Sorry, Saint Nicolas, aber der Begriff geht keineswegs auf den Nationalsozialismus zurück. Meines Erachtens wurde er gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Berliner Antisemitismusstreit um den Historiker Heinrich von Treitschke geprägt.
Der Antisemitismus selbst ist natürlich älter. Da den Christen im Mittelalter Geldgeschäfte verboten waren füllten insbesonders Juden diese Lücke und dies führte natürlich zu Neid. Zumal ihnen vorgeworfen wurde, Jesus (der übrigens selbst Jude war) ans Kreuz geschlagen zu haben. Antisemitismus ist somit keineswegs eine spezifisch deutsche Erscheinung.
Natürlich hat gerade der Nationalsozialismus den Antisemitismus für seine Zwecke instrumentalisiert. Nach dem verlorenen Krieg und dem Versailler Diktat mussten Schuldige her. So war es naheliegend, den damals erstarkenden Antisemitismus (siehe Julius Streicher, 'der Stürmer') zu übernehmen.
@Saint Nicolas: weder geht der Begriff auf die Nationalsozialisten zurück noch wird er erst seit dieser Zeit auf die Ablehnung der Juden bezogen. Schon seit Prägen des Begriffs Ende es 19. Jahrhunderts bezog er sich ausdrücklich auf die Juden. Einzige 'Errungenschaft' der Nationalsozialisten war die Umsetzung desselben, die quasi 'fabrikmässige' Vernichtung der Juden (Holocaust).
Das 'Zentralorgan' des Antisemitismus war der eingangs schon erwähnte Stürmer von Julius Streicher. Die Nationalsozialisten haben ihn lediglich übernommen (und natürlich für ihre eigenen Zwecke instrumentalisiert).