion ausgelöst hatte, meldet sich jetzt auch Shuttleworth zu Wort.
Shuttleworth bekräftigte angesichts des Eindrucks, ein entsprechender Änderungsbeschluss der Veröffentlichungsstrategie für Ubuntu stünde unmittelbar bevor, dass Rolling Release für ihn absolut keine Option sei und er bisher keinen Gedanken an eine Umstellung verschwendet habe. Rolling Releases seien keine echten Veröffentlichungen und böten Anwendern daher keinesfalls die Sicherheit, die diese verlangten. Zudem stünden allen Nutzern, die über die bisherigen sechs Monate währenden Zyklen zwischen zwei Ubuntu-Versionen hinaus aktuelle Versionen benötigten, nach wie vor die qualitativ hochwertigen Daily Builds zur Verfügung. So oder so befände man sich in Bezug auf eine Änderung der Veröffentlichungsstrategie noch im Meinungsfindungsprozess.
Zwar sieht auch Shuttleworth eine Notwendigkeit für häufigere Updates, möchte aber dem Rolling-Release-Modell ein eigenes Konzept gegenüberstellen. Bei diesem müsse man den Upgrade-Prozess allerdings derart verbessern, dass auch mehrere aufeinander folgende Upgrades ein sauberes System garantierten. Trotzdem dürfe man die besondere Bedeutung der LTS-Versionen nicht übersehen. Zwar könne man über häufigere Zwischenversionen nachdenken, etwa auch im Monatstakt, dabei müsse es sich aber um für Endanwender taugliche Versionen handeln und nicht nur um Schnappschüsse.
Der eigentliche Vorschlag des Ubuntu-Gründers besagt, dass die LTS-Aktualisierungen, die recht regelmäßig erscheinen, in den ersten beiden Jahren mit mehr Aktualisierungen versorgt werden sollen. Neuere Kernel sollen für bessere Hardware-Unterstützung sorgen. Sie sollen optional sein, was bedeutet, dass die älteren Kernel weiter unterstützt werden. Wichtige Plattformkomponenten, die sich schnell ändern, wie OpenStack, sollen als optionale Updates verfügbar gemacht werden. Andere wichtige Plattformkomponenten, beispielsweise der Desktop Unity, könnten aktualisiert werden, solange sie kompatibel bleiben.
Die Nicht-LTS-Versionen sollen erhalten bleiben, doch hält Shuttleworth 18 Monate Support für diese Versionen für übertrieben. Sieben Monate würden genügen, was Ubuntu einige Arbeit ersparen würde. Diese Versionen seien ohnehin nur für Leute gedacht, die an Ubuntu in irgendeiner Form mitarbeiten, alle anderen sollten nur LTS-Versionen einsetzen.
Eine weitere Änderung betrifft das Update-Werkzeug. Zukünftig soll es möglich sein, bei Versions-Updates eine oder mehrere Versionen zu überspringen. So soll es möglich sein, beispielsweise von 12.10 auf 13.10 oder 14.04 LTS aufzusteigen. Darüber hinaus wurde der Anregung von Mark Shuttleworth entsprochen, auch LTS-Versionen in den ersten beiden Jahren verstärkt mit Updates wichtiger Komponenten wie beispielsweise Unity oder Openstack und neueren Kernels zu versorgen. Die älteren Kernel sollen dabei weiterhin benutzbar bleiben. Alle Änderungen gelten als verabschiedet und werden nun von den entsprechenden Teams umgesetzt."
"Ubuntu macht ernst: Auf der Developer-Mailingliste stellte Canonicals Rick Spencer gestern offiziell die neuesten Pläne für Ubuntu vor. Die Distribution will zum Rolling Release werden.
Seit längerem diskutiert man bei Canonical intern darüber, die Zwischen-Releases abzuschaffen und statt dessen zu einer Rolling Release zu werden. Das ermöglicht es den normalen Nutzern, stets die neuste Software zu erhalten und beseitigt die Wartezeiten für neue Features. Die LTS-Versionen will man aber nicht abschaffen, sondern stärken, da die meisten Kunden und Anwender, die ein stabiles Ubuntu wollen, ohnehin zu diesen Varianten mit Langzeit-Support greifen.
Laut Spencer plant man, jeden Monat einen Snapshot des aktuellen Ubuntu zu nehmen und diesen bis zum nächsten Snapshot zu unterstützen. Das ermöglicht es Nutzern, die Rolling Releases im täglichen oder monatlichen Abstand zu aktualisieren. Für Entwickler freier Software läge der Vorteil darin, dass sie eine Software nicht mehr übereilt veröffentlichen müssen, damit sie noch in Ubuntu landet. Nicht zuletzt schaffe man mehr Klarheit, weil die Anwender häufig nicht verstehen, zu welcher Version von Ubuntu sie greifen sollen - der LTS-Version oder der gerade aktuellen Version.
Obwohl Rolling Releases auch Nachteile haben, sind Distributionen wie Gentoo und Arch Linux recht erfolgreich mit ihnen. Kritiker merken allerdings an, dass sich nicht alle Probleme mit automatisierten Test lösen lassen, besonders das Auswechseln grundlegender Komponenten im laufenden Betrieb könne zu Problemen führen. Zudem überlegt man, die Deadlines passend zur neuen UDS-Frequenz aufzustellen, um den Entwicklern Orientierungspunkte für Abgaben und das Einführen neuer Features zu geben. Derivate wie Kubuntu, Xubuntu und Lubuntu müssen sich nun auch die Frage stellen, wie sie zukünftig mit ihren Updates verfahren.
Die meisten Entwickler auf der Mailingliste scheinen dieser Idee zuzustimmen. Tatsächlich liefert das Ubuntu-Projekt bereits seit einer Weile brauchbare Daily Images aus und hat Ubuntu die Alpha- und Beta-Versionen bereits abgeschafft. Die Pläne liegen also vermutlich bereits länger in der Schublade von Canonical. Auf dem UDS, der nächste Woche erstmals virtuell stattfindet, soll das Thema nun mit der kompletten Ubuntu-Community diskutiert werden.
Ganz neu ist die Idee nicht: bereits 2011 schlug Ubuntus Desktop-Manager Scott James Remnant, der nun für Google arbeitet, vor, Ubuntu in eine Rolling Release zu verwandeln. Doch erst jetzt befindet sich Ubuntu dank der Daily Images und ausführlicher Testverfahren auch technisch in einer Situation, die das auch halbwegs zuverlässig ermöglicht."
Persönlicher Kommentar: Ich denke, dass dieser Entscheid mit dem Rolling Release grundsätzlich sehr weise ist. Damit tut sich Canonical selbst einen Gefallen. Für die meisten Buntu-User war die Neuauflage im Halbjahres-Rhythmus sowieso eine Ueberforderung. Soll ich jetzt wechseln oder nicht? Möglicherweise war es auch für die Entwickler ein Stress. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe auch ich mich bei meinem Arbeits-PC (zuhause) für LTS entschieden, weil ich hier Stabilität und Kontinuität schätze. In diesem Bereich will ich keine Ueberraschungen. Ich hoffe natürlich, die Entwickler schaffen es, allfällig Anpassungsprobleme im laufenden Betrieb vorzeitig auszumerzen. Dies ist für die Akzeptanz bei den Usern eine wichtige Voraussetzung.
Gruss freefloating
Nachtrag 11.3.2013: Offenbar, gemäss dem nachstehenden Artikel-Auszug von Pro-Linux, bleibt Canonical seinem bisherigen System doch treu. So wie es aussieht, sind sich die führenden Köpfe bei Canonical in dieser Frage nicht ganz einig.
"Bei Ubuntu kommt immer wieder einmal die Diskussion um eine Umstellung auf ein Rolling-Release-Modell auf. Nachdem entsprechende Forderungen in der letzten Wochen erneut lautstark nach außen drangen, hat sich jetzt auch Mark Shuttleworth geäußert.
Die aktuelle Diskussion um eine Umstellung auf ein Rolling Release-Modell wird seit Anfang des Jahres vornehmlich von Entwicklern geführt. Nachdem Rick Spencer, Canonicals Vizepräsident für Ubuntu, vor einigen Tagen auf dem Ubuntu Developer Summit sogar einen konkreten Vorschlag für Rolling Releases präsentiert und damit die aktuelle Diskussion ausgelöst hatte, meldet sich jetzt auch Shuttleworth zu Wort.
Shuttleworth bekräftigte angesichts des Eindrucks, ein entsprechender Änderungsbeschluss der Veröffentlichungsstrategie für Ubuntu stünde unmittelbar bevor, dass Rolling Release für ihn absolut keine Option sei und er bisher keinen Gedanken an eine Umstellung verschwendet habe. Rolling Releases seien keine echten Veröffentlichungen und böten Anwendern daher keinesfalls die Sicherheit, die diese verlangten. Zudem stünden allen Nutzern, die über die bisherigen sechs Monate währenden Zyklen zwischen zwei Ubuntu-Versionen hinaus aktuelle Versionen benötigten, nach wie vor die qualitativ hochwertigen Daily Builds zur Verfügung. So oder so befände man sich in Bezug auf eine Änderung der Veröffentlichungsstrategie noch im Meinungsfindungsprozess.
Zwar sieht auch Shuttleworth eine Notwendigkeit für häufigere Updates, möchte aber dem Rolling-Release-Modell ein eigenes Konzept gegenüberstellen. Bei diesem müsse man den Upgrade-Prozess allerdings derart verbessern, dass auch mehrere aufeinander folgende Upgrades ein sauberes System garantierten. Trotzdem dürfe man die besondere Bedeutung der LTS-Versionen nicht übersehen. Zwar könne man über häufigere Zwischenversionen nachdenken, etwa auch im Monatstakt, dabei müsse es sich aber um für Endanwender taugliche Versionen handeln und nicht nur um Schnappschüsse.
Der eigentliche Vorschlag des Ubuntu-Gründers besagt, dass die LTS-Aktualisierungen, die recht regelmäßig erscheinen, in den ersten beiden Jahren mit mehr Aktualisierungen versorgt werden sollen. Neuere Kernel sollen für bessere Hardware-Unterstützung sorgen. Sie sollen optional sein, was bedeutet, dass die älteren Kernel weiter unterstützt werden. Wichtige Plattformkomponenten, die sich schnell ändern, wie OpenStack, sollen als optionale Updates verfügbar gemacht werden. Andere wichtige Plattformkomponenten, beispielsweise der Desktop Unity, könnten aktualisiert werden, solange sie kompatibel bleiben.
Die Nicht-LTS-Versionen sollen erhalten bleiben, doch hält Shuttleworth 18 Monate Support für diese Versionen für übertrieben. Sieben Monate würden genügen, was Ubuntu einige Arbeit ersparen würde. Diese Versionen seien ohnehin nur für Leute gedacht, die an Ubuntu in irgendeiner Form mitarbeiten, alle anderen sollten nur LTS-Versionen einsetzen.
Eine weitere Änderung betrifft das Update-Werkzeug. Zukünftig soll es möglich sein, bei Versions-Updates eine oder mehrere Versionen zu überspringen. So soll es möglich sein, beispielsweise von 12.10 auf 13.10 oder 14.04 LTS aufzusteigen. Darüber hinaus wurde der Anregung von Mark Shuttleworth entsprochen, auch LTS-Versionen in den ersten beiden Jahren verstärkt mit Updates wichtiger Komponenten wie beispielsweise Unity oder Openstack und neueren Kernels zu versorgen. Die älteren Kernel sollen dabei weiterhin benutzbar bleiben. Alle Änderungen gelten als verabschiedet und werden nun von den entsprechenden Teams umgesetzt."
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